Nannen Preis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Henri-Nannen-Preis)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Nannen Preis (ehemals Henri-Nannen-Preis) ist ein Wettbewerbspreis, der die besten journalistischen Arbeiten in Print und Online des Vorjahres auszeichnet. Das Verlagshaus Gruner + Jahr und das in ihm erscheinende Magazin stern wollen als Stifter „den Qualitätsjournalismus im deutschsprachigen Raum fördern und pflegen“ (laut Selbstdarstellung). Der Medienpreis wird in sechs Kategorien verliehen. Die beste Reportage wird mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis bedacht, der 1977 von Stern-Gründer Henri Nannen ins Leben gerufen wurde. Der Nannen Preis führt die Tradition des renommierten Henri-Nannen-Preises fort. Die Preisverleihung findet in Hamburg – dem Unternehmensstandort von Gruner + Jahr – statt. Er gilt als „begehrtester deutscher Journalistenpreis“.[1]

2015 wurde der seit 2005 verliehene Preis nicht vergeben; aufgrund von Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen sei der feierliche Rahmen der Preisverleihung nicht gewährleistet, so die Begründung des Verlags.[2] 2016 wurde der Wettbewerb nach inhaltlicher Überarbeitung wieder abgehalten[3] und die Veranstaltung zur Auszeichnung fand im April in Hamburg statt.

Kategorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auszeichnung wird in sechs Kategorien verliehen. Seit 2016 handelt es sich um diese Kategorien:

Zusätzlich vergeben wird

  • ein Sonderpreis für eine außerordentliche journalistische Leistung

Im Jahr 2007 wurde der 1. Platz in der Kategorie „Reportage“ zweimal vergeben. In den Jahren 2005 und 2007–2009 wurde kein Sonderpreis vergeben.

Regularien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis wird jährlich vergeben. Ausgezeichnet wird jeweils der 1. Platz einer Kategorie. Die journalistischen Arbeiten müssen jeweils im Vorjahr veröffentlicht worden sein. Ab 2009 wurden zum Wettbewerb neben Print-Artikeln auch Online-Veröffentlichungen zugelassen.[4]

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 musste der Spiegel-Redakteur René Pfister seinen Preis wenige Tage nach der Verleihung zurückgeben, nachdem die Jury nachträglich zu der Auffassung gelangt war, dass er für seine Reportage über Horst Seehofer unsauber recherchiert hatte. Die Aberkennung stieß in der Branche teilweise auf Kritik und Unverständnis. 2012 kam es zu einem Eklat, als die Jury in der Kategorie "Beste investigative Leistung" einen Beitrag der Bild über den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff auszeichnete. Redakteure der Süddeutschen Zeitung, die ebenfalls ausgezeichnet werden sollten, nahmen ihren Preis daraufhin nicht an. In der Jury selbst war die Auszeichnung der Bild-Redakteure umstritten. Zuvor hatte die Otto-Brenner-Stiftung in einer Studie die Nominierung der Bild-Redakteure kritisiert. Deren Beitrag über den Bundespräsidenten stufte die Stiftung als nicht preiswürdig ein, da die Bild und Wulff jahrelang eine Geschäftsbeziehung unterhalten hätten.[5]

2014 äußerte sich einer der Preisträger, Jacob Appelbaum, kritisch über die Wahl des Namensgebers des Preises.[6] Er entschied sich seinen Preis einschmelzen zu lassen und das Preisgeld an zwei Vereine zu stiften,[7] die sich im Bereich des Antifaschismus engagieren. Nach einigen Tagen sprach ein zweiter Preisträger, Laura Poitras, nach einem Gespräch mit Appelbaum ebenfalls davon, evtl. den Preis einschmelzen zu lassen.[8]

Jury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jury 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptjury bestand im Jahr 2016 aus: Klaus Brinkbäumer (Chefredakteur „Der Spiegel“), Ulrike Demmer („Leiterin Hauptstadtbüro Redaktionsnetzwerk Deutschland“, Madsack-Gruppe), Tina Hassel (Chefredakteurin Fernsehen und Leiterin des ARD-Hauptstadtbüros), Marion Horn (Chefredakteurin „Bild am Sonntag“), Christian Krug (Chefredakteur „STERN“), Christoph Kucklick (Chefredakteur „GEO“), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur „Die Zeit“), Mathias Müller von Blumencron (Chefredakteur Digital „Frankfurter Allgemeine Zeitung“), Annette Ramelsberger (Reporterin „Süddeutsche Zeitung“), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Focus“), Christoph Schwennicke (Chefredakteur „Cicero“) und Andreas Wolfers, Leiter der Henri-Nannen-Schule und Sprecher der Jury. Über die Fotografie entscheidet ein eigenes Gremium: Die Fotografen Barbara Klemm und Andreas Mühe sowie Margot Klingsporn, Leiterin der Fotoagentur Focus.[9]

Jury 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptjury bestand im Jahr 2014 aus: Wolfgang Büchner (Chefredakteur DER SPIEGEL), Brigitte Fehrle (Chefredakteurin Berliner Zeitung), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur DIE ZEIT), Thomas Osterkorn (Chefredakteur VIVA!), Stefan Plöchinger (Chefredakteur sueddeutsche.de), Jan-Eric Peters (Chefredakteur DIE WELT- Gruppe), Richard David Precht (Autor), Jörg Quoos (Chefredakteur FOCUS), Christoph Schwennicke (Chefredakteur Cicero), Anja Reschke (Autorin und Moderatorin Panorama) und Andreas Wolfers (Leiter der Henri-Nannen-Schule). Andreas Wolfers war Sprecher der Jury.

Die Hauptjury des Henri Nannen Preis für Fotografie bestand aus: Stefan Erfurt (Vorstandsvorsitzender der C /O Berlin Foundation), Kathy Ryan (Director of Photography New York Times Magazine), Marie-Pierre Subtil (Chefredakteurin 6Mois).[10]

Jury 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu sind in der Hauptjury: Brigitte Fehrle (Chefredakteurin Berliner Zeitung), Jana Hensel (stellv. Chefredakteurin Der Freitag), Volker Hinz (Fotograf), Stefan Plöchinger (Chefredakteur sueddeutsche.de), Christoph Schwennicke (Chefredakteur Cicero) und Andreas Wolfers (Leiter der Henri-Nannen-Schule und Sprecher der Jury). Außerdem sitzen darin: Margot Klingsporn (Inhaberin der Fotoagentur FOCUS), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur Die Zeit), Helmut Markwort (Herausgeber Focus), Nils Minkmar (Ressortleiter Feuilleton Frankfurter Allgemeine Zeitung), Andreas Petzold (Chefredakteur stern, im jährlichen Wechsel mit seinem Kollegen Thomas Osterkorn), Jan-Eric Peters (Chefredakteur DIE WELT-Gruppe), Richard David Precht (Autor), Ulrich Reitz (Chefredakteur Westdeutsche Allgemeine Zeitung), Anja Reschke (Autorin und Moderatorin Panorama) und Gerhard Steidl (Verleger).[11]

Jury 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptjury im Jahr 2012 bestand aus: Peter-Matthias Gaede (Chefredakteur der bei G + J erscheinenden Zeitschrift GEO), Margot Klingsporn (Leiterin der Foto- und Presseagentur Focus), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit), Helmut Markwort (Herausgeber des Magazins Focus), Georg Mascolo (Chefredakteur des Magazins Der Spiegel), Nils Minkmar (Feuilletonchef der FAZ), Felix E. Müller (Chefredaktor der NZZ am Sonntag), James Nachtwey (US-amerikanischer Fotojournalist), Thomas Osterkorn (Chefredakteur des Magazins stern), Jan-Eric Peters (Chefredakteur der Welt-Gruppe im Axel-Springer-Verlag), Ines Pohl (Chefredakteurin der Tageszeitung taz), Richard David Precht (Buchautor und Essayist), Ulrich Reitz (Chefredakteur der WAZ), Anja Reschke (Autorin und Moderatorin des NDR-Fernsehmagazins Panorama), Gerhard Steidl (Verleger, Inhaber des Steidl-Verlages).[12]

Jury 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 setzt sich die Jury wie folgt zusammen: Anke Degenhard (Kuratorin und Galeristin), Peter-Matthias Gaede (Chefredakteur GEO), Elke Heidenreich (Journalistin, Schriftstellerin und Literaturkritikerin), Thomas Höpker (Fotograf und Dokumentarfilmer), Kurt Kister (designierter Chefredakteur Süddeutsche Zeitung), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur Die Zeit), Helmut Markwort (Herausgeber Focus), Mathias Müller von Blumencron (Chefredakteur Der Spiegel), Jan-Eric Peters (Chefredakteur der Welt-Gruppe), Andreas Petzold (Chefredakteur stern), Ines Pohl (Chefredakteurin taz), Ulrich Reitz (Chefredakteur Westdeutsche Allgemeine Zeitung), Frank Schirrmacher (Herausgeber FAZ), Gerhard Steidl (Verleger).[13]

Jury 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 gehörten der Jury folgende Personen an: Gabriele Fischer (brand eins), Peter-Matthias Gaede, Elke Heidenreich, Thomas Höpker, Hans Werner Kilz (Süddeutsche Zeitung), Giovanni di Lorenzo, Helmut Markwort, Georg Mascolo (Der Spiegel), Anja Niedringhaus (Fotografin), Thomas Osterkorn (stern), Ulrich Reitz, Frank Schirrmacher, Gerhard Steidl.[14]

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Jan Christoph Wiechmann, „Drei Krieger“, Reportage über den Krieg in Afghanistan aus drei verschiedenen Perspektiven, veröffentlicht im Stern am 9. April 2015
Beste investigative Leistung Team des Spiegel, „Sommer, Sonne, Schwarzgeld“, Artikel über die fragwürdige Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland, veröffentlicht im Spiegel am 17. Oktober 2015
Beste Dokumentation Wolfgang Bauer, „Das Leben nach der Hölle“, Reportage über Mädchen und Frauen in Nigeria, die von der Terrormiliz Boko Haram entführt wurden, veröffentlicht im Zeitmagazin am 20. August 2015
Beste Foto-Reportage Arne Svenson, „Die Welt ist mir zu viel“, Foto-Reportage über private Rückzugsorte in Manhattan, veröffentlicht im Zeitmagazin am 1. Januar 2015
Beste Web-Reportage Team der Berliner Morgenpost, „M29 - Berlins Buslinie der großen Unterschiede“, Reportage über soziale Gegensätze in der deutschen Hauptstadt, veröffentlicht in der Berliner Morgenpost am 13. Januar 2015
Beste Inszenierte Fotografie Jojakim Cortis/Adrian Sonderegger, „Trauen Sie Ihren Augen nicht!“, kritische Auseinandersetzung mit der Wirkung von Bildern, veröffentlicht in Geo am 20. März 2015
Sonderpreis für den syrischen Fotografen Hosam Katan[15]

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Özlem Gezer, „Die Liebe seines Lebens“, Reportage über Cornelius Gurlitt und seinen Kunstschatz, veröffentlicht im SPIEGEL am 18. November 2013[16]
Beste investigative Leistung Jacob Appelbaum (will seinen Preis einschmelzen[6] und Preisgeld spenden[7]), Marcel Rosenbach, Jörg Schindler, Holger Stark für „Kanzler-Handy im US-Visier?“, erschienen auf spiegel.online am 23. Oktober 2013 und in DER SPIEGEL am 28. Oktober 2013
Beste Dokumentation Malte Henk für „Nennt uns bloss nicht Helden“, erschienen in GEO am 25.10.2013
Beste Foto-Reportage Moises Saman, für „Im Reich des Todes“, erschienen im Süddeutsche Zeitung Magazin am 19.07.2013
Bestes Essay Wolfgang Uchatius, für „Soll ich wählen oder shoppen?“, erschienen in DIE ZEIT am 19.09.2013
Lebenswerk Alfred Grosser
Pressefreiheit Laura Poitras (denkt darüber nach, das Preisgeld zu spenden und die Büste einzuschmelzen)[8]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Heike Faller, „Der Getriebene“, Reportage über Psychologie von Pädophilen, veröffentlicht im Zeitmagazin[17]
Beste investigative Leistung Wolfgang Kaes für „Vermisst. Verschollen. Und beinahe vergessen“, erschienen im General-Anzeiger (Bonn) [18]
Beste Dokumentation Fabian Gartmann und Sönke Iwersen, für „Ladenschluss“, Dokumentation zum Thema Schlecker-Insolvenz, erschienen im Handelsblatt[19]
Beste Foto-Reportage Sandra Hoyn, für „Die Kampfkinder“, erschienen auf emerge-mag.com
Bestes Essay Bernd Ulrich, für „Wer sind wir, heute?!“, erschienen in Die Zeit[20]
Lebenswerk Anneliese Friedmann, Herausgeberin der Münchner Abendzeitung
Pressefreiheit René Wappler von der Lausitzer Rundschau[21]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Stefan Willeke, „Der letzte Saurier“, Reportage über Jürgen Großmann, veröffentlicht in Die Zeit[22]
Beste investigative Leistung Nikolaus Harbusch und Martin Heidemanns für „Wirbel um Privat-Kredit – Hat Wulff das Parlament getäuscht?“, erschienen in der Bild-Zeitung sowie Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter für „Die Formel-1-Affäre“, erschienen in der Süddeutschen Zeitung (die SZ-Redakteure nahmen den Preis aus Protest gegen die Auszeichnung der Bildzeitungsredakteure nicht an[23])
Beste Dokumentation Ferry Batzoglou, Manfred Ertel, Ullrich Fichtner, Hauke Goos, Ralf Hoppe, Thomas Hüetlin, Guido Mingels, Christian Reiermann, Cordt Schnibben, Christoph Schult, Thomas Schulz, Alexander Smoltczyk, für „Eine Bombenidee“, Dokumentation zum Thema Staatsschuldenkrise im Euroraum, erschienen im Spiegel[24]
Beste Foto-Reportage Kai Löffelbein, für „Unser Müll in Afrika“, erschienen auf stern.de
Bestes Essay Niklas Maak, für „Architekten, auf die Barrikaden!“, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung[25]
Lebenswerk F. C. Gundlach
Pressefreiheit Nick Davies für seine Recherchen zum News-International-Skandal[26]

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
kein Preisträger (ursprünglich verliehen an René Pfister für „Am Stellpult“, veröffentlicht im Spiegel, später aberkannt [27][28])
Beste investigative Leistung Christine Kröger, für „Im Zweifel für den Staatsanwalt“, im Weser-Kurier
Besonders verständliche Berichterstattung Ulrike Demmer, Markus Feldenkirchen, Ullrich Fichtner, Matthias Gebauer, John Goetz, Hauke Goos, Jochen-Martin Gutsch, Susanne Koelbl, Christoph Schwennicke, Shoib Najafizada, Holger Stark, für „Ein deutsches Verbrechen“, im Spiegel
Humor Hans Zippert, für „Mich trifft der Schlag“, in der Welt
Beste Foto-Reportage Stephan Vanfleteren, für „Es gibt was Neues hier seit gestern“, in der DU-Zeitschrift für Kultur
Sonderpreis Susanne Leinemann, für „Der Überfall“, im Zeit-Magazin
Lebenswerk Wolf Schneider
Pressefreiheit die französische Zeitung Le Canard enchainé, deren Redaktion in Frankreich, so das Jury-Mitglied Andreas Petzold, „schonungslos politische Skandale und Korruption aufdeckt“[29]

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Hania Luczak, für „Ein neuer Bauch für Lenie“, in GEO
Beste investigative Leistung Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch, Jörg Schmitt, für „Die Middelhoff-Oppenheim-Esch-Connection“, im Spiegel
Besonders verständliche Berichterstattung Katja Gloger, Jan Christoph Wiechmann, Giuseppe Di Grazia, für „Amerikas dunkles Geheimnis“, im stern
Humor Andreas Bock, Dirk Gieselmann, Fabian Jonas, Lucas Vogelsang, für den Liveticker, auf 11freunde.de
Beste Foto-Reportage Tomás Munita, für „Die Insel der Qualen“, in GEO
Sonderpreis Marc Baumann, Martin Langeder, Mauritius Much, Bastian Obermayer, für „Briefe von der Front“, im Süddeutsche Zeitung Magazin;
Jurybegründung: „vermittelt ein authentisches Gefühl dafür, wie die Deutschen in den Krieg und der Krieg zu den Deutschen kam. Eine ferne Front ist plötzlich ganz nah.“[30]
Lebenswerk Helmut Schmidt
Pressefreiheit Maziar Bahari, „stellvertretend für unterdrückte Journalisten im Iran“

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Katja Thimm, für „Rolf, ich und Alzheimer“, im Spiegel
Beste investigative Leistung Melanie Bergermann, für „Ich habe Sie betrogen“, in der Wirtschaftswoche
Besonders verständliche Berichterstattung Klaus Brinkbäumer, Ullrich Fichtner, Beat Balzli, Hauke Goos, Frank Hornig, Ralf Hoppe, Ansbert Kneip, Jochen Brenner, für „Der Bankraub“, im Spiegel
Humor Oliver Maria Schmitt, für „Ich bin dann mal Ertugrul“, in der FAZ
Beste Foto-Reportage Yang Yankang, für „Die starke Kraft des Glaubens“, in GEO
Lebenswerk Jürgen Leinemann;
Jury-Mitglied Andreas Petzold erklärte: „Die Arbeit von Jürgen Leinemann ist ein Beispiel für hervorragenden Qualitätsjournalismus. Sein beinahe psychoanalytischer Blick auf die Portraitierten hat ihn meisterhaft werden lassen im Erkennen der Limitierungen der Menschen über die er schrieb. Als penibler Rechercheur und schonungsloser Analytiker hat er bei aller Schärfe des Urteils nie die Fairness vergessen.“[31].
Pressefreiheit Robert Ménard, Mitgründer und ehemaliger Generalsekretär der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (Reporters sans frontières)

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Sabine Rückert, für „Wie das Böse nach Tessin kam“, in Die Zeit
Beste investigative Leistung Matthias Geyer, Lothar Gorris, Detlef Hacke, Udo Ludwig, für „Doping im deutschen Radsport“, in Der Spiegel
Besonders verständliche Berichterstattung Katja Trippel, Lars Abromeit, Torsten Hampel, für „Kampf bis zum letzten Fisch“, in GEO
Humor Harald Martenstein, für seine Kolumne „Lebenszeichen“, im Zeit Magazin Leben
Beste Foto-Reportage Lu Guang, für „Der schwarze Riese“, in GEO
Lebenswerk der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki;
Jury-Mitglied Thomas Osterkorn erklärte: „Durch seine entschiedenen Kritiken, seine leidenschaftlich geführten Debatten und seinen passionierten Einsatz für die Literatur und ihre humanitäre Kraft hat Marcel Reich-Ranicki Maßstäbe gesetzt – auch für den Qualitätsjournalismus in Deutschland.“[32].
Pressefreiheit Zainab Ahmed, für ihre Standhaftigkeit und ihren Einsatz für die Freiheit der Berichterstattung, stellvertretend für alle irakischen Journalisten des Institute for War and Peace Reporting (IWPR)

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Klaus Brinkbäumer, für „Die afrikanische Odyssee“, im Spiegel
Henning Sußebach, für „Hoffmanns Blick auf die Welt“, in Die Zeit
(1. Platz wurde zweimal vergeben)
Beste investigative Leistung Klaus Ott, Markus Balser, Hans Leyendecker, für „Siemens / Schmiergeldskandal“, in der Süddeutschen Zeitung
Besonders verständliche Berichterstattung Alexander Smoltczyk, für „Der Fehlbare“, im Spiegel
Humor Hans Zippert, für die Kolumne „Zippert zappt“, in der Welt
Beste Foto-Reportage Alessandro Scotti, für „Weltmacht Drogen“, in GEO
Lebenswerk der Fotograf Robert Lebeck[33];
Jury-Begründung: „Der Fotograf Robert Lebeck hat mit seinen Bildern wesentlich zur Prägung unseres Bildes von der Welt und den Persönlichkeiten, die in ihr handeln, beigetragen. Wenige Fotografen sind Zeitgenossen wie Lyndon B. Johnson, Max Frisch oder Romy Schneider so nahe gekommen wie Lebeck, kaum einer ist mit seiner souveränen Verbindung von Intimität und Seriosität so beispielhaft geworden für junge Fotografen wie er.“[34].
Pressefreiheit die letzte unabhängige russische Zeitung Nowaja Gaseta;
Jury-Mitglied Andreas Petzold erklärte: „Mit Respekt und Bewunderung verfolgen wir seit Jahren den Kampf, den die Redaktion der Nowaja Gaseta für Demokratie und Menschenrechte führt, gegen alle Versuche, die Medien ihres Landes unter Regierungskontrolle zu bringen und die Wahrheit in vielen Fällen zu verschleiern. Wenn es jemand gibt, der in dieser Zeit einen ganz besonderen Einsatz für die Freiheit und Unabhängigkeit der journalistischen Berichterstattung leistet, dann sind das Dmitri Muratow und sein Redaktions-Team.“

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Bartholomäus Grill, für „Ich will nur fröhliche Musik“, in der Zeit
Beste investigative Leistung Kayhan Özgenc, für „VW-Affäre – Ein Zulieferer packt aus“, in Focus
Besonders verständliche Berichterstattung Henning Sußebach, Stefan Willeke, für „Operation Lohndrücken“, in der Zeit
Humor Kurt Kister, für seine Kolumne „Unsere Besten – Kurt Kister über das Personal der Berliner Republik“, im SZ Magazin
Beste Foto-Reportage Jim Gehrz, für „Die Soldatin Jessica Clements“, in VIEW
Sonderpreis die Tageszeitung Times-Picayune aus New Orleans;
Jurybegründung: „Die Geschichte der Belegschaft, die immer weiter berichtete, während ihre Redaktion und ihre Häuser im Wasser ertranken, ging als ein Fall von beispielhaftem Journalismus um die Welt.“[35]
Lebenswerk der Historiker Joachim Fest; der Preis ist auch Anerkennung für Fests Beitrag zum Qualitätsjournalismus, der 79-jährige ehemalige FAZ-Herausgeber habe „wesentliche Anstöße zur Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit“ gegeben, so die Jury
Pressefreiheit der Istanbuler Armenier Hrant Dink, damaliger Chefredakteur der zweisprachigen türkisch-armenischen Wochenzeitung Agos, der sich für eine Aufarbeitung der Geschichte der armenischen Minderheit in der Türkei und eine Annäherung der beiden ethnischen Gruppen einsetzte

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kategorie Preisträger
Beste Reportage
(Egon-Erwin-Kisch-Preis)
Stefan Willeke, für „Herr Mo holt die Fabrik“, in der Zeit
Beste investigative Leistung Freddie Röckenhaus, Thomas Hennecke, für „Finanzmisere Borussia Dortmund“, im Kicker und in der Süddeutschen Zeitung
Besonders verständliche Berichterstattung Uwe Buse, Ullrich Fichtner, Mario Kaiser, Uwe Klussmann, Walter Mayer, Christian Neef, für „Putins Ground Zero – Die Kinder von Beslan“, im Spiegel
Humor die Kolumne Streiflicht, in der Süddeutschen Zeitung
Beste Foto-Reportage Yang Yankang, für „Der lange Marsch zum lieben Gott“, in GEO
Lebenswerk Peter Scholl-Latour (in den 1980er-Jahren zeitweilig auch Herausgeber und Chefredakteur des stern);
Jurybegründung: „für sein umfassendes publizistisches Lebenswerk und seinen Beitrag für den Qualitätsjournalismus“[36]
Pressefreiheit Irina Chalip, stellvertretende Chefredakteurin der weißrussischen Tageszeitung Belorusskaja Delowaja Gaseta;
Jurybegründung: „für ihren couragierten Kampf für die Pressefreiheit in Weißrussland gewürdigt“[36]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Brückner: Henri Nannen Preis 2005 (3 Audio Hör-CDs). Audio Media Verlag, Juni 2005. ISBN 3-937847-32-4.
  • Die Jury des Henri-Nannen-Preises (Hrsg.): Mit einem Erdbeben anfangen! Die besten journalistischen Geschichten des Jahres. Murmann-Verlag, Hamburg 2007. ISBN 978-3-86774-008-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszeichnungen für zwei Beiträge des ZEITmagazins, Zeitmagazin, 28. April 2016.
  2. Medienkrise: Henri-Nannen-Preis wird 2015 nicht vergeben, abgerufen am 18. September 2014
  3. derStandard.at - 2016 wieder Henri-Nannen-Preis. Artikel vom 19. Juli 2015, abgerufen am 20. Juli 2015.
  4. Wettbewerb um Henri Nannen Preis 2009 gestartet. 17. November 2008, archiviert vom Original am 3. Februar 2009, abgerufen am 29. Mai 2014.
  5. Eklat beim Henri-Nannen-Preis, Die Tageszeitung, 11. Mai 2012
  6. a b Jacob Appelbaum: The social pressure of conformity. Nachtkritik.de, 23. Mai 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.
  7. a b Cornelia Kerth, Heinrich Fink: Dank an Jacob Appelbaum. Bund der Antifaschisten, 27. Mai 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.
  8. a b Laura Poitras: Laura Poitras Stellungnahme auf Deutsch. Norddeutscher Rundfunk, 28. Mai 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.
  9. Mitglieder der Hauptjury. 13. Oktober 2015, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  10. Pressemappe Henri Nannen Preis 2014. 16. Mai 2014, abgerufen am 23. August 2014.
  11. Jury nominiert 15 Arbeiten für den Henri Nannen Preis 2013. 13. März 2013, abgerufen am 29. Mai 2014.
  12. Neue Jurymitglieder für Henri-Nannen-Preis 2012. Hamburger Abendblatt, 2. November 2011, abgerufen am 29. Mai 2014.
  13. ERKLÄRUNG DER JURY DES HENRI NANNEN PREISES VOM 9. MAI 2011. 9. Mai 2011, archiviert vom Original am 7. August 2011, abgerufen am 29. Mai 2014.
  14. Nominierungen für den Henri Nannen Preis 2010 stehen fest. 16. April 2010, abgerufen am 29. Mai 2014.
  15. Nannen-Sonderpreis geht an syrischen Fotografen. Hamburger Abendblatt, 28. April 2016, abgerufen am 28. April 2016.
  16. Henri-Nannen-Preis 2014: SPIEGEL-Redakteurin gewinnt mit Gurlitt-Reportage. Spiegel Online, 16. Mai 2014, abgerufen am 29. Mai 2014.
  17. Heike Faller: Der Getriebene. Kann ein Mensch seine Sexualität sein Leben lang unterdrücken? Wenn Jonas ein guter Mensch sein will, wird er es müssen – er ist pädophil. Wir haben ihn bei seiner Therapie begleitet. Zeit Online, 25. Oktober 2012, abgerufen am 29. Mai 2014.
  18. Vermisst. Verschollen. Und beinahe vergessen. An einem tristen Märztag verschwindet die Rheinbacher Arzthelferin Trudel Ulmen spurlos aus ihrem geordneten Leben. Erst jetzt, nach fast 16 Jahren, wird sie zum Fall für die Bonner Kripo. General-Anzeiger Bonn, 9. Januar 2012, abgerufen am 29. Mai 2014.
  19. Ladenschluss, Handelsblatt, 1. Juni 2012
  20. Bernd Ulrich: Wer sind wir, heute? Die Zeit, 10. September 2012, abgerufen am 29. Mai 2014.
  21. Preisträger Henri Nannen Preis 2013. 26. April 2013, abgerufen am 29. Mai 2014.
  22. Atomenergie: Der letzte Saurier, Die Zeit, 14. Juli 2011
  23. Eklat bei Journalisten-Ehrung – SZ-Redakteure lehnen Henri-Nannen-Preis ab, sueddeutsche.de vom 12. Mai 2012
  24. Eine Bombenidee, Der Spiegel, H. 39/2011, 26. September 2011
  25. Architekten, auf die Barrikaden!, FAS, 26. November 2011
  26. Henri Nannen Preis 2012. Pressemitteilung. Auf: http://www.henri-nannen-preis.de, 11. Mai 2012, abgerufen am 11. Mai 2012 (PDF; 124 kB).
  27. n-tv.de: „Spiegel“-Redakteur war nicht im Keller – Henri-Nannen-Preis aberkannt
  28. In eigener Sache: Unverständnis über Aberkennung des Egon-Erwin-Kisch-Preises in: Spiegel Online vom 9. Mai 2011
  29. Henri Nannen Preis 2011. Große Gala, starke Leistungen. Auf: stern.de, 6. Mai 2011, abgerufen am 7. Mai 2011.
  30. DIE PREISTRÄGER FÜR DEN HENRI NANNEN PREIS 2010 STEHEN FEST 07.05.2010 (Memento vom 20. Mai 2010 im Internet Archive) Preisträger 2010. Artikel vom 7. Mai 2010
  31. Pressemitteilung vom 8. Mai 2009
  32. Pressemitteilung Marcel Reich-Ranicki erhält den Henri Nannen Preis für sein Lebenswerk (5. Mai 2008)
  33. Fotograf Robert Lebeck mit dem Henri-Nannen-Preis
  34. Pressemitteilung Robert Lebeck erhält den Henri Nannen Preis 2007 für sein Lebenswerk (29. März 2007)
  35. Website des Henri-Nannen-Preises, Sonderpreis 2006
  36. a b Pressemitteilung Peter Scholl-Latour erhält den Henri Nannen-Preis für sein journalistisches Lebenswerk / Weißrussische Journalistin Irina Chalip wird von Gruner + Jahr und dem Stern in Anerkennung ihres Kampfes für die Pressefreiheit in ihrem Land geehrt (17. Mai 2007)