Vallarsa

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Vallarsa
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Vallarsa (Italien)
Vallarsa
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Trient (TN)
Koordinaten: 45° 47′ N, 11° 7′ O45.78333333333311.116666666667724Koordinaten: 45° 47′ 0″ N, 11° 7′ 0″ O
Höhe: 724 m s.l.m.
Fläche: 78 km²
Einwohner: 1.357 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einw./km²
Postleitzahl: 38060
Vorwahl: 0464
ISTAT-Nummer: 022210
Volksbezeichnung: vallarseri

Vallarsa (deutsch veraltet Brandtal) ist ein Tal in der italienischen Provinz Trentino, das vom Torrente Leno (Leno-Bach) in Richtung Nordwest bis Nord durchflossen wird, der bei Rovereto in die Etsch mündet. Vallarsa hat den Status einer Gemeinde und besteht aus vielen kleinen Fraktionen, die entlang des Tales weit verstreut liegen. Hauptort ist der Ortsteil Raossi auf 724 m Meereshöhe.

Geschichte[Bearbeiten]

Die historisch belegte Erstbesiedelung fand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch Deutsche statt. Diese gründeten Bauernhöfe. Die Bevölkerung lebte auch von der Arbeit in den Bergwerken, die den Bischöfen von Trient gehörten, sowie von der Kohlenbrennerei. Im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet der Republik Venedig einverleibt. Die Männer des Tales hatten den Ruf als gute Söldner und wurden daher als solche angeheuert. Die Treue zu Venedig wurde von Mailand, das mit Venedig verfeindet war, mit der Verwüstung des Tales bestraft (16. Jahrhundert). Auch von der Pest wurde die Gegend heimgesucht.

Im Jahr 1525 kam das Tal zu Tirol; dies blieb so bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, als es mit dem Trentino und Südtirol Italien zugeschlagen wurde. Im Jahr 1823 wurde durch das Tal eine wichtige Straße gebaut, welche über den Pass Pian delle Fugazze die Provinzen Trentino und Vicenza verbindet.

Aufgrund dessen, dass seit dem dritten italienischen Unabhängigkeitskrieg im Jahre 1866 die Grenze zwischen dem Kaiserreich Österreich-Ungarn und dem Königreich Italien über den o.g. Pass verlief, begann das Tal auch an militärischer Bedeutung zu gewinnen, so dass Österreich-Ungarn den Bau von zwei Sperrwerken im Tal plante, um einen italienischen Einbruch in Richtung Rovereto und dem Etschtal zu unterbinden. Aus finanziellen Gründen wurde schließlich nur das Werk Valmorbia (im Italienischen als Forte Pozzacchio bezeichnet) auf der orographisch rechten Talseite oberhalb des gleichnamigen Ortes gelegen, in Angriff genommen, blieb aber letztendlich unvollendet, während das auf der gegenüberliegenden Talseite beim Ort Matassone geplante Werk nicht über einen Infanteriestützpunkt hinaus kam.[2]

Nach der italienischen Kriegserklärung an Österreich-Ungarn vom 23. Mai 1915 wurde die Bevölkerung teils nach Österreich (Mitterndorf an der Fischa), teils nach Italien ausgesiedelt. Während der österreichischen Frühjahrsoffensive 1916 (und der anschließenden italienischen Gegenoffensive im Juni/Juli 1916) kam es im Tal und auf den umliegenden Bergen (Monte Pasubio, Monte Zugna, Passo Buole, sowie Corno Battisti) zu heftigen Gefechten.[3]

Nach dem Krieg fanden die Zurückkehrenden zerschossene und niedergebrannte Häuser vor. Die Industrialisierung um die Stadt Rovereto in der darauf folgenden Zeit bewirkte eine weitere Landflucht, sodass die Bevölkerung im Jahr 2010 (1355 Personen) weit geringer war als ein Jahrhundert zuvor.

Der Ort Anghebeni (Lange Ebene) in Vallarsa

Name[Bearbeiten]

Der deutsche Name Brandtal ist gleichbedeutend mit dem italienischen Vallarsa (Valle = Tal, arsa = verbrannt); „arsa“ kann allerdings auch eine andere lateinische Wurzel haben. Worauf genau sich das Wort „Brand“ bezieht, ist heute nicht mehr eindeutig erklärbar. Man ist geneigt, es mit der schon erwähnten Kohlenbrennerei zu verbinden.

Sprache[Bearbeiten]

Die Zugehörigkeit zu Tirol dürfte die Erhaltung des deutschen (so genannten zimbrischen) Dialektes begünstigt haben. Der Niedergang des Deutschen erfolgte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, zuletzt war er ziemlich mit italienischen Vokabeln durchmischt. Seit damals spricht man italienisch bzw. den lokalen Trentiner Dialekt.

Deutsche Wurzeln stecken heute noch in Ortsnamen wie Anghebeni (Langebene), Staineri (Steiner), Foxi (Fuchs), Obra (Oberau), Streva (Streu).

Ortspartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Wurzer: Die deutschen Sprachinseln in Oberitalien; Athesia; Bozen 1998.
  • R. Bussolon: La storia della Vallarsa. In: La voce della Vallarsa (Pfarrblatt), 1968.
  • H. u. M. Hornung: Deutsche Sprachinseln aus Altösterreich, Wien 1986.
  • Nicola Fontana: Valmorbiawerk, la fortezza incompiuta in: Museo Storico Italiano della Guerra (Hrsg.): Annali N. 12/13, Edizione Osiride, Rovereto 2006.
  • Alessandro Massignani: La Vallarsa e la Grande Guerra (1914–1918). Immagini e documenti, Arti Grafiche Sergio Longo, Rovereto 1998.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vallarsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Nicola Fontana: Valmorbiawerk, la fortezza incompiuta in: Museo Storico Italiano della Guerra (Hrsg.): Annali N. 12/13, Edizione Osiride, Rovereto 2006, S. 32f.
  3. Alessandro Massignani: La Vallarsa e la Grande Guerra (1914-1918). Immagini e documenti, Arti Grafiche Sergio Longo, Rovereto 1998, S. 17f.