Barzun

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Barzun
Barzun (Frankreich)
Barzun
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Vallées de l’Ousse et du Lagoin
Gemeindeverband Nord Est Béarn
Koordinaten 43° 13′ N, 0° 8′ WKoordinaten: 43° 13′ N, 0° 8′ W
Höhe 323–435 m
Fläche 8,19 km2
Einwohner 595 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 73 Einw./km2
Postleitzahl 64530
INSEE-Code
Website www.barzun.fr

Rathaus von Barzun

Barzun ist eine französische Gemeinde mit 595 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Vallées de l’Ousse et du Lagoin (bis 2015: Kanton Pontacq).

Die Bewohner werden Barzunais oder Barzunaises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barzun liegt am östlichen Rand des Départements ca. 25 km südöstlich von Pau im Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Hours Livron
Nachbargemeinden
Bénéjacq Pontacq

Barzun liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Nebenfluss des Gave de Pau, die Ousse, durchfließt mit einem ihrer Zuflüsse, die Oussére, das Gemeindegebiet. Zwei Nebenflüsse des Gabas, der Ruisseau du Goua de Michou und der Ruisseau Hoursoumou durchqueren den Ort. Ein Zufluss des Lourrou, der Ruisseau Sausse, markiert die westliche Grenze zu Bénéjacq.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht weniger als 20 Hügelgräber aus der Eisenzeit lieferten Urnen und Bruchstücke aus Bronze und Eisen als Zeugen einer frühen Besiedelung des an Wasser reichen Landstrichs. Der Dolmen von Barzun wurde 1968 auf einem Feld bei Barzun entdeckt und ist nach einer Zwischenstation nunmehr auf dem Rathausplatz von Coarraze aufgestellt.

Barzun ist 1286 erstmals als Barzunum in den Akten von Béarn erwähnt worden. In der Volkszählung im Jahre 1385 wurden 13 Haushalte gezählt und vermerkt, dass die Siedlung in der Bailliage von Pau liegt. Weitere Erwähnungen von Barzun sind in der Folge Barsun (Volkszählung, 1402) und Barssun (Reformation von Béarn, 1538). Auf der Karte von Cassini 1750 ist Barzun als Barsun eingetragen, ebenso während der Französischen Revolution 1793 als Barsun geführt.

Wirtschaftsfaktoren des 18. Jahrhunderts waren das Gerben und die Nutzung des Mergelvorkommens. Beide Aktivitäten sind längst eingestellt. Am 7. April 1859 brach ein großer Brand aus, bei dem um die 30 Wohnhäuser zum Opfer fielen.[3][4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Höhepunkt von über 700 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bis zu den 1940er Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Seitdem steigt sie wieder um insgesamt mehr als 50 %.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 409 365 363 401 455 464 569 599 595
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2009[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortskirche Saint-Vincent-Diacre

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty

Ein Schwerpunkt der Wirtschaft bildet die Landwirtschaft. Barzun liegt in der Zone AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch.[9]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[10]
Gesamt = 43

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barzun wird durchquert von den Route départementales 42, 418, 640, 642 und 940 (ehemalige Route nationale 640) und ist mit einer Linie des Busnetzes Transports 64 mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Louis Dominique Henri Pardimène, geboren am 15. Juli 1880 in Barzun, von Beruf Postbote, wurde als Soldat des 83. Infanterieregiments im Ersten Weltkrieg durch ein französisches Militärgericht verurteilt und am 7. Januar 1915 in Châlons-sur-Marne hingerichtet, weil er am 20. Dezember 1914 seinen Posten angesichts des Feindes verlassen haben soll. Dies erscheint als eine Statuierung eines Exempels seitens der Generalität, da laut mehrerer Aussagen Pardimène in einem Gefecht an Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand so schwer verletzt worden war, dass er sich zur Ambulanz wandte, um sich behandeln zu lassen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barzun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  2. Ma commune : Barzun (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  3. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 22. 1863. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  4. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  5. a b Notice Communale Barzun (fr) EHESS. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  6. Conseil régional d’Aquitaine: Barzun (fr) Visites en Aquitaine. Archiviert vom Original am 18. Februar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 17. Januar 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Barzun (64097) (fr) INSEE. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  8. église paroissiale Saint-Vincent-Diacre (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  9. Liste des produits par commune (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Archiviert vom Original am 5. Februar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www2.inao.gouv.fr Abgerufen am 17. Februar 2017.
  10. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Barzun (64097) (fr) INSEE. Archiviert vom Original am 17. Februar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.insee.fr Abgerufen am 17. Februar 2017.
  11. Louis Dominique Henri PARDIMÈNE (fr) Französisches Verteidigungsministerium. Abgerufen am 17. Februar 2017.
  12. Martin Willing: Théas, Pierre-Marie. Blattus Martini – Kevelaerer Enzyklopädie. Abgerufen am 17. Februar 2017.