Bundesautobahn 95

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bundesautobahn 996)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/DE-A
Bundesautobahn 95 in Deutschland
Bundesautobahn 95
 European Road 533 number DE.svg
Karte
Verlauf der A 95
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: München
(48° 6′ N, 11° 30′ O)
Straßenende:: Eschenlohe
(47° 35′ N, 11° 10′ O)
Gesamtlänge: 67,4 km (mit B2 69 km)

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Auf der A 95 bei Starnberg Richtung Munchen.jpg
Die A95 bei Starnberg Richtung München
Vorankündigungschild an der Schilderbrücke zur Ausfahrt Starnberg im Jahr 1973. Noch dominierten die Europastraßennummern, da die bundesdeutschen Autobahnnummern erst 1974 eingeführt wurden.[1]

Die Bundesautobahn 95 (Abkürzung: BAB 95) – Kurzform: Autobahn 95 (Abkürzung: A 95) – führt von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Sie hat eine Länge von 67,4 Kilometern.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatsächlich beginnt die Bundesautobahn 95 nicht am Autobahnanschluss München-Sendling-Süd (1), sondern 1,714 Kilometer südwestlich an der autobahnkreuzähnlich ausgebauten Anschlussstelle München-Kreuzhof (2). Der Bereich dazwischen ist zwar nach der Straßenverkehrsordnung eine Autobahn und somit mit dem Verkehrszeichen 330 (Zeichen 330 - Autobahn, StVO 1992.svg) beschildert. Der Abschnitt ist aber nach dem Bundesfernstraßengesetz als Bundesstraße 2 gewidmet und ist daher kein Bestandteil der Bundesautobahn 95. (siehe Liste der Autobahnen, die keine Bundesautobahnen sind). Des Weiteren besteht in diesem Abschnitt keine Mautpflicht für LKW.

Sechsstreifig führt die Strecke zirka 3,5 Kilometer in südlicher Richtung durch das Münchner Stadtgebiet. Hier besitzt die A 95 keinen Seitenstreifen. Nun führt die Strecke im Landkreis München durch den Forstenrieder Park. An dessen Ende befindet sich das Autobahndreieck Starnberg mit dem Abzweig der Bundesautobahn 952 Richtung Starnberg. Ab hier ist die A 95 nur noch vierstreifig ausgebaut.

Zirka zehn Kilometer verläuft die Autobahn nun an der Grenze zwischen dem Landkreis Starnberg und dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entlang, bevor sie kurz vor Wolfratshausen den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen endgültig erreicht. Diesen durchquert die A 95 (zirka 15 Kilometer) in südlicher Richtung und erreicht drei Kilometer südlich der Ausfahrt Seeshaupt den Landkreis Weilheim-Schongau. An Penzberg vorbei erreicht die Strecke drei Kilometer südlich der Ausfahrt Sindelsdorf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Autobahn führt in südwestlicher Richtung weiter über die Loisach (knapp zwei Kilometer vor der Ausfahrt Murnau/Kochel). Im weiteren Verlauf überquert die A 95 auf Loisachbrücke Ohlstadt ein zweites Mal die Loisach sowie die B 2. Es folgt die letzte Ausfahrt Eschenlohe. Nach etwa 1,5 Kilometer endet die Bundesautobahn 95 an einer provisorischen Ausfahrt südlich von Eschenlohe und geht in die B 2 über. Von dort besteht Anschluss nach Garmisch-Partenkirchen und weiter über Mittenwald, Scharnitz und Seefeld in Tirol nach Innsbruck. Ebenso kann über die Bundesstraße 23 der Fernpass erreicht werden.

Auf ihrer gesamten Länge ist sie Teil der Europastraße 533. Der nördliche Teil bis zum Autobahndreieck Starnberg ist an die Erfordernisse einer Großstadt angepasst (hier ist die Strecke sechsstreifig ausgebaut). Daran anschließend verläuft die Strecke mit einem geringeren Verkehrsaufkommen östlich des Starnberger Sees entlang in das Alpenvorland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A 95 im Forstenrieder Park

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg war eine Strecke zwischen München und Lindau am Bodensee vorgesehen (Strecke 77), die südlich des Ammersees verlaufen sollte.[2] Diese Planungen wurden nach dem Krieg modifiziert. So sollte auf deutscher Seite eine Autobahn von Basel nach Salzburg führen.[3] Der Abschnitt von Weil am Rhein bis München sollte die Bezeichnung A 22 tragen.[4] 1974 wurde ein neues System der Nummerierung der Bundesautobahnen eingeführt. Dabei wurde die Strecke Basel – Salzburg zur Bundesautobahn 98 und die Strecke München – Garmisch-Partenkirchen die Bundesautobahn 95. 1980 wurden aufgrund der enormen Kosten, des nicht ausreichend nachweisbaren Bedarfes und fehlender Akzeptanz die Planungen zur A 98 aufgegeben. Bei Penzberg erinnert noch ein teilweise fertiggestelltes Autobahnkreuz (47° 44′ 31″ N, 11° 19′ 55″ O) an diese Planungen.

Ebenso war in früheren Jahren geplant, die Münchener Stadteinfahrt der A 95 ab dem Kreuz mit der geplanten A 99 als A 996 zu bezeichnen.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste zirka zehn Kilometer lange Streckenabschnitt von München bis zur Anschlussstelle Schäftlarn wurde 1966 dem Verkehr übergeben.[5] 1969 folgte die Verlängerung bis zur Anschlussstelle Wolfratshausen (elf Kilometer) [6] und 1970 bis zur Anschlussstelle Penzberg (16 Kilometer)[7].

1972 wurde die Strecke bis zu einer provisorischen Ausfahrt bei Ohlstadt (21,3 Kilometer) verlängert.[8] Zu diesem Streckenabschnitt gehört mit der Loisachbrücke Ohlstadt die mit 1315 m längste Brücke in Bayern. Um den Pfeilern der Brücke im moorigen Untergrund des Murnauer Mooses Halt zu geben, mussten zahlreiche Sprengungen in dem heutigen Naturschutzgebiet durchgeführt werden.

1982 folgte die bis heute letzte Verlängerung (4,6 Kilometer) bis zu einer provisorischen Ausfahrt südlich von Eschenlohe.[9]

Verkehrsaufkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2015 entlang der A 95 insgesamt vier automatische Zählstellen. In Nord-Süd-Richtung betrug das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen in diesem Zeitraum:[10]

Zählstelle Kfz-Verkehr/Tag Schwerverkehr/Tag
München–Kreuzhof (W) (9043) 65.196 2.200
AD Starnberg (N) (9151) 58.597 2.056
Seeshaupt (N) (9161) 30.988 1.148
Murnau/Kochel (S) (9164) 13.955 685

Baufortschritt/Planungsstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiterbau vom derzeitigen Autobahnende bei Eschenlohe nach Garmisch-Partenkirchen ist seit 1964 in Planung. Seit Mai 2000 ist die vierstreifige Ortsumgehung von Farchant in Betrieb (als B 2). Vorgesehen ist ferner die Ortsumgehung Oberau mit dem Tunnel Oberau, dem Auerbergtunnel und einer Anbindung in Richtung Reutte und Peiting über eine B 23 neu (vgl. Kramertunnel). Die 4,2 km lange Ortsumgehung von Oberau befindet sich seit September 2015 in Bau. Die Fertigstellung jenes Abschnitts wird voraussichtlich Ende 2021 erfolgen.[11] Es ist bisher noch nicht entschieden, ob der Abschnitt ab dem bisherigen Autobahnende bei Eschenlohe als Kraftfahrstraße (B 2 neu) oder als Verlängerung der Bundesautobahn 95 gewidmet wird.

geplanter Weiterbau
AB-AS-blau.svg provisorischer Autobahnanschluss
AB-Tunnel.svg Auerbergtunnel (1900 m)
AB-AS.svg Oberau-Nord
AB-Tunnel.svg Tunnel Oberau (2971 m)
AB-AS.svg Oberau-Süd B23
AB-AS-gelb.svg Farchant
Bereits als B 2 gebautes Teilstück
AB-AS-gelb.svg Farchant
AB-Tunnel.svg Tunnel (90 m)
AB-Brücke.svg Loisachbrücke (120 m)
AB-Tunnel.svg Tunnel Farchant (2326 m)
AB-AS-gelb.svg Garmisch-Partenkirchen
Zeichen 215 - Kreisverkehr, StVO 2000.svg Ortseinfahrt Garmisch-Partenkirchen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschwindigkeitsbegrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Bundesautobahn 95 besteht größtenteils keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Lediglich im Stadtgebiet von München sind 80 km/h festgesetzt.

Bedeutung der Autobahn innerhalb des Fernstraßennetzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A 95 und die von ihr abzweigende A 952 sind die einzigen Autobahnen in Deutschland, die auf absehbare Zeit nicht mit dem übrigen Autobahnnetz in Deutschland verbunden sind. Die A 95 hat daher eine überwiegend regionale Bedeutung, indem sie die Ferienregion südlich von München mit der Landeshauptstadt verbindet. Der nördliche Streckenabschnitt zwischen München und Starnberg wird vom Berufsverkehr beansprucht.

Olympische Spiele 1972[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A 95 Richtung Garmisch-Partenkirchen (mit Alpen im Hintergrund)

Die A 95 wurde 1972 zwischen München und dem Autobahnkreuz Starnberg vorübergehend gesperrt. Anlass waren die im Zuge der Olympischen Sommerspiele in München stattgefundenen Olympischen Wettbewerbe der Straßen-Radrennfahrer.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßenbaulast liegt bei der Autobahndirektion Südbayern.

Autobahnmeistereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 2016 lag die Zuständigkeiten für die A 95 im Bereich Anschlussstelle München-Sendling-Süd (1) und Anschlussstelle Eschenlohe (11) bei der Autobahnmeisterei Starnberg.[12] Die Meisterei befindet sich unmittelbar nördlich des Autobahndreieckes Starnberg.

An der Anschlussstelle Murnau/Kochel (10) befindet sich der Stützpunkt Großweil, der der Meisterei Starnberg unterstellt ist.

Rastanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Anschlussstellen Schäftlarn und Wolfratshausen befindet sich beidseitig die durchgängig bewirtschaftete Raststätte Höhenrain mit Tankstelle. Des Weiteren befinden sich im Gesamtverlauf vier Parkplätze beidseitig der Autobahn.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Gabriel, Wolfgang Wirth: Mitten hindurch oder außen herum ? Die lange Planungsgeschichte des Autobahnrings München. Verlag Franz Schiermeier, München 2013, ISBN 978-3-943866-16-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 95 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Behrendt, F. Busch: Zur Entwicklung des neuen Numerierungssystems für die Bundesautobahnen. In. Straße und Autobahn, 4, 1975, S. 119–121; hier: S. 119.
  2. autobahnonline.de: Autobahn–Übersichtskarte. 1940, abgerufen am 16. Juli 2010 (gif–22kB).
  3. autobahnonline.de: Das Netz der Bundesautobahnen. 1966, abgerufen am 16. Juli 2010 (gif–37kB).
  4. Henning Maruhn: Nummerierung des deutschen Autobahnnetzes nach West-Modell vor 1974. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  5. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1966. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  6. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1969. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  7. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1970. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  8. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1972. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  9. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1982. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  10. bast - Bundesanstalt für Straßenwesen: Automatische Zählstellen 2015 - A 95. Online auf www.bast.de, abgerufen am 22. Oktober 2016.
  11. Oberau feiert Spatenstich für Ortsumfahrung; in: Merkur Online vom 1. September 2015
  12. Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr: Freistaat Bayern - Straßenübersichtskarte - Zuständigkeiten der Autobahnmeistereien. PDF. 1. Januar 2016, online auf www.baysis.bayern.de, abgerufen am 17. September 2016.