Brunsbüttel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brunsbüttel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Brunsbüttel
Brunsbüttel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Brunsbüttel hervorgehoben
53.8963888888899.13861111111114Koordinaten: 53° 54′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 65,24 km²
Einwohner: 12.721 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25541
Vorwahlen: 04851, 04852, 04855
Kfz-Kennzeichen: HEI
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 011
Adresse der
Stadtverwaltung:
Koogstr. 61-63
25541 Brunsbüttel
Webpräsenz: www.brunsbuettel.de
Bürgermeister: Stefan Mohrdieck (parteilos)
Lage der Stadt Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen
Karte

Brunsbüttel [ˈbrʊnsbʏtl] (niederdeutsch: Bruunsbüddel) ist eine Industrie- und Hafenstadt im Kreis Dithmarschen von Schleswig-Holstein. Brunsbüttel liegt an der Mündung der Elbe in die Nordsee und besitzt den bedeutendsten Seehafen an der Westküste des nördlichsten Bundeslandes. Die Stadt ist vor allem bekannt durch das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk und die Schleusenanlagen des Nord-Ostsee-Kanals, der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt.

Im Jahr 1948 erhielt Brunsbüttelkoog das Stadtrecht. Brunsbüttel steht nach der Vereinigung mit Brunsbüttelkoog und weiteren Gemeinden im Jahr 1970 heute flächenmäßig hinter Lübeck, Fehmarn, Kiel und Neumünster auf Platz fünf der Städte Schleswig-Holsteins.

Geografie[Bearbeiten]

Von der Elbe durch die Schleusen in den Nord-Ostsee-Kanal

Brunsbüttel liegt auf der eingedeichten Flussmarsch der Elbe. Das Stadtgebiet hat keine natürlichen Erhebungen und befindet sich nur wenig über dem mittleren Meeresspiegel. Durch den Aushub des Nord-Ostsee-Kanals (1887–1895) und später beim Bau der neuen Schleusen (1908–1914) entstanden mehrere Erdhügel (Wurten), auf denen sich heute die höherliegenden Stadtteile befinden. Brunsbüttel ist von mehreren, teils wirtschaftlich bedeutenden Wassersystemen umgeben und durchzogen.

Elbe[Bearbeiten]

Brunsbüttel liegt etwa in Höhe von Elbe-Stromkilometer 695. Die Elbe (Unterelbe/Niederelbe) bildet hier den Mündungstrichter beim Übergang in die Helgoländer Bucht/Deutsche Bucht der Nordsee und ist im Bereich Brunsbüttel ca. 3 km breit. Die Gezeiten führen hier zu einem Tidenhub von ca. 2,5 bis 3 m.

Nord-Ostsee-Kanal[Bearbeiten]

Der 1895 eingeweihte Nord-Ostsee-Kanal beginnt in Brunsbüttel (Kanal-km 0) und mündet nach ca. 99 km bei Kiel in die Ostsee. Er teilt die Stadt in einen östlichen (genannt Brunsbüttel-Süd) und einen westlichen Teil (genannt Brunsbüttel-Nord).

Braake[Bearbeiten]

Braake, Blick nach Norden

Die Braake ist durch den Bruch des Elbdeiches bei der Weihnachtsflut 1717 entstanden. Braake bedeutet niederdeutsch Bruch oder gebrochen. Sie dient heute als Vorfluter zur Sammlung und Ableitung von Oberflächenwasser und wird durch ein Schöpfwerk in die Elbe entwässert. Die Braake nimmt im Brunsbütteler Stadtgebiet weitere Entwässerungssysteme auf (Sprante, Helser – Kattrepeler Fleet) und erreicht hier eine Breite von ca. 40 m. Sie wird vom örtlichen Angelverein genutzt und wurde in jüngster Vergangenheit für die Freizeitgestaltung erschlossen: Tretbootverleih, Betrieb von Schiffsmodellen, Bürgerpark.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Folgende Ortsteile gehören zur Stadt Brunsbüttel:

  • Brunsbüttel
  • Brunsbüttel-Ort
  • Brunsbüttel-Süd
  • Blangenmoor-Lehe
  • Mühlenstraßen
  • Ohlen
  • Osterbelmhusen
  • Ostermoor
  • Triangel
  • Westerbelmhusen
  • Westerbüttel

Nachbarstädte und größere Nachbarorte[Bearbeiten]

Marne
10 km
Heide, Husum
33 km, 65 km
Burg, Kiel
13 km, 80 km
Cuxhaven
29 km
Nachbargemeinden Wilster, Itzehoe, Lübeck
15 km, 24 km, 101 km
Bremerhaven
53 km
Hemmoor, Bremen
23 km, 95 km
Glückstadt, Hamburg
22 km, 68 km

Alle Angaben als Luftlinienentfernung.

Geschichte[Bearbeiten]

Brunsbüttel um 1895
Matthias-Boie-Haus / Ähren- und Flechtverbund

Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich in einer Urkunde vom 14. Juli 1286. Darin gelobten die Bürger von Brunsbüttel ihrem Lehnsherrn, dem Erzbischof von Bremen Giselbert von Brunkhorst, Hamburger Kaufleute nicht mehr zu berauben, d. h. dem Strandraub nicht mehr nachzugehen. Die elbnahe Lage brachte dem Ort zunächst kein Glück. Nach ständigen Landverlusten wurde Brunsbüttel im 17. Jahrhundert landeinwärts verlegt. 1654 wurde mit dem Friedhof begonnen; 1679 konnte der erste Gottesdienst in der neuen Jakobuskirche abgehalten werden. Die Weihnachtsflut 1717 brach östlich der Ortschaft tief in das Hinterland ein. Alle Bemühungen, den Deich zu schließen, führten nach etlichen Misserfolgen 1721 mit einem Umgehungsdeich erst zu einer langjährigen Ausdeichung und 1762 schließlich zum Deichschluss an der Bruchstelle. Der dadurch entstandene Brunsbüttel-Eddelaker-Koog erhielt 1772 die politische Selbstständigkeit durch den dänischen König Christian VII. 1907 erfolgte die Umbenennung des Brunsbüttel-Eddelaker-Koogs in Brunsbüttelkoog, das im Jahre 1948 Stadtrecht erhielt. Am 1. Januar 1970 entstand aus Brunsbüttelkoog und den Gemeinden Brunsbüttel, Mühlenstraßen, Ostermoor, Osterbelmhusen, Westerbelmhusen (des früheren Kirchspiels Brunsbüttel) und Westerbüttel (des früheren Kirchspiels Eddelak) die Stadt Brunsbüttel. Zwei Jahre später wurde die Gemeinde Blangenmoor-Lehe (des früheren Kirchspiels Eddelak) eingemeindet sowie eine etwa 80 ha große Fläche aus der Steinburger Nachbargemeinde Büttel, auf der ein Kernkraftwerk errichtet wurde.

Während des Ersten Weltkriegs war die I. U-Boot-Flottille in Brunsbüttelkoog stationiert[2].

Infolge des Kieler Matrosenaufstandes bildete sich am 5. November 1918, ähnlich wie in Hamburg, Lübeck und Cuxhaven ein Arbeiter- und Soldatenrat in Brunsbüttelkoog[3]. Damit gehörte die Stadt zu den Orten, in denen die Novemberrevolution ihren Ausgang nahm.

In der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 überfielen Nazis den jüdischen Geschäftsmann Franz Samter und dessen Sohn Walter. Beide wurden in Schutzhaft genommen.[4] Am 6. April 1945 erreichte gegen 20 Uhr ein Zug mit über 2000 KZ-Häftlingen den Brunsbütteler Bahnhof. Die Wachmannschaft ließ die Waggons trotz katastrophaler hygienischer Zustände bis zum nächsten Morgen verschlossen stehen. In der Nacht tobten und schrien die Häftlinge vor Verzweiflung. Mindestens drei Menschen wurden von den Wachleuten erschossen. Erst gegen Mittag des 7. April 1945 wurde Verpflegung ausgegeben und die Waggons notdürftig gereinigt. Gegen 14 Uhr fuhr der Zug ab.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Brunsbüttel aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch ihr Hauptort Brunsbüttel.[6]

Am 1. Januar 1970 wurden die Stadt Brunsbüttelkoog und die bis dahin selbstständigen Gemeinden Brunsbüttel, Mühlenstraßen, Osterbelmhusen, Ostermoor, Westerbelmhusen und Westerbüttel zur neuen Stadt Brunsbüttel zusammengeschlossen.[7] Am 1. Januar 1972 kam Blangenmoor-Lehe hinzu.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Datum heutige
Gemeinde
Brunsbüttel
damalige
Gemeinde
Brunsbüttel
Brunsbüttel-
koog
03.12.1867 3.180 1099 849
01.12.1880 3.000 1061 787
01.12.1890 3.955 1176 1585
01.12.1900 5.950 1291 3513
01.12.1910 8.530 1461 5684
08.10.1919 7.850 1377 5039
17.05.1939 8.051 1457 5425
13.09.1950 14.407 2681 9805
06.06.1961 11.997 2043 8634
27.05.1970 12.225

Politik[Bearbeiten]

Rathaus in Brunsbüttel

Ratsversammlung[Bearbeiten]

Von den 23 Sitzen in der Gemeindevertretung haben die SPD seit der Kommunalwahl 2013 neun Sitze, die CDU acht, die FDP drei, die Grünen zwei und die WGP einen Sitz. (Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2013).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein schräglinker silberner Wellenbalken, den, schräglinks gekreuzt, ein Anker mit Ring und ein Spaten in verwechselten Farben überdecken.“[9]

Das Wappen wurde 1951 für Brunsbüttelkoog genehmigt und nach der Gründung von Brunsbüttel übernommen. Der Anker symbolisiert den maritimen Charakter und die lange Seefahrertradition der Stadt. Die Wellenlinie und der Spaten stehen für den Bau des Nord-Ostsee-Kanals. Das in der Stadtfahne verwendete Motiv wurde vom Kunsterzieher Wilhelm Horst Lippert entworfen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schleusenmuseum Atrium

Theater und Museen[Bearbeiten]

Brunsbüttel ist alljährlicher Spielort des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Aufführungsort für Theater und Musikveranstaltungen ist das Kultur- und Tagungszentrum Elbeforum, in dem sich die Stadtgalerie Brunsbüttel, ein Museum für zeitgenössische Kunst mit vier bis fünf wechselnden Ausstellungen jährlich, befindet. Weitere Galerien sind

Wattolümpiade

In der Liste der Kulturdenkmale in Brunsbüttel stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Tourismus[Bearbeiten]

Größter Anziehungspunkt Brunsbüttels ist die Lage an der Unterelbe und dem Nord-Ostsee-Kanal, der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Insbesondere die Kanalschleusen sind nicht nur für Schiffs- und Technikinteressierte sehenswert. Im angegliederten Museum befinden sich viele Schautafeln zur Entstehungsgeschichte des Nord-Ostsee-Kanals, Modelle und historische Exponate, wie das kaiserliche Prunkgeschirr zur symbolischen Grundsteinlegung und alte Helmtaucher-Ausrüstungen.

Darüber hinaus gibt es einen historischen Ortskern (Brunsbüttel-Ort) mit der Jakobuskirche (1677, 1726 nach Blitzeinschlag neu errichtet), dem Heimatmuseum und dem Matthias-Boie-Haus (1779), das als eines der schönsten Fachwerkhäuser in Dithmarschen gilt. In der Nähe des Kanals entstand um 1900 das Beamtenviertel für die Mitarbeiter der kaiserlichen Kanalverwaltung nach dem Vorbild englischer Gartenstädte. Der 1911 erbaute Wasserturm an der Ostermoorer Straße ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Das Brunsbütteler Freibad liegt auf dem Deich am Einfahrtsbereich der neuen Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals. Die Liegewiese befindet sich auf der äußeren Deichböschung und bietet einen Blick auf den Schiffsverkehr. In jüngster Vergangenheit ist das Hallenbad LUV aufwändig modernisiert worden und beherbergt auf seinem Gelände ein Hüttendorf für Gruppen- und Einzelreisende. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde ein Minigolfplatz neu angelegt. Ein Stellplatz mit Entsorgungsstation für Wohnmobile runden das Angebot an der Straße Am Freizeitbad ab.

Seit 2004 findet jährlich die Wattolümpiade, ein teils sportlicher, teils spaßiger Wettkampf im Schlickwatt der Elbe statt, an dem sich Teams aus ganz Deutschland beteiligen. Sie wurde von einigen engagierten Bürgern als Benefizveranstaltung für die Deutsche Krebsgesellschaft ins Leben gerufen. Am Vortag findet jeweils das Wattstock-Festival statt. 2005 wurde den Organisatoren der Deutsche Tourismuspreis für innovative Tourismusprojekte verliehen. Der Begriff ist eine Erfindung des Künstlers Hein Hoop.

Brunsbüttel liegt an der im Mai 2004 eröffneten Deutsche Fährstraße. Weitere Ferienrouten, die durch Brunsbüttel führen, sind die Grüne Küstenstraße und der Nordseeküsten-Radweg.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Zum Gedenken an die Opfer beider Weltkriege wurden an mehreren Stellen im Stadtgebiet Mahnmale errichtet, an denen alljährlich am Volkstrauertag durch Abordnungen von politischen und gesellschaftlichen Gruppen eine Kranzniederlegung stattfindet. An der Jakobus-Kirche befindet sich zusätzlich ein Gedenkstein für die Opfer des deutsch-französischen Krieges (1870/71).

Gedenkstein zur Wiederherstellung des Deiches im Jahre 1762, nachdem dieser durch die Weihnachtssturmflut des Jahres 1717 zerstört wurde. Inschrift in niederdeutsch: HIER WOR / DE KOOG SLOTEN / 11.7.1762 (Hier wurde der Koog geschlossen).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals von der Seeseite aus
Schleuseneinfahrt Mole 2 elbseitig

Die Brunsbütteler Wirtschaft ist durch die Seefahrt und den Handel geprägt. Herausragendes Datum war die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal) im Jahre 1895. Prägend für die Wirtschaft Brunsbüttels waren die Lotsenbrüderschaften. Lotsen und Kanalsteurer begleiten die Schiffe auf der Unterelbe von Brunsbüttel bis Hamburg und auf dem Nord-Ostsee-Kanal von Brunsbüttel bis Kiel. In Brunsbüttel wird auch die Verkehrslenkung auf Elbe und Nord-Ostsee-Kanal durchgeführt.

Seit 1962 haben sich in Brunsbüttel mehrere Chemiewerke angesiedelt. Seitdem ist die Wirtschaft überwiegend durch die chemische Industrie geprägt. In Brunsbüttel enden auch die Pipelines von der Landstation Dieksand in Friedrichskoog (Ölfördergebiet Mittelplate) und von der Ölraffinerie in Heide. Von 1970 bis 1977 wurde das Kernkraftwerk Brunsbüttel errichtet. Es ging 2007 außer Betrieb und ist nach Verlust der Betriebserlaubnis im August 2011 dauerhaft stillgelegt.

Das Westküstenklinikum Brunsbüttel stellt die medizinische Grundversorgung für den südlichen Teil Dithmarschens sicher.

Im Sommer 2004 wurde das erste Exemplar der damals größten Windenergieanlage der Welt, der „REpower 5M“, mit einer Nennleistung von 5 Megawatt und einer Gesamthöhe von 183 Metern in Brunsbüttel errichtet.

Häfen in Brunsbüttel[Bearbeiten]

Brunsbüttel hat verschiedene Häfen. An der Elbe liegen der Tiefwasserhafen Elbehafen und der nur bei Hochwasser befahrbare „Seglerhafen“ für die einheimischen Sportboote. Mehrere Häfen liegen am Nord-Ostsee-Kanal, der Ölhafen und der Hafen Ostermoor sowie die Liegeplätze im „Yachthafen“ für die vorbeifahrenden Sportboote.[10]

Wichtigster Punkt der Brunsbütteler Infrastruktur ist der Tidehafen Elbehafen. Der Seehafen ist der bedeutendste Nordseehafen in Schleswig-Holstein. Aufgrund seiner breiten Aufstellung als Universalhafen werden im Elbehafen viele Güterarten wie Flüssiggut, Massengut und Stückgut sowie Projektladungen umgeschlagen. Die Betreibergesellschaft Brunsbüttel Ports hat im Jahr 2012 in den Häfen Elbehafen, Ölhafen und Hafen Ostermoor zusammen knapp 11,5 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen, das entspricht einer Steigerung um über 10 % gegenüber 2011.[11]

Auf der Funkfrequenz 156.425 MHz ist „Brunsbüttel Elbe Traffic“ (die Verkehrsüberwachung der Elbemündung von der Schleuseninsel aus) zu hören. Der Funkverkehr der Schleusen wird auf Kanal 13 (156.650 MHz) abgewickelt.

Der Hafen Brunsbüttel ist an der Hafen-Kooperation Offshore-Häfen Nordsee SH beteiligt.

Im Schleusenvorhafen ist das Seenotrettungsboot Gillis Gullbransson der DGzRS stationiert.

Verkehr[Bearbeiten]

Alte Schleusen elbseitig, Leuchttürme Brunsbüttel, Mole 1 (Schwarz), Mole 2 (Rot)
Schleuseneinfahrt elbseitig

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Brunsbüttel liegt an zwei großen Schifffahrtsrouten. Der gesamte Schiffsverkehr der Unterelbe zwischen Hamburg und der Nordsee sowie zwischen Hamburg und der Ostsee über Elbe und Nord-Ostsee-Kanal passiert Brunsbüttel. Sportboote können Brunsbüttel von der Ostsee über den Nord-Ostsee-Kanal, von Hamburg über die Elbe und von der Nordsee anfahren und den Hafen an den Schleusen im Nord-Ostsee-Kanal anlaufen.

Als Navigationspunkte für den Schiffsverkehr auf der Elbe und für die Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal befinden sich mehrere Leuchttürme auf dem Brunsbütteler Stadtgebiet. Zwei Leuchttürme als Richtfeuer für die Fahrt auf der Unterelbe von Cuxhaven in Richtung Brunsbüttel befinden sich auf der Schleuseninsel (Unterfeuer53.8894166666679.142325, Höhe 23,5 m) und im Ortsteil Brunsbüttel-Süd (Oberfeuer53.895459.1648305555556, Höhe 48,6 m). Vier Molenfeuer auf den vier Molen, die die Einfahrt zu den Kanal-Schleusen einfassen, leiten den Schiffsverkehr von der Elbe in die Kanalschleusen. Für den Bau einer fünften Schleusenkammer finden hier zurzeit Bauarbeiten satt, die Molen werden verändert.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Für Kraftfahrzeuge ist die Stadt von Norden und Südosten über die Bundesstraße 5 zu erreichen. Die nächste Autobahn, die A 23, ist 27 km entfernt. Aus dem westlichen Niedersachsen kann Brunsbüttel über die 25 km entfernte Elbfähre Glückstadt–Wischhafen und von dort über die Bundesstraße 431 und Kreisstraßen erreicht werden.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

DB Schienenbus Baureihe 798 im Bahnhof Brunsbüttel Süd 1986

Der Bahnhof St. Michaelisdonn der Eisenbahnlinie Hamburg–Westerland ist 12 km entfernt. Zum Bahnhof von Glückstadt besteht eine regelmäßige Linienbusverbindung. Zwei Schienenverbindungen von Brunsbüttel nach St. Michaelisdonn und nach Wilster dienen heute ausschließlich dem Güterverkehr. Den Personenverkehr auf der Bahnstrecke Wilster–Brunsbüttel stellte die Deutschen Bundesbahn zum 27. Mai 1988 ein. Das Bahnhofsgebäude und auch die Gleisanlagen des ehemaligen Personenbahnhofs nutzt sie weiterhin.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der Verkehrslandeplatz 53.9783333333339.143333333333338 St. Michaelisdonn des Dithmarscher Luftsportvereins steht sowohl dem privaten als auch dem gewerblichen Luftverkehr zur Verfügung.

Sonstiger Verkehr[Bearbeiten]

Fähre „Breslau“ über den Nord-Ostsee-Kanal

Per Fahrrad ist Brunsbüttel unter anderem über den Elberadweg, der hier mit dem Nordseeküsten-Radweg zusammenfällt, und entlang des Nord-Ostsee-Kanals zu erreichen.

Innerorts verbinden zwei regelmäßige, kostenfreie Autofähren über den Nord-Ostsee-Kanal das westliche mit dem östlichen Stadtgebiet.

Eine private Personenfähre nach Cuxhaven verkehrt an zwei Tagen in der Woche während des Sommers. Die regelmäßige Autofährverbindung über die Elbe nach Cuxhaven wurde 2001 eingestellt.

Luftmessung[Bearbeiten]

Luftmessstation Cuxhavener Straße, im Hintergrund ein Werk von Diethelm Koch

Brunsbüttel ist Standort[12] einer automatischen Messstation zur Überwachung der Luft auf Schadstoffe, wie Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub gemäß Luftüberwachungsauftrag im Bundes-Immissionsschutzgesetz. Die Messwerte der Luftmessstation DESH035 in der Cuxhavener Straße können über die Webpräsenz des Landes Schleswig-Holstein abgerufen werden[13].

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

DVB-T Sendeturm Brunsbüttel

Medien[Bearbeiten]

Lokale Tageszeitung ist die als Brunsbütteler Zeitung herausgegebene und mit einem erhöhten Anteil an lokalen Berichten erscheinende Dithmarscher Landeszeitung.

Brunsbüttel ist Standort eines Sendeturms für DVB-T, der 2009 errichtet wurde. Der Fernsehsenderstandort Brunsbüttel hatte keinen analogen Vorgänger.

Bildung und Kinderbetreuung[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Boy-Lornsen-Grundschule (Schulstraße 2–4), ehemals Grundschule Nord
  • Grundschule West (Sackstraße 14)

Hauptschulen[Bearbeiten]

  • Hauptschule Brunsbüttel (Bojestraße 30) (vormals Kopernikusstraße 1)

Die Hauptschule läuft aufgrund der Schulreform in Schleswig-Holstein aus. Es werden keine neuen Schüler eingeschult.

Regionalschulen[Bearbeiten]

  • Regionalschule Brunsbüttel (ehemals Boje-Realschule) (Bojestraße 30)

Gymnasien[Bearbeiten]

  • Gymnasium Brunsbüttel (Bildungszentrum) (Kopernikusstraße 1)

Förderschulen[Bearbeiten]

  • Pestalozzischule Brunsbüttel (Förderzentrum Dithmarschen-Süd) (Geschwister-Scholl-Weg 2)

Berufsschulen[Bearbeiten]

  • Außenstelle des Berufsbildungszentrum (BBZ) Dithmarschen (Festgestraße 11)

Kinderbetreuung[Bearbeiten]

  • Evangelischer Kindergarten Paulus Süd (im Gebäude der ehemaligen Grundschule Süd, Jahnstraße 3)
  • Evangelischer Kindergarten Paulus Nord (Memeler Straße 1a)
  • Evangelischer Kindergarten Jakobus (Süderstraße 5)
  • Evangelische Kindertagesstätte Noahs Arche (Albert-Schweitzer-Straße 2–4)
  • Städtischer Kindergarten Rappelkiste im Mehrgenerationenhaus (Schulstraße 2–4)
  • Städtischer Kindergarten Spatzennest (Am Freizeitbad 1)
  • Städtische Kindertagesstätte Löwenzahn (Töpferstraße 4)
  • Offene Ganztagsbetreuung an der Boy-Lornsen-Grundschule (Schulstraße 2–4)
  • Offene Ganztagsbetreuung an der Förderschule Brunsbüttel (Geschwister-Scholl-Weg 2)

Sonstige Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Volkshochschule Brunsbüttel e.V. (Max-Planck-Straße 9–11)
  • Stadtbücherei (Bildungszentrum) (Kopernikusstraße 1)

Ehemalige Schulen[Bearbeiten]

  • Die Grundschule Süd (Jahnstraße 3) wurde 2008 wegen stark gesunkener Schülerzahlen geschlossen.

Kirchen und kirchliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Pauluskirche
Jakobuskirche
Maria Meeresstern

evangelisch-lutherisch[Bearbeiten]

  • Jakobuskirche (Markt 12)
  • Pauluskirche (Kautzstraße 11)
  • Gemeinschaft in der Landeskirche (Paulus-Gemeindezentrum, Kautzstraße 11)
  • Deutsche Seemannsmission Westküste e.V. (Kanalstraße 8a–10)

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Brunsbüttel unterhält zwei Kirchen: die 1915 geweihte Pauluskirche an der Kautzstraße und die Jakobuskirche im historischen Ortskern am Markt. Letztere wurde zuletzt 1726 geweiht, nachdem sie durch Brände zerstört und neu aufgebaut worden war.

römisch-katholisch[Bearbeiten]

  • Maria Meeresstern (Bojestraße 36)

Die römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Ansgar in Itzehoe unterhält in Brunsbüttel die 1930 geweihte Kapelle Maria Meeresstern in der Bojestraße.

Friedhöfe[Bearbeiten]

  • Paulusfriedhof (Wurtleutetweute 35)
  • Jakobusfriedhof (Deichstraße)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Gustav Meyer war mit dem Ausbau der neuen Schleusen betraut
  • Ernst Tange war von 1981 bis 1999 Bürgermeister der Stadt

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Brunsbüttel verbunden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Lewerenz: Brunsbüttel. Zeitsprünge, Sutton Verlag GmbH, 2004, ISBN 3-89702-713-5.
  • Kai H. Tange (Autor), Soenke Dwenger (Illustrator): Brunsbüttel, boyens-medien-Verlag, 2002, ISBN 3-8042-0674-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brunsbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Brunsbüttel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Andreas Michelsen: Der U-Bootkrieg 1914-1918, v. Hase & Koehler Verlag, Leipzig 1925, S. 48
  3. dtv-Atlas Weltgeschichte, Bd. 2, S. 406, München 2002
  4. Martin Gietzelt: Geschichte Dithmarschens, Heide 2000
  5. Irene Dittrich: Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu den Stätten von Widerstand und Verfolgung, Schleswig-Holstein I, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-88864-046-6
  6.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 250.
  7.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 41.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  9. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  10. Ralf Witthohn: Am Anfang eine Schleuse. In: Deutsche Seeschifffahrt, Heft 1/2011, S. 36–39, Verband Deutscher Reeder, Hamburg 2011, ISSN 0948-9002
  11. Brunsbüttel Ports verzeichnet Rekordumschlag. In: Port of Hamburg Magazine. Ausgabe 1/13, S. 32, Hafen Hamburg Marketing e.V., Hamburg 2013
  12. http://www.env-it.de/stationen/public/station.do?selectedStationcode=DESH035
  13. http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/ImmissionKlima/02_Luftqualitaet/11_Stationen/BrunsbuettelCuxhavenerStr.html