Bahnstrecke Mühldorf–Simbach

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Mühldorf (Oberbay)–Simbach (Inn) Grenze
Ein Zug im September 2009 in Töging am Inn
Ein Zug im September 2009 in Töging am Inn
Strecke der Bahnstrecke Mühldorf–Simbach
Streckennummer: 5600
Kursbuchstrecke (DB): 941
Streckenlänge: 40,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Strecke – geradeaus
von München
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Rosenheim
Bahnhof, Station
74,8 Mühldorf (Oberbay) 411 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Freilassing
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Neumarkt-St. Veit
Bahnhof, Station
80,6 Töging (Inn)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Industriebahn Töging
Haltepunkt, Haltestelle
87,7 Neuötting (ehemals Bahnhof) 370 m
   
Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting
   
93,4 Perach
Bahnhof, Station
100,8 Marktl
   
105,6 Buch
Haltepunkt, Haltestelle
108,7 Julbach
Bahnhof, Station
113,8 Simbach (Inn) 348 m
   
nach Pocking
Grenze auf Brücke mit Wasserlauf
115,1
59,2
Simbach (Inn) Grenze Deutschland / Österreich
Bahnhof, Station
58,4 Braunau am Inn 349 m
Strecke – geradeaus
nach Neumarkt-Kallham

Die Bahnstrecke Mühldorf–Simbach ist eine 39 km lange eingleisige, nichtelektrifizierte Hauptbahn in Bayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend von Mühldorf verläuft die Strecke Richtung Osten zur deutsch-österreichischen Staatsgrenze zwischen Simbach und Braunau, wo sie nahtlos in die Innviertelbahn übergeht. Die streckenmäßig kürzeste Bahnverbindung zwischen München und Wien führt über diese beiden Strecken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Mühldorf–Simbach am Inn war am Ende des 19. Jahrhunderts Teil der bedeutendsten Bahnverbindung zwischen München und Wien. Von 1884 bis 1897 verkehrte über diese Strecke z. B. auch der Orient-Express.[1] Später verlor die Strecke ihre Bedeutung zugunsten der Relation München–Rosenheim–Salzburg–Linz–Wien (siehe Bahnstrecke München–Rosenheim, Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg und Westbahn).

Bis 1969 bestand am Bahnhof Simbach Anschluss an die Bahnstrecke Simbach am Inn–Pocking.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Strecke existieren mit Mühldorf (Obb), Töging (Inn), Marktl und Simbach (Inn) vier Bahnhöfe und mit Neuötting und Julbach weitere zwei Haltepunkte. Julbach wurde am 30. April 2004 wiedereröffnet, nachdem der 1907 errichtete Haltepunkt im Jahr 1984 stillgelegt worden war. Daneben existierten seit 1899 mit Perach und Buch zwei weitere Bahnhöfe, die Ende der 1980er Jahre stillgelegt wurden.

Der Personenverkehr auf dieser Strecke wird von der Südostbayernbahn, einer hundertprozentigen Tochter der Deutschen Bahn (DB), zwischen 5.00 Uhr und 23.00 Uhr im Stundentakt bedient (Stand 2014). Von den nach München Hauptbahnhof durchgebundenen RE-Zügen abgesehen, werden die Zugleistungen durch Regionaltriebwagen der Baureihe 628 erbracht. Am Morgen verkehren werktäglich zwei RegionalExpress-Züge durchgängig bis München Hbf. Die Gegenleistung erreicht am Abend wieder Simbach am Inn.

Schon bis zur Verwirklichung des Konzeptes „Linienstern Mühldorf“ im Sommer 1994 gab es auf dieser Strecke durchgehenden Verkehr zwischen Bayern und Österreich. Dieser wurde durch ein Kurswagen-Paar von Linz nach München und zurück realisiert. In den letzten Jahren vor der Einstellung wurde der Laufweg auf österreichischer Seite bis Wels zurückgenommen. Seit dem 14. Dezember 2008 wird hier wieder durchgehender Reisezugverkehr zwischen Bayern und Oberösterreich angeboten. Ein aus der ÖBB-Lok BR 2016 „Herkules“ und vier IC-Wagen der ÖBB gebildetes Zugpaar verkehrt mit wenigen Zwischenhalten morgens von Linz nach München und abends in der Gegenrichtung. Zwischen Mühldorf und Linz wurde ferner ein mit DB-Triebwagen der BR 628 gefahrenes Zugpaar mit Halt an den meisten Stationen eingerichtet, das eine morgendliche Direktverbindung nach Österreich und eine abendliche Rückfahrgelegenheit herstellt.[2] Neben diesem Zug fahren im Stundentakt Regionalbahnen auf der Strecke.

Zwischen Julbach und Simbach ist die Strecke in den Tarif der Verkehrsgemeinschaft Rottal-Inn integriert.

Güterverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am östlichen Ende des Bahnhofs Töging (Inn) zweigt die Industriebahn zum Töginger Industriepark „Inntal“ ab. Sie versorgte bis Mitte der 1990er Jahre das Werk der Vereinigten Aluminiumwerke (VAW) in Töging. Derzeit verkehrt dort zweimal wöchentlich ein Übergabezug für die Firma Aleris Recycling zwischen Mühldorf und Töging zum dortigen Industriepark. Diese Züge werden in der Regel mit einer Lokomotive der BR 363 oder 294 bespannt. Ein weiterer Übergabezug verkehrte werktäglich zwischen Mühldorf und Simbach in beiden Richtungen, bespannt mit einer Lokomotive der Südostbayernbahn (BR 218). Diese Güterzugleistung wurde 2011 eingestellt. Eine Bedienung des Bahnhofes Simbach erfolgt seitdem nicht mehr. Darüber hinaus verkehren werktäglich einige Kesselwagen-Ganzzüge, die die Chemiewerke in Burghausen mit Österreich und der Slowakei verbinden. Diese Leistungen erbringt die DB-Tochter DB Cargo mit ihren Baureihen 225 und 247. In Simbach übernehmen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) diese Züge.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Bürger: Eine teure Abkürzung. In: Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (Hrsg.): Eisenbahn Geschichte. Heft 53, 2012, S. 16–23.
  2. „Mit dem Zug zum Shoppen von Linz nach München“, Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vom 16. Mai 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahnatlas Deutschland 2008. Verlag Schweers + Wall GmbH, Köln 2007, ISBN 978-3-89494-136-9
  • Bernd Passer: 130 Jahre Eisenbahn München – Mühldorf – Simbach. München 2001, ISBN 3-9806387-4-X
  • Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München - Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]