Wirtschaft Berlins

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Supercomputer im Konrad Zuse-Institut der FU

Die Wirtschaft Berlins hat nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 einen tiefgreifenden Strukturwandel durchlaufen. Das ökonomische Schwergewicht Berlins verlagerte sich vom produzierenden Sektor hin zu mehr Dienstleistungswirtschaft. Die Industrie selbst durchlief einen Erneuerungsprozess von arbeits- hin zu wissensintensiver Produktion. Infolgedessen stieg die Produktivität an.

Zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Berlin gehören die Kreativ- und Kulturwirtschaft, der Tourismus, die Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft mit Medizintechnik und pharmazeutischer Industrie, die Informations- und Kommunikationstechnologien, die Bau- und Immobilienwirtschaft, der Handel, die Optoelektronik, die Energietechnik sowie die Messe- und Kongresswirtschaft.

Berlin zählt zu den aufstrebenden, internationalen Zentren für innovative Unternehmensgründer und verzeichnet seit 2010 jährlich hohe Zuwachsraten bei der Anzahl der Beschäftigten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrialisierung (1820–1914)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Berlin eine europäische Industriemetropole von internationalem Rang. Lokomotiven der Maschinenbaufabrik Borsig (gegründet: 1837) wurden nach ganz Europa exportiert, in der Elektroindustriewaren die Firmen Siemens & Halske (gegründet: 1847) und AEG (gegründet: 1883) weltbekannt. Die 1864 gegründete Schering AG hatte sich auf dem Gebiet der chemischen Industrie einen Namen gemacht. Sechs Jahre später wurde die heute größte deutsche Bank, die Deutsche Bank, gegründet. Alle diese Unternehmen spielen auch nach über einhundert Jahre langem Bestehen eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. 1902 wurde die Industrie- und Handelskammer zu Berlin gegründet.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik (1914–1933)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs brach die Produktion in vielen mittelständischen und handwerklichen Betrieben der Stadt völlig zusammen. Ein Teil der Großunternehmen hingegen konnte, aufgrund der enormen Kriegsproduktion, wirtschaftlich profitieren. Das Bruttosozialprodukt erreichte jedoch erst wieder 1927 das Vorkriegsniveau. Die galoppierende Inflation Anfang der 1920er Jahre sorgte in der Bevölkerung für große Verunsicherung und führte zu einem florierenden Schwarzmarkt. Am 4. November 1923 kostete ein einziges Brot 420 Milliarden Mark. Das vorläufige Ende der Krise wurde dadurch eingeleitet, dass das wertlos gewordene Papiergeld ab dem 15. November 1923 von der Rentenmark ersetzt wurde.

1926 wurde die Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft in Berlin gegründet. Der Flugzeugbestand der Fluggesellschaft umfasste am Gründungstag 162 Flugzeuge.

Im Jahr 1925 arbeiteten allein in der Berliner Metallindustrie in 15.000 Betrieben rund 400.000 Menschen. Der Börsenkrach an der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929 löste eine Weltwirtschaftskrise aus, die auch für Europa schlimme Folgen hatte. In Berlin stieg die Zahl der Arbeitslosen auf bis zu 600.000 im Jahr 1932 an, die Arbeitslosenquote betrug damit 30,8 %. Dabei ist zu beachten, dass es zu dieser Zeit bei Arbeitslosigkeit nur eine geringe und während der Krise noch sinkende soziale Absicherung gab. 1932 war die industrielle Produktion in Berlin auf die Hälfte von 1928 zurückgefallen. Diese schwierige wirtschaftliche Situation begünstigte in den folgenden Jahren den Erfolg der Nationalsozialisten.

Drittes Reich (1933–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der „MachtergreifungHitlers wurden viele der jüdischen Unternehmer dazu gezwungen ihre Betriebe an dem NS-System nahestehende Personen zu verkaufen. Andere wurden enteignet, verfolgt und, soweit sie Deutschland nicht rechtzeitig verlassen konnten, in die Vernichtungslager deportiert. Die Nachfolger in den „arisierten“ Unternehmen bereicherten sich zum größten Teil an dem ihnen nicht zustehenden Vermögen der Verfolgten. Die Verbände wurden gleichgeschaltet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Berlin mit seiner Elektro- und Maschinenindustrie zur Waffenschmiede des „Dritten Reichs“. In den betreffenden Betrieben mussten auch viele Zwangsarbeiter arbeiten. Wegen der starken Bombardements verlegten viele Konzerne ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und später häufig auch die Führungsabteilungen aus der Hauptstadt in weniger gefährdete Gebiete Deutschlands. Der Bombenkrieg und der Kampf um Berlin ließen von den Produktionskapazitäten in der Stadt nicht viel übrig. Nach 1945 wurde durch Demontage ganzer Fabrikanlagen der Bestand weiter dezimiert.

Nachkriegszeit und Teilung (1945–1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der großflächigen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs musste beim Wiederaufbau der Wohngebiete, der Infrastruktur und der Arbeitsstätten vielerorts bei Null begonnen werden. Die politische Teilung der Stadt und die Blockade West-Berlins erschwerten den Neuanfang in den ersten fünf Jahren nach Kriegsende. Für die Westsektoren Berlins stellten der Marshall-Plan der USA sowie die Hilfe der Bundesrepublik Deutschland in dieser Zeit eine sehr große Hilfe dar.

Viele Jahre war die Berliner Wirtschaft auf Hilfe und Subventionen angewiesen. Vor allem die Subventionen brachten aber auch Mitnahmeeffekte mit sich. Der Begriff der „verlängerten Werkbank“ westdeutscher Unternehmen, die in Berlin nur geringste Teile ihrer Fertigung vornehmen ließen, dafür aber die volle Berlin-Subvention einstreichen konnten, machte die Runde.

Der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 brachte für die Stadt die nächste tiefgreifende Zäsur mit sich. Die Bewohner Ost-Berlins und der Deutschen Demokratischen Republik konnten nun nicht mehr ausreisen, West-Berlin war zur politischen und wirtschaftlichen Insel geworden. 50.000 Pendler aus Ost-Berlin konnten nicht mehr in West-Berlin zur Arbeit gehen. In den Folgejahren wurde West-Berlin als Industriestandort durch die Umsiedlung ganzer Betriebe, sowie die vielerorts drastische Reduzierung der Arbeitsplätze (nicht nur durch Rationalisierung) geschwächt. Der West-Berliner Arbeitsmarkt wurde immer stärker von der öffentlichen Beschäftigung, der Wissenschaft und dem Dienstleistungssektor geprägt. Ost-Berlin blieb für die DDR-Wirtschaft zugleich weiterhin der Schwerpunkt der industriellen Produktion.

Die zentralistische und ebenfalls hoch subventionierte Planwirtschaft der DDR konnte jedoch keinen wirtschaftlichen Aufschwung erreichen. Veraltete Anlagen sowie Rohstoff- und Devisenmangel verhinderten, dass die DDR-Wirtschaft mit den technologischen Entwicklungen im internationalen Maßstab Schritt halten konnte. Nach der politischen Wende 1989 brachen die Absatzmärkte vieler Ost-Berliner-Betriebe gleichsam mit den politischen Systemen zusammen. Ostdeutschland wurde als riesiges neues Absatzgebiet für West-Produkte genutzt, aber kaum als Produktionsgebiet gesehen. Hunderte von Betrieben und weit über Hunderttausend von Arbeitsplätzen gingen im Ostteil der Stadt verloren.

Berliner Republik (seit 1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heizkraftwerk in Berlin-Mitte. Seit 2003 ist die Vattenfall GmbH mit Sitz in Berlin der größte Energieversorger Berlins.

Die Isolation West-Berlins wurde durch die deutsche Wiedervereinigung im Oktober 1990 beendet. Somit war die Voraussetzung für die erneute wirtschaftliche Einheit von Ost- und Westteil der Stadt gegeben, die Verflechtungen mit dem Umland nahmen stark zu. So wurden auch zahlreiche Kooperationen insbesondere mit dem Land Brandenburg aufgebaut. Die Industrie verlor in den 1990er Jahren zunächst dramatisch an Bedeutung. Im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels haben sich die Schwerpunkte mittlerweile auf den Dienstleistungssektor und die Produktion in innovativen Bereichen der Industrie verlagert. Die Innovationszentren der Stadt haben bisher jedoch nicht die enormen Arbeitsplatzverluste in den industriellen Bereichen kompensieren können.

Die Bevölkerung im Ballungsgebiet Berlin wächst, innovative Wirtschaftscluster ziehen Unternehmer an und machen Berlin zur aktuellen Gründungshauptstadt Deutschlands. Zwischen 2006 und 2010 lag die Gründerquote in Berlin auf dem deutschlandweit höchsten Wert von 2,67 %. Im Jahr 2010 betrug das BIP des Landes Berlin 94,7 Milliarden Euro.[2] Zwischen 2005 und 2010 wuchs die Wirtschaftsleistung Berlins um knapp 13 % und damit doppelt so stark wie die des Bundes. Im Vergleich mit dem regionalen BIP (in Kaufkraftstandards) je Einwohner erreicht Berlin in der EU (EU-27: 100) im Jahr 2008 einen Index von 99, Brandenburg 82 und Deutschland 116.

Im Dienstleistungssektor wurde im jähr 2010 von etwa 80 % der Berliner Erwerbstätigen ein Anteil an der städtischen Bruttowertschöpfung von über 67 % erwirtschaftet. Das produzierende Gewerbe bot für etwa 8 % der Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz, erwirtschaftete jedoch einen Anteil von fast 15 % der Berliner Wertschöpfung im Jahr 2010. Innerhalb der Berliner Industrie lag die Exportquote 2009 bei rund 45 %. Die bedeutendsten Warengruppen der Berliner Exporte waren derzeit pharmazeutische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstungen und Kraftmaschinen.[3]

Wirtschaftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwerbstätige und Arbeitslose in Berlin[4]
Jahr AL ET DL PG LFF
1995 15,0 1.653,7 1.279,9 372,8 1,1
1997 16,4 1.593,0 1.259,3 332,6 1,0
1999 17,5 1.578,3 1.276,4 300,9 1,0
2001 17,3 1.591,2 1.324,6 265,4 1,1
2003 20,6 1.544,9 1.311,6 232,1 1,2
2005 19,3 1.553,0 1.337,0 215,0 1,1
2007 16,3 1.606,7 1.397,0 208,8 1,0
2009 13,7 1.665,1 1.454,3 210,2 0,6
2011 11,9 1.709,2 1.493,3 215,3 0,6
2015 9,4 1.846,3 1.624,2 221,2 0,5
AL = Arbeitslosenquote in %

ET = Erwerbstätige in tsd
DL = Dienstleistungsbereiche in tsd
PG = Produzierendes Gewerbe in tsd
LFF = Land- und Forstwirtschaft, Fischerei in tsd

Bruttoinlandsprodukt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes Berlin 117,3 Milliarden Euro,[5] was einer Veränderung von +2,2 % gegenüber 2013 bedeutet (Deutschland: +1,6 %).[5] Damit lag Berlin auf Platz 2 aller Bundesländer beim Anstieg des Bruttoinlandsprodukts. 2013 betrug das BIP pro Kopf im Land Berlin 31.504 Euro, was etwa 92 % des Bundesdurchschnitts entsprach.[6]

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 hat sich der Arbeitsmarkt stark verändert. Von 1991 bis 2006 gingen 258.400[7] Industrie-Arbeitsplätze verloren. Das Land Berlin hat aufgrund vieler Doppelstrukturen in der Verwaltung und im Öffentlichen Dienst zwischen den Jahren 1995 und 2015 etwa 60.000 Stellen abgebaut. Die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin lag im Jahr 2015 bei 1,85 Millionen Personen. Das sind 35.800 oder 2,0 % mehr als im Vorjahr. Berlin verzeichnete damit zum vierten Mal in Folge die stärkste Zuwachsrate bei der Zahl der Erwerbstätigen unter allen deutschen Ländern.[8]

Die Arbeitslosenquote lag im April 2017 bei 9,2 % (1,0 % weniger als im Vorjahr) und erreichte den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990.[9] 16,5 % der Einwohner bezogen im Jahr 2015 Leistungen nach dem SGB II.[10]

Dennoch verspüren Berliner Unternehmen zunehmend Fachkräfteengpässe – und zwar nicht nur im Bereich der Hochqualifizierten, sondern auch bei Absolventen mit dualer Ausbildung und Weiterbildungsabschlüssen.[11]

Land Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Berliner Landesdienst, der aus Haupt- und Bezirksverwaltung besteht, waren im Jahr 2015 insgesamt 127.035 Beschäftigte tätig. Im öffentlichen Dienst in Berlin waren 193.110 Personen beschäftigt.[12] Die beiden größten vom Land Berlin beschäftigten Berufsgruppen sind Lehrer und Polizisten.

Berlin verzeichnet seit 2012 eine stetige Geburtenzunahme. (Alexander Gerst mit Berliner Kindern, 2015)

Das Land Berlin war Ende 2011 mit etwa 62 Milliarden Euro verschuldet, jährlich fallen mehr als zwei Milliarden Euro Zinsen an. Die Schulden stiegen insbesondere in den 1990er Jahren an. Aufgrund der guten Konjunktur seit 2010 konnte die Verschuldung auf etwa 59 Milliarden Euro im Jahr 2016 zurückgefahren werden.

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mittlere monatliche Haushaltsnettoeinkommen lag im Jahr 2014 bei etwa 1750 Euro.[13]

Im Jahr 2011 war in Berlin ein Anteil von 12,3 % der erwachsenen Bevölkerung überschuldet (Deutschland: 9,4 %).[14] 2012 bezogen 16,7 Prozent der Einwohner Berlins Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz-IV-Empfänger).

37.368 Mädchen und Jungen kamen in Berlin im Jahr 2014 auf die Welt. Das waren 2330 Neugeborene (6,6 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.[15]

Standortfaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin ist ein internationaler Dienstleistungsstandort und gilt als Weltstadt mit einer hohen Lebensqualität

Berlin ist die Bundeshauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, der weltweit viertgrößten Volkswirtschaft. Die Metropole ist Teil der Eurozone und der Europäischen Union, einem der größten Binnenmärkte der Welt. Wirtschaftsgeografisch bildet Berlin den Kern der Metropolregion Berlin-Brandenburg, die etwa sechs Millionen Einwohner umfasst.

Berlin zeichnet sich als Standort durch die Internationalität, die relativ niedrigen Mieten, das vielfältige kulturelle Angebot, die zahlreichen Grünflächen in der Stadt und die Nähe zu verschiedenen Naherholungsgebieten sowie einen gut ausgebauten ÖPNV aus. Durch zahlreiche im Stadtgebiet angesiedelte Technologieparks und die insgesamt 79 wissenschaftlichen Einrichtungen ist Berlin eine Wissenschaftsregion. Die große Anzahl an Hochschulabsolventen bietet vor allem innovativen Unternehmen ein großes Fachkräftepotential. Der neue Flughafen Berlin Brandenburg soll die Flüge von und nach Berlin am Standort Schönefeld bündeln und somit die benötigten Kapazitäten im Luftverkehr bieten.

In den unterschiedlichsten international angelegten Studien wird die Lebensqualität der Stadt Berlin als überdurchschnittlich bewertet.[16] Der Wealth Report listete im Jahr 2011 Berlin im globalen Vergleich der Lebensqualität auf Platz 2. aller untersuchten Weltstädte.[17] Laut European Cities Monitor, einer Umfrage Europas führenden Unternehmern, die zum Ziel hat die bedeutendsten Zentren für Geschäftstätigkeit und Ansiedlungen zu ermitteln, wird Berlin im Jahr 2011 auf dem fünften Platz als bester Standort für internationale Konzerne in Europa gelistet.[18]

Bildung und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Humboldt-Universität zu Berlin ist eine von elf Eliteuniversitäten in Deutschland

In Berlin gibt es 11 staatliche Hochschulen und 22 staatlich anerkannte private Hochschulen an denen rund 180.000 Studenten (Wintersemester 2016/2017) eingeschrieben sind. Im Jahr 2010 schlossen an den Berliner Hochschulen knapp 25.000 Studenten ihr Studium ab. Außerdem sind in der Stadt jeweils sechs Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft, 16 Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und circa 18 weitere Forschungseinrichtungen und -verbünde angesiedelt.

So hat Berlin pro Kopf deutschlandweit die höchste Forscher- und Akademikerdichte, insgesamt sind an 79 Einrichtungen etwa 200.000 Menschen in Wissenschaft und Forschung aktiv. In Berlin bestehen Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft. Ein Beispiel ist das Technologiezentrum Berlin Adlershof in dem sechs Institute der Humboldt-Universität und etwa 1000 Unternehmen in direkter Nähe zueinander angesiedelt sind.

Zu den Schwächen des Hochschulstandorts zählt die starke Trennung von Forschung und Lehre und der daraus resultierenden verminderten Reputation der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die nach 1945 eingeleitete Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideals in Deutschland führte zu einem zu hoch ausdifferenzierten Forschungs- und Bildungssystem, dem es im globalen Kontext an Sichtbarkeit fehlt. Spitzenleistungen an Berliner Forschungsinstituten werden deshalb nicht mit städtischen Universitäten in Zusammenhang gebracht.

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin treffen sich 10 Eisenbahn-Hauptstrecken, die die Stadt zu einem europäischen Bahnknoten machen. Mit täglich rund 300.000 Reisenden ist der Berliner Hauptbahnhof Europas größter Kreuzungsbahnhof.

Mit S-Bahn, U-Bahn, Regionalbahn, Straßenbahn, Bussen und Fähren hat Berlin einen sehr umfangreichen ÖPNV. Es ist tariflich zusammengefasst durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), dem flächengrößten Verkehrsverbund in Deutschland.

Derzeit verfügt Berlin über zwei Flughäfen, Berlin-Tegel (TXL) und Berlin-Schönefeld (SXF/BER). Sie fertigten im Jahr 2014 ca. 28 Millionen Passagiere ab. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 6,3 %. Das Passagieraufkommen nimmt in Berlin stark zu, so wurden im Jahr 2000 noch 13,3 Millionen Passagiere abgefertigt. Das noch aus Zeiten der Stadtteilung resultierende wenig international wettbewerbsfähige und zerteilte Flughafensystem gilt als großes Entwicklungshemmnis in der Region Berlin-Brandenburg.[19] Nur wenig Interkontintalverbindungen werden vom Flugverkehrsstandort Berlin aus angeboten.

Gegenwärtig in Bau befindet sich der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Der ausgebaute Flughafenstandort Schönefeld soll mit einer Startkapazität von wenigstens 36 Millionen Passagieren den bestehenden Flugplatz Tegel ersetzen und die Flüge an einem Standort bündeln. Je nach Passagierentwicklung soll der Flughafen für bis zu 55 Millionen Passagiere ausgebaut werden.[20]

Mieten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Mietpreisstudie von ECA International belegt Berlin im Europavergleich der Städte mit den höchsten Mieten nur Platz 34. So betrug beispielsweise 2011 die Miete einer Dreizimmerwohnung in Berlin etwa 775 Euro, in Europa durchschnittlich 1090 Euro und in London, der teuersten Stadt Europas, musste man durchschnittlich sogar 2500 Euro zahlen.[21]

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin verfügte 2006 mit einer Strecke von 200.000 Kilometern über das umfangreichste städtische Glasfasernetz in ganz Europa.[22] Im gesamten Stadtgebiet sind mobile Breitbandanwendungen über UMTS- und LTE-Netze garantiert (Stand: 2017).[23] Außerdem gibt es in Berlin über 700 öffentliche W-Lan Hotspots.

Gründerszene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Factory Berlin, Campus für Gründer an der Bernauer Straße

Die Gründer- und Start-up-Szene Berlins sorgt insbesondere seit den späten 2000er Jahren für einen steten Zuwachs an Arbeitsplätzen, Innovation, Kaufkraft und Internationalität des Berliner Wirtschaftsumfeldes.[24][25]

Einer stadtökonomischen Untersuchung Berlins von 2014 zufolge sei im urbanen Umfeld eine hohe Einwohnerdichte und ein lebendiges Ausgeh- und Kulturleben für die Startup-Gründerszene wichtig, die Arbeit und Leben nah beieinander zusammenbringt.[26]

Entscheidend für den Erfolg von Startups und Unternehmensgründern insgesamt sei laut einer RKW-Studie von 2015 ein „fruchtbares regionales Gründer-Ökosystem“ bzw. gründerfreundliches Klima, das durch das Zusammenspiel von Talenten, erfolgreichen Unternehmern, Finanzierungsmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen, bürokratiearmer Politik und Verwaltung, potenziellen Kunden, leistungsfähiger Infrastruktur (vor allem digitaler und öffentlicher), die Offenheit für Innovationen, Kreativität und eine hohe Lebensqualität entstehe. In Berlin sei diese Dynamik gegeben.[27]

Wirtschaftszweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Länder Berlin und Brandenburg haben 2011 auf politischer Ebene eine gemeinsame Innovationsstrategie formuliert.[28] Dazu wurden sogenannte Zukunftsfelder identifiziert, die gemeinsam entwickelt und verstärkt gefördert werden sollen. Diese Felder sind Biotechnologie/Medizintechnik/Pharma, Medien/Informations- und Kommunikationstechnologie, Verkehrssystemtechnik und Logistik, Optik und Photonik, sowie Energietechnik.

Kreativwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Medien in Berlin
Universal Music Deutschland

Berlin hat sich seit dem Jahr 2000 zu einer wichtigen europäischen Metropole für die Kreativ- und Kulturwirtschaft entwickelt. 2006 wurde Berlin in das Creative Cities Network der Unesco aufgenommen.

Im Jahr 2009 erwirtschafteten in der Kreativ- und Kulturwirtschaft knapp 160.000 Erwerbstätige in 25.500 Unternehmen einen Umsatz von rund 12,8 Milliarden Euro. Gemeinsam mit dem IKT-Sektor erwirtschaftet der Medien-, Kreativ- und Kulturbereich somit rund 16 % des Berliner Gesamtumsatzes (2009).[29]

Innerhalb der Kulturwirtschaft spielt die Musikbranche in Berlin eine besondere Rolle. Über 9,4 % aller Musikunternehmen Deutschlands haben ihren Sitz in Berlin. Die Angebotsvielfalt an Musikveranstaltungen und Veranstaltungsorten, die 155 ansässigen Musikverlage, die über 100 Musikschulen mit 40.000 Schülern und über 3.000 Studenten im Fach Musik bieten gute Voraussetzungen dafür, dass sich die Branche auch in Zukunft gut entwickelt.

Bank- und Finanzwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftshaus der DKB

Die Deutsche Kreditbank (DKB) ist ein Kreditinstitut und 100%ige Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank. Mit einer Bilanzsumme von 76,5 Milliarden Euro stand die DKB 2015 an 16. Stelle in der Liste der größten Banken in Deutschland.

Die Börse Berlin ist eine Regionalbörse in Berlin, deren Eigentümer der Verein Berliner Wertpapierbörse e. V. ist. 2016 verzeichnete die Börse einen Gesamtumsatz von 63,7 Milliarden Euro. Handelsteilnehmer waren 61 Kreditinstitute, 29 Finanzdienstleister, 5 Skontroführer und 6 Market-Maker.

Die Berliner Sparkasse ist eine öffentlich-rechtliches Kreditinstitut und hat ihren Sitz in Berlin. Ihre Trägerin ist die Landesbank Berlin AG. Mit etwa zwei Millionen Kunden und mehr als 1,3 Millionen Girokonten ist die 1818 gegründete Sparkasse Marktführer in der Stadt. Die Sparkassen-Finanzgruppe, die mehr als 600 dezentral arbeitende Unternehmen im Bereich der Finanzdienstleistungen umfasst hat ihren Sitz ebenfalls in Berlin.

Digitalwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit etwa 2005 findet in Berlin ein zunehmend starkes Wachstum der Internetwirtschaft statt. Ausgehend von der Anzahl und der Popularität der in Berlin ansässigen Internetunternehmen, gilt die Stadt derzeit als der wichtigste Standort der Webwirtschaft im deutschsprachigen Raum.[30] Das in den letzten Jahren in diesem Bereich entstandene Cluster zieht derzeit die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich und macht Berlin zu einem idealen Standort für Internetfirmen. Die Internetwirtschaft ist durch den starken Gründungswillen der Berliner geprägt. Die Industrie und Handelskammer geht von mehr als 1300 neu entstandenen Software- und IT-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren aus.[31]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besuchermagnet im Pergamonmuseum, das Ischtar-Tor

Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Städtetourismus. Im Jahr 2011 wurden etwa 22,4 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben von 9,9 Millionen Gästen gezählt. [32] Dies stellt im Vergleich zum Jahr 2001 (11,3 Millionen Übernachtungen von 4,9 Millionen Gästen) eine Verdopplung der Zahlen dar. Hinzu kommen jährlich mehr als 100 Millionen Tagesbesucher. Die Stadt ist damit nach London und Paris ein bevorzugtes Reiseziel innerhalb Europas.[33]

Die Berliner Hotellandschaft bestand im Juni 2012 aus 781 Unterkünften mit einer Bettenkapazität von rund 125.000. Die Verweildauer der Hotelgäste beträgt im Durchschnitt 2,2 Tage.[34] Internationale Gäste machen etwa 40 Prozent der Besucherzahlen aus. Hierbei liegen Besucher aus Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Spanien und den Vereinigten Staaten von Amerika in der Spitzengruppe. Hauptanziehungspunkte sind Architektur, historische Stätten, Museen, Festivals, Einkaufsmöglichkeiten, Nachtleben sowie Großveranstaltungen, die jährlich mehrere hunderttausend Besucher zählen.

Durch die positive sehr Entwicklung seit dem Jahr 2000 ist die Tourismusbranche in Berlin zu einer wichtigen Säule der regionalen Wirtschaft geworden. Die größten Profiteure des Berlin-Tourismus sind das Gastgewerbe (42,8 % des Umsatzes), der Einzelhandel (40,4 %) und die Dienstleistungsunternehmen (16,8 %). [35]

1996 2006 2014 2015 2016
Gäste in Hotels 3.272.888 7.077.275 11.871.300 12.369.300 12.731.600
Anteil der Gäste aus dem Ausland 24,6 % 32,8 % 38,1 % 39,3 % 45,6 %
Übernachtungen in Hotels 7.519.751 15.910.372 28.688.700 30.250.100 31.067.800

Messe- und Kongresswirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Internationale Funkausstellung auf dem Messegelände

Berlin ist einer der besucher- und umsatzstärksten Messe- und Kongressstandorte der Welt.[36] Im Jahr 2011 wurden etwa 115.700 Veranstaltungen mit rund 9,7 Millionen Teilnehmern durchgeführt.[37] Laut ICCA Statistik ist Berlin, gemessen an der Anzahl von Kongressen mit internationaler Beteiligung, auf Rang 4 aller Kongressstädte gelistet.[38]

Das Messegelände in Charlottenburg-Wilmersdorf rund um den Funkturm wurde im Jahr 1822 erstmals als Gewerbeausstelungsgelände genutzt und weist heute eine Hallenausstellungsfläche von 160.000 m² und eine Freifläche von etwa 100.000 m² aus. Betreiber ist der zu 99 % stadteigene Veranstaltungsträger Messe Berlin. Das Berlin Convention Office der Berliner Tourismuswerber visitberlin vermarktet die deutsche Hauptstadt als Kongressmetropole.

Eine Vielzahl international relevanter Leitmessen sind auf dem Berliner Messegelände und auf dem Berlin ExpoCenter Airport in Brandenburg etabliert. Hierzu gehören u. a. die Konsumelektronikmesse IFA, die Tourismusbörse ITB, die Luft- und Raumfahrtschau ILA Berlin Air Show, die Schienenverkehrsmesse InnoTrans, die Landwirtschaftsschau Grüne Woche, die Ernährungsmesse Fruit Logistica sowie die Fachmesse für Erotik & Erwachsenenunterhaltung Venus Berlin. Die privatwirtschaftlich organisierte Modemesse Bread & Butter wird vom Modehändler Zalando veranstaltet, der European Film Market während der Berlinale im Martin-Gropius-Bau.

Die Kongresswirtschaft, zu der international, national sowie lokal ausgerichtete Tagungen, Informationsveranstaltungen und geschäftliche Zusammenkünfte aller Art gehören, ist ein weiterer Zweig der Berliner Wirtschaft. Eine Vielzahl von Hotels sind auf Tagungen eingestellt und erzielen hiermit einen wichtigen Teil ihres Jahresumsatzes. Das ICC war das größte Konferenzzentrum Europas.[39] Medizinkongresse und Fachtagungen von mehreren Tausend Teilnehmern konnten in dem 1979 eröffneten Bau abgehalten werden.

Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1996 bis 2008 betrug der kumulierte Anstieg der Erwerbstätigen in der Berliner Gesundheitswirtschaft 10,2 %. Somit wurden in der Bezugsperiode mehr als 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt sind 2009 etwa 226.000 Personen, das sind 13,5 % der Berliner Erwerbstätigen, im Gesundheitssektor mit seinen Teilbereichen Industrie, Handel, Handwerk sowie privaten und öffentlichen Dienstleistungen beschäftigt gewesen.[40]

Die Biotechnologie ist eine innovative Querschnittstechnologie, die durch überdurchschnittlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gekennzeichnet ist. Die unmittelbare Nähe zu Hochschulen und Universitäten sowie die Einrichtung zahlreicher Technologieparks wie beispielsweise dem berlinbiotechpark Charlottenburg begünstigt Unternehmensansiedlungen. In der Hauptstadtregion sind rund 200 kleine und mittlere Biotechnologie-Unternehmen mit ca. 3.700 Mitarbeitern in Produktion, Forschung und Entwicklung tätig (2010).[41]

Verkehrssystemtechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In über 400 verkehrstechnischen Betrieben der Region Berlin-Brandenburg sind 2010 etwa 54.000 Mitarbeiter beschäftigt. Von ihnen arbeiten etwa 2.000 als wissenschaftliche Mitarbeiter in Forschungszentren. Im Bereich der Verkehrssystemtechnik in den letzten Jahren ein Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen. Handlungsfelder der Verkehrssystemtechnik sind die Bahntechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Verkehrstelematik/Verkehrslogistik, Luft- und Raumfahrttechnik und der Bereich Binnenschifffahrt.[42]

Berlin/ Brandenburg ist eine Modellregion für Elektromobilität. Energieeffizienz wird für die großen Automobilhersteller immer mehr zum beherrschenden Thema. In Berlin bildet dabei die Integration der verschiedenen Arten von Elektrofahrzeugen in das traditionelle Angebot des öffentlichen Nahverkehrs und des Tourismus, Mobilitäts- und Wohnungsdienstleistungen und innerstädtische Verteilerverkehre einen Schwerpunkt. In der Hauptstadt gibt es seit einigen Jahren mehrere Pilotprojekte zu diesem Thema. Beispiele hierfür sind die Kooperationen von BMW und Vattenfall („Mini E Berlin“), die Zusammenarbeit von Eon und Volkswagen („Flottenversuch Elektromobilität“) sowie der Flottenversuch von Daimler („EMKEP“)

Optik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungszentrum für Lasertechnologie

Optik wird als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts betrachtet. Im Technologiepark Berlin-Adlershof sind viele Unternehmen der Photonik, Optik, Optoelektronik und Lasertechnologie vertreten. Eine Initiative von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region ist Optec-Berlin-Brandenburg (OpTecBB) e. V., welcher die Erschließung und Nutzung optischer Technologien fördern soll. Die Unternehmen der Sparte optische Technologien und Mikrosystemtechnik konnten in den Jahren 2001 bis 2010 durchschnittlich ein jährliches Umsatzwachstum von etwa 8 % verbuchen, im Jahr 2011 lag das Wachstum sogar bei 12 %. Auch die Beschäftigungszahlen sind in den letzten Jahren jährlich um durchschnittlich 3,5 % gestiegen.[43]

Energietechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Photovoltaikanlage auf einem Privathaus Ladestation für lärm- und abgasneutrale Elektromobile
Photovoltaikanlage auf einem Privathaus
Ladestation für lärm- und abgasneutrale Elektromobile

Die Energietechnik beschäftigt sich u. a. mit der Effizienz von Energieumwandlung, Energietransport und Energienutzung. Die bundesländerübergreifende wirtschaftliche Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg wurde in den letzten Jahren intensiviert. Insgesamt sind in der Region 2016 etwa 600 Unternehmen mit rund 56.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig.[44]

Außerdem beschäftigen sich insgesamt 35 wissenschaftliche Einrichtungen mit energiebezogener Forschung und Lehre. Die Region nimmt damit in Deutschland eine führende Rolle auf dem Gebiet der Energietechnik ein.[45]

Im Jahr 2016 gab es in Berlin insgesamt 529 öffentlich zugängliche Stromtankstellen für elektrisch betriebene Fahrzeuge.[46] Die Stadt war damit Spitzenreiter bei der Anzahl von urbanen Ladepunkten in Deutschland. Eine der leistungsfähigsten deutschen Stationen mit Schnellladetechnik befindet sich seit 2017 in Berlin-Adlershof.[47]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin gibt es nach Aussage des Landesverbandes Landwirtschaft & Pferdehaltung Berlin rund 1900 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die von 40 Landwirten bewirtschaftet werden. Der Anteil der Landwirtschaftsfläche beträgt demnach 2,2 % des Stadtgebietes. Die Betriebe sind hauptsächlich in den Randbezirken Berlins, wie Rudow, Buckow, Marienfelde, Gatow, Kladow, Blankenfelde und Lübars zu finden. Die Fläche wird in der Hauptsache als Grünland für die Futtergewinnung, meist Heu, und beim Ackerland für den Roggenanbau genutzt. Ein kleiner Teil eignet sich auch für den Gemüse- und Rapsanbau.[48] Die offizielle Statistik für Berlin-Brandenburg verzeichnet, Stand 2015, 3832 Hektar Landwirtschaftsfläche, was einem Anteil von 4,3 % entspricht. Demnach liegt der Anteil landwirtschaftlicher Flächen im Bezirk Pankow bei 17,8 %, im Bezirk Lichtenberg bei 10,7 % und im Bezirk Spandau, im ehemaligen Westteil, bei 8,4 %.[49] Im Jahre 2010 waren 300 Erwerbstätige in Berlin, die in der Landwirtschaft tätig waren, mehr als zehn Prozent davon im ökologischen Landbau, was deutschlandweit auf Landesebene der zweithöchste Wert ist. Allerdings arbeiten in keinem Bundesland so wenig Menschen wie in Berlin in der Landwirtschaft. [50]

Technologieparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wista-Gelände in Berlin-Adlershof:
  Humboldt-Universität
  Science City
  Media City
  Business Park
  Industriezone
  Wohnzone

Die beiden größten und bekanntesten Technologieparks in Berlin sind der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof (Wista) und der BiotechPark Berlin-Buch. Sie nehmen eine ausgesprochen positive Entwicklung und sind in internationale Netzwerke eingebunden.

Adlershof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: WISTA

Einer der größten europäischen Technologiestandorte ist das unter der Kurzform Wista bekannte Gelände im Ortsteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick. Hier werden ein Medienzentrum, ein Technologiepark und ein Universitätsstandort räumlich verbunden, sodass Forschung, Entwicklung und Produktion ineinander greifen können.[51]

Die Schwerpunkte liegen in der Umwelttechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie und Optoelektronik. In der Medienstadt Adlershof arbeiten heute etwa 1.800 Beschäftigte in 139 Unternehmen. Im Wissenschafts- und Technologiepark zählen 425 Unternehmen knapp 6.700 Beschäftigte, darunter 1.700 Forscher in elf außeruniversitären Instituten. Im Bereich des Gewerbes und der Dienstleistungen sind in 302 Unternehmen 5.000 Personen beschäftigt. Die sechs Institute der Humboldt-Universität zu Berlin am Standort zählen 7.874 Studenten und 925 Mitarbeiter. Insgesamt sind am Standort 14.148 Menschen beschäftigt. Jeder Arbeitsplatz zieht in Berlin 0,6 weitere Arbeitsplätze nach sich, sodass insgesamt über 22.500 Jobs in Berlin vom Standort abhängen. Der Umsatz aller Einrichtungen lag im Jahr 2010 bei 2,1 Milliarden Euro, die Gesamtleistung der Berliner Wirtschaft bei 94,7 Milliarden.[52]

Buch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Der Standort Berlin-Buch hat sich in den letzten Jahren deutschlandweit zu einem der größten Biotechnologieparks und Gesundheitsforschungszentren entwickelt. Auf dem 32 Hektar großen Gelände sind Einrichtungen wie das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), das Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und ein Biotechnologiepark ansässig. Außerdem bietet ein modernes Kongresszentrum mit integrierten Laboren vielfältige Möglichkeiten für wissenschaftlichen Austausch. Rund 2.500 Wissenschaftler, Ärzte und Angestellte sind auf dem Gelände tätig. Bisher haben sich 54 Unternehmen angesiedelt. Die BBB Management GmbH ist seit 1995 als Entwicklungs- und Betreibergesellschaft tätig. [53]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den beiden großen Technologieparks gibt es auch noch weitere Standorte, an denen gezielt Technologieunternehmen in räumlicher Nähe zueinander gefördert werden. In Charlottenburg gibt es die Bestrebung, am Standort der Technischen Universität sowie der Universität der Künste einen Uni-Campus City-West zu gründen, um dort gezielt hochschulnahe Firmen in der Gegend rund um den Ernst-Reuter-Platz anzusiedeln.[18]

In Berlin-Siemensstadt betreibt Siemens seit Herbst 2007 mit dem Siemens Technopark Berlin den nach eigenen Angaben größten Technologiepark Deutschlands. Auf dem 480.000  m² großen ehemaligen Werksgelände sind 1.950 Arbeiter beschäftigt.[54]

Der TechnologieCampus Innovationspark Wuhlheide ist auf technologieorientierte Unternehmen aus verschiedenen Disziplinen und Branchen ausgerichtet. Auf dem 53.000 m² großen Gelände haben sich bisher 155 meist kleine und mittlere Firmen angesiedelt, in denen insgesamt rund 1.400 Personen beschäftigt sind.[55]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche namhafte Unternehmen wie Siemens, Deutsche Bank, Lufthansa, Allianz, AEG, Telefunken, Osram, Knorr-Bremse oder auch Edeka wurden in Berlin gegründet. Auch die großen Banken Deutschlands hatten alle ihren Hauptsitz im Berliner Bankenviertel, damit verbunden auch das Finanzzentrum Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der darauffolgenden Teilung Berlins und Deutschlands gingen sowohl die Unternehmen als auch die Banken in den Westen Deutschlands.

Nach der Wiedervereinigung der Stadt im Jahr 1990 und insbesondere in der Zeit nach 2000 hat sich Berlin zu einem Anziehungspunkt für Gründer aus aller Welt entwickelt, die in der Metropole ihre Geschäftsideen verwirklicht haben.[56] Eine Vielzahl von im DAX notierten Unternehmen haben Innovationslabore in Berlin angesiedelt.[57]

Größte Unternehmen nach Anzahl der Beschäftigten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angaben der Unternehmen, IHK-Liste von 2014.[58][59]

Charité-Areal am Humboldthafen
Werkgelände von Siemens
Rang
Name
Hauptsitz
Mitarbeiter
in Berlin
Mitarbeiter
Gesamt
1. Deutsche Bahn AG Berlin 19.466 276.310
2. Charité Berlin 16.800 16.800
3. Vivantes Berlin 14.714 14.714
4. Berliner Verkehrsbetriebe Berlin 13.776 13.776
5. Siemens AG Berlin, München 11.818 405.000
6. Deutsche Telekom AG Bonn 6.833 247.000
7. Edeka Hamburg 6.831 327.900
8. Deutsche Post AG Bonn 6.500 470.000
9. Wisag Gruppe Frankfurt am Main 6.466 260.100
10. Daimler AG Stuttgart 6.203 260.100
11. Dussmann Berlin 5.950 38.179
12. Kaiser’s Tengelmann GmbH Mülheim an der Ruhr 5.908 18.350
13. Vattenfall GmbH Berlin, Stockholm 5.500 20.532
14. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Berlin 5.379 5.379
15. Securitas Deutschland Düsseldorf 5.160 310.000
16. Metro Group Düsseldorf 4.836 264.865
17. Axel Springer SE Berlin 4.833 14.476
18. Gegenbauer Berlin 4.744 15.197
19. Berliner Wasserbetriebe Berlin 4.523 4.523
20. Bayer Pharma Berlin 4.500 110.000

Unternehmen mit Firmen- oder Deutschlandsitz in Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tour Total
Ein Flugzeug der Germania

Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wirtschaft Berlins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlin ist Europas Startup-Hauptstadt W&V vom 21. Januar 2016, abgerufen am 3. März 2017.
  2. Konjunkturdaten auf Berlin.de (PDF; 18 kB) abgerufen am 9. Juni 2010
  3. Berliner Wirtschaft in Zahlen auf IHK-Berlin.de
  4. Lange Reihen Berlin und Brandenburg, Statistik Berlin Brandenburg, April 2014
  5. a b Bruttoinlandsprodukt – in jeweiligen Preisen – 1991 bis 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 15. September 2015, ehemals im Original, abgerufen am 28. November 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.vgrdl.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  6. Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner nach Bundesländern im Jahr 2013, statista, abgerufen am 9. Februar 2016.
  7. Statistischer Bericht: Erwerbstätigenrechnung – Erwerbstätige in Berlin (PDF; 279 kB) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, November 2007
  8. Berlin hat bundesweit den stärksten Jobmotor, rbb abgerufen am 9. Februar 2016.
  9. Zahl der Arbeitslosen erreicht im April Rekordtief.Bei: rbb, abgerufen am 14. Juli 2017.
  10. Anteil der Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung nach Bundesländern im April 2015, statista, abgerufen am 11. Februar 2016.
  11. Fachkräftemonitor der IHK Berlin, Juli 2012
  12. Pressemitteilung Nr. 153 vom 21. Juni 2016, Amt für Statistik Berlin Brandenburg, abgerufen am 17. August 2017.
  13. Die kleine Berlin Statistik 2015 (PDF), Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 22. Juni 2017.
  14. Schuldner Atlas 2011 auf Creditreform-Berlin.de
  15. Baby-Boom – 37.368 Babys kamen in Berlin zur Welt. In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 9. September 2017.
  16. Mercer Quality of Living Survey – Worldwide Rankings, 2011, Stand: November 2011, abgerufen am 17. August 2012
  17. The Wealth Report 2011, abgerufen am 17. August 2012
  18. European Cities Monitor 2011, abgerufen am 17. August 2012
  19. „Hey, Leute, denkt mal nach“. In: taz, abgerufen am 25. August 2017.
  20. Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH: Jahresabschluss und BER-Masterplan, Airportzentrale.de
  21. Pressemitteilungen auf Haffapartner.de
  22. Timekontor, abgerufen am 9. September 2017.
  23. Das Berliner Breitbandnetz, abgerufen am 9. September 2017.
  24. Top Standort für Gründer: Startup-Metropole Berlin. In: Computerwoche, 27. August 2014
  25. Berlin kann führende Start up-Metropole Europas werden, McKinsey-Studie "Berlin gründet", abgerufen am 5. Dezember 2015
  26. Culturally Clustered or in the Cloud? Location of Internet Start-ups in Berlin (englisch), Kristoffer Moeller (TU Darmstadt), Studie für das Spatial Economics Research Centre (PDF-Datei; 3,8 MB), Zusammenfassung auf deutsch bei gruenderszene.de
  27. Neues RKW Magazin zum “Treffpunkt: Gründerökosystem”, RKW, abgerufen am 20. November 2015
  28. Innovationsstrategie Berlin_Brandenburg, Innovative Hauptstadtregion, abgerufen am 9. September 2017.
  29. Gesamtumsatz 2009 auf Berlin.de
  30. Jeder Vierte Internetdienst kommt aus Berlin auf Netzwertig.com
  31. Die neue Gründerszene Berlin auf Tip-Berlin.de
  32. Tourismusreport der IHK Berlin (PDF; 96 kB), Stand: Februar 2012, Zugriff am 9. August 2012/
  33. Tourismuskonzept der Stadt Berlin (PDF-Datei; 3,24 MB), Stand: Jahresstand 2011+, Abgerufen am 20. September 2012/
  34. Erfolgreiche Tourismus- und Kongressbilanz für Berlin, visitberlin, Abgerufen am 20. September 2012/
  35. IHK Berlin: Wirtschaftsfaktor Tourismus, Berlin 2009, abgerufen am 6. Mai 2012
  36. tourismuspresse.at: Kongressland Österreich weiterhin ganz vorne, Pressemeldung, 3. Oktober 2011, Zugriff am 6. Mai 2012
  37. Messe- und Kongressstandort, Business Location Center, Pressemeldung, Abgerufen am 13. August 2012
  38. ICCA Statistics Report 2002-2011, ICCA, Pressemeldung vom 16. Juli 2012 (PDF Download), Abgerufen am 20. September 2012
  39. Internationales Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) – Awards, World Travel Awards, Zugriff am 20. September 2012
  40. Gesundheitscluster Überarbeitet (PDF-Datei; 1,66 MB) auf Healthcapital.de
  41. Biotechnologie in Berlin-Brandenburg Cluster KmK (Memento vom 22. Dezember 2013 im Internet Archive) auf Berlin.de
  42. Verkehrssystemtechnik in Berlin auf Berlin.de
  43. Pressebericht auf Berlin.de
  44. Wirtschafts- und Innovationsbericht Berlin 2016/2017, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, abgerufen am 8. September 2017.
  45. Energiebericht auf Berlin.de
  46. Zahl der Ladesäulen für Elektroautos steigt auf 6500, Handelsblatt, abgerufen am 12. September 2017.
  47. Weltpremiere: 800-Volt-Ladepark von Porsche in Berlin, electric.net, abgerufen am 12. September 2017.
  48. Landesverband Landwirtschaft & Pferdehaltung Berlin e. V, abgerufen am 19. Juli 2016.
  49. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Statistischer Bericht A V 3 – j / 15 – Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung in Berlin 2015. (PDF; 509 kB)
  50. Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, Wissenschaft.de, abgerufen am 9. September 2017
  51. O. R. Michael: Wirtschaftsfaktor Wissen. Kröher, ISBN 978-3-430-30017-9
  52. Datenfakten auf Adlershof.de
  53. Biotechpark auf BBB-Berlin.de
  54. Siemens Technopark Berlin
  55. Innovationspark Wuhlheide Berlin
  56. Berlin Business Immigration Service eröffnet in Berlin, Wirtschaftswoche, abgerufen am 25. Juli 2017.
  57. DIE BESTEN DEUTSCHEN DIGITALLABORE, Capital, abgerufen am 25. August 2017.
  58. Liste der 100 größten Arbeitgeber Berlins. (PDF) IHK Berlin, abgerufen am 27. März 2017
  59. Top 200 der Berliner Unternehmen (Stand: 31. Dezember 2014), Berliner Morgenpost, abgerufen am 15. Juni 2015.