Ribarrouy

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Ribarrouy
Ribarrouy (Frankreich)
Ribarrouy
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh
Gemeindeverband Luys en Béarn
Koordinaten 43° 31′ N, 0° 16′ WKoordinaten: 43° 31′ N, 0° 16′ W
Höhe 170–231 m
Fläche 2,27 km2
Einwohner 85 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 37 Einw./km2
Postleitzahl 64330
INSEE-Code

Rathaus von Ribarrouy

Ribarrouy ist eine französische Gemeinde mit 85 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Terres des Luys et Coteaux du Vic-Bilh (bis 2015: Kanton Garlin).

Der Ursprung des Namens kommt aus den gascognischen Wörtern (ar)riu (deutsch Bach) und arroi (deutsch rot). Die Landschaft rund um die Gemeinde erlaubt allerdings keine Erklärung für diese Herkunft.[1]

Ortseingang von Ribarrouy

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ribarrouy liegt ca. 30 km nördlich von Pau in der Region Vic-Bilh der historischen Provinz Béarn am nordöstlichen Rand des Départements.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Boueilh-Boueilho-Lasque Garlin
Nachbargemeinden Taron-Sadirac-Viellenave
Claracq

Ribarrouy liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Der Gabassot, ein Nebenfluss des Lées, durchquert das Gebiet der Gemeinde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hügelgräber, die auf dem Gemeindegebiet entdeckt wurden, zeigen eine frühe Besiedelung des Landstrichs. Diese befinden sich vor allem entlang der antiken Landstraße, die von der Chalosse, einem Landstrich im südlichen Teil des heutigen Départements Landes, nach Saint-Pé-de-Bigorre führte. In diesen Gräbern wurden Graburnen gefunden. Im Mittelalter gab es ein Laienkloster im Dorf. Der Abt und der Grundherr von Ribarrouy stritten für eine lange Zeit, um den Zehnt ganz oder teilweise für sich in Anspruch zu nehmen. Dem Abt Jacques de Trescens wurde schließlich im 17. Jahrhundert das Recht auf die Grundherrschaft unter der Bedingung zugesprochen, dass er den Lehnseid gegenüber dem Souverän von Béarn schwöre.[1]

Toponyme und Erwähnungen von Ribarrouy waren:

  • Riverouy und Arriberoy (1675, réformation de Béarn, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts),
  • Ribarrouy (1750 und 1783, Karte von Cassini bzw. Notice Communale),
  • Ribarony (1801, Bulletin des Lois) und
  • Ribarrouy (1863, Dictionnaire topographique de la France).[3][4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 150 in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl in der Folgezeit bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1940er Jahren auf rund 60. Seitdem ist ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 70 76 68 69 78 78 82 81 85
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2009[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Germain-d’Auxerre
  • Pfarrkirche, geweiht Germanus von Auxerre. Von der ursprünglichen, im 12. Jahrhundert errichteten Kirche sind wegen gründlicher Umbauarbeiten im 16. und 17. Jahrhundert nur der allgemeine Aufbau und der steinerne Altar übrig geblieben. Ein Projekt der Restaurierung des Balkenwerks wurde 1867 durchgeführt. Das Dach der Kirche ist mit Falzziegeln gedeckt. Dies weist auf eine Restaurierung des Dachs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hin, da diese Art der Dachziegel erst seit diesem Zeitpunkt hergestellt wurden. Das einschiffige Langhaus des heutigen Gebäudes ist mit einem Glockengiebel nach Westen hin abgeschlossen. Der vergoldete Tabernakel ist wahrscheinlich aus Kastanienholz gefertigt und mit vier Schlangensäulen in seinen Ecken verziert. Er ähnelt dem Tabernakel in Castetpugon. Das große Gemälde im Hintergrund misst 1,88 m in der Höhe und 1,91 cm in der Breite. Es zeigt den gekreuzigten Christus mit Johannes dem Täufer und Germanus von Auxerre zu beiden Seiten. Viele weitere Einrichtungsgegenstände im Kircheninneren stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[7][8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[9]
Gesamt = 12

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ribarrouy wird durchquert von der Route départementale 42.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ribarrouy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ribarrouy (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  2. Ma commune : Ribarrouy (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 14. November 2017.
  3. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 142. 1863. Abgerufen am 14. November 2017.
  4. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 14. November 2017.
  5. a b Notice Communale Ribarrouy (fr) EHESS. Abgerufen am 14. November 2017.
  6. Populations légales 2014 Commune de Ribarrouy (64464) (fr) INSEE. Abgerufen am 14. November 2017.
  7. Église Saint-Germain-d’Auxerre de Ribarrouy (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  8. Eglise paroissiale Saint-Germain-d’Auxerre (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 14. November 2017.
  9. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Ribarrouy (64464) (fr) INSEE. Abgerufen am 14. November 2017.