Estádio do Maracanã

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Estádio Jornalista Mário Filho
Estádio Municipal do Maracanã
Maracanã
Maracana internal view april 2013.jpg
Innenansicht nach dem Umbau
Daten
Ort BrasilienBrasilien Rio de Janeiro, Brasilien
Koordinaten 22° 54′ 43,8″ S, 43° 13′ 48,7″ W-22.912155555556-43.230186111111Koordinaten: 22° 54′ 43,8″ S, 43° 13′ 48,7″ W
Eigentümer Bundesstaat Rio de Janeiro
Betreiber SUDERJ
Baubeginn 2. August 1948
Eröffnung 16. Juni 1950
Erstes Spiel Auswahl Carioca – Auswahl Paulista 1:3
Renovierungen 1999–2000; 2005–2007; 2010–2013
Oberfläche Naturrasen
Architekt Raphael Galvão
Pedro Bastos
Orlando Azevedo
Antônio Dias Carneiro
Kapazität 78.838 nach Umbau[1]
Kapazität (internat.) 76.935 nach Umbau[2]
Spielfläche 110 × 75 m
Verein(e)

'

Veranstaltungen

Das Estádio Municipal do Maracanã (portugiesisch für Städtisches Stadion von Maracanã, kurz Maracanã-Stadion oder nur Maracanã), offiziell Estádio Jornalista Mário Filho, ist ein Fußballstadion in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro. Bei seiner Fertigstellung 1950 war es mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200.000 Zuschauern das größte der Welt. Nach zahlreichen Modernisierungen liegt die Kapazität heute bei 78.838 Zuschauern, es zählt jedoch noch immer zu den größten Fußballstadien der Welt. Das Stadion wird auch für zahlreiche andere Großveranstaltungen, wie Konzerte oder den Besuch des Papstes, genutzt.

Das Maracanã liegt im Complexo Esportivo do Maracanã (port. für Sportkomplex von Maracanã), zu dem auch die Mehrzweckhalle Maracanãzinho und das Schwimmstadion Parque Aquático Júlio Delamare gehören.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wird das Stadion Austragungsort verschiedener Spiele und auch des Finales sein. Seit August 2010 wird es für einen Betrag von umgerechnet 316 Millionen Euro modernisiert.[3] Es ist zudem als ein Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2016 und die Sommer-Paralympics 2016 vorgesehen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Maracanã: Größte Zuschauerzahlen - Fußball
1. 16.07.50 199.854 WM Brasilien - Uruguay 1:2¹
2. 21.03.54 195.513 WMQ Brasilien - Paraguay 4:1²
3. 15.12.63 194.603 SRJ Fluminense FC - CR Flamengo 0:0³
4. 31.08.69 183.341 WMQ Brasilien - Paraguay 1:0
5. 04.04.76 174.770 SRJ CR Flamengo - CR Vasco da Gama 1:1
6. 15.06.69 171.599 SRJ* CR Flamengo - Fluminense FC 2:3
Botafogo FR - AA Portuguesa 0:0
7. 22.12.74 165.358 SRJ CR Flamengo - CR Vasco da Gama 0:0
8. 09.03.77 162.764 WMQ Brasilien - Kolumbien 6:0
9. 06.12.81 161.989 SRJ CR Flamengo - CR Vasco da Gama 2:1
10. 06.05.73 160.342 SRJ* CR Flamengo - CR Vasco da Gama 1:0
Bangu AC - Madureira 2:1

WM = Weltmeisterschaft, WMQ = WM-Qualifikation,
SRJ = Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro

  • ¹) Zahlende Zuschauer: 173.850
  • ²) Zahlende Zuschauer: 174.599
  • ³) Zahlende Zuschauer: 177.656
  • *) Doppelveranstaltungen

Das Maracanã-Stadion wurde in den Jahren 1948 bis 1950 anlässlich der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 1950 gebaut und sollte schon während dieser Spiele 220.000 Zuschauern Platz bieten. Über das seinerzeit tatsächliche Fassungsvermögen wird aber bis heute genauso spekuliert wie über den aufgestellten Zuschauerrekord. Widersprüchlichen Angaben zufolge wurde er bereits während dieser frühen WM-Spiele aufgestellt. Am 16. Juli 1950 sollen 200.000 Zuschauer das als „Maracanaço“ bekannte und für den Titelgewinn entscheidende Finalrunden-Spiel zwischen Brasilien und Uruguay besucht haben, das die Gastgeber überraschend mit 1:2 verloren. Als das Spiel mit der offiziell höchsten Zuschauerkulisse wird aber auch das WM-Qualifikationsspiel zwischen Brasilien und Paraguay am 31. August 1969 (1:0) genannt, das 183.341 Besucher verfolgten. Sicher ist aber bei beiden Zahlen, dass es das Maracanã-Stadion war, in dem sich die bis heute größte Menschenmenge für ein Fußballspiel versammelte.

Im Zuge umfangreicher Renovierungen anlässlich der Panamerikanischen Spiele, die im Juli 2007 in Rio de Janeiro stattfanden, wurden der Innenraum mit dem Spielfeld um 1,40 m abgesenkt und neue Sitze eingebaut. Zwischenzeitlich fanden während den Umbauarbeiten nur etwa 44.000 Fans im ehemals größten Stadion der Welt Platz. Erst im November 2006, nach Abschluss sämtlicher Arbeiten, wurde mit 96.000 Sitzplätzen die endgültige Kapazität erreicht.

Vor dem Beginn der Umbauten für die WM 2014 wurde das imposante Stadion inmitten von Rios Stadtteil Maracanã für die Spiele der brasilianischen Fußballnationalmannschaft und von diversen Vereinen der Stadt benutzt, u. a. auch vom Traditionsklub Flamengo Rio de Janeiro (Weltpokalsieger 1981) sowie von Fluminense Rio de Janeiro.

Umbau für die WM 2014 und Olympia 2016[Bearbeiten]

Im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und Olympischen Sommerspiele 2016 wurde die Spielstätte komplett renoviert. Die Kosten für die Renovierung beliefen sich auf knapp 316 Millionen Euro. Dabei wurde die Kapazität des Stadions auf knapp 77.000 Zuschauer gesenkt und mit dem Bau von neuen Pressetribünen und Logen erweitert.[3] Aufgrund dieser Arbeiten ruhte der Spielbetrieb in dem Stadion seit Anfang September 2010 für etwa zwei Jahre.[4] Am 30. Mai 2013 bestritten die Fußballnationalmannschaften von Brasilien und England das erste Länderspiel nach der Wiedereröffnung, das 2:2 endete.

Bedeutende Veranstaltungen[Bearbeiten]

Obwohl das Maracanã-Stadion überwiegend zur Austragung von Fußballspielen genutzt wird, finden auch regelmässig kulturelle Veranstaltungen im Stadion statt. Im Jahr 1980 feierte Papst Johannes Paul II. bei seinem Brasilien-Besuch die größte Papstmesse auf lateinamerikanischem Boden. Außerdem fanden dort auch große Pop- und Rockkonzerte statt. Die Auftritte von Frank Sinatra (1980), Kiss (1983), Tina Turner (1987) und Paul McCartney (1991) lockten jeweils rund 180.000 Menschen ins Stadion, die Gruppe a-ha (1991 bei Rock in Rio II) sogar rund 195.000. Sie stellten damit den Besucherweltrekord für Konzerte in Stadien auf. Dieser wird auch noch im Guinness-Buch der Rekorde 2004 erwähnt. Aus Österreich gastierte 1974 Udo Jürgens in einem gemeinsamen Auftritt mit Shirley Bassey vor immerhin 40.000 Zuschauern. Weitere Künstler waren: Sting (1987), Bon Jovi (1990), Madonna (1993, 2008), Rolling Stones (1995), Backstreet Boys (2001), The Police (2007), sowie 1994 das Klassik-Spektakel Opera mundi.

Name des Stadions[Bearbeiten]

Das Maracanã-Stadion erhielt nach dem Ableben des Journalisten Mário Filho im Jahr 1966 den Namen Estádio Jornalista Mário Filho. Filho engagierte sich Ende der 1940er-Jahre mit seiner Zeitung O Mundo Sportivo stark dafür, dass das Hauptstadion für die Fußballweltmeisterschaft 1950 nicht in Jacarepaguá, in den westlichen Ausläufern von Rio de Janeiro, sondern im Stadtteil Maracanã nur wenige Kilometer nördlich des Stadtzentrums auf dem verwaisten Gelände der Pferderennbahn des Derby Clube gebaut wurde. Sein hauptsächlicher Widersacher war hier der Journalist und Stadtrat Carlos Lacerda, später Aspirant für das Präsidentenamt und Gouverneur des Bundesstaates Guanabara.[5]

Konföderationen-Pokal 2013[Bearbeiten]

Datum Runde Heim Gast Ergebnis
16. Juni 2013 Vorrunde MexikoMexiko Mexiko ItalienItalien Italien 1:2
20. Juni 2013 Vorrunde SpanienSpanien Spanien TahitiTahiti Tahiti -:-
30. Juni 2013 Finale Sieger HF 1 Sieger HF 2 -:-

Zitat[Bearbeiten]

„Nur drei Menschen haben mit einer einzigen Bewegung das Maracanã zum Schweigen gebracht: Frank Sinatra, Papst Johannes Paul II. und ich.“

Alcides Ghiggia[6]

Galerie[Bearbeiten]

Panoramabild[Bearbeiten]

Kurz vor dem ersten Saisonspiel von Flamengo Rio de Janeiro am 9. Mai 2010 gegen den FC São Paulo (1:1) in der Campeonato Brasileiro de Futebol.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Estádio do Maracanã – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maracanã fica mais moderno sem abrir mão de sua história. In: estadao.com.br. Abgerufen am 23. September 2012.
  2. Estadio do Maracana - Rio De Janeiro. FIFA, abgerufen am 5. September 2012.
  3. a b Solveig Flörke: Ein Symbol wird zum Streitfall. FAZ, 23. Februar 2012, aufgerufen am 23. Februar 2012
  4. Roland Zorn: Maracana, Sinnbild des neuen Brasilien. FAZ, 30. Juli 2011, aufgerufen 30. Juli 2011
  5. Nova Fronteira, Rio de Janeiro, 2000, John Walter Foster Dulles: Carlos Lacerda: a vida de um lutador
  6. Rüdiger Falksohn: FUSSBALL: Dribbling auf dem Äquator. Der Spiegel, 3. Januar 2005, abgerufen am 5. September 2012.