Mesplède

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Mesplède
Mesplède (Frankreich)
Mesplède
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Artix et Pays de Soubestre
Gemeindeverband Lacq-Orthez
Koordinaten 43° 30′ N, 0° 39′ WKoordinaten: 43° 30′ N, 0° 39′ W
Höhe 100–210 m
Fläche 11,47 km2
Einwohner 353 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 31 Einw./km2
Postleitzahl 64370
INSEE-Code
Website www.mesplede64.fr

Rathaus von Mesplède

Mesplède ist eine französische Gemeinde mit 353 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Artix et Pays de Soubestre (bis 2015: Kanton Arthez-de-Béarn).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Mespleda.[1] Er hat seinen Ursprung im lateinischen mespilum (deutsch Mispel). Anlässlich der Ernte der Früchte der Mispel wird das Fest namens Mesplède gefeiert.[2] Die Bewohner werden Mesplédois und Mesplédoises genannt.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mesplède liegt ca. 40 km nordwestlich von Pau in der historischen Provinz Béarn am nördlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Mesplède von den Nachbargemeinden:

Sault-de-Navailles Lacadée Hagetaubin
Balansun Nachbargemeinden
Argagnon Arthez-de-Béarn

Mesplède liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Ruisseau de Lesclauze, an seinem Oberlauf auch Ruisseau de Mousquès genannt, ist ein Nebenfluss des Luy de Béarn und entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde ebenso wie die Nebenflüsse des Aubin, der Ruisseau de Chaurou und der Ruisseau Louru. Der Ruisseau de Clamondé, ein Zufluss des Gave de Pau, fließt an der südlichen Grenze zur Nachbargemeinde Arthez-de-Béarn entlang.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel an die Schlacht von Mesplède 1442

Die Besiedelung in der gallorömischen Zeit wird durch ein ehemaliges Lager belegt. In der letzten Phase des Hundertjährigen Krieges war Mesplède Schauplatz einer Schlacht, die am 25. August 1442 stattfand und in der eintausend Bauern aus Mesplède der Überlieferung nach umkamen. Gaston IV., Graf von Foix und Vicomte des Béarn, gab seine Neutralität zugunsten des französischen Königs auf. Aber nach der Eroberung von Dax durch englische Truppen im Jahre 1442 rückten französische Truppen in das Béarn ein und die Bevölkerung begann zu revoltieren. Der Blutzoll, an den eine Gedenktafel am Kirchplatz erinnert, sorgte letzten Endes für die Unabhängigkeit des Béarn für eine weitere Zeit.[2][5][6]

Seit der erstmaligen Erwähnung gegen 1450 gehörte das Dorf zu Arthez, aber mit diesem prägenden Ereignis strebte es nach Unabhängigkeit, die 1707 schließlich erlangt wurde. Noch heute besteht die Gemeinde im Wesentlichen aus verstreuten Bauernhöfen, die typisch für das Béarn sind.[2]

Toponyme und Erwähnungen von Mesplède waren:

  • Mesplede (1750 und 1793, Karte von Cassini bzw. Notice Communale) und
  • Mesplède (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées)[7][8][9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 670 in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis heute auf ein Niveau von rund 330 Einwohner.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 373 359 375 333 358 332 330 320 353
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[8] INSEE ab 2009[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mesplède unterhält eine Städtepartnerschaft mit:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Germain-d’Auxerre
  • Pfarrkirche, geweiht Germanus von Auxerre. 1887 wurde das Projekt des Architekten Bourdette aus Orthez für den Neubau des einsturzgefährdeten Glockenturms und der Ausbesserung des Bodenbelags genehmigt, worauf 1889 die Arbeiten aufgenommen wurden. Von 1892 bis 1893 wurde die Kirche vergrößert, das dreischiffige Langhaus höhergelegt und verlängert, der Chor vergrößert und eine Sakristei angebaut. Diese Umbauten kamen einem kompletten Neubau gleich, nur die südliche Wand ist vom Vorgängerbau übrig geblieben. Gegen 1893 wurden Glasfenster mit Darstellungen religiöser Persönlichkeiten, Werke des Glasmalermeisters Dauriac aus Toulouse, eingesetzt. Das Langhaus besitzt drei Jochen, seine beiden Seitenschiffe sind durch Rundbogenarkaden abgetrennt. Die langgezogenen Dachflächen aus Schiefer sind typisch für die Region des Béarn der Gaves.[12][13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist traditionell der wichtige Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[14]
Gesamt = 48

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Rundweg von 8,4 km Länge mit einem Höhenunterschied von 255 m führt vom Zentrum der Gemeinde über die Anhöhen rund um die Gemeinde mit Aussichtspunkten auf die Pyrenäen. Er durchquert auch zweimal das Tal des Ruisseau de Clamondé, das eine der geschützten Naturstätten der Pyrenäen ist.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mesplède wird durchquert von der Route départementale 946, der ehemaligen Route nationale 646.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mesplède – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mesplède (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 19. September 2017.
  2. a b c Mesplède (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 19. September 2017.
  3. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitants.fr. Abgerufen am 19. September 2017.
  4. Ma commune : Mesplède (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 19. September 2017.
  5. Plaque commémorative de la bataille de Mesplède en 1442 (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 19. September 2017.
  6. La guerre de cent ans (1337–1453) (fr) Schule von Balansun. Abgerufen am 19. September 2017.
  7. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 19. September 2017.
  8. a b Notice Communale Mesplède (fr) EHESS. Abgerufen am 19. September 2017.
  9. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 112. 1863. Abgerufen am 19. September 2017.
  10. Populations légales 2014 Commune de Mesplède (64382) (fr) INSEE. Abgerufen am 19. September 2017.
  11. Atlas français de la coopération décentralisée et des autres actions extérieures (fr) Französisches Außenministerium. Abgerufen am 13. Juni 2017.
  12. Église Saint-Germain-d’Auxerre (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 19. September 2017.
  13. église paroissiale Saint-Germain-d’Auxerre (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 19. September 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Mesplède (64382) (fr) INSEE. Abgerufen am 19. September 2017.
  15. Circuit N°35 (fr, PDF) Tourismusbüro vom Coeur de Béarn in Monein und Orthez. Abgerufen am 19. September 2017.