Schweiz beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge der Schweiz
Übertragende Rundfunkanstalt
SRG SSR
Erste Teilnahme
1956
Anzahl der Teilnahmen
58 (Stand 2017)
Höchste Platzierung
1 (1956, 1988)
Höchste Punktzahl
148 (1993)
Niedrigste Punktzahl
0 (1964, 1967, 1998, 2004)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
43,27 (Stand 2016)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,01 (Stand 2016)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte der Schweiz als Teilnehmerin am Eurovision Song Contest.

Regelmässigkeit der Teilnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweiz nahm 1956 an der ersten Ausgabe des Eurovision Song Contest und von da an regelmässig teil. Der Alpenstaat hat bisher nie freiwillig auf eine Teilnahme verzichtet, musste aber 1995, 1999, 2001 und 2003 wegen schlechter Vorjahresplatzierungen aussetzen. Bis 1994 war die Schweiz zusammen mit Deutschland das einzige Land, das an allen bis dahin ausgestrahlten Wettbewerben teilgenommen hatte.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Schweiz konnte Lys Assia 1956 mit dem Lied Refrain die erste Ausgabe des Wettbewerbs in Lugano gewinnen. Im Jahr 1988 erzielte Céline Dion mit Ne partez pas sans moi den zweiten und bisher letzten Sieg. Zudem kam die Schweiz dreimal auf den zweiten, dreimal auf den dritten, fünfmal auf den vierten und zweimal auf den fünften Platz. Auf der anderen Seite kam das Land aber auch – die Halbfinale von 2004, 2010, 2015 und 2016 eingeschlossen – sechsmal auf den letzten Platz, davon viermal mit null Punkten. Eine besonders schwache Phase hatte die Schweiz zwischen 1994 und 2004, als es kein einziger Beitrag in die vordere Tabellenhälfte schaffte. 2007, 2008, 2009, 2010, 2012, 2013, 2015, 2016 und 2017 erreichte man nicht das Finale. Mit nur vier Finalteilnahmen seit Einführung des Halbfinales im Jahr 2004 gehört man zusammen mit Slowenien zu den Ländern, die am häufigsten (zehnmal) im Halbfinale ausgeschieden sind. Die letzte Top-Ten-Platzierung erreichte die estnische Band Vanilla Ninja 2005, mit einem 8. Platz. Trotzdem gelangen bei 24 der 58 Teilnahmen ein Platz in der vorderen Tabellenhälfte, zuletzt 2014, womit die Schweiz zu den durchschnittlich erfolgreichen Ländern beim Wettbewerb gehört.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
(Musik / Text)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Charts
(CH)[1]
Platz Punkte Platz Punkte
1956 Lys Assia Refrain
(Géo Voumard / Émile Gardaz)
Französisch 1 / 14 k.A. Direkte Teilnahme
1956 Lys Assia Das alte Karussell
(Georg Benz Stahl)
Deutsch k.A. / 14 k.A.
1957 Lys Assia L’enfant que j’étais
(Géo Voumard / Émile Gardaz)
Französisch Das Kind, das ich war 8 / 10 5
1958 Lys Assia Giorgio
(Paul Burkhard / Fridolin Tschudi)
Deutsch, Italienisch 2 / 10 24
1959 Christa Williams Irgendwoher
(Lothar Löffler)
Deutsch 4 / 11 14
1960 Anita Traversi Cielo e terra
(Mario Robbiani)
Italienisch Himmel und Erde 8 / 13 5
1961 Franca di Rienzo Nous aurons demain
(Géo Voumard / Émile Gardaz)
Französisch Morgen werden wir haben 3 / 16 16
1962 Jean Philippe Le retour
(Géo Voumard / Émile Gardaz)
Französisch Die Rückkehr 10 / 16 2
1963 Esther Ofarim T’en vas pas
(Géo Voumard / Émile Gardaz)
Französisch Geh nicht 2 / 16 40
1964 Anita Traversi I miei pensieri
(Giovanni Pelli / Sanzio Chiesa)
Italienisch Meine Gedanken 13 / 16 0
1965 Yovanna Non, à jamais sans toi
(Bob Calfati / Jean Charles)
Französisch Für immer ohne dich 8 / 18 18
1966 Madeleine Pascal Ne vois-tu pas?
(Pierre Brenner / Roland Schweizer)
Französisch Siehst du nicht? 6 / 18 12
1967 Géraldine Quel cœur vas-tu briser?
(Daniel Faure / Gérard Gray)
Französisch Wessen Herz wirst du nun brechen? 17 / 17 0
1968 Gianni Mascolo Guardando il sole
(Aldo D’Addario / Sanzio Chiesa)
Italienisch In die Sonne schauend 13 / 17 2
1969 Paola del Medico Bonjour, bonjour
(Henry Mayer / Jack Stark)
Deutsch Guten Tag, guten Tag 5 / 16 13 7
1970 Henri Dès Retour
(Henri Dès)
Französisch Rückkehr 4 / 12 8
1971 Peter, Sue & Marc Les illusions de nos vingt ans
(Peter Reber / Maurice Tézé)
Französisch Die Illusionen unserer Jugend 12 / 18 78
1972 Véronique Müller C’est la chanson de mon amour
(Véronique Müller / Catherine Desage)
Französisch Das ist das Lied meiner Liebe 8 / 18 88
1973 Patrick Juvet Je vais me marier, Marie
(Patrick Juvet / Pierre Delanoë)
Französisch Ich heirate, Marie 12 / 17 79
1974 Piera Martell Mein Ruf nach Dir
(Pepe Ederer)
Deutsch 14 / 17 3
1975 Simone Drexel Mikado
(Simone Drexel)
Deutsch 6 / 19 77 2
1976 Peter, Sue & Marc Djambo, Djambo
(Peter Reber)
Englisch Djambo, Djambo
(Name eines Clowns)
4 / 18 91 6
1977 Pepe Lienhard Band Swiss Lady
(Peter Reber)
Deutsch 6 / 18 71 1
1978 Carole Vinci Vivre
(Alain Morisod / Pierre Alain)
Französisch Leben 9 / 20 65
1979 Peter, Sue & Marc + Pfuri, Gorps & Kniri Trödler & Co
(Peter Reber)
Deutsch 10 / 19 60
1980 Paola Cinéma
(Peter Reber / Peter Reber, Véronique Müller)
Französisch Kino 4 / 19 104 7
1981 Peter, Sue & Marc Io senza te
(Peter Reber / Peter Reber, Nella Martinetti)
Italienisch Ich ohne dich 4 / 20 121 5
1982 Arlette Zola Amour on t’aime
(Alain Morisod / Pierre Alain)
Französisch Liebe, wir lieben dich 3 / 18 97
1983 Mariella Farré Io così non ci sto
(Thomas Gonzenbach, Remo Kessler / Nella Martinetti)
Italienisch Ich mag es so nicht 15 / 20 28 12
1984 Rainy Day Welche Farbe hat der Sonnenschein?
(Günter Loose)
Deutsch 16 / 19 30
1985 Mariella Farré & Pino Gasparini Piano, piano
(Anita Kerr / Trudi Müller-Bosshard)
Deutsch Leise, leise 12 / 19 39
1986 Daniela Simons Pas pour moi
(Atilla Şereftuğ / Nella Martinetti)
Französisch Nicht für mich 2 / 20 140
1987 Carol Rich Moitié, moitié
(Jean-Jacques Egli)
Französisch Halb-halb 17 / 22 26
1988 Céline Dion Ne partez pas sans moi
(Atilla Şereftuğ / Nella Martinetti)
Französisch Geht nicht ohne mich 1 / 21 137 11
1989 Furbaz Viver senza tei
(Marie Louise Werth)
Rätoromanisch Ohne dich leben 13 / 22 47 23
1990 Egon Egemann Musik klingt in die Welt hinaus
(Cornelia Lackner)
Deutsch 11 / 22 51
1991 Sandra Simó Canzone per te
(Renato Mascetti)
Italienisch Lied für dich 5 / 22 118
1992 Daisy Auvray Mister Music Man
(Gordon Dent)
Französisch 15 / 23 32
1993 Annie Cotton Moi, tout simplement
(Christophe Duc / Jean-Jacques Egli)
Französisch Ganz einfach ich 3 / 25 148
1994 Duilio Sto pregando
(Giuseppe Scaramello)
Italienisch Ich bete 19 / 25 15 Direkt für das Finale qualifiziert
1995 Nicht qualifiziert
1996 Kathy Leander Mon cœur l’aime
(Régis Mounir)
Französisch Mein Herz liebt ihn 16 / 23 22 8 / 29 67
1997 Barbara Berta Dentro di me
(Barbara Berta)
Italienisch In mir drin 22 / 25 5 Direkt für das Finale qualifiziert
1998 Gunvor Guggisberg Lass ihn
(Gunvor, Egon Egemann)
Deutsch 25 / 25 0
1999 Nicht qualifiziert
2000 Jane Bogaert La vita cos’è
(Brigitte Schöb, Bernie Staub / Thomas Marin)
Italienisch Was ist das Leben? 20 / 24 14 Direkt für das Finale qualifiziert 98
2001 Nicht qualifiziert
2002 Francine Jordi Dans le jardin de mon âme
(Francine Jordi)
Französisch Im Garten meiner Seele 22 / 24 15 Direkt für das Finale qualifiziert 49
2003 Nicht qualifiziert
2004 Piero Esteriore & The MusicStars Celebrate!
(Greg Manning)
Englisch Feiert! Ausgeschieden 22 / 22 0 11
2005 Vanilla Ninja Cool Vibes
(David Brandes, Jane Tempest / Bernd Meinunger)
Englisch Cool Vibes
(Name eines Tigers)
8 / 24 128 8 / 25 114 17
2006 six4one If We All Give a Little
(Ralph Siegel / Bernd Meinunger)
Englisch Wenn wir alle ein bisschen geben 17 / 24 30 Direkt für das Finale qualifiziert 86
2007 DJ BoBo Vampires Are Alive
(DJ BoBo, Axel Breitung)
Englisch Vampire leben Ausgeschieden 20 / 28 40 3
2008 Paolo Meneguzzi Era stupendo
(Pablo Meneguzzo / Vincenzo Incenzo)
Italienisch Es war wunderbar Ausgeschieden 13 / 19 47 11
2009 Lovebugs The Highest Heights
(Florian Senn, Thomas Rechberger, Adrian Sieber)
Englisch Die höchsten Höhen Ausgeschieden 14 / 18 15 25
2010 Michael von der Heide Il pleut de l’or
(Michael von der Heide, Pele Lorriano / Heike Kospach)
Französisch Es regnet Gold Ausgeschieden 17 / 17 2
2011 Anna Rossinelli In Love for a While
(David Klein)
Englisch Eine Weile verliebt 25 / 25 19 10 / 19 55 3
2012 Sinplus Unbreakable
(Sinplus)
Englisch Unzerstörbar Ausgeschieden 11 / 18 45 36
2013 Takasa You and Me
(Georg Schlunegger)
Englisch Du und ich Ausgeschieden 13 / 17 41 21
2014 Sebalter Hunter of Stars
(Sebastiano Paulessi)
Englisch Jäger der Sterne 13 / 26 64 5 / 15 92 6
2015 Mélanie René Time to Shine
(Mélanie René)
Englisch Zeit zu scheinen Ausgeschieden 17 / 17 4 73
2016 Rykka The Last of Our Kind
(Christina Maria Rieder, Mike James, Jeff Dawson, Warne Liversey)
Englisch Die Letzten unserer Art Ausgeschieden 18 / 18 28
2017 Timebelle Apollo
(Elias Näslin, Nicolas Günthardt, Alessandra Günthardt)
Englisch Apollon Ausgeschieden 12 / 18 97
2018


Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Schweizer Beiträge wurden intern vom Schweizer Fernsehen ausgewählt, und zwar in den Jahren 1969 bis 1971, 1980, 1994 bis 1997 sowie 2005 bis 2010. In allen anderen Jahren fand ein nationaler Vorentscheid statt, wobei das Auswahlverfahren wechselte:

1956 bis 1962[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1956 bis 1960 nahmen jeweils drei Sänger am Vorentscheid teil und stellten insgesamt 1956 bis 1958 elf Lieder vor; 1959 stellte jeder drei Lieder vor, 1960 jeder vier. 1961 stelltene Sänger insgesamt neun Lieder vor. Die Teilnehmerzahl von 1962 ist nicht bekannt.

1963 bis 1968 und 1972[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1963 und 1968 wurden beim Vorentscheid immer drei Lieder vorgestellt, davon je zwei auf Französisch, zwei auf Deutsch und zwei auf Italienisch. Bis 1966 nahmen immer fünf Sänger teil, 1967, 1968 und 1972 je sechs.

1972 bis 1979, 1981[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen Jahren fand jeweils ein «klassischer» Vorentscheid mit unterschiedlicher Teilnehmerzahl (zwischen sieben und neun) und unterschiedlicher sprachlicher Zusammensetzung statt. Mittlerweile war es aber üblich, dass jeder Sänger nur ein Lied vorstellte.

1982 bis 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 bis 1988 gab es beim Vorentscheid immer neun Lieder zur Auswahl, davon je einer auf Rätoromanisch und je drei in zwei der anderen Sprachen sowie zwei in der verbleibenden Sprache. Die Titel wurden nach Sprachen getrennt jeweils im Rahmen im Radio ausgetragener regionaler Vorrunden gewählt. Die Gastgeberrolle wechselte jährlich zwischen der Welschschweiz, der Deutschschweiz und der Italienischsprachigen Schweiz. 1989 wurde die Anzahl der Lieder auf zehn erhöht.

1990 bis 1993, 1998 bis 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen Jahren fand der Vorentscheid wieder in nicht geregelter sprachlicher Zusammensetzung statt; die Teilnehmerzahl lag zwischen sechs und zwölf.

2011 bis 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Schweizer Teilnehmer in den Jahren 2005 bis 2010 direkt von der Schweizer Fernsehgesellschaft SRG SSR ausgesucht wurde, fand im Jahr 2011 wieder ein im Fernsehen ausgestrahlter Vorentscheid namens Die Grosse Entscheidungsshow statt. Die zwölf Startplätze wurden durch den Schweizer Radiosender DRS 3 und drei Fernsehsender unterschiedlicher Landessprachen vergeben. Der deutschsprachige Fernsehsender SF bekam sieben Plätze; er benutzte erstmals das Internet, um seine Kandidaten auszusuchen. Der italienischsprachige Sender RSI hatte einen Platz; er suchte seinen Kandidaten durch eine Kombination aus Internet-, SMS- und Jury-Abstimmung. Der französischsprachige Sender TSR hatte ebenfalls einen Platz, den er durch eine interne Entscheidung besetzte. Der Radiosender DRS 3 suchte die Kandidaten für seine drei Plätze über das Internet aus. Der Sieger des Vorentscheids wurde im Dezember 2010 per Televoting ermittelt. Für den Vorentscheid zum Contest 2012 wurde die Anzahl der Teilnehmer auf 14 erhöht. RSI und RTS bekamen jeweils einen Startplatz mehr. Im Gegenzug wurde 2013 die Gesamtzahl auf sechs Teilnehmer verringert: Drei Beiträge kamen vom SF zwei von RTS und einer RSI. Obwohl RSI anteilsmässig die geringsten Chancen auf einen Sieg hat, konnten Teilnehmer aus dem Tessin bereits 2012 und 2014 die Vorentscheidung gewinnen.

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Juni 2016 gab SRG SSR bekannt, sein Vorentscheidungskonzept ändern zu wollen.[2] Anstatt der bisher erfolgten regionalen Auswahl wird nun nur noch eine nicht öffentlich zugängliche Internetplattform als Bewerbung dienen, den Beitrag auszusuchen. 21 Kandidaten wurden zu einem «Livecheck» am 4. Dezember 2016 eingeladen, aus welchem sich sechs Künstler für das Finale am 5. Februar 2017 in Zürich-Oerlikon qualifiziert haben.[3]

Am 5. Februar 2017 traten sechs Kandidaten in der zweistündigen Sendung Eurovision Song Contest 2017 – Entscheidungsshow an. Die Sendung wurde im Studio 1 des SRF in Zürich produziert Die Moderation übernahm Sven Epiney. Während der Sendung trat der Sänger Sebalter, der die Schweiz beim Eurovision Song Contest 2014 vertrat, mit seinem Lied Weeping Willow auf. Das Schweizer Fernsehpublikum entschied sich per Televoting mehrheitlich für die Band Timebelle mit ihrem Lied Apollo. Allerdings konnten sie sich nicht für das Finale qualifizieren.

2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Juli 2017 stellte SRG SSR sein neues Vorentscheidungskonzept vor. Es war schon im vorhinein bekannt, dass das Vorentscheidungskonzept von den Produzenten des Melodifestivalen, Christer Björkman und Martin Österdahl konzipiert werden soll. SGR SSR lädt interessierte Musiker ein, ab dem 1. September 2017 bis zum 22. September 2017 ihre Songs einzureichen. Neben Schweizer Staatsbürger oder die, die einen Wohnsitz in der Schweiz haben, dürfen auch internationale Songwriter ihre Werke einreichen. Im Regelment von SRG SSR wird allerdings erwähnt, dass erstere, je nach Werk, bevorzugt werden. 2018 soll der Fokus auf den Songs liegen und dann später erst sollen die perfekten Stimmen dazu gefunden werden. Um Songwritern die Chance zu bieten auch ohne eine Stimme ihren Song einzureichen, wird in der ersten Runde des Auswahlprozesses eine 20-köpfige unabhängige Jury die sechs besten Songs heraussuchen. Diese Jury besteht aus Musik- und Medienschaffenden, «ESC»-Fans und Fernsehzuschauern. Diese sechs Songs werden dann mit unterschiedlichen Stimmen getestet, um für jeden Song die perfekte Interpretation zu finden. Deswegen fällt ab 2018 auch der Livecheck weg. Die letzendlich sechs gewählten Interpreten werden mit ihren Songs dann am 4. Februar 2018 gegeneinander antreten. Diese Sendung wird live aus dem Fernsehstudio in Zürich ausgestrahlt. Am Schluss entscheiden dann zu 50 Prozent das Fernsehpublikum via Televoting und zu 50 Prozent eine internationale Fachjury, wer die Schweiz 2018 beim Eurovision Song Contest in Portugal vertreten darf. Die Vertreter der internationalen Fachjury werden, angelehnt am internationalen Wettbewerb, nach der Show am 4. Februar 2018 bekanntgegeben.[4]

Kommentatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweiz strahlt den Eurovision Song Contest auf den Fernsehsendern SRF (Deutsch), RTS (Französisch) und RSI (Italienisch) aus.

Jahr(e) Deutschschweizer Kommentatoren
19581983 Theodor Haller
19841991 Bernard Thurnheer
1992 Mariano Tschuor
19931994 Bernard Thurnheer
1995 Heinz Margot
1996 Sandra Studer
19971998 Roman Kilchsperger
Heinz Margot
19992002 Sandra Studer
2003 Roman Kilchsperger
20042006 Sandra Studer
2007 Bernard Thurnheer
2008-2013 Sven Epiney
2014-2016 Sven Epiney
Peter Schneider
Gabriel Vetter
2017 Sven Epiney
Stefan Büsser
Micky Beisenherz
Jahr(e) Französischsprachige Kommentatoren
19561976 Georges Hardy
19771989 Serge Moisson
19901991 Lolita Morena
1992 Ivan Frésard
19931995 Jean-Marc Richard
19961997 Pierre Grandjean
19982001 Jean-Marc Richard
2002 Phil Mundwiller
20032004 Jean-Marc Richard
2005 Jean-Marc Richard
Marie-Thérèse Porchet
2006 Jean-Marc Richard
Alain Morisod
2007 Jean-Marc Richard
Henri Dès
Seit 2008 Jean-Marc Richard
Nicolas Tanner
Jahr(e) Italienischsprachige Kommentatoren
19621983 Giovanni Bertini
19841989 Ezio Guidi
19901993 Emanuela Gaggini
1994 Wilma Gilardi
19951996 Joanne Holder
19972002 Jonathan Tedesco
2003 Daniele Rauseo
2004 Daniele Rauseo
Claudio Lazzarino
2005 Daniele Rauseo
2006-2007 Sandy Altermatt
Claudio Lazzarino
2008-2010 Sandy Altermatt
2011 Jonathan Tedesco
2012 Clarissa Tami
Paolo Meneguzzi
2013 Alessandro Bertoglio
2014 Alessandro Bertoglio
Sandy Altermatt
2015 Clarissa Tami
Paolo Meneguzzi
2016 Clarissa Tami
Michele Carobbio
2017 Clarissa Tami
Sebalter

Punktesprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Punktesprecher Bekannt als
1957 Mäni Weber Moderator
1958
1959 Boris Acquadro Journalist
1960
1961
1962
1963
1964 Alexandre Burger Journalist
1965
1966
1967
1968
1969
1970
1974 Alexandre Burger Journalist
1975 Michel Stocker Journalist
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994 Sandra Simó Moderatorin, Sängerin
1996 Yves Ménestrier Journalistin
1997 Sandy Altermatt Moderatorin, Journalistin
1998 Regula Elsener Journalistin, Buchautorin und Moderatorin
2000 Astrid Von Stockar Journalistin
2002 Diana Jörg Journalistin
2004 Emel Aykanat Sängerin
2005 Cécile Bähler Moderatorin
2006 Jubaira Bachmann Moderatorin
2007 Sven Epiney Moderator
2008 Cécile Bähler Moderatorin
2009
2010 Christa Rigozzi Moderatorin
2011 Cécile Bähler Moderatorin
2012 Sara Hildebrand Moderatorin
2013 Mélanie Freymond Journalistin, Moderatorin
2014 Kurt Aeschbacher Moderator
2015 Laetitia Guarino Model
2016 Sebalter Sänger
2017 Luca Hänni Sänger

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 schaffte es die Schweiz mit Takasa im 2. Halbfinale nicht ins Finale. Bei ihrem Auftritt spielte Emil Ramsauer mit, er ist mit seinen damals 95 Jahren der älteste Teilnehmer beim ESC aller Zeiten. In der Schweiz heisst die Band nicht Takasa, sondern Heilsarmee. Die jüngste Teilnehmerin der Band war Sarah Breiter mit 20 Jahren. Nach der Telefonabstimmung hätte es die Schweiz auf dem fünften Platz leicht ins Finale geschafft, was aber durch die Jurys verhindert wurde, die die Schweiz auf Platz 16 setzten.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitung der Landessprachen in der Schweiz (1. Januar 2017)
  • Deutsch
  • Französisch
  • Italienisch
  • Rätoromanisch

Aufgrund der Mehrsprachigkeit ist kein anderes Land in so vielen Sprachen aufgetreten wie die Schweiz. Vor dem Wegfall der Sprachregelung 1999 waren die Beiträge meist auf Deutsch, Französisch oder Italienisch, einmal (1989) auf Rätoromanisch. 1976 wie auch in den letzten Jahren gab es zudem englische Beiträge.[5]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprache Anzahl Jahre
Französisch 24 1956 (2), 1957, 1961, 1962, 1963, 1965, 1966, 1967, 1970, 1971, 1972, 1973, 1978, 1980, 1982, 1986, 1987, 1988, 1992†, 1993, 1996, 2002, 2010
Englisch 13 1976, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017
Deutsch 12 1956 (1), 1958*, 1959, 1969†, 1974, 1975, 1977†, 1979, 1984, 1985, 1990, 1998
Italienisch 10 1960, 1964, 1968, 1981, 1983, 1991, 1994, 1997, 2000, 2008
Rätoromanisch 01 1989
* Obwohl im Beitrag von 1958 viele italienische Wörter enthalten sind, wird der Beitrag in dieser Statistik dem Deutschen zugerechnet: Einerseits folgt der Text der deutschen Syntax; die italienischen Wörter sind nur «eingestreut», andererseits sind die meisten Worte auch international gebräuchlich («Risotto», «Chianti» …) oder als Zitate eingefügt.[6]
† Trotz der französischen bzw. englischen Titelzeilen wurden die Beiträge von 1969, 1977 und 1992 auf Deutsch bzw. Französisch gesungen.

Viele Beiträge der Schweiz wurden auch in anderen Sprachen eingesungen. Bei französischsprachigen Beiträgen war dies häufig Deutsch. Auch Englisch war dabei sehr beliebt. Bonjour, Bonjour von 1969 nahm man auch auf Spanisch und Portugiesisch auf, Retour von 1970 auf Spanisch. Pas pour moi, den Vertreter von 1986 sang man auch auf Niederländisch ein und Moitié-Moitié aus dem Jahr danach auf Portugiesisch. Ansonsten waren alle anderssprachigen Versionen auf Englisch oder in einer anderen Landessprache.[7]

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Schweizer Beiträge waren keine grossen kommerziellen Erfolge, insbesondere auch nicht die beiden Siegertitel: Ne partez pas sans moi kam nur auf Platz elf in den Singlecharts, Refrain erreichte diese 1956 überhaupt nicht. Insgesamt erreichten nur 21 der 55 Beiträge die Charts, davon neun die Top Ten. Kommerziell am erfolgreichsten war 1977 der Beitrag Swiss Lady der Pepe Lienhard Band, der gleichzeitig auch der einzige war, der Platz eins in den Charts erreichte. Am zweiterfolgreichsten war Simone Drexel 1975 mit Mikado, gefolgt von DJ BoBo 2007 mit Vampires Are Alive und Anna Rossinelli 2011 mit In Love for a While. 2014 kam Sebalter mit Hunter of Stars auf Platz 6 der Charts.

Ausgerichtete Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1956 wurde die Schweiz auserkoren, die erste Ausgabe des Eurovision Song Contest auszurichten. Der Wettbewerb fand in Lugano statt. Lohengrin Filipello moderierte die Sendung dem Austragungsort gemäss komplett auf Italienisch. Nach dem zweiten Sieg 1988 fand der Eurovision Song Contest 1989 zum zweiten Mal in der Schweiz statt. Als Austragungsort wurde diesmal Lausanne gewählt. Moderatoren waren Lolita Morena und Jacques Deschenaux, die den Wettbewerb auf Englisch, Französisch, Italienisch und Deutsch moderierten. Die Schweiz stellte mit dieser Ausgabe der Veranstaltung einen Rekord auf, nämlich den der längsten Eröffnungssequenz: Insgesamt dauerte es 20 Minuten, bis der erste Beitrag vorgestellt wurde.

Jahr Stadt Austragungsort Moderation
1956 Lugano Teatro Kursaal Lohengrin Filipello
1989 Lausanne Palais de Beaulieu Lolita Morena & Jacques Deschenaux

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an die Schweiz:

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 206
2 FrankreichFrankreich Frankreich 178
3 IrlandIrland Irland 176
4 SpanienSpanien Spanien 168
5 DeutschlandDeutschland Deutschland 160
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 156
2 NiederlandeNiederlande Niederlande 130
3 OsterreichÖsterreich Österreich 124
4 BelgienBelgien Belgien 117
FinnlandFinnland Finnland 115
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 206
2 IrlandIrland Irland 193
3 FrankreichFrankreich Frankreich 178
4 SchwedenSchweden Schweden 173
5 SpanienSpanien Spanien 168
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 161
2 FinnlandFinnland Finnland 150
3 OsterreichÖsterreich Österreich 134
DeutschlandDeutschland Deutschland 134
5 NiederlandeNiederlande Niederlande 130

Stand: 2016

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Einführung des „douze points“-Systems in 1975 vergab die Schweiz die Höchstpunktzahl an 20 verschiedene Länder, davon

zweimal an Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina, SchwedenSchweden Schweden, Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro, die TurkeiTürkei Türkei und das Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

dreimal an SerbienSerbien Serbien und SpanienSpanien Spanien,

viermal an DeutschlandDeutschland Deutschland und FrankreichFrankreich Frankreich

und sechsmal an IrlandIrland Irland.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
1975 FinnlandFinnland Finnland 7
1976 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1
1977 FrankreichFrankreich Frankreich 1
1978 IsraelIsrael Israel 1
1979 SpanienSpanien Spanien 2
1980 IrlandIrland Irland 1
1981 FrankreichFrankreich Frankreich 3
1982 DeutschlandDeutschland Deutschland 1
1983 NiederlandeNiederlande Niederlande 7
1984 IrlandIrland Irland 2
1985 TurkeiTürkei Türkei 14
1986 SchwedenSchweden Schweden 5
1987 IrlandIrland Irland 1
1988 LuxemburgLuxemburg Luxemburg 4
1989 GriechenlandGriechenland Griechenland 10
1990 FrankreichFrankreich Frankreich 2
1991 SpanienSpanien Spanien 4
1992 FrankreichFrankreich Frankreich 8
1993 IrlandIrland Irland 1
1994 IrlandIrland Irland 1
1996 IrlandIrland Irland 1
1997 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1
1998 DeutschlandDeutschland Deutschland 7
2000 DeutschlandDeutschland Deutschland 5
2002 SpanienSpanien Spanien 7
2004 Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro 2
2005 Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro 7
2006 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 3
2007 SerbienSerbien Serbien 1
2008 SerbienSerbien Serbien 6
2009 TurkeiTürkei Türkei 4
2010 DeutschlandDeutschland Deutschland 1
2011 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 6
2012 AlbanienAlbanien Albanien 5
2013 ItalienItalien Italien 7
2014 OsterreichÖsterreich Österreich 1
2015 SchwedenSchweden Schweden 1
2016 AustralienAustralien Australien (J) 2
SerbienSerbien Serbien (T) 18
2017 PortugalPortugal Portugal (J & T) 1

Stand: 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartplatzierungen in der Schweiz
  2. «Eurovision Song Contest» 2017: Schweizer Beitrag gesucht
  3. «Eurovision Song Contest» 2017 – Acts für Livecheck ausgewählt
  4. [1]
  5. diggiloo.net
  6. diggiloo.net
  7. diggiloo.net