Labeyrie

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Labeyrie
Labeyrie (Frankreich)
Labeyrie
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Artix et Pays de Soubestre
Gemeindeverband Communes de Lacq-Orthez
Koordinaten 43° 33′ N, 0° 37′ WKoordinaten: 43° 33′ N, 0° 37′ W
Höhe 63–157 m
Fläche 3,69 km2
Einwohner 121 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 33 Einw./km2
Postleitzahl 64300
INSEE-Code

Rathaus von Labeyrie

Labeyrie ist eine französische Gemeinde mit 121 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Artix et Pays de Soubestre (bis 2015: Kanton Arthez-de-Béarn).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Laveiria oder La Veiria.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Labeyrie liegt ca. 45 km nordwestlich von Pau in der historischen Provinz Béarn an der nördlichen Grenze zum benachbarten Département Landes.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Sault-de-Navailles Bassercles (Landes)
Nachbargemeinden Castelner (Landes)
Lacadée Hagetaubin Saint-Médard

Labeyrie liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Nebenfluss des Luy, der Luy de Béarn, und dessen Zufluss Juren strömen durch das Gebiet der Gemeinde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Mittelalter ist das wirtschaftliche Leben der Gemeinde geprägt von den Erzeugnissen zahlreicher Bauernhöfe. Hinzu kam die Herstellung von Glas, die der Gemeinde zu ihrem Namen verhalf. Beyrie ist eine Ableitung des lateinischen Wortes vitrina. Nach dem Verschwinden der Glaswerkstätten am Ende des Mittelalters wandte man sich der Bewirtschaftung der zahlreichen umliegenden Wälder zu. Eine Erwähnung in den Schriften erfolgte 1538 in der Form La Beyria. Labeyrie war eine Filialgemeinde von Lacadée und gehörte dem Unterbezirk von Saint-Sever in den Landes. Bis zur Neuordnung der Territorien zu Beginn der Französischen Revolution gehörte Labeyrie zur Chalosse, einem Landstrich der Landes. Auf der Karte von Cassini 1750 ist die Gemeinde unter Namen Beyrieeingezeichnet. Mit der Gründung des Départements Basses-Pyrénées 1790 wurde die Gemeinde dem Béarn zugeschlagen.[3][4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von rund 250 Einwohnern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis zu den 1960er Jahren auf unter 100 gesunken. Erst in den letzten Jahren ist ein moderates Wachstum der Gemeinde zu verzeichnen, die Einwohnerzahl stieg inzwischen wieder auf über 100.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 101 95 85 101 82 92 92 103 121
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche von Labeyrie
  • Pfarrkirche von Labeyrie. Sie ist im Stil einer klassischen romanischen Kirche im 12. Jahrhundert erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr sie mehrere Veränderungen, so dass von den Ursprüngen nur einige Skulpturen, darunter ein Schwert und Sporne von Rittern, erhalten geblieben sind. Wie die meisten Kirchen der Umgebung besitzt die Pfarrkirche von Labeyrie einen Glockengiebel mit zwei Maueröffnungen für die Glocken.[8]
  • Schloss von Labeyrie. Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich Überreste eines Schlosses, dessen Baumaterialien vermutlich beim Häuserbau wieder verwendet worden sind. Auf dem Schlossgrundstück steht eine gut erhaltene Kapelle, in der die Grundherren bestattet sind. Eine dieser Grabstätten in der Kapelle zeigt eine liegende Figur eines unbekannten Ritters, der vermutlich im 18. Jahrhundert im Chor begraben wurde. Sein Schwert hängt indes über dem Kamin des Rathauses.[9][10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land- und Forstwirtschaft sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[3]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[11]
Gesamt = 10

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Labeyrie ist erreichbar über die Routes départementales 31 (Landes: 376) und 131 (Landes: 56).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Labeyrie (Pyrénées-Atlantiques) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Labeyrie (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  2. Ma commune : Labeyrie (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 13. Juni 2017.
  3. a b Conseil régional d’Aquitaine: Labeyrie (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  4. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  5. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 87. 1863. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  6. Notice Communale Labeyrie (fr) EHESS. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Labeyrie (64295) (fr) INSEE. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  8. Conseil régional d’Aquitaine: Église de Labeyrie (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  9. Conseil régional d’Aquitaine: Château de Labeyrie (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  10. Conseil régional d’Aquitaine: Chapelle du château de Labeyrie (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  11. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune de Labeyrie (64295) (fr) INSEE. Abgerufen am 3. Juli 2017.