Stade

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stade
Stade
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stade hervorgehoben
53.5990138888899.47367777777789Koordinaten: 53° 36′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 110,03 km²
Einwohner: 45.218 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 411 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 21680, 21682–21684
Vorwahlen: 04141, 04146
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 038
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hökerstraße 2
21682 Stade
Webpräsenz: www.stade.de
Bürgermeisterin: Silvia Nieber (SPD)
Lage der Stadt Stade im Landkreis Stade
Balje Krummendeich Freiburg/Elbe Oederquart Wischhafen Drochtersen Großenwörden Engelschoff Hammah Düdenbüttel Himmelpforten Burweg Kranenburg Estorf Oldendorf Heinbockel Stade Deinste Fredenbeck Kutenholz Jork Buxtehude Apensen Beckdorf Sauensiek Ahlerstedt Brest Bargstedt Harsefeld Nottensdorf Bliedersdorf Horneburg Dollern Agathenburg Landkreis Stade Niedersachsen Landkreis Cuxhaven Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Hamburg Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Grünendeich Mittelnkirchen Neuenkirchen Guderhandviertel Steinkirchen Hollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Die Hansestadt Stade (plattdeutsch Stood) ist die Kreisstadt des Landkreises Stade in Niedersachsen. Die Stadt hat etwa 45.000 Einwohner. Sie liegt am südwestlichen Ufer der Unterelbe, etwa 45 Kilometer westlich von Hamburg am Rande des Alten Landes und gehört zur Metropolregion Hamburg. Durch das Stadtgebiet fließt die Schwinge, der Fluss mündet etwa vier Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums bei Stadersand in die Elbe. Stade war Sitz des früheren Regierungsbezirks Stade und beherbergt daher bis heute viele zentrale Institutionen des Elbe-Weser-Dreiecks.

Geographie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Stade liegt am Fluss Schwinge zwischen dem Alten Land und Kehdingen, unweit der Unterelbe. Die umgebende Landschaft ist überwiegend flaches Marschland (Elbmarschen), teilweise sind auch Reste ursprünglicher Moore erhalten. Die Stadt liegt auf einem in diese Landschaft hineinragenden Geestsporn der Stader Geest, der sich am Spiegelberg bis zu 14,5 Meter über die Marsch erhebt.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt durchschnittlich bei 778 mm und damit im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte[2]. An 58 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Am trockensten ist es im Februar, dann fällt nur halb so viel Niederschlag wie im Juli.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stade besteht neben dem eigentlichen Stadtgebiet aus den vier Ortschaften Bützfleth (mit Abbenfleth, Bützflethermoor, Götzdorf), Haddorf, Hagen (mit Steinbeck) und Wiepenkathen. Sie verfügen – im Gegensatz zu anderen Teilen der Stadt – über eigene kommunale Vertretungsorgane.

Stadtteile[Bearbeiten]

Das historische Zentrum liegt auf der Schwingeinsel innerhalb der ehemaligen Wallanlagen und wird vom Burggraben umgeben. Im Zuge der Umwidmung der Stadtbefestigung zu Grünanlagen wuchs die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts entlang den Ausgangsstraßen. Es entstand die Kehdingertorsvorstadt im Norden, die Hohentorsvorstadt im Süden, die Schiffertorsvorstadt im Westen sowie in den 1960er Jahren das Altländer Viertel im Osten. Letzteres wurde 2007 bekannt als Wohnviertel mit den meisten Überwachungskameras in Deutschland, die wegen der ausufernden Kriminalität installiert wurden. Die Stadtteile Campe, Klein Thun, Groß Thun, Barge, Riensförde im Süden, Hahle, Haddorf im Südwesten und der Hohenwedel im Westen gehen auf ehemalige bäuerliche Dörfer zurück, an die die Stadt Stade heranwuchs. Die Lücke zwischen Klein Thun und Hohentorsvorstadt schließt die Siedlung Kopenkamp. Sie sind heute hauptsächlich Wohnvororte unterschiedlicher Prägung. Der Stadtteil Ottenbeck entstand seit Ende der 1990er Jahre auf dem Gelände der ehemaligen Stader Von-Goeben-Kaserne.

Nachbarstädte und größere Nachbarorte[Bearbeiten]

Drochtersen, Cuxhaven
13 km, 58 km
Glückstadt, Itzehoe
21 km, 36 km
Uetersen, Elmshorn
15 km, 20 km
Bremerhaven
59 km
Nachbargemeinden Wedel, Hamburg
15 km, 34 km
Bremervörde, Zeven
25 km, 36 km
Harsefeld, Rotenburg (Wümme)
16 km, 55 km
Jork, Buxtehude
15 km, 20 km

Alle Angaben als Luftlinienentfernung.

Geschichte[Bearbeiten]

Stade, Illustration aus der Sachsenchronik von 1492[3]

Stadtentwicklung[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Eine Stade bezeichnete im Mittelhochdeutschen seit dem 10. Jahrhundert einen natürlich entstandenen Landeplatz für kleinere Schiffe. Meist handelte es sich dabei um die Mündungen kleinerer Nebenflüsse. In Norddeutschland ist der Namensbestandteil -stade bei weiteren Orten zu finden. Etymologisch ist es auf das altgermanische Substantiv stod (Stelle, Lagerplatz) zurückzuführen und gehört damit zur Wortgruppe von stehen. Mit der Bedeutung Ufer ist es in dem heute kaum mehr gebräuchlichen Wort Gestade enthalten.[4]

Besiedlung und Stadtgründung[Bearbeiten]

Die ersten Siedler kamen bereits 1.000 Jahre v. Chr. in die Gegend um Stade. Spätestens um 650 n. Chr. entstand daraus eine befestigte Siedlung mit Schiffslände. Sie lag ca. vier Kilometer südwestlich der heutigen Altstadt (bei Groß Thun) und wurde früher fälschlich als Schwedenschanze bezeichnet. Hier wurde eine Burganlage errichtet, welche jedoch um 800 aus unbekannten Gründen aufgegeben wurde. Gleichzeitig wurde die Siedlung nach Nordosten auf den in das Urstromtal der Elbe hineinragenden, verkehrsgünstigen Geestsporn verlegt. Wahrscheinlich handelt es sich damit um eine der ältesten frühmittelalterlichen Burganlagen in Norddeutschland[5][6], welche die historische Keimzelle der heutigen Stadt darstellt.

Bis ins 13. Jahrhundert war Stade der wichtigste natürliche Hafen zwischen Cuxhaven und Harburg und ein strategisch wichtiger Übergangsort über die Elbe. Hier traf die Handelsstraße, die als Ochsenweg von Jütland durch Schleswig-Holstein zum Stade gegenüberliegenden Fährhafen Itzehoe verlief, auf die zwei alten Fernhandelswege Richtung Paderborn und Hannover.

Im Jahre 994 wurde die Siedlung von den Wikingern geplündert und Stade als Stethu das erste Mal schriftlich erwähnt.[7] Um 1000 wurde die natürliche Schiffslände zum heutigen Alten Hansehafen ausgebaut.

Mittelalter und Hansezeit[Bearbeiten]

Das Herzogtum Bremen um 1655

Stade bestand nun aus fünf Stadtteilen. Das Klosterviertel mit dem Kloster St. Georg lag am heutigen Pferdemarkt, angrenzend zum Kaufmannsviertel längs der heutigen Hökerstraße. Das Viertel des Bischofs vom Bremen entstand rund um die Bischofskirche St. Wilhadi. In der heutigen nördlichen Altstadt gab es das Fischerviertel und schließlich das Burgviertel der Grafen von Harsefeld, später von Stade. Jeder Stadtteil hatte seine eigene Kirche: St. Georg im Klosterviertel, Ss. Cosmae et Damiani im Kaufmannsviertel, St. Wilhadi im Bischofsviertel, St. Nicolai im Fischerviertel und St. Pankratii im Burgviertel.

Nach dem Aussterben der Grafen von Stade (Udonen) fiel Stade an Heinrich den Löwen. Nach dessen Entmachtung 1180 war es zwischen dem Erzbistum Bremen und den Welfen umstritten, was die Stadt für ihre Zwecke ausnutzte. 1209 verlieh Kaiser Otto IV. Stade das Stadtrecht, das Bremen 1259 bestätigte, zusammen mit dem Stapelrecht und der Befreiung von der Heerfahrt. Stade wurde bereits in deren Anfangszeit Mitglied der Hanse.

1279 gab sich der Bürgerrat eine eigene Verfassung, die sogenannten Stader Statuten. Ab 1361 besaß Stade das Recht, Bündnisse zu schließen. Damit erlangte die Stadt faktisch den Status einer Freien Reichsstadt, jedoch ohne rechtlichen Hintergrund. 1425 floh der Bremer Bürgermeister Herbort Duckel nach Stade. Er verklagte Bremen beim Reichskammergericht und nutzte die internen Machtkämpfe dazu, sowohl die Hanse als auch den Kaiser gegen den neuen Rat in Bremen aufzubringen. Über Bremen wurde die Reichsacht verhängt, die Stadt aus der Hanse ausgeschlossen. Duckels Partei setzte sich letztlich durch.

Mit der in Stade maßgeblich von den Mönchen von St. Georg geförderten Reformation wurde die Stadt evangelisch. Die erste lutherische Predigt hielt Johann Hollmann bereits im Jahre 1522.

1601 wurde Stade aus der Hanse ausgeschlossen, da sie 1587 englische Tuchkaufleute der Merchant Adventurer aufgenommen hatte[8].

Schwedenfestung[Bearbeiten]

Stade um 1640

Stades Blütezeit reichte bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein. 1628 eroberte Tilly die Stadt, kurz darauf brachten die Schweden es bis 1636 in ihren Besitz. Nach einer dänischen Besatzung eroberten die Schweden sie endgültig 1643 und erhielten sie zusammen mit dem Erzbistum Bremen im Westfälischen Frieden auch offiziell zugesprochen. Dem großen Stadtbrand am 26. Mai 1659 fielen zwei Drittel der Stadt zum Opfer. Die Stadt wurde mit unverändertem Grundriss wieder aufgebaut.

Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1675 bis 1676 wurde das schwedische Stade während eines Feldzugs durch mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz. Dabei wurde Stade als Hauptsitz der schwedischen Statthalterschaft von Anfang April 1676 bis zum 13. August 1676 belagert. Im Zuge des Frieden von Saint-Germain im Jahre 1679 fiel Stade wieder an Schweden.

Eine besondere Rolle für den Handel auf der Elbe spielte die bei Stade gelegene Elbzollstation in Brunshausen an der Schwingemündung, die seit der erzbischöflichen Zeit bestand. Die Schweden stationierten 1663 erstmals eine Elbzollfregatte als permanentes Wachschiff. Diese Einrichtung blieb unter verschiedener Herrschaft bis 1850 bestehen, die Zollstation auf der Schwinger Schanze bis 1865.[9]

Abbild der letzten Seite des Präliminarfrieden zu Stockholm zwischen Hannover-Großbritannien und Schweden vom 19. November 1719

Die schwedische Herrschaft endete 1712. Dänische Truppen belagerten die Stadt im Großen Nordischen Krieg und setzten sie vom 29. August bis zum 7. September 1712 einem Bombardement aus, bei dem 152 Wohnhäuser, und damit ein Viertel der bebauten Fläche, zerstört wurden.

Hannoversche und preußische Herrschaft[Bearbeiten]

Auf friedlichem Wege kam die Stadt 1715 durch vertragliche Vereinbarung in Hannoveraner Besitz. Am 17. November 1719 gab Schweden seine Ansprüche auf das Herzogtum Bremen-Verden im Vertrag von Stockholm auf und beendete damit die Konfrontation[10]. Wirtschaftlich war Stade zu diesem Zeitpunkt geschwächt. Die Infrastruktur des Hafens hatte unter Bränden und Belagerungen des letzten Jahrhunderts keine weiteren Modernisierungen mehr erfahren. Stade verlor somit an Bedeutung im Fernhandel. Hinzu kam eine Pestepidemie im Jahr 1712. Die Stadt blieb als Garnisonsstandort vor allem von strategischer Bedeutung. Zwischen 1803 und 1806 erlebte sie nach Eroberung durch die Franzosen am 18. Juni 1803 und dem nachfolgenden Abzug verschiedene europäische Besatzungstruppen. Von März bis Dezember 1810 befand sich in Stade die Präfektur des Departement der Elbe- und Weser-Mündung, das zum Königreich Westfalen gehörte. Anschließend gehörte die Stadt als Teil des Département des Bouches de l’Elbe bis 1813 zum französischen Kaiserreich und danach wieder zu Hannover. Im Zuge der Annexion Hannovers als preußische Provinz fiel die Stadt 1866 an das Königreich Preußen. Sie war dann in Nachfolge der hannoverschen Landdrostei Stade Sitz des zunächst preußischen, ab 1946 dann niedersächsischen Regierungsbezirks Stade. Dieser umfasste im Wesentlichen die historischen Herzogtümer Bremen und Verden. Diesen Status behielt Stade bis zur Bezirksreform 1978.

In den Jahren 1919–1922 wurde ein Plan entwickelt, vom nördlichsten Punkt des Mittellandkanals bei Bramsche ausgehend einen Kanal zu bauen, der bei Achim die Weser überqueren und bei Stade in die Elbe münden sollte. Zunächst wurde diesem Projekt der Name „Bramsche-Stade-Kanal“, später der Name „Hansakanal“ gegeben. Dieses nie realisierte Projekt wurde in den 1950er Jahren endgültig aufgegeben.

Hansestadt[Bearbeiten]

Trotz des Ausschlusses aus der Hanse verstand sich Stade stets als Hansestadt. Seit 2005 gab es Bemühungen, diesen Titel auch wieder offiziell vom niedersächsischen Innenministerium verliehen zu bekommen.

Nach Ablehnung des ersten Antrags wurde Stade im Dezember 2008 nach zwei Jahren Streit um das Namensrecht offiziell Hansestadt. Nach Lüneburg[11] ist Stade die zweite Stadt Niedersachsens, die sich „Hansestadt“ nennen darf[12]. „Eine erneute Bewertung Ihres Antrages (…) hat ergeben, dass der durchgängige Charakter Stades als Seehafenstadt es (…) rechtfertigt, die hansische Vergangenheit der Stadt auch in der Gegenwart als ausreichend prägend einzustufen. Stade verfügt mit dem Seehafen über ein Alleinstellungsmerkmal, das die Stadt signifikant von allen anderen ehemaligen Hansestädten in Niedersachsen unterscheidet.“ schrieb der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann mit Datum vom 26. November 2008 an Stades Bürgermeister Andreas Rieckhof.

Die feierliche Übergabe der Urkunde, mit der der Titel „Hansestadt“ verliehen wurde, erfolgte im Rahmen der Feiern zum 800. Jubiläum des Stader Stadtrechtes am 29. April 2009 durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff.

Neuere Ereignisse[Bearbeiten]

Die Bezirksregierung und das Militär prägten das soziale Leben Stades als Verwaltungs- und Garnisonsstadt bis zur Ansiedlung der Großindustrie Anfang der 1970er Jahre. Der in den 1930er Jahren errichtete Fliegerhorst Stade-Agathenburg wurde 1966 in von-Goeben-Kaserne umbenannt. Die Auflösung dieser Militäreinrichtung erfolgte 1994.

In der Folge kam es zu einer Konversion[13] des ehemaligen Bundeswehrgeländes durch Ansiedlung von Gewerbe und Schaffung des neuen Stadtteils Ottenbeck.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Bützfleth, Haddorf, Hagen, Schölisch und Wiepenkathen eingegliedert.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Stade ab 1990[15]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1990 45.991 2000 45.727 2010 46.159
1991 46.772 2001 45.984 2011 46.235
1992 44.755 2002 46.068 2012 45.218
1993 45.387 2003 46.291
1994 45.642 2004 46.530
1995 46.109 2005 46.778
1996 46.057 2006 46.820
1997 45.925 2007 45.855
1998 45.755 2008 45.918
1999 45.773 2009 46.080

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 11. September 2011 führte bei einer Wahlbeteiligung von 46,46 % zu folgendem Ergebnis:[16]

Kommunalwahl in Stade 2011
 %
40
30
20
10
0
37,72 %
33,80 %
13,69 %
4,89 %
2,96 %
2,29 %
2,24 %
2,35 %
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
SPD 37,72 % 15
CDU 33,80 % 14
Grüne 13,69 % 6
WG 4,89 % 2
Unabhängige Bürgerliste Stade 2,96 % 1
DIE LINKE 2,29 % 1
FDP 2,24 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 (Stichwahl am 24. September 2006) wurde mit Andreas Rieckhof (SPD) erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister in Stade gewählt, der neben repräsentativen Aufgaben auch die Leitung der Stadtverwaltung wahrnimmt.

Bei der Kommunalwahl am 11. September 2011 wurde Silvia Nieber (SPD) mit 59,63% zur Bürgermeisterin gewählt[17] und ist damit die erste Frau, die dieses Amt in Stade wahrnimmt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Stade zeigt einen silbernen, aufrecht stehenden, mit dem Bart nach rechts gewandten Schlüssel (dem Petrusschlüssel der Erzbischöfe von Bremen) im blauen Feld, rechts und links begleitet von je einem silbernen Greifen mit goldener Mähne, goldenen Flügeln, roter aufgeschlagener Zunge und einem Spruchband mit den Buchstaben S.P.Q.ST. (Senatus Populusque Stadensis, lateinisch für „Der Rat und die Bürger von Stade“).

Der Wappenschild ist durch Münzfunde seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Im 19. Jahrhundert wurden die flankierenden Greifen und das Spruchband hinzugefügt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Hansestadt Stade ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit

Mit dem Partnerschaftsvertrag zwischen Stade und der südschwedischen Stadt Karlshamn vom 23. Juni 1984 trat die erste der heute noch gültigen Partnerschaften von Stade in Kraft. Bereits seit 1970 veranstaltet Stade in unregelmäßigen Abständen eine „Schwedenwoche“. Am 16. Juli 1987 wurde eine weitere Partnerschaft mit der israelischen Stadt Givat Schmuel besiegelt. Mit der städtischen Siedlung bei Tel Aviv, die 1942 von rumänischen Einwanderern gegründet wurde, findet ein regelmäßiger Jugendaustausch statt. Zu Karlshamn und Givat Schmuel trat am 24. März 1998 die Stadt Gołdap (deutsch Goldap) im Nordosten Polens (im früheren Ostpreußen), nahe der Grenze zum russischen Oblast Kaliningrad. Auch zwischen Stade und Goldap wird ein regelmäßiger Jugendaustausch betrieben, zu dem außerdem noch ein im Wechsel erfolgender Berufsgruppenaustausch kommt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der historische Stadtkern von Stade
Der Hansehafen vom Fischmarkt aus, mit Blick auf die Seite Wasser West
Holztretkran am Hansehafen, dahinter die Stader Stadtwaage

Zu den Sehenswürdigkeiten Stades gehört die gesamte Altstadt mit malerischen Fachwerkhäusern, die meisten stammen aus dem 17. Jahrhundert. In einigen Straßenzügen stehen wesentlich ältere Häuser, sie stammen aus der Zeit vor dem Stadtbrand von 1659. Der Stadtbrand zerstörte elf Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges zwei Drittel aller Stader Gebäude. Auch das Rathaus gehörte dazu, nur seine Gewölbe mit dem Ratskeller blieben erhalten. Auf ihnen wurde 1667 das so genannte Alte Rathaus erbaut. Der Ratskeller darunter wurde erstmals am 22. Februar 1305 im ersten Stader Stadtbuch als Weinkeller und Schänke erwähnt, er gehört damit zu den ältesten Ratskellern Deutschlands.

Zwei Innenstadtkirchen sind von kunst- und kulturhistorischer Bedeutung: die Kirche Ss. Cosmae et Damiani, von den Stadern meist nur Cosmae-Kirche genannt, ist mit einer bedeutenden Hus/Schnitger-Orgel ausgestattet. Die Kirche St. Wilhadi verfügt dagegen über eine Erasmus-Bielfeldt-Orgel.

Der Hansehafen war einst das wirtschaftliche Herz der Hansestadt. Hier befindet sich der Schwedenspeicher aus dem Jahr 1705, der seit 1977 als Museum dient. An der Fußgängerzone Wasser West, die am Hansehafen entlang zum Schwedenspeicher führt, liegt das Bürgermeister-Hintze-Haus mit Renaissance-Fassade. Daneben befindet sich das Goeben-Haus, in dem der preußische General August Karl von Goeben geboren wurde.

Am Hansehafen wurde 1977 nach dem Vorbild des Lüneburger Alten Krans am früheren Standort des Stader Salzkrans von 1661 ein Tretkran errichtet. Das baufällige Original war 1898 abgerissen worden.

Abgerissen werden sollte Mitte der 1970er Jahre auch die im Jahr 1753 erbaute Stader Stadtwaage am Hansehafen, sie hatte bis ins 19. Jahrhundert als Zollhaus gedient. Zugleich erwog der Rat der Stadt damals, den 1000 Jahre alten Hansehafen zuzuschütten und an der Stelle einen Parkplatz anzulegen. Aus Geldmangel fiel die Entscheidung gegen den Parkplatzbau, Hansehafen wie historische Bausubstanz blieben erhalten. Heute ist das Fachwerkgebäude saniert und wird als Wohn- und Geschäftsgebäude genutzt.

Die historische Löwenapotheke, für die dem schwedischen Apotheker Gabriel Luther 1655 das Privileg von König Karl X. Gustav erteilt wurde, verfügt noch über eine Offizineinrichtung aus Mahagoni von 1867. Das Kaufmannstreppenhaus im Hausinneren gilt als typisches Beispiel für eine Diele in einem mittelalterlichen Gildehaus[18] und weckt der Autorin Else Alpers zufolge Buddenbrocksche Reminiszensen.[19].

Das Zeughaus am Pferdemarkt wurde bis Ende der 1980er Jahre als Kino sowie Konzert- und Theatergebäude genutzt. Es wurde zwischen 1697 und 1699 in der Schwedenzeit Stades auf dem Gelände der früheren St.-Georgs-Kirche, die aus dem 12. Jahrhundert stammte, als Waffenarsenal errichtet. Der Bremer Erzbischof Gottfried von Arnsberg starb 1363 in Stade. Er wurde in der St.-Georgs-Kirche beigesetzt. Sein Grab ist im Gewölbe unter dem Zeughaus erhalten.

Stadeum
Schwedenspeicher-Museum

Theater[Bearbeiten]

Das Stadeum ist ein 1989 fertig gestelltes Kongress- und Veranstaltungsgebäude, das auch für Theater- und Konzertaufführungen genutzt wird. Zum Stadeum gehört ein gastronomischer Betrieb. Der Bau auf den Westphal’schen Wiesen war umstritten, weil dadurch ein Naherholungsgebiet in Altstadtnähe an Fläche verlor. In direkter Nachbarschaft wurde ein Vier-Sterne-Hotel errichtet. Ein Großparkplatz bietet Pkw-Abstellmöglichkeiten sowohl für Besucher des Stadeums als auch für Besucher der Altstadt.

Die Seminarturnhalle ist eine weitere Kulturspielstätte in Stade. Die frühere Sporthalle ist heute ein Ort für Theater, Musik, Kleinkunst, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen. Sie hat sich ihren festen Platz als Kulturspielstätte Stades für kleinere Veranstaltungen erarbeitet.

Museen[Bearbeiten]

Technische Bauwerke[Bearbeiten]

In der Nähe von Stade überqueren die zwei Hochspannungsleitungen Elbekreuzung 1 und Elbekreuzung 2 die Elbe.

Am Stadthafen befindet sich der denkmalgeschützte Hafenkran von 1927. Der elektrisch angetriebene Kran von Bamag-Meguin (Berlin) war ursprünglich fahrbar. Vom Frühjahr 2007 bis zum Juni 2008 wurde der Kran im Technikmuseum der Stadt restauriert.[20]

Kunstwerke[Bearbeiten]

In der Stader Altstadt sind neben historischen Bauten und vielen Sehenswürdigkeiten auch einige Kunstwerke zu bewundern.

Brüderschaften[Bearbeiten]

Knechthausen, seit Ende des 15. Jahrhunderts Gildehaus der Brauereiknechte, jetzt historische Gaststätte

In Stade bestehen bis heute vier historische Brüderschaften, von denen drei im Spätmittelalter entstanden sind und die jüngste im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Alle vier Vereinigungen dienen dem Zweck des gemeinsamen Handelns, der sozialen Fürsorge für die Mitglieder und ihre Angehörigen. Ihr Anliegen ist außerdem die Unterstützung der „verschämten Armen“ vor Ort, die Hilfe für Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, sich nicht zu helfen wissen und denen sonst auch nicht geholfen würde.

Die älteste Brüderschaft St.-Pankratii-Brüderschaft Stade von 1414, die St.-Antonii-Brüderschaft Stade aus dem Jahr 1439 und die Rosenkranz-Gotteshülfe-Brüderschaft aus dem Jahr 1482 sind sämtlich als Vereinigungen zu gemeinsamem Gebet entstanden. Bei den Liebfrauenmessen wurden Spenden für Armenunterstützungen gesammelt. Nach der Reformation wurden die Marienmessen und das Rosenkranz-Gebet eingestellt.

Als einzige post-reformatorische Brüderschaft wurde erst 1556 die Kaufleute- und Schifferbrüderschaft Stade gegründet, als Vereinigung von Fährschiffern und Getreide-Kaufleuten. Ihre Mitglieder stammten vor allem aus der Handelsschifffahrt, im 17. Jahrhundert sammeln sie Spenden, um Seefahrer aus der türkischen Gefangenschaft freizukaufen. Auch heute noch gehören ihr vorwiegend die Stader Kaufleute und Freiberufler an.

Die Brüderschaften stagnierten im 18. Jahrhundert und erlebten ihre Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als ihnen zeitweise jeweils bis zu 200 Mitglieder angehörten. Sie überstanden auch die Zeit des Nationalsozialismus, der sie gleichschalten wollte, und sind bis heute in vielfältiger Weise in der sozialen Fürsorge und Kulturförderung aktiv.

Die vier Brüderschaften begehen bis heute alljährlich ihre Stiftungsfeste nach einem detaillierten Ritual. Einer der Brüder, durch die Reihenfolge des Eintritts in die Brüderschaft bestimmt, richtet das Fest aus. Das mehrgängige Essen wird unterbrochen von Trinksprüchen und Reden zu immer wiederkehrenden Themen, auf den festgebenden Bruder, auf die Wohlfahrt des Landes oder auf die Damen. Mit Papierkügelchen wird geworfen, und die dafür eingesammelten Strafgelder kommen wiederum den Armen zugute, ebenso wie die großen, in einem Pokal gesammelten Spenden. Mit einem Ball schließt das Fest, das bis zu zwölf Stunden dauern kann. Nur die St.-Antonii-Brüderschaft, der traditionell der Landadel, höhere Verwaltungsbeamte, Offiziere und Akademiker angehören, macht eine Ausnahme. Sie feiert ihr Stiftungsfest nur alle 50 Jahre mit den Damen der Brüder.

Kulturförderung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover[Bearbeiten]

Den vier evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden St. Cosmae-Nicolai, Johannis, Markus und St. Wilhadi gehören über 60 % der Stader Bevölkerung an.

Stade ist Sitz des Sprengels Stade der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, der aus den Kirchenkreisen Bremerhaven, Bremervörde-Zeven, Buxtehude, Cuxhaven, Land Hadeln, Osterholz-Scharmbeck, Rotenburg/Wümme, Stade, Verden, Wesermünde-Nord und Wesermünde-Süd besteht.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Die katholische Gemeinde verfügt über zwei Gotteshäuser, die Heilig-Geist-Kirche und St. Joseph vorm Schiffertor. Die katholischen Pfarrgemeinden gehören zum Dekanat Unterelbe im Bistum Hildesheim und damit zur Nordischen Kirchenprovinz Hamburg.

Andere Kirchen[Bearbeiten]

In Stade gibt es mehrere Freikirchen: die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, eine Baptistengemeinde im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, die Freie evangelische Gemeinde, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die Neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Zeugen Jehovas.

Andere Religionen[Bearbeiten]

Außerdem gibt es mehrere Moscheen, davon eine in der Innenstadt, eine in der Ortschaft Bützfleth sowie mehrere im Altländer Viertel, darunter eine der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die als Moschee errichtet wurde und über ein Minarett verfügt. Darüber hinaus existiert eine buddhistische Gruppe.

Ehemalige Klöster und Stifte[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stade zählt über 3.700 Betriebe, in denen mehr als 23.000 Menschen arbeiten. Im Jahre 2007 lag die Arbeitslosenquote im Bereich der Arbeitsagentur Stade mit 16.855 Erwerbslosen bei 8,6 %, die Anzahl der Erwebslosen fiel im Vergleich zum Vorjahresmonat allerdings um etwa 13 %. Im Industriegebiet Stade-Bützfleth an der Elbe sind über 2.300 Menschen in den Betrieben von Dow Deutschland, Aluminium Oxid Stade GmbH, bei Areva, Prokon Nord Energiesysteme und im Kernkraftwerk Stade, das rückgebaut wird, beschäftigt. Im Gewerbegebiet Süd arbeiten über 2.000 Beschäftigte im Airbus-Werk Stade.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

CFK Valley von Airbus

Große Unternehmen[Bearbeiten]

Elbe-Klinikum[Bearbeiten]

Das Elbe-Klinikum von Wiepenkathen aus gesehen

Die Stadt Stade gründete 2001 gemeinsam mit dem Landkreis Stade die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude GmbH. Darin wurden das frühere städtische Krankenhaus Stade und das ehemalige Kreiskrankenhaus Buxtehude vereinigt. Die gemeinsame Bettenzahl erreicht 836, wobei 266 auf Buxtehude und 570 auf Stade entfallen. Das Krankenhaus ist Mitglied des Elbe-Heide-Krankenhausverbundes, der mehrere Kliniken im südlichen Hamburger Umland umfasst.

Kernkraftwerk[Bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Stade (KKS) wurde 1972 in Betrieb genommen. Ab 1984 wurde hier erstmals von einem Kernkraftwerk in Deutschland Fernwärme an eine benachbarte Salinenanlage abgegeben. Die Saline wurde im Juni 2003 geschlossen, was vermutlich mit der Schließung des Kernkraftwerks zusammenhängt. Die Abschaltung erfolgte durch die Betreibergesellschaft aus wirtschaftlichen Gründen am 14. November 2003. Die elektrische Nettoleistung betrug vor der Stilllegung 630 Megawatt. Das Kraftwerk befindet sich zurzeit im Rückbau, der Ende 2015 abgeschlossen sein soll[21].

Kraftwerke[Bearbeiten]

Früher befand sich in der Nähe von Stade noch das Kraftwerk Schilling, ein ölbefeuertes Wärmekraftwerk. Zurzeit gibt es sowohl von E.ON als auch von Dow Chemical Planungen, jeweils ein Kohlekraftwerk an der Elbe zu errichten. Die Firma GDF Suez (ehemals Elektrabel) hat ihre Planungen zu einem Kohlekraftwerk wegen Schallrahmenüberschreitungen und diversen anderen Umweltkriterien im Jahr 2010 eingestellt.

Bildung[Bearbeiten]

Innerhalb der Stadt gibt es zwei allgemeinbildende Gymnasien, das Athenaeum und das Vincent-Lübeck-Gymnasium, sowie vier Berufliche Gymnasien (Fachrichtungen: Informationstechnik, Ökotrophologie, Sozialpädagogik und Wirtschaft). Neben zwei Realschulen, der Realschule Camper Höhe und der Realschule Hohenwedel, verfügt Stade über zahlreiche Grund- und Hauptschulen, mehrere Sonderschulen sowie eine Waldorfschule und eine Volkshochschule.

Das berufsbildende Schulwesen ist mit drei Schulen vertreten: BBS I – Jobelmann-Schule (gewerbliche, technische und pädagogische Fachrichtungen), BBS II – Handelslehranstalt (kaufmännische Fachrichtungen) und BBS III (landwirtschaftlich-gärtnerische und hauswirtschaftliche Fachrichtungen).

Zum Teil überregionale Bedeutung haben die in Stade ansässigen Studien- bzw. Ausbildungsseminare sämtlicher Lehrämter, denen das Carl-Diercke-Haus zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben zur Verfügung steht.

Seit 2006 ist Stade ein Standort der Privaten Fachhochschule Göttingen-Stade[22]. Hier können erstmals in Europa Bachelor- und Master-Abschlüsse in der Fachrichtung Verbundwerkstoffe/Composites erworben werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Kreisel in der Kehdinger Vorstadt in Stade
Hansestraße in Richtung Norden

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Zurzeit ist Stade vor allem durch die Bundesstraße 73, Bundesstraße 74 und die A 26 an das Fernverkehrsnetz angebunden. Letztere wurde am 21. Oktober 2008 für den Straßenverkehr freigegeben, endet zunächst aber nach 15 km in Horneburg. Durch den Ausbau der Küstenautobahn A 20 bzw. A 22 sollen weiter große Unternehmen an den Industriestandort Stade gelockt sowie die Unfallzahlen mit überdurchschnittlich hohen Verkehrstoten gesenkt werden. Im Jahr 2006 (bis 30. November) starben im Landkreis allein durch Verkehrsunfälle 34 Personen. Besonders die B 73 gilt neben der B 12 bei Passau als eine der gefährlichsten Straßen in Deutschland.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Stade liegt an der Eisenbahnstrecke Hamburg-Harburg–Buxtehude–Cuxhaven (Niederelbebahn), die werktags tagsüber stündlich von Zügen der metronom Eisenbahngesellschaft bedient wird. Diese entsprechen dem Regionalexpress der DB und verkehren mit Dieselloks und Doppelstockwagen (Farbgebung: Blau/Gelb).

Der Regionalbahnverkehr zwischen Stade und Hamburg (mit Halt an allen Stationen) wird seit 2007 von S-Bahn-Zügen der Hamburger S-Bahn-Linie S 3 bedient. Es handelt sich um spezielle Zwei-System-Triebwagen, die zwischen Stade und Hamburg-Neugraben mit Wechselstrom aus der Oberleitung, ab Neugraben mit Gleichstrom aus einer Stromschiene verkehren. Die Züge werden auf Hamburger Seite bis Pinneberg durchgebunden. Die S-Bahn-Züge verkehren tagsüber stündlich, im Berufsverkehr teilweise im 20-Minuten-Takt. Häufig bemängelt werden die oftmals überfüllten und verspäteten Züge zwischen Stade und Neugraben in den nachfragestarken Zeiten, sowie die Tatsache, dass in den Nächten am Wochenende keine Zugverbindung nach Hamburg besteht.

Linie Verlauf
Hamburg S3.svg Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook (City Süd) – Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade

Die Strecke Stade–Bremerhaven wird seit den 1990er Jahren bis Hesedorf im Personenverkehr nicht mehr bedient. Heute verkehrt hier am Wochenende der „Moorexpress“, ein aus Uerdinger Schienenbussen der 1960er Jahre gebildeter Ausflugszug nach Bremen.

Die meterspurige Kehdinger Kreisbahn über Freiburg/Elbe nach Itzwörden wurde abschnittsweise bis 1936 stillgelegt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Der Linienverkehr mit Omnibusen wird weitgehend von der KVG Stade nach Bestellung durch den Landkreis Stade innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes betrieben. Das Stadtnetz besteht montags bis freitags tagsüber aus sieben Linien, die als Radialverkehre angelegt sind und am Bahnhof oder Pferdemarkt beginnen. Die Taktfolge liegt zwischen 15 und 60 Minuten. Abends besteht eine Ringlinie. Sonntags verkehren zwei Linien.

Überlandlinien bestehen in zahlreiche Orte des Kreises, die wichtigsten führen nach Freiburg und Jork.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Stade verfügt über einen kleinen Flugplatz. Dieser ist im Stadtteil Ottenbeck zu finden. Dort können Privatleute z.B. mit ihren Segelflugzeugen starten, da der kleine Flughafen über eine Schleppvorrichtung für Segelflugzeuge verfügt. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Hamburg.

Hafen[Bearbeiten]

Im Stader Stadtteil Bützfleth liegt an der Unterelbe der Seehafen Stade. Der Hafen ist 60 Seemeilen von der Nordsee entfernt. Es können Schiffe mit einer Länge von bis zu 270 m und 14 m Tiefgang abgefertigt werden, der Tidenhub beträgt 3,1 m. Hier wird vor allem der Umschlag für das Aluminium- und das Chemiewerk abgewickelt, die beide auch einzelne Kais im Hafen betreiben. Seit 2009 wurden in zwei Ausbaustufen umfangreiche Container- und Schüttgut-Kapazitäten geschaffen. Im Jahr 2012 wurden im Seegüterverkehr rund 5,8 Mio. Tonnen umgeschlagen (2011: 5,2 Mio. t)[23].

Fachwerkhäuser am alten Hansehafen
Stadthafen im Winter 2010 mit den Schleusentoren zum Oberlauf der Schwinge im Vordergrund

In der Stadt selbst liegen an der Schwinge drei weitere Häfen. Zum Ersten der mehr als 1000 Jahre alte mittelalterliche Hansehafen. Der historische Hafen ist für seinen pittoresken Charme berühmt und liegt in der Stader Altstadt am Fischmarkt. Seit den 1970er Jahren ist er nicht mehr schiffbar, da er durch das Schwingesiel und eine darüber gebaute Straße vom Unterlauf der Schwinge abgeschnitten ist.

Zum Zweiten wurde 1880 der Stader Stadthafen erbaut, denn die geringe Kapazität des Hansehafens reichte nicht mehr aus. Da der Stadthafen direkt hinter dem Schwingesiel liegt, ist er der Tide ausgesetzt und kann bei Niedrigwasser nicht angelaufen werden. Er wird heute als kleine Marina genutzt und ist insbesondere im Sommer bei Freizeitskippern sehr beliebt.

Zum Dritten liegt direkt neben dem Stader Stadthafen der Stader Holzhafen. Er schließt in südlicher Richtung direkt an den Stadthafen an, ist und von diesem durch eine Schleuse abgetrennt und erstreckt sich von dort bis zur Fußgängerbrücke an der Güldensternbastion. Historisch ist er aus einem Teil des Burggrabens hervorgegangen, mit dem er eine Einheit bildet und über den er bis heute mit dem alten Hansehafen verbunden ist. Seinen Namen verdankt der Holzhafen der Nutzung als Lagerplatz der ehemaligen Sägerei Hagenah Borcholte. Die Wassertiefe liegt bei etwa zwei Metern. Lange Jahre wurde der Holzhafen vom Stader Seglerverein als Liegeplatz und Winterlager genutzt, heute beheimatet er einige Hausboote und eine Bootsvermietung.

Behörden und Gerichte[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Printmedien[Bearbeiten]

Verlagsgebäude des Stader Tageblatts in der Glückstädter Straße

In Stade und dem Landkreis erscheint das Stader Tageblatt als Tageszeitung. Die Zeitung hat Lokal- und Sportredaktionen in Stade und Buxtehude. Als Anzeigenpublikation ist das Stader Wochenblatt auf dem Markt.

Öffentliche Finanzen[Bearbeiten]

Die Neuverschuldung der Stadt Stade wird sich für das Jahr 2009 auf etwa 8,8 Millionen Euro belaufen. 2010 beträgt das Haushaltsminus nach derzeitigen Plänen 8,2 Millionen Euro.[24]

Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Feuerwehr der Hansestadt Stade besteht aus den Ortsfeuerwehren Bützfleth (und der Löschgruppe Bützflether Moor), Hagen, Wiepenkathen und Stade. Die Ortsfeuerwehr Stade, bestehend aus zwei Zügen (Zug 1 im Bereich der Altstadt und Zug 2 im Bereich des Ortsteiles Campe) feierte im Jahr 2010 ihr 150-jähriges Bestehen. In den Ortsfeuerwehren sind zurzeit über 500 Mitglieder aktiv, alleine etwa 130 davon in den vier Jugendfeuerwehren.[25]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • seit 1864: Gottlieb Wilhelm Freudentheil, Bürgerworthalter und Abgeordneter
  • seit 1884: Andreas Leon Carl von Müller, Landgerichtspräsident
  • seit 1892: Carl Ludwig Neubourg, Bürgermeister
  • seit 1908: Heinrich Holtermann, Kaufmann, Senator, Abgeordneter
  • seit 1961: Ludwig Jürgens, Bürgermeister, Politiker (SPD)
  • seit 1964: Hans Wohltmann, Direktor des Athenaeums, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins
  • seit 2001: Heinz Dabelow, Politiker (SPD), Bürgermeister
  • seit 2003: Horst Eylmann, Politiker (CDU), MdB

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Böcker, Peter Golon: Die Orgel-Stadt Stade. Weltberühmte Orgeln und 600 Jahre Orgelbau. Buch mit CD. Orgelakademie, Stade 2004, ISBN 3-931879-30-5.
  • Jürgen Bohmbach (Redaktion): Stade. Von den Siedlungsanfängen bis zur Gegenwart. Stadt Stade, Stade 1994.
  • Jürgen Bohmbach (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Stade. Lax, Hildesheim 1981, ISBN 3-7848-3013-7.
  • Carl-Wilhelm Clasen, Oskar Kiecker, Gottfried Kiesow: Die Kunstdenkmale der Stadt Stade. 1960.
  • Fritz Dressler, Manfred Sack: Stade. Ellert und Richter, Hamburg 2004, ISBN 3-8319-0128-7. (Bildband)
  • Wilhelm Heinrich Jobelmann, W. Wittepenning: Versuch einer Geschichte der Stadt Stade. 3 Hefte. Pockwitz, Stade 1869–1874 (Neubearbeitung von Max von Bahrfeldt: Geschichte der Stadt Stade. Pockwitz, Stade 1897).
  • Stefan Kroll: Stadtgesellschaft und Krieg. Sozialstruktur, Bevölkerung und Wirtschaft in Stralsund und Stade 1700 bis 1715 (= Göttinger Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 18). Schwartz, Göttingen 1997, ISBN 3-509-01708-0.
  • Friedrich Adolf Schröder: Stadt im Strom der Zeit. Das tausendjährige Stade. Stade 1993, ISBN 3-921942-08-X.
  • Hans Wohltmann: Die Geschichte der Stadt Stade an der Niederelbe. 3. Auflage. Stader Geschichts- und Heimatverein, Stade 1956.
  • Oliver Falkenberg, Linda Sundmaeker: Stade & Das Alte Land. Edition Temmen, Bremen 2007, ISBN 978-3-86108-958-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Stade – Reiseführer
 Wikinews: Stade – in den Nachrichten
 Wikisource: Stade – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Klimadaten (ZIP; 352 kB). Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Abgerufen am 14. Februar 2011
  3. Cronecken der Sassen, Seite 19.
  4. Duden, Etymologie der deutschen Sprache, Stichwort "Gestade", S. 237.
  5. Die Schwedenschanze – eine archäologische Kostbarkeit des frühen Mittelalters. Abgerufen am 19. Juni 2011
  6. Uferrandbefestigung und Schiffselemente. Neue Erkenntnisse zur frühmittelalterlichen Burg von Groß Thun (Stadt Stade. Abgerufen am 19. Juni 2011.)
  7. Wikingerüberfall auf Stethu in Annales, chronica et historiae aevi Saxonici von Thietmar von Merseburg: 1000-jährige Stadt Stade. Tourismusseiten der Stadt Stade. Abgerufen am 14. Februar 2011
  8. Städtebund Die Hanse
  9. Richard Graewe: Die zweihundertjährige Geschichte der Elb-Zoll-Fregatte zu Brunshausen und ihrer Kommandanten 1650–1850. Selbstverlag des Stader Geschichts- und Heimatvereins, Stade 1963
  10. Siehe zu den Machtverhältnissen bis 1719 die Karte unter Datei:Ortus-imperii-suecorum.png
  11. „Lüneburg darf sich Hansestadt nennen“
  12. „Stade ist jetzt Hansestadt“
  13. Siehe die beiden WP-Artikel Rüstungskonversion und Konversion (Stadtplanung)
  14.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 246.
  15. 1 mit NW (keine andere Statistik vorhanden)
    Tiefstwert Höchstwert
  16. Website Stade
  17. Website Stade
  18. Wohltmann: Geschichte der Stadt Stade. 1943, S. 19.
  19. Alpers: Stader Bilderbogen. S. 14.
  20. Technisches Denkmal Stader Hafenkran von 1927
  21. Stilllegung und Rückbau des Kernkraftswerkes Stade auf www.eon-kernkraft.com
  22. Private University of Applied Sciences
  23. Unterschiedliche Entwicklung der Umschlagzahlen. Bilanz 2012. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2013, S. 16/18, Seehafen-Verlag, Hamburg 2013, ISSN 0938-1643
  24. Hamburger Abendblatt vom 22. September 2009
  25. siehe Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Stade.
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