Delme (Moselle)

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Delme
Delme (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Saulnois
Koordinaten 48° 53′ N, 6° 24′ OKoordinaten: 48° 53′ N, 6° 24′ O
Höhe 208–280 m
Fläche 5,09 km²
Einwohner 1.148 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 226 Einw./km²
Postleitzahl 57590
INSEE-Code
Website http://communedelme.free.fr/

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Dorfkirche St. Germain

Delme ist eine französische Gemeinde mit 1148 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins, zum Kanton Le Saulnois und zum Kommunalverband Saulnois.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in Lothringen im Saulnois (Salzgau), 30 Kilometer südöstlich von Metz, zwölf Kilometer nordwestlich von Château-Salins und 26 Kilometer nordöstlich von Nancy. Nachbargemeinden von Delme sind Xocourt im Norden, Viviers im Osten, Donjeux im Südosten, Lemoncourt im Süden, Craincourt im Westen sowie Puzieux im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Delme ist aus einer römischen Poststation an der Römerstraße von Metz (Divodurum Mediomatricum) nach Straßburg (Argentorate) entstanden. Der Bezeichnung der Ortschaft als Ad Duodecimum tauchte erstmals auf der Tabula Peutingeriana auf. Die lateinische Bezeichnung Duodecimum gab die Entfernung von Metz an. Duodecimum milliarum bedeutet „Zwölftes Miliarium“ (Distanzsäule).[1] Im Jahr 990 wurde die Ortschaft als Duodecimum villa im Kopialbuch der Abtei Sankt Arnulf in Metz erwähnt, 1016 als Dodeismes im Kopialbuch der Kathedrale von Metz. Delme war Sitz eines Erzpriesters des Erzdiakonats von Vic-sur-Seille, das wiederum dem Bistum Metz unterstand. 1186 trat ein Theoderich von Delme als Zeuge auf.

Auch die weltliche Regierung hatte das Bistum Metz bis 1612 inne, dann wurde Delme vom Herzogtum Lothringen übernommen.[2] Ab dem 13. Jahrhundert bis 1790 war Delme Hauptort eines Verwaltungsbezirks (ban), zu dem die Ortschaften Alaincourt-la-Côte, Aulnois-sur-Seille, Craincourt, Fossieux, Lemoncourt, Manhoué, Puzieux und Xocourt gehörten.

Durch die Bestimmungen im Friede von Vincennes kam Delme 1661 zu Frankreich. Delme gehörte ab 1751 teilweise zur Bailliage von Château-Salins.[3]

1793 erhielt Delme im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Département Meurthe, das 1871 in Département Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und der Ort wurde dem Kreis Château-Salins, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) musste die Region mit Delme aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Delme war anschließend dem Département Moselle angegliedert.[4] Delme gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name im Ersten Weltkrieg am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde zu „Delm“ geändert und war bis 1918 offizieller Ortsname.[5]

Am 11. Mai 1922 wurde Delme der Orden Croix de guerre 1914–1918 verliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt es das Croix de guerre 1939–1945.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 612 631 620 698 681 728 872 1148

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde wurde erst 1870 entworfen. Es ist in zwei Hälften geteilt, die linke Seite ist golden und zeigt einen roten Schrägbalken, auf dem sich drei silberne gestümmelte Adler befinden. Diese Seite entspricht damit dem Wappen des Herzogtums Lothringen. Die rechte Seite ist rot und trägt zwei silberne Lachse, die mit dem Rücken zueinander stehen, sowie zwei ganze silberne Kreuze, eins über den Lachsen und eins darunter, und zwei halbe Kreuze, rechts und links der Lachse. Diese Hälfte entspricht dem Wappen von Obersalm. Das Wappen trägt dem Umstand Rechnung, dass die Ortschaft teilweise zum Herzogtum Lothringen und teilweise zur Grafschaft Salm gehörte.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synagoge von Delme wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und nach dem Krieg wiederaufgebaut. Sie wurde von 1878 bis 1880 errichtet und 1984 in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques (historische Denkmale) eingetragen.[7] In der Synagoge befindet sich heute ein Zentrum für zeitgenössische Kunst (Centre d’Art Contemporain).

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Delme liegt auf der D955. Der nächste Flughafen ist der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen, der 14,6 Kilometer nordwestlich liegt.[8]

Die Ortschaft verfügt über zwei Gewerbegebiete, die Zone artisanale de Bantzenheim im Nordwesten des Ortskerns und die Zone artisanale Communautaire im Südosten. Beide liegen an der D955.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Delme, Kreis Chateau-Salins, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Delme (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 496 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 175–176 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 87–88 (books.google.de).
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 71 (books.google.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Delme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 1. Librairie Droz, 1990, ISBN 978-2-600-02884-4, S. 362 (französisch, in Google Books [abgerufen am 24. April 2010]).
  2. Guides Gallimard (Hrsg.): Lorraine. Gallimard, Paris 2002, ISBN 978-2-7424-0908-2, S. 115 (französisch).
  3. Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d’archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6. Auflage. Band 14, Nr. 18. Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 30+40+90+152 (französisch, in Google Books [abgerufen am 26. April 2010]).
  4. Delme auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 25. April 2010.
  5. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 25. April 2010.
  6. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch) Abgerufen am 9. Juli 2022.
  7. Delme in der Base Mérimée (französisch) Abgerufen am 23. April 2010.
  8. Delme auf Annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 23. April 2010.