Dagmar (Automarke)

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Markenzeichen mit königlich-dänischem Wappen (bis 1924)
1923 Dagmar

Dagmar war eine US-amerikanische Automobilmarke, unter der 1922–1926 in Hagerstown (Maryland) PKWs gebaut wurden. Hersteller waren zunächst die Crawford Automobile Company und später die M. P. Moller Motor Car Company.[1][2] Zur gleichzeitig produzierenden Moller Motor Company in Lewistown (Pennsylvania) und kurze Zeit in Hagerstown (Maryland) gibt es weder einen geschäftlichen noch verwandtschaftlichen Bezug.[3]

Dagmar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dänen Mathias Peter Moller erwarb 1921 die Mehrheit an der bereits 1904 gegründeten Crawford Automobile Company und führte die Marke Dagmar 1922 ein. Deren Sechszylindermodell 6-70 Sport-Victoria (2-türiger Tourenwagen) war das sportliche Gegenstück zum technisch identischen Crawford Modell 6-70 und erhielt den gleichen 70 hp-Continental-Reihensechszylindermotor wie das luxuriösere Schwestermodell. Es besaß auch den gleichen Radstand von 3.505 mm.[2] Im Unterschied zum Crawford hatten Dagmar kantig geformte Kotflügel aus ebenen Blechen anstatt der üblichen gerundeten. Das galt damals als besonders schick; weniger extravante, gerundete waren aber als Option erhältlich.[2]

Beide Modelle wurden zunächst parallel bei Crawford gefertigt. Den neuen Wagen hatte Moller nach seiner zweiten Tochter (Mary) Dagmar benannt und wahrscheinlich auch nach der in Dänemark populären Königin Dagmar von Böhmen.[1] In Erinnerung an seine alte Heimat Dänemark trugen Dagmar bis 1924 das Wappen der dänischen Königsfamilie. Dann durfte es auf Betreiben des dänischen Königshauses nicht mehr verwendet werden.[2][4] Ein weiterer Streit kam mit Packard auf, da Moller rote Sechsecke auf den Nabenabdeckungen des Dagmar anbringen ließ, welche als Markenzeichen der Packard Motor Car Company geschützt waren. Gegen die fast noch dreistere Kopie der Kühlermaske konnte Packard hingegen nicht vorgehen, weil sie kein eingetragenes Warenzeichen war.[2][4]

1923 wurden mit 135 Exemplaren die meisten Dagmar in einem Produktionsjahr gefertigt.

Im März 1924 gab Moller die Marke Crawford auf und benannte das Unternehmen um in M. P. Moller Motor Car Company. Die Fertigung der Dagmar-Fahrzeuge – alles Sechszylinder – war nie wirtschaftlich vertretbar und konnte als „Steckenpferd“ des Eigentümers nur aufrechterhalten werden, weil dessen seit vielen Jahren gut eingeführte Orgelbaufirma genügend Gewinn abwarf.

Luxor Cab Manufacturing Company[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls 1924 investierte Moller mit den New Yorker Geschäftsleuten Allie S. Freed und Mickey Heidt in eine neue Unternehmung zur Herstellung von besonders luxuriösen Taxis. Die Luxor Cab Manufacturing Company wurde in Hagerstown gegründet, verlegte die Produktion aber schon nach wenigen Wochen nach Framington (Massachusetts) in die Anlagen der R. H. Long Company, Herstellerin des Bay State.[5]

Einige Exemplare des Luxor wurden in Hagerstown fertiggestellt, der weitaus größte Teil jedoch entstand am neuen Domizil der Luxor Cab Manufacturing Company in Framingham (Massachusetts). Die Produktion lief 1927 aus.[6] Das Unternehmen stellte 1924–1925 auch den Standish her, eine Version des Luxor für Privatkunden.[7]

Taxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moller baute eine Autovermietung auf und verlegte sich auf die Herstellung kleiner Serien von Taxis, um die Produktion des Dagmar nicht ganz einstellen zu müssen. Diese wurden unter verschiedenen Namen verkauft, so als Moller[2], Blue Light (1927–ca. 1931)[8], Aristocrat (1927–1931)[9], Paramount und Super Paramount (1927–1931)[10], Astor (1925–1927)[11], Five-Boro (1924–1927)[12] und Twentieth Century (1925–ca. 1927)[13].

Sie wurden aber unter zahlreichen anderen Markennamen angeboten, und das manchmal exklusiv für einen einzelnen Großkunden. Äußerlich und in der Ausstattung gab es Unterschiede wie etwa Spitz- oder Flachkühler; technisch waren diese Fahrzeuge aber weitgehend identisch. Identifiziert wurden neben Luxor die Marken

Die konventionellen und mehr oder weniger identischen Fahrgestelle erhielten Buda-Vierzylindermotoren WTU mit 226,4 c.i. (3710 cm³)[14], später Sechszylinder. 1926 stellte Möller auf die Continental-Sechszylinder um, die auch für den Dagmar[2] und den Standish[15] verwendet wurden. Mit letzterem war 1924 erfolglos versucht worden, vom Luxor einen PKW abzuleiten. Dies wurde 1925 aufgegeben; die frei gewordenen Kapazitäten wurden für den Elysee genutzt, der als Kastenwagen-Transporter speziell für die Bedürfnisse gehobener Ladengeschäfte hergestellt wurde und gleichermaßen Lieferwagen und Werbeträger war.[16]

1926 entstand noch eine riesige, siebensitzige Limousine für Moller selbst, die dieser 1927 für eine ausgedehnte Europareise einsetzte. Damit endete die Herstellung von kompletten Automobilen in Hagerstown[2], die Taxi-Produktion lief in Framingham noch bis 1931.

Die M. P. Moller Motor Car Company stellte weiterhin Taxiumbauten und Sonderkarosserien für LKW auf Kundenwunsch bis Mitte der 1930er-Jahre her.[2]

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell
N.A.C.C.-Rating
Baujahr Motor Hubraum Leistung Radstand Karosserien
Dagmar 6-70
31,5 HP
1922 6 Reihe, sv
Continental 6T[17]
4313 70 hp
51 kW
3.505 mm Sport-Victoria 2 Türen
Dagmar 6-70
31,5 HP
1923 6 Reihe, sv
Continental 6T[18]
4313 70 hp
51 kW
3.505 mm Sport-Victoria 2 Türen
Dagmar 6-70
31,5 HP
1924 6 Reihe, sv
Continental 6T[19]
4313 70 hp
51 kW
3.505 mm Sport-Victoria 2 Türen
Limousine 4 Türen
Dagmar 6-70
33,7 HP
1925 6 Reihe, sv
Continental 6J[20]
5424 70 hp
51 kW
3.505 mm Roadster 4 Pl.
Sport-Touring 4 Pl.
Tourer 6 Pl.
Coupé Del./Petite 4 Pl.
Phaeton
Petite Lim. 4 Pl.
Limousinen 5/7 Pl.
Dagmar 6-70
33,7 HP
1926 6 Reihe, sv
Continental 6J[21]
5424 70 hp
51 kW
3.505 mm Roadster 4 Pl.
Sport-Tourer 4 Pl.
Coupé Del./Petite 4 Pl.
Phaeton
Petite Lim. 4 Pl.
Limousinen 5/7 Pl.
Dagmar 6-70
33,7 HP
1927 6 Reihe, sv
Continental 6J[22]
5424 3.505 mm Roadster 2 Pl.
Sport-Touring 4 Pl.
Touring5 Pl.
Limousine 5 Pl.
Dagmar 6-80[23] 1925 6 Reihe, sv
Continental[2]
80 hp
59 kW
3.505 mm Sport-Victoria 2 Türen
Limousine 4 Türen
Dagmar 6-80[24] 1926 6 Reihe, sv
Continental[2]
80 hp
59 kW
3.505 mm Sport-Victoria 2 Türen
Limousine 4 Türen
Dagmar 6-60
25,3 HP
1925 6 Reihe, sv
Continental 8R[25]
3966 60 hp
44 kW
2.997 mm Roadster 2 Türen
Sport-Victoria 2 Türen
Touring 5 Türen
Coupé 2 Türen
Limousine 4 Türen
Dagmar 6-60
25,3 HP
1926 6 Reihe, sv
Lycoming 4S[26]
3671 60 hp
44 kW
3.048 mm Sport-Touring 4 Pl.
Touring 5 Pl.
Limousine 5 Pl.
Dagmar 6-60
Deluxe
25,3 HP
1927 6 Reihe, sv
Lycoming 4S[27]
3671 60 hp
44 kW
3.048 mm Roadster 4 Pl.
Sport-Tourer 4 Pl.
Coupé Del./Petite 4 Pl.
Phaeton
Petite Lim. 4Pl.
Limousinen 5/7 Pl.
Luxor Taxicab
Series L
22,5 HP
1925 4 Reihe, sv
Buda WTU[16]
3703 2.896 mm Taxi-Limousine
Taxi-Landaulet
Luxor Taxicab
Series L
22,5 HP
1926 4 Reihe, sv
Buda WTU[16]
3703 2.896 mm Taxi-Limousine
Taxi-Landaulet

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kimes, Beverly Ray (Hrsg.) & Clark, Henry Austin, jr.: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, 3. Auflage. Krause Publications, Iola WI, 1996; ISBN 978-0-87341-428-9 (englisch)
  • Kimes, Beverly Ray (Hrsg.): Packard, a history of the motor car and the company. General edition. 1978 Automobile Quarterly, ISBN 0-915038-11-0. (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b coachbuilt.com: M.P. Moller Motor Car Co., 1. Teil
  2. a b c d e f g h i j k Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 411-412 (Dagmar)
  3. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 988-989 (Moller)
  4. a b Kimes: Packard, A History of the Motor Car and the Company (1978), S. 245.
  5. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 766–767 (>Bay State)
  6. Kimes/Clark: Standard Catalogue (1985), S. 872.
  7. Kimes/Clark: Standard Catalogue (1985), S. 1330.
  8. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 134 (Blue Light)
  9. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 63 (Aristocrat)
  10. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 1151 (Paramount/Super Paramount)
  11. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 67 (Astor)
  12. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 566 (Five-Boro)
  13. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 1484 (Twentieth Century)
  14. Classic Car Database: 1925 Luxor L Series Taxicab
  15. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 1377 (Standish)
  16. a b c Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 910 (Luxor)
  17. Classic Car Database:1922 Dagmar (6-70, Continental 6T)
  18. Classic Car Database:1923 Dagmar (6-70, Continental 6T)
  19. Classic Car Database:1924 Dagmar 6-70 Series (Continental 6T)
  20. Classic Car Database:1925 Dagmar 6-70 Series (Continental 6J)
  21. Classic Car Database:1926 Dagmar 6-70 Series (Continental 6J)
  22. Classic Car Database:1927 Dagmar 6-70 Series (Continental 6J)
  23. Classic Car Database:1925 Dagmar 6-80 Series
  24. Classic Car Database:1926 Dagmar 6-80 Series
  25. Classic Car Database:1925 Dagmar 6-60 Series (Continental 8R)
  26. Classic Car Database:1927 Dagmar 6-60 Series (Lycoming 4S)
  27. Classic Car Database:1927 Dagmar 6-60 Deluxe Series (Lycoming 4S)