Lufthansa CityLine

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Lufthansa CityLine GmbH
Logo der Lufthansa CityLine
Embraer 190 der Lufthansa CityLine
IATA-Code: CL
ICAO-Code: CLH
Rufzeichen: HANSALINE
Gründung: 1958
Sitz: München, DeutschlandDeutschland Deutschland
Drehkreuz:
Heimatflughafen:

München

Unternehmensform: GmbH
IATA-Prefixcode: 683
Leitung:
  • Jörg Eberhart
  • Carsten Wirths
Mitarbeiterzahl: 2.260[1] (2014)
Fluggastaufkommen: 8,6 Millionen[1] (2014)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 61
Ziele: national und international
Website: www.lufthansacityline.com

Lufthansa CityLine ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in München und Basis auf dem Flughafen München. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa und führt in deren Auftrag Zubringerflüge durch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung bis 1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Short 330 der DLT im Jahr 1984

1958 gründeten Jan Jakobs Janssen und Martin Decker den Seebäder-Flugdienst Ostfriesische Lufttaxi – Dekker und Janssen OHG.

1970 wurde der Seebäder-Flugdienst in die Ostfriesische Lufttaxi GmbH (OLT) umfirmiert. Gesellschafter waren die Aktiengesellschaft für Industrie und Verkehrswesen (AGIV) in Frankfurt am Main sowie die Reederei Fisser & van Doornum. Die AGIV übernahm 1973 die Anteile von Fisser & van Doornum und wurde damit Alleingesellschafter der OLT. Erstmals betrieb OLT ein eigenes Flugzeug, eine zwanzigsitzige de Havilland Canada DHC-6. Im Jahr 1974 wurde der Seebäder- vom Regionalflugverkehr getrennt und die Ostfriesische Lufttaxi GmbH in die Deutsche Luftverkehrsgesellschaft mbH (DLT) für den Regionalflug überführt. Die heutige OLT Express wurde neu gegründet. Damit ist Lufthansa CityLine die direkte Nachfolgegesellschaft der 1958 gegründeten OLT.[2]

1977 wurde erstmals eine 30-sitzige Short 330 eingesetzt. Ein Jahr später wurden die ersten Auslandsverbindungen der DLT eröffnet: Bremen–Kopenhagen und Hannover–Amsterdam. Beide Strecken wurden im Auftrag der Lufthansa betrieben. Im selben Jahr vereinbarte diese, mit der AGIV, 26 Prozent des Gesellschaftskapitals der DLT zu erwerben, welches noch 6 Millionen Deutsche Mark betrug. 1979 wurde das innerdeutsche Streckennetz der DLT in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa AG erweitert.

1980er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hawker Siddeley HS-748 der DLT im Jahr 1988

1980 erhöhten beide Gesellschafter das Firmenkapital der DLT auf 16 Millionen Deutsche Mark. Im darauffolgenden Jahr flog die erste von später sechs Maschinen des 44-sitzigen Typs Hawker Siddeley HS-748 auf den Strecken der DLT. 1984 wurden die meisten der DLT-Flüge unter LH-Flugnummern im Auftrag der Lufthansa durchgeführt. Im selben Jahr erfolgte die Ausmusterung der letzten der ehemals sechs Short 330.

Das Firmenkapital wurde 1985 auf 40 Millionen Deutsche Mark erhöht (AGIV hielt 60 Prozent, die Deutsche Lufthansa AG 40 Prozent). Im Jahr 1986 stieß die erste Embraer EMB 120 mit 28 Sitzen zur DLT-Flotte. 1987 war die DLT die erste Fluggesellschaft in Europa, die Fokker 50 in ihrer Flotte betrieb. Im selben Jahr gründet die DLT für Triebwerksinstandhaltung die Tochtergesellschaft A.E.R.O. Services GmbH mit Sitz in Alzey. 1988 wurden erstmals sämtliche Flüge der DLT im Auftrag der Lufthansa unter LH-Flugnummern durchgeführt. 1989 erhöhte Lufthansa ihren Kapitalanteil um 52 Prozent auf 50 Millionen Deutsche Mark und wurde so Mehrheitsgesellschafterin der DLT.

1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fokker 50 der Lufthansa CityLine in den frühen 1990ern
Avro RJ85 der Lufthansa CityLine im Jahr 2000

Seit 1990 wurde die DLT auf Grund eines Kooperationsabkommens mit Lufthansa als selbständiges Unternehmen mit eigener Ergebnisverantwortung und Planungshoheit geführt. Innerhalb des Lufthansa-Konzerns wurde die DLT für die Organisation der regionalen Nebenstreckenflüge und Zubringerflüge von kleineren Flughäfen zuständig. Zu diesem Zweck beauftragte die DLT teilweise auch regionale Fluggesellschaften, z. B. Nürnberger Flugdienst, Contact Air und Cimber Air.[3] Als weltweit erste Fluggesellschaft bestellte DLT den fünfzigsitzigen Regionaljet Canadair CRJ100. Die jährliche Beförderungsleistung bezogen auf Passagiere überschritt erstmals die Millionengrenze.

1991 wurde die DLT in Lufthansa CityLine GmbH umbenannt. In Köln wurde ein eigener Hangar zur Instandhaltung der CRJ100 eröffnet. Im selben Jahr wurde zum Betrieb der CRJ-Simulatoren die CityLine Simulator und Training GmbH mit Sitz in Berlin als Tochtergesellschaft gegründet. Im März 1992 wurde das Logo der Lufthansa zum gemeinsamen Logo der Lufthansa und der Lufthansa CityLine. Das Streckennetz der Lufthansa CityLine wurde ausgebaut auf 200 Flüge täglich zu rund 50 Wirtschaftsmetropolen in 15 europäischen Ländern. Im selben Monat wurde die Bombardier CRJ100 erstmals im kommerziellen Streckendienst eingesetzt.

Lufthansa CityLine wurde 1993 hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG. Ende des Jahres umfasste die CRJ-Flotte 13 Maschinen. Seit diesem Zeitpunkt werden die Planungs- und Marketingaufgaben von Lufthansa wahrgenommen. Ab 1994 flog Lufthansa CityLine unter der Marke der Muttergesellschaft einschließlich Flugzeugbemalung, Schriftzug und Logo. Als neuer Flugzeugtyp stieß im Oktober des Jahres der Regionaljet Avro RJ85 mit drei Flugzeugen zur Flotte der Lufthansa CityLine. Die Bombardier-CRJ-Flotte vergrößert sich um zwei weitere auf insgesamt 15 Maschinen. Bis 1995 waren zusätzliche CRJ100 und RJ85 vorgesehen.

1995 beschloss der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG, sämtliche Fokker 50 bis 1997 an die Stuttgarter Contact Air zu veräußern, so dass Lufthansa CityLine ausschließlich Düsenflugzeuge betreiben sollte. 1996 wurden ein Simulator für Avro RJ85 und ein Simulator für die CRJ-Flotte im Simulatorenzentrum am Flughafen Berlin-Schönefeld installiert. Das Simulatorenzentrum wurde auch von anderen Fluggesellschaften für das Pilotentraining benutzt.

1997 war Lufthansa CityLine Europas erste Regionalfluggesellschaft mit ausschließlich strahlgetriebenen Flugzeugen (31 Bombardier CRJ100 und 18 Avro RJ85). Zum 40. Jahrestag am 28. Oktober 1998 erwarb Lufthansa CityLine ihr 50. Strahlflugzeug. Im selben Jahr erfolgte der Umzug der Verwaltung in das neue Gebäude am Flughafen Köln/Bonn, so dass alle Unternehmensbereiche dort zentralisiert wurden.

2000er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bombardier CRJ200 der Lufthansa CityLine im Jahr 2009

Am 14. März 2000 wurden Bombardier CRJ200 gekauft und ab dem 1. Juli 2001 der erste siebzigsitzige CRJ700 im Liniendienst eingesetzt. Seit 2003 wurden die Flüge als „Lufthansa Regional“ vermarktet. Am 17. Juni 2009 feierte Lufthansa CityLine ihr fünfzigjähriges Bestehen. Im Herbst 2009 kamen die ersten Strahlflugzeuge von Embraer zur Flotte, die bis dahin größten bei der CityLine eingesetzten Maschinen, um älteres und kleineres Fluggerät abzulösen. Aufgrund tarifrechtlicher Bedingungen wurden diese Flugzeuge zunächst in einer anderen Bemalung (Schriftzug „CityLine“) geflogen. Zwischenzeitlich erhielten erste Maschinen die Standardbemalung mit großem Schriftzug „Lufthansa Regional“ und Lufthansa-Logo auf dem Leitwerk sowie dem Zusatz „operated by Lufthansa CityLine“.

2010er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. August 2012 musterte die Lufthansa CityLine ihre letzte Avro RJ85 aus, nachdem sie diesen Typ 18 Jahre lang betrieben hatte.[4] Bis Anfang Oktober 2014 war die Verwaltung von Köln nach München umgezogen.[5]

Im Oktober 2014 gab man bekannt, bis Ende 2015 alle Bombardier CRJ700 auszuflotten und zu verkaufen.[6] Im Dezember 2014 entschied Lufthansa, unter dem Projekt JUMP bis zu acht Airbus A340-300 an Lufthansa CityLine zu übertragen um ab November 2015 Langstreckenflüge für die Muttergesellschaft anbieten zu können. Dazu wurden die Kabinen der A340-300 auf 298 Sitze umgerüstet und in eine Star-Alliance-Bemalung ohne Lufthansa-Schriftzug umlackiert.[7]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lufthansa CityLine unternimmt hauptsächlich Zubringerflüge von europäischen Flughäfen zu den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München. Seit September 2015 werden auch Langstreckenflüge von Frankfurt aus durchgeführt.[8]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bombardier CRJ900 der Lufthansa CityLine
Airbus A340-300 der Lufthansa CityLine

Mit Stand Mai 2017 besteht die Flotte der Lufthansa CityLine aus 61 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 9,0 Jahren:[9]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze[10]
(Business/Eco+/Eco)
Airbus A340-300 08 in Star Alliance-Bemalung; betrieben für Lufthansa 298 (18/19/261)
300 (18/21/261)
Bombardier CRJ900 35 betrieben für Lufthansa Regional; 3 inaktiv 90
Embraer 190 09 betrieben für Lufthansa Regional 94
Embraer 195 09 betrieben für Lufthansa Regional; werden an Austrian Airlines abgegeben[11] 120
Gesamt 61

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verunglückte DHC-8-300 im Mai 1992

Lufthansa CityLine verzeichnet in ihrer Geschichte einen Unfall mit Todesopfern:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lufthansa CityLine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Lufthansa – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kurzportrait. Lufthansa CityLine; abgerufen am 23. September 2015.
  2. lufthansacityline.com – Geschäftsbericht 1997 (PDF-Datei)
  3. Flugunfälle: Anflug verpatzt 10/1993. Der Spiegel; abgerufen am 7. August 2016.
  4. LH Cityline verabschiedet letzten Avro-Jet. airliners.de, 27. August 2012; abgerufen am 27. August 2012.
  5. Lufthansa CityLine hat die Verwaltung von Köln nach München umgezogen. aerosieger.de, 9. Oktober 2014; abgerufen am 12. Dezember 2015.
  6. airliners.de – Lufthansa Cityline verkauft CRJ700-Flotte nach Amerika, 24. Oktober 2014
  7. aero.de – Lufthansa startet Cityline-Langstrecken abgerufen am 24. Dezember 2015
  8. lufthansacityline.com – Streckennetz abgerufen am 3. April 2017
  9. ch-aviationLufthansa CityLine (englisch), abgerufen am 5. Mai 2017
  10. lufthansa.com – Sitzpläne und technische Daten unserer Flotte abgerufen am 5. Mai 2017
  11. Austrian Airlines übernimmt E195. austrian.com, 12. März 2015; abgerufen am 12. März 2015.
  12. BEARapport Preliminaire (PDF; 12,9 MB; französisch), abgerufen am 6. Januar 2013
  13. Flugunfalldaten und -bericht D-BEAT im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 9. November 2015