Frédéric Chopin

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem polnischen Komponisten; andere Bedeutungen finden sich unter Chopin (Begriffsklärung).
Chopin in seinem Sterbejahr. Eine von nur zwei bekannten Fotografien des Komponisten.
Chopins Unterschrift.jpg

Frédéric François Chopin oder Fryderyk Franciszek Chopin (* 22. Februar 1810 in Żelazowa Wola, Herzogtum Warschau; † 17. Oktober 1849 in Paris) ist bis heute einer der einflussreichsten und populärsten Pianisten und Komponisten von Klaviermusik. Als Sohn eines Franzosen und einer Polin in Warschau aufgewachsen, lebte er nach dem Novemberaufstand ab 1831 im Paris der Julimonarchie und der Zweiten Französischen Republik.

Neben Ignacy Jan Paderewski und Krzysztof Penderecki ist er die bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens. Der Internationale Chopin-Wettbewerb, die Fryderyk-Chopin-Musikuniversität und der Chopin-Flughafen Warschau tragen seinen Namen.

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nicolas Chopin

Chopins Eltern waren Nicolas Chopin und Justyna Krzyżanowska. Frédéric hatte drei Geschwister:

  • Ludwika Chopin-Jędrzejewicz (1807–1855); mit ihrer Tochter Magdalena war sie 1849 am Sterbebett ihres Bruders
  • Isabella Chopin-Barcinska (1811–1881)
  • Emilia (1812–1827), an Tuberkulose gestorben

Seit der Kindheit war der im selben Jahr geborene Julian Fontana ein enger Freund. Bis zu seiner Emigration nach Amerika (1841) war er für Chopin als Kopist, Arrangeur, Sekretär und Impresario tätig. Nach Chopins Tod veröffentlichte er einige nachgelassene Werke.[A 1]

Geburt und Taufe[Bearbeiten]

Chopins Geburtshaus, heute ein Museum
Lateinischer Eintrag im Kirchenbuch über die Taufe Chopins am 23. April 1810

Chopin kam in Żelazowa Wola zur Welt, einem Dorf „in der Gemeinde Brochow, Bezirk Sochaczew, Departement Warschau“ im Herzogtum Warschau. 52 Kilometer westlich von Warschau gelegen, war dieses Dorf seit 1800 im Besitz der Skarbeks. Geburt und Taufe Frédérics wurden Ostern 1810 (23. April) in Brochów registriert, zwei Monate nach der Geburt. Die Einträge wurden erst 43 Jahre nach Chopins Tod entdeckt (1892).

Bürgerliche Registrierung

Die polnischsprachige Geburtsurkunde verzeichnet Chopin als Fryderyk Franciszek.[EN 1] Mit der eigenhändigen Unterschrift des Vaters bestätigt sie den 22. Februar 1810 als Geburtstag.[EN 2][EN 3][EN 4]

Taufe und Vornamen

Getauft wurde er in der Wehrkirche von Brochów. Der lateinische Eintrag im Kirchenbuch (Liber baptisatorum) vermerkt als Namen Fridericus Franciscus und als Geburtsdatum ebenfalls den 22. Februar 1810. Eingetragen sind Chopins Vater als Nicolai Choppen Gali (= Galli, Gallier, Franzose), seine Mutter als Justyna de Krzyżanowskie und Franciscus Grembecki und Anna Skarbkówna als Taufpaten.

Obwohl Franciszek Grembecki der offizielle Pate war, trug Chopin Frederik Skarbeks Vornamen als Rufnamen. In einigen Briefen erwähnt er Frederik Skarbek als „Paten“; aber der war 1810 Student in Paris. Franciszek, der zweite Vorname, war auch ein Vorname (François) des Großvaters Nicolas. Chopins Unterschrift war immer F.F. Chopin.

Baptisatum ex Aqua

Dieser Vermerk im Taufeintrag („getauft aus Wasser“) bedeutet, dass vor der zeremoniellen Taufe eine Nottaufe stattgefunden hatte, wahrscheinlich bei den Chopins in Zelazowa Wola; aber sie wurde nicht registriert.[EN 5] Auch die Schwester Emilia wurde am 15. Dezember 1812 notgetauft und am 14. Juni 1815 „mit Zeremonien“ getauft.

Geburtsdatum – ein (kleines) Problem

Die beiden Urkunden geben als Geburtsdatum den 22. Februar 1810 an; aber nach Chopins eigener Angabe – lange vor der Entdeckung der Geburtsurkunde – ist sein Geburtstag der 1. März 1810.[EN 6] So schreibt er 1832 dem Präsidenten der Polnischen Literarischen Gesellschaft in Paris, dass er am 1. März 1810 geboren wurde. Die letzten Biographien übernehmen dieses Datum und betrachten den „22. Februar“ als Irrtum von Nicolas Chopin am 23. April 1810. In den älteren Biographien (vor der Entdeckung der Eintrage) findet man andere Daten.

Die frühen Jahre[Bearbeiten]

Chopin und seine drei Schwestern erhielten eine gründliche Erziehung, die von Herzlichkeit und Toleranz geprägt war. Der Tradition zufolge war es Aufgabe der Mutter sowie der Schwester Ludwika, den Jungen an das Klavier heranzuführen. Chopins musikalisches Talent zeigte sich früh, er galt als Wunderkind und komponierte schon im Alter von sieben Jahren. Seine ersten Polonaisen B-Dur und g-Moll sind auf 1817 datiert und ließen eine außergewöhnliche improvisatorische Begabung erkennen. Sein einziger Lehrer war in den Jahren von 1816 bis 1822 der tschechische Pianist und Violinist Vojtěch Živný.[EN 7]

1818 wurde der österreichische Hofkomponist Adalbert Gyrowetz auf Chopin aufmerksam. Er führte ihn in die Kreise des österreichischen und polnischen Adels ein.[EN 8] 1818 spielte der Achtjährige anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung ein Konzert von Gyrowetz; ab dann trat er in den Salons des polnischen Hochadels auf.

Seit 1822 nahm Chopin Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition bei Joseph Elsner. Ein Jahr später spielte er öffentlich ein Konzert von Ferdinand Ries.

Chopin besuchte bis 1826 das Königlich-Preußische Lyzäum zu Warschau und studierte anschließend am Konservatorium zunächst Kontrapunkt, dann auch Musiktheorie, Generalbass und Komposition bei Elsner. Nebenher besuchte er Vorlesungen an der Universität. Er komponierte eifrig und legte die Ergebnisse Elsner vor, der dazu feststellte: „Er meidet die ausgetretenen Pfade und gewöhnlichen Methoden, aber auch sein Talent ist ungewöhnlich.“

Chopins zweites veröffentlichtes Werk, die unter der Opus-Zahl 2 erschienenen Variationen über das Thema Là ci darem la mano aus der Mozart-Oper Don Giovanni, erregte wenige Jahre später Aufsehen in Deutschland. 1831 schrieb der Komponist Robert Schumann als Musikkritiker in der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung unter dem Titel Ein Werk II. mit dem Ausruf „Hut ab, Ihr Herren, ein Genie“ eine huldigende Rezension über dieses Werk Chopins.[EN 9] Im Juli 1829 beendete Chopin sein Studium. In Elsners Beurteilung heißt es: „Szopen Friderik. Szeczególna zdolność, geniusz muzyczny“ (Chopin Frédéric. Besondere Begabung, musikalisches Genie).[EN 10]

Warschau, Wien und Paris[Bearbeiten]

Zwischen 1829 und 1831 weilte Chopin abwechselnd in Warschau, Wien und Paris. Er gab mehrere Konzerte, denen Publikum wie Fachpresse großes Lob zollten. Die Allgemeine musikalische Zeitung schrieb 1829:[EN 11]

„Herr Chopin, Pianist aus Warschau, dem Vernehmen nach Würfel’s Schüler, führte sich als Meister vom ersten Range ein. Die ausgezeichnete Zartheit seines Anschlags, eine unbeschreibliche mechanische Fertigkeit, sein vollendetes, der tiefsten Empfindung abgelauschtes Nuanciren, Tragen und Schwellen der Töne, des Vortrags so seltene Klarheit und seine durch hohe Genialität gestempelten Erzeugnisse – Bravour – Variationen, Rondeau, freye Phantasie, geben den von der Natur so überaus freygiebig bedachten, selbstkräftigen Virtuosen zu erkennen, der, ohne vorher gegangenes Ausposaunen, als eines der leuchtendsten Meteore am musikalischen Horizone erscheint.“

Allgemeine musikalische Zeitung

Chopin verließ Polen am 2. November 1830 zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum und reiste mit seinem Freund Tytus Woyciechowski nach Wien. Wenige Tage nach der Ankunft brach im damaligen Kongresspolen der Novemberaufstand gegen die russische Herrschaft aus. Sein Vater riet ihm, vorerst im Ausland zu bleiben. Mitte 1831 entschied Chopin sich zur endgültigen Übersiedlung nach Paris, wo er bereits zu großem Ansehen gekommen war.

„Die schönste aller Welten“[Bearbeiten]

Teofil Kwiatkowski (1809–1891): Chopins Polonaise – ein Ball im Hôtel Lambert in Paris

Die Baulichkeiten und das Ambiente der Stadt sowie das großstädtische Flair der Parisiens faszinierten ihn. „Die schönste aller Welten“, schrieb er in einem Brief nach Polen. Hier lernte er den von ihm als Pianisten verehrten Friedrich Kalkbrenner kennen, der ihm anbot, ihn drei Jahre lang zu unterrichten. Chopin lehnte dies ab, in der Sorge, seine persönliche Art des Klavierspiels zu verlieren. Selbstbewusst stellte er fest, nichts werde „imstande sein, einen vielleicht allzukühnen, aber edlen Willen und Plan, sich eine neue Welt zu schaffen, zu verwischen“.[EN 6] Chopins Briefen kann man entnehmen, dass er den Vermutungen seiner Freunde und seines Lehrers Elsner entgegentrat, Kalkbrenner habe es nur darauf abgesehen, sich damit zu schmücken, der Lehrer Chopins zu sein.[EN 6]

In Paris finanzierte Chopin seinen Lebensunterhalt mit Konzerten. Zunächst deckten die Einnahmen gerade die Kosten, denn Chopin war noch nicht bekannt genug. Ein einflussreicher Förderer nahm ihn schließlich mit zu einem Empfang bei der Familie Rothschild. Sein Klavierspiel entzückte die Gäste so sehr, dass er bald eine Reihe von Klavierschülern – und vornehmlich Klavierschülerinnen – gewonnen hatte. Dadurch hatte Chopin ab 1833 ein geregeltes Einkommen, das er durch Honorare für Konzerte und Kompositionen zusätzlich aufstocken konnte. Er konnte sich nun eine private Kutsche und Bedienstete leisten und ließ seine Kleidung nur aus feinsten Stoffen fertigen. Sein aufwendiger Lebensstil verschlang so viel Geld, dass er sich bald genötigt sah, statt vier Stunden nun fünf Stunden täglich zu unterrichten.

Zu Chopins Freundeskreis zählten u. a. die Dichter Alfred de Musset, Honoré de Balzac, Heinrich Heine und Adam Mickiewicz, der Maler Eugène Delacroix, die Musiker Franz Liszt, Ferdinand Hiller und Auguste Franchomme sowie die Schriftstellerin George Sand. Sie hatte er im Hause Franz Liszts kennengelernt, und seine erste Reaktion auf diese in Männerkleidung auftretende, Zigarren rauchende Frau war pure Ablehnung: „Was für eine unsympathische Frau sie doch ist! Ist sie denn wirklich eine Frau? Ich möchte es fast bezweifeln.“ 1835 machte er in Leipzig, vermittelt durch Felix Mendelssohn Bartholdy, Bekanntschaft mit Clara Wieck und Robert Schumann sowie 1836 mit Adolph von Henselt in Karlsbad.

Die Zeit mit George Sand[Bearbeiten]

Selbstporträt Maria Wodzińskas
George Sand 1838. Gemälde von Auguste Charpentier (1815–1880)

Als Chopin 1837 wegen einer unglücklichen Liebe zu der damals 18-jährigen Maria Wodzińska in eine Lebenskrise geriet, war es die sechs Jahre ältere George Sand, die ihm sein seelisches Gleichgewicht wieder gab. Auf den ersten Blick scheint dies verwunderlich: Maria Wodzińska und George Sand hatten so gut wie nichts miteinander gemeinsam. Wodzińska war ein femininer Typ, wie man sich das von Töchtern aus gutem Hause wünschte, wohingegen die Schriftstellerin Sand sich als selbstbewusste, provozierende und antithetisch gebende Persönlichkeit darstellte. Aufgrund der Tatsache, dass Chopin sie beim ersten Kennenlernen vehement abgelehnt hatte, blieben bei dem Verhältnis der beiden zueinander als Liebesbeziehung viele Fragen offen.

George Sand war eine leidenschaftliche Frau, der eine ganze Reihe zumeist jüngere Männer regelrecht verfielen. Ob das auch auf Chopin zutraf, lässt sich nicht beantworten. George Sand hat nachträglich zahlreiche an sie gerichtete Briefe vernichtet, so dass hierfür keine eindeutigen Belege überliefert sind. Ihre intime Beziehung dauerte zehn Jahre. In dieser Zeit hielt sich das Paar abwechselnd in Paris sowie auf George Sands Landsitz in Nohant, der heutigen Maison de George Sand, auf.

Valldemossa[Bearbeiten]

Im November 1838 übersiedelte George Sand mit ihren Kindern Maurice und Solange nach Mallorca. Der Entschluss beruhte auf ärztlichem Rat, denn man erwartete sich eine Verbesserung des Gesundheitszustands von Maurice, den eine rheumatische Erkrankung plagte. Da Chopin an Tuberkulose litt und sich eine Besserung durch ein milderes Klima erhoffte, schloss er sich der Familie an. Während Maurice sich erholte, stand für Chopin der Aufenthalt in der Kartause von Valldemossa in der Serra de Tramuntana unter keinem guten Stern. Die Räumlichkeiten waren zu kalt und feucht, und zum unleidlichen Wetter kam hinzu, dass die Mallorquiner gegenüber dem nicht verheirateten Paar sehr distanziert blieben. Gleich zu Anfang entwickelte Chopin alle Anzeichen einer Lungenentzündung, wie George Sand später schriftlich beklagte. Nach dreieinhalb Monaten verließen sie und Chopin die Insel am 13. Februar 1839. So kurz dieser Zeitraum im Verhältnis zu den übrigen Jahren erscheinen mag, sowohl Chopin als auch George Sand hatte dieses Ereignis stark mitgenommen. Aber anders als George Sand, die ihr vernichtendes Urteil über die Mallorquiner gleich in dem Roman Ein Winter auf Mallorca aufarbeitete, reagierte Chopin weniger nachtragend. Der gern zitierte Brief vom 3. Dezember 1838 über die ärztliche Kunst der Mallorquiner ist möglicherweise weniger boshaft gemeint als vielmehr Zeugnis seiner Selbstironie, derer Chopin sich oft bediente, um mit seiner chronischen Erkrankung fertig zu werden.

„Die drei berühmtesten Ärzte der ganzen Insel haben mich untersucht; der eine beschnupperte, was ich ausspuckte, der zweite klopfte dort, von wo ich spuckte, der dritte befühlte und horchte, wie ich spuckte. Der eine sagte, ich sei krepiert, der zweite meinte, dass ich krepiere, der dritte, dass ich krepieren werde.“

Chopin [EN 6]

Auf Mallorca wurden die 24 Préludes op. 28 fertiggestellt, zu denen das bekannte Regentropfen-Prélude zählt. Im Kontext dieses Musikstücks wird gern darauf verwiesen, wie unwohl Chopin sich in der unbehaglichen Umgebung des Klosters gefühlt habe. Ein Brief vom 28. Dezember 1838 belegt diese Annahme. Chopin schrieb an Julian Fontana:

„Nur einige Meilen entfernt zwischen Felsen und Meer liegt das verlassene, gewaltige Kartäuserkloster, in dem du dir mich in einer Zelle mit Tür, einem Tor, wie es nie in Paris eins gab, vorstellen kannst, unfrisiert, ohne weiße Handschuhe, blass wie immer. Die Zelle hat die Form eines hohen Sargs, das Deckengewölbe ist gewaltig, verstaubt, das Fenster klein, vor dem Fenster Orangen, Palmen, Zypressen; gegenüber dem Fenster mein Bett auf Gurten unter einer mauretanischen, filigranartigen Rosasse. Neben dem Bett ein nitouchable, ein quadratisches Klappult, das mir kaum zum Schreiben dient, darauf ein bleierner Leuchter […] mit einer Kerze, Bach, meine Kritzeleien und auch anderer Notenkram … still … man könnte schreien … und noch still. Mit einem Wort, ich schreibe Dir von einem seltsamen Ort.“

Chopin [EN 6]

Nach George Sand litt Chopin in jener Zeit oft unter Halluzinationen.[EN 12]

Paris und Nohant[Bearbeiten]

Nach der Rückkehr von Mallorca nahm Chopins Leben einen geregelten Ablauf an. Die Winter waren dem Unterrichten, den gesellschaftlichen Veranstaltungen, dem Kulturleben, den Salons und Chopins wenigen eigenen Auftritten gewidmet, die Sommer verbrachte das Paar bis einschließlich 1846 meist auf George Sands Landsitz Nohant. Dort fand Chopin Zeit und Ruhe fürs Komponieren. Er empfing Freunde und beschäftigte sich z. B. in Gesprächen mit Delacroix mit ästhetischen Fragen. Er studierte dort das Belcanto-Repertoire des 18. Jahrhunderts und Luigi Cherubinis Cours de contrepoint et de fugue.[EN 13] Eine beeindruckende Anzahl von Werken entstand in dieser mit George Sand verbrachten Zeit.

Ende der Beziehung[Bearbeiten]

Die Beziehung zwischen Chopin und George Sand endete 1847. Der Grund hierfür ist nicht eindeutig geklärt. Weder Chopin noch George Sand haben zu ihrer Trennung Stellung bezogen. Bekannt ist, dass George Sand zu der Zeit sehr konfliktfreudig auftrat. Dass ihre Tochter Solange sich dem mittellosen Bildhauer Auguste Clésinger zugewandt hatte, war Auslöser für Familienstreitigkeiten, bei denen es zu Handgreiflichkeiten zwischen dem Sohn Maurice und Clésinger bzw. der dem Sohn beispringenden Mutter kam. Was im Einzelnen vorgefallen war, ist nicht gesichert, weil es hierüber von Seiten George Sands sowie Solanges unterschiedliche Versionen gibt. Chopin, von der Nachricht brüskiert, dass Solange sich heimlich verlobt hatte, erhielt gleichwohl seine Freundschaft zu ihr aufrecht, was für George Sand einen unglaublichen Affront darstellte.

Tod[Bearbeiten]

Teofil Kwiatkowski: Chopin auf dem Sterbebett [A 2]

Im Laufe des Jahres 1847 verschlechterte sich Chopins Gesundheitszustand ernstlich. Chopins Schülerin Jane Stirling, die bis zum Zerwürfnis Chopins mit George Sand eher im Hintergrund für Chopin gewirkt hatte, nahm sich nach der Trennung des Paares der Anliegen Chopins an und versuchte dessen immer deutlicher werdende Melancholie zu zerstreuen. Am 16. Februar 1848 trat Chopin letztmals in der Salle Pleyel auf.[EN 13]

Der Februarrevolution 1848 entging Chopin durch eine sieben Monate dauernde Reise nach Großbritannien, die Jane Stirling organisiert hatte. Zurück in Paris, nahm er seine Unterrichtstätigkeit wieder auf, was ihm wegen seiner nachlassenden Kräfte allerdings nur sehr unregelmäßig gelang.[EN 13]

Chopin starb im Alter von 39 Jahren in seiner Wohnung an der Place Vendôme Nr. 12 im 1. Arrondissement (Paris), wahrscheinlich an Tuberkulose.[EN 14] Nach anderer Vermutung könnte auch Mukoviszidose Ursache gewesen sein.[EN 15] Zum Zeitpunkt seines Todes wachten enge Freunde, unter anderem auch George Sands Tochter Solange Clésinger, an seinem Bett. Am darauffolgenden Morgen nahm Auguste Clésinger Chopin die Totenmaske ab und fertigte einen Abguss von dessen linker Hand an.

Zu Chopins Totenmesse in der Kirche La Madeleine wurde der Trauermarsch aus seiner b-Moll-Sonate gespielt. Chopin wurde auf dem Père Lachaise beigesetzt. Nach seinem Wunsch war die Herzbestattung in der Heilig-Kreuz-Kirche (Warschau).[EN 16]

Werke[Bearbeiten]

Chopin hat fast nur Klaviermusik geschrieben. Seine wenigen Kunstlieder waren nicht für die Veröffentlichung bestimmt und erlangten keine Bedeutung. Hingegen hatte er einen Sinn für die Klangfarbe des Violoncellos. Ihm widmete er vier Werke: die Introduction et polonaise brillante op. 3, das Klaviertrio op. 8 und die Sonate für Violoncello und Klavier op. 65; mit Auguste-Joseph Franchomme schrieb er das Grand Duo über Themen aus Giacomo Meyerbeers Oper Robert der Teufel (ohne Werknummer).

Schon Elsner hatte ihm die Oper nahegebracht. Der Freischütz begeisterte ihn. Mit Vincenzo Bellini befreundet, liebte Chopin vor allem die italienische Oper. Liedformen und singbare Melodien sowie die Verzierungskunst des Belcanto spielten auch von daher in seinen Instrumentalwerken eine große Rolle. Typisch für ihn wurde eine ausgeschmückte Melodik, die mit ihrer relativ freien rhythmischen Entfaltung deutlich vom Vokalen mitgeprägt worden ist.

Chopin übernahm – und überhöhte – die brillante Virtuosenliteratur. Der Einfluss von Ignaz Moscheles, Friedrich Kalkbrenner, Carl Maria von Weber, Johann Nepomuk Hummel und (der ebenfalls von Elsner ausgebildeten) Maria Szymanowska ist nicht zu unterschätzen. Von Elsner in konzentrierter und akribischer Arbeit unterwiesen, feilte Chopin manchmal jahrelang an Kompositionsentwürfen. „Er […] wiederholte und änderte einen Takt hundertmal, schrieb ihn nieder und strich ihn ebensooft wieder aus, um am nächsten Tag seine Arbeit mit der gleichen minutiösen, verzweifelten Beharrlichkeit fortzusetzen.“ [EN 17]

Zur singbaren Melodik und zum virtuosen Klaviersatz seiner Kompositionen kommt eine hochexpressive Harmonik, die souverän mit Chromatik, Enharmonik und alterierten Akkorden umgeht und ganz eigene Wirkungen hervorruft. Als „Genie der rechten Hand“ behandelte Chopin die linke Hand eher beiläufig.[A 3] In einigen Stücken ließ er sie als Cellostimme zur Geltung kommen, so im h-Moll-Prélude (28.6), im a-Moll-Walzer (34.2) und in der langsamen cis-Moll-Etüde (25.7).

Sein Lehrer Elsner bestärkte Chopin in der Hinwendung zu polnischen Volkstänzen und Volksliedern. Ihre Elemente finden sich nicht nur in den Polonaisen, Mazurkas und Krakowiaks, sondern auch in vielen anderen Werken ohne namentlichen Hinweis. Wer die Etüden, die Préludes, die b-moll-Sonate und die Barcarolle nicht „begriffen“ hat, erliegt leicht dem süßlich-sentimentalen Klischee von Chopins Musik. Wie jeder Künstler musste Chopin auch ans Geld denken. Und das kam vom französischen Adel in den Pariser Salons. Chopins Leitbilder waren Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

Balladen[Bearbeiten]

Als Erster übertrug Chopin die epische Form der Ballade auf die Klaviermusik. Als neue Gattung (Musik) kennzeichnet sie die Verknüpfung kontrastierender, erzählender Melodien nach musikalischer Gesetzmäßigkeit, die Sonatensatzformen nicht ausschließt.[EN 18] Dass Gedichte von Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki Chopin zu den vier Balladen angeregt haben, ist nicht erwiesen.[EN 19][EN 20]

Siehe auch
Ballade Nr. 1 (Chopin)
Ballade Nr. 2 (Chopin)
Ballade Nr. 3 (Chopin)
Ballade Nr. 4 (Chopin)

Barcarolle[Bearbeiten]

Hauptartikel: Barcarolle (Chopin)

Berceuse[Bearbeiten]

Skizzenblatt und erste Seite des Manuskriptes der Berceuse

Erhaltene Skizzen geben einen seltenen Einblick in Chopins Schaffensweise.[EN 10] Neben dem Basso ostinato kennzeichnet eine persönliche Besonderheit Chopins „Wiegenlied“ in Des-Dur op. 57 (1844): Etwa die Hälfte der Werke Chopins tragen Widmungen. Mit Ausnahme der Berceuse und eines Walzers hatte Chopin jeweils einem Menschen stets nur ein einziges Stück gewidmet. Die Berceuse und der Walzer sind Mademoiselle Elise Gavard gewidmet, 1842 ein neugeborenes Baby, das mit seiner Mutter, einer Freundin George Sands, und Chopin im Sommerurlaub in Nohant war. Da George Sand und ihre Freundin Verfechterinnen der Freien Liebe waren, wird vermutet, dass Elise Gavard möglicherweise Chopins Tochter war. Die kleine Elise Gavard ist der einzige Mensch, dem zwei Stücke Chopins gewidmet sind – darunter ihr eigenes Wiegenlied. Chopin spielte das luftig-zarte Stück bei all seinen (wenigen) öffentlichen Konzerten.

Siehe auch: Berceuse

Etüden[Bearbeiten]

Hauptartikel: Etüden (Chopin)

Die epochalen Etüden op. 10 (1833) und op. 25 (1837) sind die bei weitem bedeutendsten Werke Chopins. Kongeniale Nachschöpfungen sind die 53 „Studien“ von Leopold Godowsky.

Impromptus[Bearbeiten]

Vergleich von Ignaz Moscheles, Impromptu op. 89, und Frédéric Chopin, Fantaisie-Impromptu op. 66 (posth.)

Schuberts und Chopins Impromptus sind so wenig Stegreifstücke wie ihre Walzer „Tänze“. Als ausgearbeitete Kunstwerke gehören sie zu den unvergänglichen Werken beider Komponisten. Von Chopin bekannt wurde vor allem das (flache) Fantaisie-Impromptu. Es erschien erst 1855 postum. Chopin hatte es um 1839 geschrieben, aber nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Als Grund hierfür wird angenommen, er habe erst nach dem Entstehen des Stücks erkannt, dass das Hauptthema des ersten Teiles eine große Ähnlichkeit mit dem Thema des Vivace aus dem Impromptu op. 89 von Ignaz Moscheles aufwies. Dem Vorwurf des Plagiats wollte sich Chopin nicht aussetzen. Der Des-Dur-Mittelteil kündigt in Das indische Tuch jeden Mord an.

Musikalisch und pianistisch um ein Vielfaches reicher – und viel weniger „bekannt“ – sind das Impromptu Fis-Dur op. 36 (1840) und besonders das Impromptu Ges-dur Op. 51 (1843).[EN 21] Das (zweistimmige) Impromptu As-Dur op. 29 (1837/38) mit seinem reich verzierten f-Moll-Mittelteil bleibt im Rahmen harmlos-virtuoser Salonmusik.

Konzerte[Bearbeiten]

Nocturnes[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nocturnes (Chopin)

Eine andere von Chopin weiterentwickelte Werkgruppe sind die 21 Nocturnes. Er baut mit ihnen auf den Nocturnes des Iren John Field auf, der großen Einfluss auf ihn hatte. Chopins Werke weisen dabei einen größeren harmonischen Gehalt, abwechslungsreichere Rhythmik und eine geschmeidigere Melodik auf. Die Melodien orientieren sich deutlich am Stil des Belcanto Gioachino Rossinis und Vincenzo Bellinis. Ab Opus 27 veröffentlichte Chopin die Nocturnes durchweg paarweise. Sie sind miteinander durch ihren antithetischen Charakter verbunden.

Préludes[Bearbeiten]

Die 24 Préludes op. 28 entstanden 1839 und früher. Chopin widmete ihre deutsche Ausgabe seinem Freund August Alexander Klengel. Der Organist am Sächsischen Hof hatte ihn auf diese Idee gebracht. Wie Das Wohltemperierte Klavier durchlaufen die Préludes alle Dur- und Moll-Tonarten, aber nicht in chromatischer Reihenfolge, sondern im Quintenzirkel. Sie sind nicht nacheinander entstanden, sondern (auf Mallorca) nach langem Erproben nachträglich in den Ablauf der Quintenfolge gebracht worden. Erstaunlich an diesen „Adlern ohne Flügel“ ist, dass der „rein mechanischen Ordnung eine geistige, stimmungsmäßige entspricht: die 24 Stücke kann man hintereinander spielen, als habe man ein geschlossenes Gesamtwerk vor sich“.[EN 20]

Scherzi[Bearbeiten]

Hauptartikel: Scherzi (Chopin)

Sonaten[Bearbeiten]

Tänze[Bearbeiten]

Als Pole hat Chopin – wie seine Landsleute Karol Kurpiński und Maria Szymanowska – den heimatlichen Tänzen Polonaise und Mazurka ein Denkmal gesetzt. Als Charakterstücke sind sie wie die Walzer natürlich nicht zum Tanzen geeignet. Sie sind – wie bei einigen anderen Komponisten seiner und späterer Zeit – vielmehr stilisierte und poetisierte Tänze für den konzertanten Vortrag. An Tanz erinnern nur noch Takt und Rhythmus.[EN 22]

Bolero[Bearbeiten]

Das konzertante Opus 19 ist ein Bolero (Musikstil).[EN 23]

Krakowiak[Bearbeiten]

Das Konzertrondo für Klavier und Orchester op. 14 in F-Dur (1831–1833) und der Schlusssatz des f-Moll-Konzerts sind Krakowiaks.

Mazurkas[Bearbeiten]

Die Mazurka war, anders als die Polonaise, Anfang des 19. Jahrhunderts eine recht neue Gattung der Klaviermusik, die sich aber schnell in ganz Europa etablierte. Chopin kannte sie als FolkloreMasur, Kujawiak und Oberek – von seinen Sommeraufenthalten auf dem polnischen Land.[EN 10] Mit 15 Jahren schrieb er seine erste Mazurka (B-Dur K. 891–895). Stilistische Merkmale seiner Mazurkas sind Chromatik, modale Wendungen und zuweilen ein Bass mit Quint-Bordun. Chopin veröffentlichte 51 Mazurkas, mit Ausnahme der beiden letzten in dreizehn Zyklen (op. 6, 7, 17, 24, 30, 33, 41, 50, 56, 59, 63, 67, 68). In der Regel bildet das letzte Stück einen größeren Abschluss. Eine Mazurka ist auch Teil der fis-Moll-Polonaise.

Polonaisen[Bearbeiten]

Zunächst orientierte er sich an den Polonaisen Michał Ogińskis, Elsners, Johann Nepomuk Hummels und Carl Maria von Webers. Sein frühestes im Druck erhaltene Stück ist eine Polonaise in g-Moll (K. 889) von 1817. Einige Polonaisen ohne Opuszahl sind Jugendwerke, die er später nicht veröffentlichen wollte, weil sie ihm zu schlicht waren. Seine späteren, in Paris entstandenen Werke dieser Gattung machen sich von den Vorbildern frei. Die meisten von ihnen verfügen (ab op. 26 Nr.1) über eine kadenzierende Auftaktphrase, welche die Stücke formal gliedert.

Walzer[Bearbeiten]

Sergej Rachmaninow spielt die Grande Valse brillante (1831) von Frédéric Chopin. Aufnahme: 21. Januar 1921

Die überwiegend raschen Walzer sind Salonmusik. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Chopin diese Stücke mit wenigen (schönen) Ausnahmen in Dur-Tonarten setzte, stehen diese doch nach dem abendländischen Harmonieverständnis für eine freudvollere Stimmung als die Moll-Tonarten. Der sog. „Minutenwalzer“ (op. 64.1) ist nicht darauf angelegt, in einer Minute gespielt zu werden.[EN 24] Hastiger Vortrag verdirbt diese Miniatur.[A 4]

Werkverzeichnis[Bearbeiten]

Werke mit Opuszahl[Bearbeiten]

Op. Titel Entstehungszeit Widmungsempfänger
1 Rondeau c-Moll 1825 Ludwika Linde
2 Variations sur „Là ci darem la mano“ de „Don Juan“ de Mozart B-Dur für Klavier und Orchester 1827/28 Tytus Woyciechowski
3 Polonaise brillante C-Dur für Violoncello und Klavier 1829/1830 Joseph Merk
4 Sonate Nr. 1 c-Moll 1828 Joseph Elsner
5 Rondeau à la Mazur F-Dur 1826/27 „Comtesse Alexandrine de Moriolles“
6 Quatre Mazurkas fis-Moll, cis-Moll, E-Dur, es-Moll 1830/32 „Comtesse Pauline Plater“
7 Cinq Mazurkas B-Dur, a-Moll, f-Moll, As-Dur, C-Dur 1830/32 Paul Emile Johns
8 Trio für Klavier, Violine und Violoncello g-Moll 1829 Fürst Anton Radziwiłł
9 Trois Nocturnes b-Moll, Es-Dur, H-Dur 1830/32 Marie Pleyel
10 Douze Études 1830/32 Franz Liszt
11 Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll 1830 Friedrich Kalkbrenner
12 Variations brillantes sur le rondeau favori „Je vends des Scapulaires“ de „Ludovic“ de Hérold et Halévy B-Dur 1833 „Mademoiselle Emma Horsford“
13 Fantaisie sur des airs nationaux polonais A-Dur für Klavier und Orchester 1829 Johann Peter Pixis
14 Krakowiak. Grand Rondeau de Concert F-Dur für Klavier und Orchester 1831/33 Fürstin Anna Czartoryska
15 Trois Nocturnes F-Dur, Fis-Dur, g-Moll 1831/33 Ferdinand Hiller
16 Rondeau Es-Dur 1829 „Mademoiselle Caroline Hartmann“
17 Quatre Mazurkas B-Dur, e-Moll, As-Dur, a-Moll 1831/33 „Madame Lina Freppa“
18 Grande valse brillante Es-Dur 1833 „Mademoiselle Laura Horsford“
19 Boléro C-Dur etwa 1833 „Comtesse Emilie de Flahault“
20 Scherzo Nr. 1 h-Moll 1831/34 Thomas Albrecht
21 Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll 1829/30 Gräfin Delfina Potocka
22 Grande polonaise brillante précédée d’un Andante spianato, G-Dur u. Es-Dur 1830/36 „Baronesse d’Est“
23 Ballade Nr. 1 g-Moll 1835 Baron Nathaniel von Stockhausen
24 Quatre Mazurkas g-Moll, C-Dur, As-Dur, b-Moll 1833/36 Graf Léon-Amable de Perthuis
25 Douze Études 1833/37 Gräfin Marie d'Agoult
26 Deux Polonaises cis-Moll, es-Moll 1831/36 Josef Dessauer
27 Deux Nocturnes cis-Moll, Des-Dur 1833/36 Gräfin Therese von Apponyi
28 24 Préludes op. 28 1838/39 Camille Pleyel
29 Impromptu Nr. 1 As-Dur etwa 1837 „Comtesse Caroline de Lobau“
30 Quatre Mazurkas c-Moll, h-Moll, Des-Dur, cis-Moll 1836/37 Fürstin Maria von Württemberg geb. Fürstin Czartoryska
31 Scherzo Nr. 2 b-Moll 1835/37 „Comtesse Adèle de Fürstenstein“
32 Deux Nocturnes H-Dur, As-Dur 1835/37 „Baronin Camille de Billing née de Courbonne“
33 Quatre Mazurkas gis-Moll, D-Dur, C-Dur, h-Moll 1836/38 „Comtesse Róża Mostowska“
34 Trois Valses As-Dur, a-Moll, F-Dur 1831/38
34/1 Valse As-Dur Gräfin Josephine von Thun-Hohenstein
34/2 Valse a-Moll „Baronesse G. d’Ivry“
34/3 Valse F-Dur „Mademoiselle la Baronne A. d’Eichthal“
35 Sonate Nr. 2 b-Moll 1839
36 Impromptu Nr. 2 Fis-Dur 1839
37 Deux Nocturnes g-Moll, G-Dur 1837/39
38 Ballade Nr. 2 F-Dur 1839 Robert Schumann
39 Scherzo Nr. 3 cis-Moll 1839 Adolf Gutmann
40 Deux Polonaises A-Dur („Militaire“), c-Moll 1838/39 Julian Fontana
41 Quatre Mazurkas cis-Moll, e-Moll, H-Dur, As-Dur 1838/39 Stefan Witwicki
42 Grande Valse As-Dur 1839/40
43 Tarantelle As-Dur 1841
44 Polonaise fis-Moll 1841 Fürstin Ludmille de Beauveau geb. Komar
45 Prélude cis-Moll 1841 Fürstin Elisabeth Tschernischeff
46 Allegro de Concert A-Dur 1832/41 Friederike Müller
47 Ballade Nr. 3 As-Dur 1841 Pauline de Noailles
48 Deux Nocturnes c-Moll, fis-Moll 1841 Laure Duperré
49 Fantaisie f-Moll 1841 Fürstin Catherine de Souzzo
50 Trois Mazurkas, G-Dur, As-Dur, cis-Moll 1841/42 Leon Szmitkowski
51 Impromptu Nr. 3 Ges-Dur 1842 Gräfin Johanna von Esterházy geb. Gräfin Batthyány
52 Ballade Nr. 4 f-Moll 1842 Baronin Charlotte de Rothschild
53 Polonaise As-Dur („Héroïque“) 1842 Auguste Léo
54 Scherzo Nr. 4 E-Dur 1842 Jeanne de Caraman
55 Deux Nocturnes f-Moll, Es-Dur 1843 Jane Stirling
56 Trois Mazurkas H-Dur, C-Dur, c-Moll 1843 Catherine Maberly
57 Berceuse Des-Dur 1844 Elise Gavard
58 Sonate Nr. 3 h-Moll 1844 Gräfin Élise de Perthuis
59 Trois Mazurkas a-Moll, As-Dur, fis-Moll 1845
60 Barcarolle Fis-Dur 1846 „Baronesse de Stockhausen“
61 Polonaise Fantaisie As-Dur 1846 „Madame A. Veyret“
62 Deux Nocturnes H-Dur, E-Dur 1845/46 „Mademoiselle R. de Könneritz“
63 Trois Mazurkas H-Dur, f-Moll, cis-Moll 1846 Gräfin Laura Czosnowska
64 Trois Valses 1840/47
64/1 Valse Des-Dur („Minutenwalzer“) Audiodatei abspielen Gräfin Delfina Potocka
64/2 Valse cis-Moll Baronin Charlotte de Rothschild
64/3 Valse As-Dur Gräfin Katarzyna Branicka
65 Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll 1846/47 Auguste-Joseph Franchomme
66 Fantaisie-Impromptu cis-moll 1834
67 4 Mazurkas ?
68 4 Mazurkas C-Dur, a-Moll, F-Dur, f-Moll 1830–1846
69 2 Valses As-Dur, h-Moll ?
70 3 Valses Ges-Dur, As-Dur, Ges-Dur ?
71 3 Polonaises d-Moll, B-Dur, f-Moll um 1820

Werke ohne Opuszahl[Bearbeiten]

  • Polonaise B-Dur (1817)
  • Polonaise g-Moll (1817)
  • Polonaise As-Dur (1821)
  • Introduction et Variations sur un air national allemand E-Dur (1824)
  • Polonaise gis-Moll (1824)
  • Mazurka B-Dur (1825/26)
  • Mazurka G-Dur (1825/26)
  • Variations für Klavier zu 4 Händen D-Dur (1825/26)
  • Polonaise b-Moll (1826)
  • Nocturne e-Moll (1828/30)
  • Souvenir de Paganini A-Dur (1829)
  • Mazurka G-Dur (1829)
  • Valse E-Dur (1829)
  • Valse Es-Dur (1829)
  • Mazurka avec partie vocale G-Dur (1829)
  • Valse As-Dur (1829)
  • Valse e-Moll (1830)
  • Czary avec partie vocale (1830)
  • Polonaise Ges-Dur (1830)
  • Lento con gran espressione cis-Moll (1830) (oft der Gattung der Nocturnes zugeordnet)
  • Mazurka B-Dur (1832)
  • Mazurka D-Dur (1832)
  • Gran Duo concertant sur „Robert le Diable“ de Meyerbeer für Violoncello und Klavier E-Dur (1832/33)
  • Mazurka C-Dur (1833)
  • Cantabile B-Dur (1834)
  • Mazurka As-Dur (1834)
  • Trois nouvelles études (1841)

Denkmäler[Bearbeiten]

Chopins Grab in Paris

Literatur[Bearbeiten]

Werkverzeichnisse[Bearbeiten]

  • Maurice John Edwin Brown: Chopin. An index of his works in chronological order. 2. Aufl. Macmillan, London 1972, ISBN 0-333-13535-0 / Da Capo Press, New York 1972, ISBN 0-306-70500-1.
  • Józef Michal Chomiński, Teresa Dalila Turlo: A catalogue of the works of Frederick Chopin. Polskie Wydawnictwo Muzyczne (PWM), Kraków 1990, ISBN 83-224-0407-7.
  • Krystyna Kobylańska: Frédéric Chopin. Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis. Henle, München 1979, ISBN 3-87328-029-9.

Biographisches, Dokumente, Bilder[Bearbeiten]

  • Eva Gesine Baur: Chopin oder Die Sehnsucht. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59056-6.
  • Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. Hirmer, München 1990, ISBN 3-7774-5370-6.
  • Camille Bourniquel: Frédéric Chopin. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1994, ISBN 3-499-50025-6.
  • Benita Eisler: Ein Requiem für Frédéric Chopin. Blessing, München 2003, ISBN 3-89667-158-8.
  • Ute Jung-Kaiser (Hrsg.): Chopin, der Antistar. Olms, Hildesheim / Zürich [u. a.] 2010, ISBN 978-3-487-14331-6.
  • Jürgen Lotz: Frédéric Chopin. Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-499-50564-9.
  • Krystyna Kobylańska: Frédéric Chopin. Briefe. S. Fischer, Frankfurt a. M. 1984, ISBN 3-10-010704-7.
  • Krystyna Kobylańska: Chopin in der Heimat Urkunden und Andenken. Polskie Wydawnictwo Muzyczne, Krakau 1955 (Dokumente von 1771 bis 1830, Text auf Deutsch)
  • Stefan Plöger: Auf der Suche nach seinem Leben: Auf Chopins Wegen. Schweikert-Bonn-Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-940259-16-5.
  • Christoph Rueger: Frédéric Chopin: seine Musik – sein Leben. Parthas-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86964-022-8.
  • Jim Samson: Frédéric Chopin. Reclam, Stuttgart 1991, ISBN 3-15-010364-9.
  • Mieczslaw Tomaszewski: Frédéric Chopin. Laaber-Verlag, Laaber 1999, ISBN 3-89007-448-0.
  • Hans Werner Wüst: Frédéric Chopin – Briefe und Zeitzeugnisse, Ein Portrait. Bouvier, Bonn 2007, ISBN 978-3-416-03164-6.
  • Adam Zamoyski: Chopin: Der Poet am Piano. Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann, München 2010, ISBN 978-3-570-58015-8.
  • Tadeusz A. Zieliński: Chopin. Sein Leben, sein Werk, seine Zeit. Lübbe, Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-7857-0953-6.
  •  Johann Jacob Hansen: Lebensbilder hervorragender Katholiken des 19. Jahrhunderts.... Nach Quellen bearbeitet und herausgegeben von Jakob Hansen. I-IV, Bonifacius-Druckerei,, Paderborn 1901-1906.

Belletristik[Bearbeiten]

Filme über Frédéric Chopin[Bearbeiten]

  • 1934: Abschiedswalzer – Spielfilm, 87 Min., Deutschland, Regie: Géza von Bolváry, mit Wolfgang Liebeneiner als Chopin
  • 1951: Chopins Jugendzeit (Młodość Chopina) – Spielfilm, 1951, 121 Min., Polen, Regie: Aleksander Ford, mit Czesław Wołłejko als Chopin
  • 1991: Verliebt in Chopin (Impromptu) – Spielfilm, 1991, 103 Min., USA, Frankreich, Großbritannien, Regie: James Lapine, mit Hugh Grant als Chopin
  • 1991: Blue Note (La Note bleue) – Spielfilm, 1991, 135 Min., Frankreich, Regie: Andrzej Żuławski, mit Janusz Olejniczak als Chopin
  • 1993: Chopin – Bilder einer Trennung – TV-Spielfilm, 1993, 114 Min., Deutschland, Frankreich, Regie: Klaus Kirschner, mit Stephan Wolf-Schönburg als Chopin
  • 2002: Chopin – Sehnsucht nach Liebe (Chopin. Pragnienie milosci) – Spielfilm, 2002, Polen, 134 Min., Regie: Jerzy Antczak, mit Piotr Adamczyk als Chopin
  • 2010: Die Kunst des Frédéric Chopin (L’art de Frédéric Chopin. 200 ans de la naissance de Frédéric Chopin) – Dokumentation, Frankreich, 2010, 52 Min., Regie: Gérald Caillat

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frédéric Chopin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Chopin-Gesellschaften
Deutsche Chopin-Gesellschaft e. V. – Verein zur Pflege der Musik von Chopin
Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft e. V.
Internationale Chopingesellschaft Wien
Werkverzeichnis
Werkverzeichnis nach Opus, BI, Titel, Gattung und Entstehung
Werkverzeichnis im ClassicalMusicDB
Freie Notenausgaben
Noten und Audiodateien von Frédéric Chopin im International Music Score Library Project
www.kreusch-sheet-music.net Sammlung von Chopins Klavierwerken
Akustisches
ClassicCat.net – Chopin – Verzeichnis mit freien Aufnahmen
Piano Society – Chopin – Freie Aufnahmen
Hörbeispiele bei Magazzini Sonori

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kobylanska, Heimat, s. 11
  2. Was Chopin born 200 years ago? (Version vom 19. April 2010 im Internet Archive)
  3. Frédéric Chopin, un franco-polo polonais (Version vom 23. Juli 2012 im Internet Archive)
  4. Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, Abbildungen der Urkunden S. 13 f.. ISBN 3-7774-5370-6
  5. Henryk F. Nowaczyk: Chopin ochrzczony „z wody” w Żelazowej Woli, in Ruch Muzyczny, Jahr XLIII, n° 14 (11 Juli 1999), S. 35-39
  6. a b c d e Krystyna Kobylańska (Hg.): Fryderyk Chopin. Briefe. Berlin 1983
  7. Franz Liszt: Chopin. Leipzig 1852, S. 133.
  8. info-polen.com
  9. Abgebildet in Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6, S. 42 f.
  10. a b c Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6.
  11. Allgemeine musikalische Zeitung, 31. Jg., No. 46, 18. November 1829, Sp. 757 f., Breitkopf & Härtel, Leipzig
  12. George Sand: Geschichte meines Aufenthalts auf Mallorca aus Geschichte meines Lebens, als Anhang in George Sand: Ein Winter auf Mallorca. DTV Taschenbuch, 10. Auflage, München 1995, S. 258 f.
  13. a b c Jean-Jacques Eigeldinger: Chopin, Fryderyk Franciscek, Frédéric François, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Personenteil 4, Kassel u. a. 2000, Spalte 977–979
  14. Andreas Otte, Konrad Wink: Kerners Krankheiten großer Musiker. Schattauer, Stuttgart / New York, 6. Aufl. 2008, ISBN 978-3-7945-2601-7, S. 221ff.
  15. Lucyna Majka, Joanna Gozdzik, Micha Witt: Cystic fibrosis – a probable cause of Frédéric Chopin’s suffering and death. (PDF; 54 kB) In: J. Appl. Genet., 44 (2003), S. 77–84
  16. br-online.de
  17. Bericht George Sands in: Ernst Burger: Frédéric Chopin. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München 1990, ISBN 3-7774-5370-6, S. 254
  18. Peter Hollfelder: Die Klaviermusik. Noetzel, Wilhelmshaven 1999
  19. Robert Schumann: Gesammelte Schriften über Musik und Musiker. Hg. von M. Kreisig. 5. Auflage. Leipzig 1914, Bd. 3, S. 32
  20. a b Otto Emil Schumann: Handbuch der Klaviermusik, 4. Auflage. Wilhelmshaven 1979, S. 356–359
  21. Ingolf Wunder
  22. Karl Heinrich Wörner, Wolfgang Gratzer, Lenz Meierott: Geschichte der Musik – Ein Studien- und Nachschlagebuch. 8. Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1993, S. 495.
  23. Ingolf Wunder (YouTube)
  24. „Minutenwalzer“ Analyse
  25. Chopin-Denkmal enthüllt Der Standard, 25. November 2010

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Siehe die vielen Briefe Chopins an Fontana in Krystyna Kobylańska (Hg.): Fryderyk Chopin. Briefe. Berlin 1983.
  2. Auftragsarbeit von Jane Stirling. Von links: Aleksander Jełowicki, Chopins Schwester Ludwika, Marcelina Czartoryska, Wojciech Grzymała, Kwiatkowski
  3. Nicht zufällig ist Leopold Godowsky das „Genie der linken Hand“.
  4. Der „Minutenwalzer“ ist auch unter dem Namen „Petit chien“ bekannt. Indem ein junger Hund den eigenen Schwanz zu fangen versuchte, soll Chopin zu dem sich ständig um den Ton as drehenden Hauptthema angeregt worden sein.
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 12. April 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.