Garlède-Mondebat

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Garlède-Mondebat
Garlède-Mondebat (Frankreich)
Garlède-Mondebat
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh
Gemeindeverband Luys en Béarn
Koordinaten 43° 30′ N, 0° 20′ WKoordinaten: 43° 30′ N, 0° 20′ W
Höhe 126–222 m
Fläche 8,65 km2
Einwohner 223 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km2
Postleitzahl 64450
INSEE-Code

Landschaft bei Garlède-Mondebat

Garlède-Mondebat ist eine französische Gemeinde mit 223 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Thèze).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Garleda-Mondevath.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garlède-Mondebat liegt ca. 30 km nördlich von Pau am nordöstlichen Rand des Départements in der gascognischen Region Vic-Bilh in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Coublucq
Pouliacq
Boueilh-Boueilho-Lasque
Lème Nachbargemeinden Claracq
Thèze Lalonquette

Garlède-Mondebat liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Einer seiner Zuflüsse, der Gabas, markiert die östliche Grenze zu den Nachbargemeinden Boueilh-Boueilho-Lasque und Claracq. Zwei Nebenflüsse des Gabas, der Tauzia und die Remblé, durchströmen die Gemeinde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Scherben aus der Frühgeschichte belegen die frühe Existenz von Bewohnern auf dem Gebiet der Gemeinde. In der späteren Epoche durchquerte sie eine Römerstraße von Atura (Aire-sur-l’Adour) nach Beneharnum (Lescar), was die Ansiedlung entlang dieses Weges begünstigte.[3]

Bei der Volkszählung im Jahre 1385 wurden in Garlède zwölf, in Mondebat acht Haushalte gezählt. Mondebat gehörte zur Bailliage von Pau in dieser Zeit, während Garlède und Claracq eine gemeinsame Pfarrgemeinde bildeten. Der Grundherr von Montdebat war bis 1603 von den Baronen von Gabaston abhängig, danach verbunden mit Lalonquette, bevor 1658 das Baronat von Montdebat zugunsten von Bernard de Caplane per Erlass des französischen Königs gegründet wurde, welches neben Montdebat und Lalonquette auch Garlède umfasste. Am 25. Juni 1844 haben sich Garlède und Mondebat zur neuen Gemeinde Garlède-Mondebat zusammengeschlossen.[3][4]

Toponyme und Erwähnungen von Garlède waren:

Toponyme und Erwähnungen von Mondebat waren:

  • Monde-Abat und Mondebag (1385 bzw. 14. Jahrhundert, Volkszählung im Béarn),
  • Mondabat (1546, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts) und
  • Mondebat (1750, 1793, 1801, Karte von Cassini, Notice Communale bzw. Bulletin des Lois).[4][5][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von über 400 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis zu den 1990er Jahren insgesamt um rund 60 % gesunken. Seitdem ist die Zahl der Bewohner wieder stetig angestiegen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 206 194 170 175 165 180 188 196 223
Bis 1836 nur Einwohner von Garlède, ab 1841 von Garlède-Mondebat
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Martin von Garlède-Mondebat, gewidmet Martin von Tours. Der ursprüngliche, romanische Langbau wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Von dieser Epoche ist nur der Altar aus Sandstein übrig geblieben. Am Ende des 15. oder zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde ein Seitenschiff hinzugefügt. Im 19. Jahrhundert wurde das Gotteshaus restauriert. Viele Einrichtungsgegenstände der Kirche stammen aus dem 12. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[9][10]
  • Kirche von Mondebat, gewidmet dem Apostel Andreas. Sie weist viele Parallelen zur Kirche Saint-Martin auf. Der ursprüngliche, romanische Langbau wurde ebenfalls im 12. Jahrhundert gebaut. Das Seitenschiff ist im 19. Jahrhunderts angefügt worden. Im Jahre 1964 ist ein Altar aus Sandstein zutage gekommen, der sich vermutlich bereits in der ursprünglichen Kirche befand. Viele Einrichtungsgegenstände der Kirche stammen aus dem 12. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[11][12]
  • Wallburg von Garlède-Mondebat. Sie stammt aus der der gallorömischen Zeit und lässt auf eine Besiedelung des Landstrichs in dieser Zeit schließen, zumal die Gemeinde von einer Römerstraße durchquert wurde. Unweit der Villa von Lalonquette könnte die Wallburg zu einem Nebengebäude, vermutlich einer Wassermühle aus dem 4. Jahrhundert gehören. Verschiedene Mosaikfragmente sind an dieser Stelle gefunden worden.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[14]
Gesamt = 39

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garlède-Mondebat wird durchquert von den Routes départementales 236, 279 und 946, der ehemaligen Route nationale 646.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Garlède-Mondebat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Garlède-Mondebat (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  2. Ma commune : Garlède-Mondebat (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  3. a b Garlède-Mondebat (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 30. Mai 2017.
  4. a b c Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 67, 115. 1863. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  5. a b David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  6. a b Notice Communale Garlède-Mondebat (fr) EHESS. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  7. Notice Communale Mondebat (fr) EHESS. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Garlède-Mondebat (64232) (fr) INSEE. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Martin de Garlède-Mondebat (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 30. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Eglise paroissiale Saint-Martin (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  11. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-André de Mondebat (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 18. Oktober 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 30. Mai 2017.
  12. Eglise paroissiale Saint-André (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 30. Mai 2017.
  13. Conseil régional d’Aquitaine: Enceinte de Garlède-Mondebat (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 30. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Garlède-Mondebat (64232) (fr) INSEE. Abgerufen am 30. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.insee.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 30. Mai 2017.