Cadillon

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Cadillon
Cadillon (Frankreich)
Cadillon
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh
Gemeindeverband Nord Est Béarn
Koordinaten 43° 32′ N, 0° 9′ WKoordinaten: 43° 32′ N, 0° 9′ W
Höhe 135–283 m
Fläche 5,37 km2
Einwohner 107 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km2
Postleitzahl 64330
INSEE-Code

Blick auf Cadillon

Cadillon ist eine französische Gemeinde mit 107 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Lembeye).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Cadilhon.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadillon liegt circa 45 Kilometer nordöstlich von Pau in der Region Vic-Bilh in der historischen Provinz Béarn am nordöstlichen Rand des Départements auf einer langgestreckten Anhöhe zwischen den Tälern des Lées und des Lisau.

Umgeben wird Cadillon von den Nachbargemeinden:

Saint-Jean-Poudge Conchez-de-Béarn Mont-Disse
Vialer Nachbargemeinden Aurions-Idernes
Arricau-Bordes

Cadillon liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour und wird durchquert von einem seiner Nebenflüsse, dem Lées, und zwei Zuflüssen des Larcis, Lisau und Ruisseau de Libet.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kopialbuch der Abtei von Saint-Pé-de-Bigorre wurde im 11. Jahrhundert die Motte Castrum Cadelionense erwähnt, die wahrscheinlich auf einem ehemaligen Lager aus gallorömischer Zeit errichtet wurde. Diese Burg war aufgrund der exponierten geografischen Lage so wertvoll, dass sie zweimal, 1170 und 1212, als Pfand gegenüber dem König von Aragon diente. Im 12. Jahrhundert nahm der Grundherr von Cadillon eine bedeutende Stellung am Hof des Vicomtes von Béarn ein. In der Folge wurde ein zweites Schloss am Fuß der Motte gebaut.[3][4]

Weitere Toponyme und Erwähnungen der Gemeinde waren in der Folge Cadelho (1104, Kopialbuch des Bistums Lescar), Cadelo (1131, Kopialbuch von Morlaàs), Cadelon (1170, laut Pierre de Marcas Buch Histoire de Béarn), Cadellio (1344, Urkunden der Vicomté von Béarn), Cadalhoo und Cadelhoo (1385 bzw. 1402, Volkszählungen) und Cadilhon (1736, Zählung von Conchez).[3]

Auf der Karte von Cassini 1750 ist Cadillon in der heutigen Namensform eingetragen.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand von 479 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Einwohnerzahl bei kurzen Phasen von Stabilisierungen bis zur Jahrtausendwende um insgesamt rund 80 % auf unter 100 zurückgegangen. Seitdem hat sie sich stabilisiert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 138 130 121 110 104 93 100 103 107
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7][8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortskirche, gewidmet Martin von Tours und Maria, der Mutter Jesu. Sie ist ursprünglich als romanischer Bau vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet worden. Gesicherte Annahmen sind der Bau auf den Ruinen einer Burg aus dem 11. Jahrhundert und die Wiederverwendung eines der Türme der ehemaligen Ringmauer im westlichen Teil des Gebäudes. Die romanische Apsis stammt aus der Kapelle der früheren Burg. Während der Hugenottenkriege wurde die Kirche wahrscheinlich zerstört und in Etappen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. Eine Restaurierung im 19. Jahrhundert brachte den romanischen Chor zutage, der bis zu jener Zeit hinter Putz verborgen gewesen war.[9][10] Eine Pietà aus dem 19. Jahrhundert befindet sich in der Kirche, ein Werk eines Künstlers aus Gent. Die Statue aus bemalter Terrakotta zeigt eine schmerzerfüllte Maria mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus auf ihrem Schoß.[11]
  • Statue der Unbefleckten Empfängnis. 1891 wurde eine Mission durchgeführt, um der wachsenden Abwendung vom Christentum in ländlichen Gebieten gegenzusteuern. Im Gedenken an diese Mission hat die Pfarrgemeinde eine Statue der Unbefleckten Empfängnis auf einer Stele aufstellen lassen. Maria wird hier in einer betenden Position dargestellt, die Augen gen Himmel gerichtet. Als traditionelle Kleidung trägt sie ein weißes Kleid und eine blaue Stola.[12]
Weinrebe des Béarn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich Erdöl- und Erdgasvorkommen, die seit den 1980er Jahren gefördert werden. Darüber hinaus ist der Weinanbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Cadillon liegt in den Zonen AOC der Weinanbaugebiete des Béarn, Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[14]
Gesamt = 18

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cadillon wird durchquert von den Routes départementales 13 und 219.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cadillon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cadillon (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 28. März 2017.
  2. Ma commune : Cadillon (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 28. März 2017.
  3. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 38. 1863. Abgerufen am 28. März 2017.
  4. Conseil régional d’Aquitaine: Cadillon (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. März 2017.
  5. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 28. März 2017.
  6. Notice Communale Cadillon (fr) EHESS. Abgerufen am 28. März 2017.
  7. Populations légales 2006 Commune de Cadillon (64159) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. März 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Cadillon (64159) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. März 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Martin de Cadillon (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. März 2017.
  10. Eglise paroissiale Saint-Martin (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 28. März 2017.
  11. Conseil régional d’Aquitaine: Piéta de l’église Saint-Martin (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. März 2017.
  12. Conseil régional d’Aquitaine: Statue de l’Immaculée Conception (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 28. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 28. März 2017.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 28. März 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Cadillon (64159) (fr) INSEE. Archiviert vom Original am 20. Juni 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insee.fr Abgerufen am 28. März 2017.