Schweinsteiger

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Schweinsteiger ist ein deutscher Familienname. Er ist eine Herkunftsbezeichnung, die mit einem Ort in Zusammenhang steht, für den zur Zeit der Namensprägung das Vorhandensein von Schweinen charakteristisch war. Der Name mehrerer Ortsteile in Bayern ist auf diese Weise zu erklären. Der Namensbestandteil ‚Steig‘ muss sich nicht notwendigerweise auf einen Weg beziehen, denn er kommt auch im Mittelhochdeutschen vor und bedeutet dann Stall. Folglich könnte der Ortsname auf das ursprüngliche Vorhandensein eines Schweinestalls hindeuten.[1] Einerseits gab es jedoch bereits im Mittelalter auf jedem Bauern- oder Gutshof einen Schweinestall; als Unterscheidungsmerkmal war eine solche Einrichtung deshalb weitgehend ungeeignet. Andererseits kommt der Name Schweinsteig auch als Straßenname vor (Beispiel: Gemeinde Samerberg, Oberbayern) oder als Bezeichnung für einen Gasthof (Beispiel: Berggasthof Schweinsteig in Brannenburg, Oberbayern). Der erste Träger des Namens Schweinsteiger ist deshalb nicht unbedingt in einem bestimmten Dorf namens Schweinsteig zu suchen.

Die oberbayerische Familie Schweinsteiger ist im oberen Inntal in der Region um Brannenburg alteingesessen; der Familienname kommt dort häufiger vor, auch auf österreichischer Seite. Die Vorfahren waren Landwirte. Der Familienname rührt mit hoher Wahrscheinlichkeit daher, dass es auf dem Grund und Boden eines Vorfahren Wildschweine gegeben hatte.[2] 1494 tritt ein Kaspar Schweinsteiger urkundlich als Pächter des Guts Aich bei Brannenburg auf.[3] 1849 treten Mitglieder der Familie Schweinsteiger aus Schadhub, Oberbayern, vor dem Schwurgerichtshof von Oberbayern als Zeugen in einem aufsehenerregenden Strafprozess wegen eines im April 1842 begangenen Raubes an Sebastian Schweinsteiger auf.[4]

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Namen – die Übersicht für den Buchstaben S | NDR.de – NDR 1 Niedersachsen – Programm
  2. Ludwig Staub: Das bayerische Hochland. München 1860, S. 250–252 (online).
  3. Sebastian Dachauer (Hrsg.): Regesten und Urkunden zur bayerischen Orts-, Familien- und Landes-Geschichte. Zehnte Reihe: Aus der vormals gräfl. Preysing'schen, nunmehr kurfürstl. Maria Leopoldinischen Registratur zu Brannenburg, und aus der pfarrlichen Registratur dieser Gegend. München 1846 (= Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte Band VIII, Heft 1), S. 15 (online).
  4. Verhandlungen des Schwurgerichtshofes von Oberbayern. Band 1, München 1849, S. 386–505 (online).