Bundesautobahn 369

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 369 in Deutschland
Bundesautobahn 369
Karte
Verlauf der A 369
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Goslar-Vienenburg
(51° 56′ N, 10° 35′ O)
Straßenende: Bad Harzburg-Westerode
(51° 55′ N, 10° 33′ O)
Gesamtlänge: 4 km
  davon in Betrieb: 4 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Status: Hochstufung von B6 Ende 2018 geplant
Bundesstraße 6 VienenburgSüd Süd.jpg
Die künftige Bundesautobahn 369 an der Abfahrt Vienenburg-Süd, Blickrichtung Bad Harzburg

Die Bundesautobahn 369 (Abkürzung: BAB 369) – Kurzform: Autobahn 369 (Abkürzung: A 369) ist die geplante Bezeichnung für die Bundesstraße 6 zwischen dem Autobahndreieck Vienenburg und dem Bad Harzburger Dreieck in Niedersachsen.[1][2]

Die Aufstufung der Teilstrecke wurde am 10. Januar 2018 angekündigt. Die künftige BAB 369 wird die vor 1980 errichtete, ursprüngliche und später abgestufte Teilstrecke der Bundesautobahn 395 in einer verkürzten Weise umfassen: Der Abschnitt von AS Osterwieck bis AD Vienenburg wird als Teil der neuen Bundesautobahn 36 umgewidmet, während das nur rund 400 Meter lange Teilstück zwischen dem AD Bad Harzburg und der AS Westerode als Teil der Bundesstraße 4 verbleiben wird.

Die Nummerierung basiert auf eine verworfene geplante Bezeichnung für die BAB 395.

Gedenkstein zum ehemaligen Zollgebäude Lukaszoll am Westrand der Strecke

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte Straßenstück ist im nördlichen Harzvorland im Stadtgebiet von Bad Harzburg und Goslar gelegen. Es führt östlich am Radauer Holz vorbei, das vom gleichnamigen Fluss durchflossen wird. Auch befindet sich unmittelbar westlich der AS Vienenburg-Süd ein Gedenkstein zur Wüstung Lukaszoll. Ferner befindet sich östlich der Autobahn die Flur Hungerkamp. In südliche Fahrtrichtung wird dem Fahrer ein großzügiger Blick auf den Harz und seine direkte Grenzlandschaft erlaubt, zudem ist das Stadtgebiet Bad Harzburgs und einiger umliegender Dörfer sehr gut zu beobachten.

Angrenzende Orte sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Vienenburg, Lochtum, Bettingerode, Westerode, Schlewecke, Radauanger, Harlingerode und Gut Radau.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wird am Autobahndreieck Vienenburg nahtlos aus dem Ostteil der künftigen Bundesautobahn 36 aus Richtung Wernigerode hervorgehen. Über ein TOTSO ist diese an ihren Nordteil Richtung Braunschweig/Wolfenbüttel angebunden.

Die Straße ist vollständig vierspurig mit Standstreifen ausgebaut. Die Abfahrt Harlingerode ist aus beiden Fahrtrichtungen befahrbar, wohingegen die Ausfahrt Vienenburg-Süd nur aus Richtung Bad Harzburg kommend zu erreichen ist.

Am Dreieck Bad Harzburg wird sich die A 369 in der Bundesstraße 4 fortsetzen, die als "Stadtautobahn" in das Stadtgebiet bzw. weiter in den Harz Richtung Braunlage und Thüringen führt. In das Dreieck mündet die aus Richtung Harlingerode bzw. Goslar kommende autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 6 ein. Die Bahnstrecke Braunschweig–Bad Harzburg verläuft im Südteil nur wenige 100 Meter westlich der Trasse.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Realisierung des Teilstücks als BAB 395[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er-Jahren wurden Planungen aufgenommen, die Bundesstraße 4 als Bundesautobahn 369 aus- bzw. neuzubauen. Als erstes Teilstück wurde 1972 die Ortsumfahrung Vienenburg errichtet, die sich zwischen der jetzigen AS Osterwieck und der AS Westerode auf einer Länge von 5,9 Kilometern erstreckt.[3]

Abschnitt km Jahr Bauweise Aktuelle Widmung
AD Bad Harzburg-Westerode–AS Osterwieck/Vienenburg 5,9 km 1972 vierstreifig A395 B4 B6

Auf einer amtlichen Netzkarte aus dem Jahre 1976 ist die BAB 369 bereits in ihrer heutigen Gestalt als Zubringer aus dem Raum Braunschweig ersichtlich. Weiterhin zu erkennen sind die früheren Planungen der A 36, die das heutige Dreieck Bad Harzburg als Autobahnkreuz im Rahmen einer nach Osten hin erweiterten Strecke aufführt, deren Verlauf von der innerdeutschen Grenze nördlich von Eckertal über eine etwas nördlich gelegenere Umgehung Goslars und Lutter am Barenberge bis zu Bockenem und von dort aus weiter nach Hameln in Richtung Ostwestfalen vorgesehen war. Diese Planung wurde jedoch zugunsten eines Neubaus der Bundesstraße 6 von Goslar zum Südende der ehemaligen und künftigen BAB 369 aufgegeben, die zwischen 1983 und 1987 realisiert wurde. Die Erweiterung in Ostrichtung wurde später weiter nördlich am AD Vienenburg durch den Bau der Bundesstraße 6n getätigt.

Die Kosten für den Abschnitt zwischen der AS Harlingerode und der AS Vienenburg-Süd beliefen sich auf ca. 9,3 Millionen DM (1976), das entspricht inflationsbereinigt 11,4 Millionen Euro (2018).[4]

Weiterhin war der Weiterbau der BAB 369 nach Braunlage vorgesehen. Zwar war die Bundesstraße 4 schon Ende der 1970er bis in das Stadtgebiet Bad Harzburgs hinein vierspurig ausgebaut, jedoch wurde der weitere Bau nach Süden über Torfhaus nach Braunlage verworfen. Ein vierspuriger Ausbau der B 4 erfolgte erst in späterer Zeit und weder kreuzungsfrei noch ohne Lücken.[5]

Die Aufgabe der alten Planung der BAB 36 bedingte die Umbelegung der Streckenbezeichnung zur Nebenautobahn der zu jener Zeit Anfang der 1980er entstehenden Bundesautobahn 39. Sie wich nach der Fertigstellung der Autobahn der Bezeichnung BAB 395. Diese wird im Gegensatz zur zukünftigen Auslegung für die gesamte Bundesautobahn 395 bis zum Autobahnkreuz Braunschweig-Süd verwendet.

Nach der Wiedervereinigung erfolgte der sukzessive Bau der Bundesstraße 6n als Osterweiterung Richtung Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt, dem künftigen Ostteil der neuen BAB 36. Infolge jener Fertigstellung erfolgte am 2. Oktober 2001 die Abstufung der BAB 395 bis zum AD Vienenburg zum Teilstück der Bundesstraße 6. [6]

Wiederaufstufung zur BAB 369[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Anfang 2017 eine von verschiedenen Seiten im Harz angestrebte Aufstufung der Bundesstraße 6 zwischen Vienenburg und Bernburg zur Bundesautobahn 36 Erfolg zeigte und angekündigt wurde, forderte der damalige niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies September 2017 in einem Schreiben an Dobrindt, zusätzlich den 2001 von der BAB 395 abgestuften Abschnitt zwischen Vienenburg und Bad Harzburg wieder heraufzustufen.[7]

Anfang 2018 kündigte das Bundesverkehrsministerium die Rückaufstufung des Streckenabschnitts zur Bundesautobahn 369 an, die im Gegensatz zur früheren Auslegung wesentlich kürzer gehalten ist und nur das Endstück umfasst, das nicht zur Aufstufung zur BAB 36 fähig ist. Die „Rückbenennung“ zur BAB 369 ist nur in zweiter Linie einem Traditionsbewusstsein bedingt, sondern erklärt sich aus der nun doch realisierten BAB 36 und ihrer Rolle als der A 369 übergeordneten Autobahn.[1] Nach Angaben des Niedersächsischen Verkehrsministeriums erfolgt die Aufstufung des Streckenabschnitts Ende 2018.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 369 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bundesstraße wird aufgewertet: Autobahn bis kurz vor Bad Harzburg auf live.goslarsche.de, veröffentlicht am 10. Januar 2018, abgerufen am 11. Januar 2018.
  2. a b Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Niedersachsen erhält neue Autobahn – Bundesstraße 6 (B 6) wird zur Autobahn 36 bzw. 369 (A 36 bzw. A 369). 26. Januar 2018, abgerufen am 28. Januar 2018.
  3. Neubau von Bundesautobahnen. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1972. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 12. Januar 2018.
  4. Deutscher Bundestag: Verhandlungen: Stenographische Berichte. Anlagen zu den stenographischen Berichten. Drucksachen, Band 228. 1976. S. 186.
  5. Bauleistungen auf Bundesfernstraßen im Jahre 1976. Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985. Anlage zum Straßenbaubericht 1974. Bundesminister für Verkehr Abt. Straßenbau, abgerufen am 12. Januar 2018 (Kartenausschnitt).
  6. Abstufungen von Bundesautobahnen seit 2001. autobahn-online.de, abgerufen am 12. Januar 2018.
  7. B6: Autobahn auch im Westharz | GZ Live auf live.goslarsche.de, abgerufen am 11. Oktober 2017.