Tenno (Trentino)

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Tenno
Wappen
Tenno (Italien)
Tenno
Staat Italien
Region Trentino-Südtirol
Provinz Trient (TN)
Koordinaten 45° 55′ N, 10° 50′ OKoordinaten: 45° 55′ 0″ N, 10° 50′ 0″ O
Höhe 428 m s.l.m.
Fläche 28 km²
Einwohner 2.045 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 73 Einw./km²
Postleitzahl 38060
Vorwahl 0464
ISTAT-Nummer 022191
Volksbezeichnung Tennesi
Schutzpatron Immacolata Concezione
Website Tenno

Tenno (auf Deutsch früher Thenn) ist eine Gemeinde in der Provinz Trient in der italienischen Region Trentino-Südtirol mit 2045 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Sie liegt 43 km südwestlich von Trient und 79 km nordwestlich von Verona.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Tenno setzt sich aus 4 Fraktionen zusammen, zu denen wiederum mehrere Weiler (italienisch Località) gehören. Die Fraktionen, bis 1929 alle selbstständige Gemeinden, sind Cologna-Gavazzo, Tenno (Gemeindesitz), Ville del Monte und Pranzo. Die 3 Weiler Volta di No, Piazze und Teggiole sind Teil der Fraktion Cologna-Gavazzo. Die Weiler San Antonio, Calvola, Pastoedo, Canale, Lago di Tenno und Mattoni gehören zur Fraktion Ville del Monte.[2]

Die Nachbargemeinden sind: Arco, Comano Terme, Fiavè, Ledro und Riva del Garda.

Tennosee

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tenno liegt im Hinterland des Gardasees, einige Kilometer nördlich von Riva del Garda. Das Gemeindegebiet von Tenno auch als Tennese bezeichnet, erstreckt sich vom Ort Gavazzo Nuova (201 m s.l.m.) bis zum Rio Secco oberhalb des Tennosees und umfasst den ganzen dazwischen liegenden Bereich.

Eingegrenzt im Osten vom Monte Misone (1803 m s.l.m.) und seinen Ausläufern, liegen westlich die Berge der Ledrogruppe, denen der Monte Tombio (841 m s.l.m.) und der Monte S. Martino (1075 m s.l.m.) vorgelagert sind. Unterhalb des Monte Misone liegt der durch einen Hangrutsch im 12. Jahrhundert aufgestaute Tennosee. Das vom See in nordnordwestlicher Richtung weiterverlaufende und vom Rio Secco durchzogene Tal verengt sich zusehendes und endet am Passo di Ballino (755 m s.l.m.), der bereits im Gemeindegebiet von Fiavè liegt und die geographische Grenze zu den Äußeren Judikarien darstellt. Dieser obere nördliche Bereich unterscheidet sich wesentlich vom südlichen vom Rio Magnone durchflossenen breiteren Abschnitt, der klimatisch vom nahe liegenden Gardasee beeinflusst wird.

Dieses nach dem Rio Magnone benannte Tal, Valle di Magnone, ist durch einen Gletscher entstanden, dessen Moräne am südöstlichen Ende des Tales eine terrassenartige Stufe aufgeworfen hat, auf der die Burg von Tenno liegt. Der Magnone, der an den Osthängen des Corno di Pichea (2138 m s.l.m.) entspringt hat das Tal tief eingeschnitten und überwindet die Moränenstufe in einem fast 100 m hohen klammartigen Wasserfall oberhalb von Varone, einer Fraktion von Riva del Garda, nach der der Wasserfall, Cascata del Varone, auch benannt ist. Der zweite erwähnenswerte Wasserlauf, der Rio Secco, im nördlichen Bereich, entspringt am Dosso della Torta (2156 m s.l.m.) und ist der einzige bedeutende Zufluss des Tennosees.[3]

Alle Orte der Gemeinde liegen mit Ausnahme von Pranzo (463 m s.l.m.) auf der orographisch linken Talseite.

Das Gemeindegebiet von Tenno ist auch in der jüngeren Vergangenheit immer wieder von Erdrutschen heimgesucht worden. So löste sich westlich des Tennosees nach mehrtägigen schweren Regenfällen im November 2000 ein über 4 Millionen Kubikmeter großer Hangrutsch, der nicht nur den Lauf des Rio Magnone, sondern auch das Aussehen des Tales veränderte.

Frapporta - Ringmauer und Wehrturm

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tenno wurde 1194 als Theni erstmals urkundlich erwähnt. Wie Funde bezeugen, war die Gegend um Tenno aber bereits zur Bronzezeit besiedelt. Der Ortsname geht vermutlich auf eine langobardische Siedlung zurück, von der bei Ausgrabungen Reste gefunden wurden.[4]

Die Lage an einer wichtigen Straße, die das Nordufer des Gardasees mit den Judikarien über den Passo Balino verband sowie der nahegelegene Pass Bocca di Trat, der eine wichtige Verbindung in das Ledrotal darstellte, waren ausschlaggebend für die Entwicklung des Ortes und seiner Burg. Tenno bestand historisch aus drei auch sonst klar von einander abgegrenzten Ortsteilen, den sogenannte Ville del Piano, die sich damit von den darüber gelegenen Ville del Monte auch namentlich unterschieden. Zu den Ville del Piano zählt Frapporta, der unter der Burg gelegene und mit einer eigenen Ringmauer und Türmen versehene, erstmals 1211 als infra pòrtam (deutsch zwischen den Toren) das heißt zwischen Stadt- und Burgtor erwähnte Ortsteil, der einen einzigen Wehrkomplex mit der angrenzenden Burg bildete und im Trentino eines der seltenen Beispiele darstellt, in der ein Wohnbereich in eine Wehrstruktur eingegliedert wurde.[5]

Nördlich von Frapporta, heute rechts der zum Passo Balino führenden Staatsstraße, liegen die beiden Ortsteile Gardule und Veduto (auch als Revedù bezeichnet) mit der erstmals 1204 erwähnten Pfarrkirche Santa Maria Immacolata, die in der Vergangenheit mehrmals um- und ausgebaut wurde und deren heutiges Aussehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückgeht, während der Campanile noch aus dem 16. Jahrhundert stammt.[6]

Nachdem Tenno seine Bedeutung als Straßenknotenpunkt mit dem Bau der Ponalestraße in das Ledrotal und der Straße durch die Limaro-Schlucht zwischen Sarche und Comano Terme in der Mitte des 19. Jahrhunderts verloren hat, stellt heute der Fremdenverkehr eine bedeutende Einkommensquelle dar.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2011
Einwohner 2.160 1.749 1.724 1.505 1.675 1.735 1.967

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gianluca Frizzi (Bürgerliste) wurde im Mai 2015 zum Bürgermeister gewählt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tenno gilt mit Arco und Varone als Ursprungsgebiet des traditionellen Trentiner Fleischgerichts Carne Salada.
  • In der Burg von Tenno residiert der ehemalige deutsche Manager Klaus Zumwinkel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giulia Anzilotti Mastrelli: Toponomastica trentina: i nomi delle località abitate Provincia Autonoma di Trento, Trient 2003. ISBN 88-7702-088-1
  • Aldo Gorfer: Le Valli del Trentino. Trentino Occidentale, Manfrini, Calliano 1975.
  • Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda, Temi, Trento 2007, ISBN 88-89706-07-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tenno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Gemeindestatut auf Italienisch (PDF; 296 kB), abgerufen am 16. Juni 2017.
  3. Aldo Gorfer: Le Valli del Trentino. Trentino Occidentale S. 239
  4. Giulia Anzilotti Mastrelli: Toponomastica trentina: i nomi delle località abitate S. 134-135
  5. Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda S. 263-264
  6. Aldo Gorfer: Le Valli del Trentino. Trentino Occidentale S. 243

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]