Castéra-Loubix

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Castéra-Loubix
Castéra-Loubix (Frankreich)
Castéra-Loubix
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Pays de Morlaàs et du Montanérès
Gemeindeverband Communauté de communes Adour Madiran
Koordinaten 43° 24′ N, 0° 2′ WKoordinaten: 43° 24′ N, 0° 2′ W
Höhe 208–323 m
Fläche 3,43 km2
Einwohner 55 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 16 Einw./km2
Postleitzahl 64460
INSEE-Code

Castéra-Loubix ist eine französische Gemeinde mit 55 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Pays de Morlaàs et du Montanérès (bis 2015: Kanton Montaner).

Die Bewohner werden Castérais oder Castéraises genannt.[1] Der Name in der gascognischen Sprache lautet Casterar-Lobish.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castéra-Loubix liegt ca. 40 km nordöstlich von Pau in der historischen Provinz Béarn an der östlichen Grenze zum benachbarten Département Hautes-Pyrénées auf einem Höhenzug zwischen den Tälern des Louet und des Laysa.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Vidouze (Hautes-Pyrénées) Labatut
Bentayou-Sérée Nachbargemeinden
Lamayou

Castéra-Loubix liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour, dessen Zufluss, der Louet, einen großen Teil der westlichen Grenze des Gemeindegebiets markiert. Ein Zufluss des Louet, der Laysa, durchquert die Gemeinde im östlichen Teil des Ortsgebiets.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike gab es in der Gegend ein römisches Militärlager an der Römerstraße von Auch nach Nouilhan. Das gallorömische Oppidum wandelte sich im Mittelalter zu einer Siedlung um den Donjon einer Motte, umgeben von Palisaden.[4]

In der Volkszählung im Béarn im Jahre 1385 wurden in Casteraa 14 Haushalte und in Lobix ein einziger Haushalt erfasst. Beide Dörfer gehörten zur Bailliage von Montaner.[5]

Toponyme und Erwähnungen von Castéra waren in der Folge

  • Castelar (14. Jahrhundert, Volkszählung im Béarn),
  • Lo Casteraa et Lobixs (1429, Volkszählung von Montaner),
  • Lo Casterra und Lo Casterar (1546 bzw. 1549, Manuskriptsammlung des Béarn),
  • Le Castéra au Vicbilh (1778, Zählung von Pontacq).[5]

Loubix wurde erwähnt unter den Formen

  • Lobis (14. Jahrhundert, Volkszählung im Béarn),
  • Lobixs (1429, Volkszählung von Montaner),
  • Loubis (1673, Manuskriptsammlung des Béarn).[5]

Auf der Karte von Cassini 1750 sind Castéra und Loubix getrennt als Castera und Loubix eingetragen, während der Französischen Revolution 1793 wird Castéra als Castera, geführt, acht Jahre später während des Französischen Konsulats als Castera und Castéra verwaltet.[6][7]

Am 30. Dezember 1844 fusionierte Loubix mit Castéra zur neuen Gemeinde Castéra-Loubix.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand von 222 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bei mehreren kurzen Zuwachsphasen bis zu den 1950er Jahren um insgesamt mehr als drei Viertel zurückgegangen. Seitdem ist eine gewisse Stabilisierung einer Zahl von rund 50 Einwohnern zu verzeichnen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 55 57 53 48 43 50 57 54 55
Bis 1836 nur Einwohner von Castéra, ab 1841 von Castéra-Loubix
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[7] INSEE ab 2009[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortskirche in Castéra, gewidmet dem Erzengel Michael. Die romanische Architektur der Kirche zeigt ihren Ursprung im 11. Jahrhundert an. Das einschiffige Langhaus ist mit einer halbrunden Apsis abgeschlossen. Der Eingang ist seitlich über einen Vorbau errichtet, der Boden im Innern ist mit Schieferplatten gefliest. Im Laufe des 15. Jahrhunderts erfolgten mehrere Umbauten. Das Eingangsportal wurde geschaffen und der Glockengiebel aufgestellt. Im Zusammenhang mit der Reformation entstand in diesem Zuge ebenfalls eine Wandmalerei im Chor, um die katholische Bevölkerung stärker an die Kirche zu binden. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entschied sich Pfarrer Isaac de Meniote zu weiteren Arbeiten, diesmal bezüglich der Schaffung eines Gewölbes aus bemaltem Holz und des Baus der Kapelle und der Sakristei. Viele Einrichtungsgegenstände der Kirche stammen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[9][10]
  • Ortskirche in Loubix, gewidmet dem Apostel Andreas. Im 11. Jahrhundert erbaut, ist sie ein seltenes Beispiel einer romanischen Kirche in der Region, die die Hugenottenkriege unbeschadet überstanden hat. Sie ist mit den traditionellen Baustoffen des Béarn, Kiesel- und Backsteinen, errichtet. Das einschiffige Langhaus ist mit einer Apsis abgeschlossen, die zwei Maueröffnungen mit Glasfenstern besitzt und durch dicke Strebewerke abgestützt wird. Über der Westfassade erhebt sich ein Glockengiebel mit zwei Maueröffnungen, in denen die Glocken aufgehängt sind. Auch in dieser Kirche stammen viele Einrichtungsgegenstände aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[11][12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porc Noir de Bigorre Schinken

Die Wirtschaft wird hauptsächlich durch die Landwirtschaft bestimmt. Castéra-Loubix liegt in den Zonen AOC der Schweinerasse Porc noir de Bigorre und des Schinkens Jambon noir de Bigorre.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[14]
Gesamt = 6

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castéra-Loubix wird durchquert von der Route départementale 202.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Castéra-Loubix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 2. April 2017.
  2. Castéra-Loubix (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 2. April 2017.
  3. Ma commune : Castéra-Loubix (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 2. April 2017.
  4. Conseil régional d’Aquitaine: Castéra-Loubix (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 2. April 2017.
  5. a b c d Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 44, 104. 1863. Abgerufen am 2. April 2017.
  6. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 2. April 2017.
  7. a b Notice Communale Castéra-Loubix (fr) EHESS. Abgerufen am 2. April 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Castéra-Loubix (64174) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. April 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Michel (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 2. April 2017.
  10. Le mobilier de l’église paroissiale Saint-Michel (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 2. April 2017.
  11. Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-André (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 2. April 2017.
  12. Le mobilier de l’église paroissiale Saint-André (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 2. April 2017.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 2. April 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Castéra-Loubix (64174) (fr) INSEE. Archiviert vom Original am 20. Juni 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insee.fr Abgerufen am 2. April 2017.