Atlantis (Fluggesellschaft)

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Atlantis
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Eine Douglas DC-8-33 der Atlantis
IATA-Code: (ohne)
ICAO-Code: NO
Rufzeichen: ATLANTIS
Gründung: 1968
Betrieb eingestellt: 1972
Sitz: Echterdingen[1],
DeutschlandDeutschland Deutschland
Heimatflughafen:

Flughafen Frankfurt

Flottenstärke: 8
Ziele: Mittelmeerraum, USA, Acapulco, Nairobi
Atlantis hat den Betrieb 1972 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.
Emblem der Atlantis AG

Das Luftverkehrsunternehmen Atlantis AG wurde im Frühjahr 1968 von ehemaligen Angestellten der Südflug International gegründet. Atlantis war die erste deutsche Charterfluggesellschaft, die tägliche Flüge in die USA aufnahm. Der Heimatflughafen der Gesellschaft war Frankfurt am Main.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktie der Atlantis AG, 1969

Nachdem die Fluggesellschaft Südflug im Januar 1968 von der Lufthansa übernommen wurde, erwarben der Südflug-Verkaufsleiter Tillman Uhlig und der Flugkapitän Werner Will die 1966 gegründete Nordseeflug GmbH, die mit einer Douglas DC-3 einen Flugdienst von Hamburg nach Sylt unterhielt. Die DC-3 wurden nach der Übernahme verkauft und der Name des Unternehmens in Atlantis geändert. Die Gesellschaft beantragte Streckenrechte für Flüge in die USA und erwarb eine gebrauchte Douglas DC-7 von Scandinavian Airlines System, mit der im Frühjahr 1968 preisgünstige Flüge für Gastarbeiter nach Griechenland, Spanien und in die Türkei angeboten wurden. Während der Ferienzeiten kamen Charterflüge von verschiedenen deutschen Flughäfen zu Zielen am Mittelmeer hinzu. Am 1. November 1968 erhielt die Gesellschaft ihr erstes Düsenflugzeug, eine Douglas DC-8-33 aus den Beständen der Südflug, die von der Lufthansa zunächst an einen amerikanischen Flugzeughändler und von diesem weiter an die Atlantis verkauft wurde. Eine zweite Douglas DC-8 wurde am 31. März 1969 auf gleiche Weise erworben.[2]

Am 30. September 1968 erhielt Atlantis von US-amerikanischer Seite die Genehmigung für transatlantische Charterflüge (Affinity-Group-Charter), deren Aufnahme für den 2. Dezember 1968 geplant war. Da im Frühjahr 1969 noch immer keine Zustimmung von Seiten des bundesdeutschen Verkehrsministeriums vorlag, erstritt man diese vor Gericht.[3] Außerdem wurden 1969 zusätzliche Kapitalgeber eingeworben, um weitere Flugzeuge finanzieren zu können. Dazu wurde die Flugkapital GmbH mit über 40 Millionen DM Anlagevolumen gegründet und die Gesellschaftsform zur Aktiengesellschaft geändert. Am 24. Mai 1969 begann der Flugverkehr in die USA. Bedient wurden zunächst die Strecken von Frankfurt/Main nach New York und Los Angeles. Im Januar, Februar und April 1970 erhielt das Unternehmen insgesamt drei Maschinen des Typs Douglas DC-9-32 und setzte diese auf neuen Strecken in den Mittelmeerraum ein. Zwei der drei DC-9 wurden exklusiv für den Stuttgarter Reiseveranstalter Hetzel-Reisen betrieben und erhielten als einzige Flugzeuge der Atlantis einen Taufnamen (Schwabenland, Goldenes Horn).[4] Mit drei werksneuen Langstreckenmaschinen des Typs Douglas DC-8-63CF, die 1970 und 1971 ausgeliefert wurden, konnte der Flugverkehr über den Nordatlantik deutlich intensiviert und Chicago als weiteres Ziel angesteuert werden. Zusätzlich wurden zwei Großraumflugzeuge des Typs McDonnell Douglas DC-10-30 bestellt, deren Auslieferung für das Jahr 1973 geplant war.

Am 19. März 1970 beantragte Atlantis Linienflugrechte für die USA. Das Bundesverkehrsministerium lehnte diesen Antrag jedoch im Juli 1970 ab. Ein direkter Wettbewerb mit der staatlichen Lufthansa wurde damit vermieden. Dennoch blieb die Situation zwischen den beiden Gesellschaften angespannt, weil Lufthansa in der Atlantis einen potentiellen Mitbewerber im Linienflugbereich sah, der auf Charterstrecken bereits mit der Lufthansa-Tochtergesellschaft Condor konkurrierte. Die Lufthansa verweigerte der Atlantis die technische Unterstützung sowie die Anlieferung der Bordverpflegung. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die Flugpreise auf den Routen, die parallel von Atlantis bedient wurden. Der zunehmende Preiskampf zwischen den beiden Gesellschaften trug zum wirtschaftlichen Niedergang der Atlantis bei. Obwohl 1971 mehr als 500.000 Passagiere befördert wurden, geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Eine ungenügende Kapitaldeckung, Fehler in der Streckenplanung und mangelhafte Preisgestaltungen führten zu steigenden Verlusten. Zudem misslang es der Gesellschaft ihre Flugzeuge während der nachfrageschwachen Wintermonate an dritte zu vermieten. Lediglich im Sommer 1971 setzte Atlantis eine DC-8 für die französische Aéromaritime ein.[5][6] Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nahmen nach der Sommersaison 1972 weiter zu und führten zur Einstellung des Flugbetriebs am 19. Oktober 1972.[7] Am 20. Oktober 1972 meldete die Atlantis AG Konkurs an. Im Folgemonat begann der Verkauf der Flugzeuge.[8] Die letzten zwei DC-9 wurden 1973 in die USA verkauft. Im September 1981 wurde die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht.

Eingesetzte Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen K. Beeck: Passagierflugzeuge der Fluggesellschaften Europas. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02239-7.
  • Klaus Vomhof: Leisure Airlines of Europe. SCOVAL, Newcastle-upon-Tyne 2001, ISBN 1-902236-09-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Atlantis (airline) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Atlantis: Gutes Geld schlechtem nachgeworfen. In: Die Zeit, Nr. 37/1972
  2. Von Sylt nach New York. In: Der Spiegel. Nr. 48, 1968 (online).
  3. Die Zeit, Startverbot für die Konkurrenz, 21. März 1969 [1]
  4. jp aircraft-markings 72
  5. Foto der an Aeromaritime verleasten Atlantis DC-8 (D-ADIR)
  6. Flight International, Jahresindex 1971
  7. Hamburger Abendblatt, 19. Oktober 1972
  8. Hamburger Abendblatt, 13. November 1972