Bouillon (Pyrénées-Atlantiques)

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Bouillon
Bouillon (Frankreich)
Bouillon
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Artix et Pays de Soubestre
Gemeindeverband Communes des Luys en Béarn
Koordinaten 43° 30′ N, 0° 30′ WKoordinaten: 43° 30′ N, 0° 30′ W
Höhe 98–200 m
Fläche 3,27 km2
Einwohner 150 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 46 Einw./km2
Postleitzahl 64410
INSEE-Code

Ortskirche Saint-Martin in Bouillon

Bouillon ist eine französische Gemeinde mit 150 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Artix et Pays de Soubestre (bis 2015: Kanton Arzacq-Arraziguet).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Bolhon.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bouillon liegt ca. 35 km nördlich von Pau in der historischen Provinz Béarn im Norden des Départements. Der Ortskern befindet sich auf einer Anhöhe von (172 m) oberhalb des Tals des Luy de Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Morlanne Garos
Pomps Nachbargemeinden Etsaut
Géus-d’Arzacq
Uzan

Obwohl die Grenze der Gemeinde zu Géus-d’Arzacq zu einem kleinen Teil durch den Luy de Béarn markiert wird, wird Bouillon gemäß der Gewässerdatenbank SANDRE von keinem Fließgewässer durchströmt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 13. Jahrhundert entwickelte sich das Töpferhandwerk in der Gemeinde und gewann eine immer größer werdende Bedeutung bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Handwerker in Bouillon und im Nachbarort Garos wandten eine Technik an, die dem Ton die Konsistenz von Steinzeug gibt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren ein Drittel der Einwohner in dieser Aktivität beschäftigt.[3]

In der Volkszählung des Béarn von 1385 wurden in Bolhoo oder Bolhon 30 Haushalte gezählt und vermerkt, dass das die Gemeinde in der Bailliage von Garos liegt.[4]

Auf der Karte von Cassini 1750 ist die Gemeinde in der heutigen Form eingezeichnet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Höchstständen der Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit über 300 Einwohnern reduzierte sich die Zahl erheblich, bis sie in den 1990er Jahren auf unter 100 fiel. Seitdem hat sie sich wieder um mehr als 50 % erholt.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 112 122 124 101 97 98 117 142 150
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche, gewidmet Martin von Tours. Die romanische Kirche von Bouillon befindet sich auf einer kreisförmigen Terrasse, auf der auch eine Erdhügelburg gestanden haben könnte. Das heutige Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert, könnte aber an der Stelle einer früheren Burgkapelle errichtet worden sein. Das dreischiffige Langhaus ist mit einer halbrunden Apsis abgeschlossen. Bei Umarbeiten im 18. Jahrhundert ist der schiefergedeckte Glockenturm hinzugefügt worden. Weitere umfangreiche Umbauten und Restaurierungen erfolgten im 18. und 19. Jahrhundert. Die Glasfenster sind Werke des renommierten Toulouser Glasmalers Louis-Victor Gesta im Jahre 1927.[8] Eines der Fenster zeigt den heiligen Martin, das andere Therese von Lisieux.[9]
  • Herrenhaus. Es ist das Resultat von zwei Bauaktivitäten, eine im Mittelalter für die Errichtung des vorderen Gebäudeteils, eine zweite im 17. Jahrhundert für das hintere. Da es sich auf der gleichen Terrasse hoch über dem Luytal wie die Kirche befindet, ist anzunehmen, dass die Gebäudegruppe aus einer umgebauten mittelalterlichen Siedlung hervorgeht.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner von Bouillon führen die Tradition des Töpferhandwerks fort und unterhalten mehrere Werkstätten. Jeden Herbst wird zusammen mit der Nachbargemeinde Garos ein großer Keramikmarkt abgehalten.[3]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[11]
Gesamt = 17

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird durchquert von der Route départementale 262.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bouillon (Pyrénées-Atlantiques) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bouillon (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 13. März 2017.
  2. Ma commune : Bouillon (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 13. März 2017.
  3. a b Conseil régional d’Aquitaine: Bouillon (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 14. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 13. März 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 35, 67. 1863. Abgerufen am 13. März 2017.
  5. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 13. März 2017.
  6. Notice Communale Bouillon (fr) EHESS. Abgerufen am 13. März 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Bouillon (64143) (fr) INSEE. Abgerufen am 13. März 2017.
  8. Église Saint-Martin de Bouillon (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 13. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 13. März 2017.
  9. manoir dit château.accessdate=2017-03-13 (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation.
  10. manoir dit château (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 13. März 2017.
  11. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Bouillon (64143) (fr) INSEE. Archiviert vom Original am 25. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insee.fr Abgerufen am 13. März 2017.