Ogren Motor Car Company

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Die Ogren Motor Car Company war ein US-amerikanischer Automobilhersteller, der 1915 in Chicago (Illinois), 1916–1917 in Waukegan (Illinois) und 1919–1923 in Milwaukee (Wisconsin) ansässig war.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugo W. Ogren gründete die Ogren Motor Car Company Anfang 1915 in Chicago und baute einen siebensitzigen Tourenwagen mit Sechszylindermotor[1], möglicherweise von Falls[2] für US$ 2500,–. Dieser Motor hatte bei einer Bohrung von 3,75 in. (95,25 mm) und einem Hub von 5,5 in. (139,7 mm) einen Hubraum von 364,5 c.i. (5973 cm³).[3] Damit wurde er mit 33,75 HP nach N.A.C.C.[4] taxiert.[Anm. 1] Das Modell P war ein Linkslenker und hatte Reifen der Dimension 37 × 5 in.[3]

1916 wurde die Gesellschaft in Ogren Motor Works, Inc. umbenannt und zog in größere Fabrikgebäude in Waukegan um. Das Modell P wurde weitergebaut, war aber nun auch als zweisitziger Roadster und siebensitzige Limousine erhältlich. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde die Gesellschaft einschließlich Gebäuden am 22. November 1917 versteigert.[1]

Im September 1919 etablierte Ogren seine Firma neu, wiederum unter dem Namen Ogren Motor Car Company, in Milwaukee mit einem Kapitalstock von US$ 500.000,–. Ab Juli 1920 gab es neue Ogren-Modelle mit Sechszylindermotoren von Beaver mit einer Leistung von 65 bhp (48 kW) für US$ 3750,–. Der Kunde hatte nur noch die Wahl zwischen zwei offenen Varianten, einem „Sport“ genannten Phaeton mit 4 und einem Tourenwagen mit 7 Sitzen. Die ersten dieser Fahrzeuge erschienen mit dem gleichen Radstand wie das Modell P; 1921 folgten etwas längere Fahrgestelle in Verbindung mit einem höheren Preis von je US$ 3900,–.[1]

1922 ersetzten 70 bhp-(51 kW)-Continental-Motoren die Beaver-Triebwerke. Dabei handelt es sich um einen Fünflitermotor (Bohrung 3,5 in. (88,5 mm); Hub 5,25 in. (133,4 mm))[5], der die maximale Leistung bei 2000 U/min abgab und nach N.A.C.C. mit 29,4 PS taxiert wurde.[6] Die gleiche Quelle[5] bezeichnet den Motor als OHV, wahrscheinlicher ist jedoch eine unten- oder gegensteuerte Ventilsteuerung.

Fred G. Smith übernahm 1922 die Leitung der Gesellschaft, da Ogren die Firma verlassen hatte. Die Produktion wurde eingestellt, aber bis Sommer 1923 gab es noch Ogren-Automobile zu kaufen. Im November 1923 folgte der Konkurs der Firma.[1]

Insgesamt entstanden weniger als 200 Fahrzeuge.[1]

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung Radstand Aufbauten
P 1915–1917 6 Reihe 5973 cm³ 3378 mm Roadster 2 Sitze, Tourenwagen 7 Sitze, Limousine 7 Sitze
Six-65 1920–1921 6 Reihe 65 bhp (48 kW) 3353–3404 mm Sport 4 Sitze, Tourenwagen 7 Sitze
Six-70 1922–1923 6 Reihe 4968 cm³ 70 bhp (51 kW) 3404 mm Roadster 4 Sitze, Coupé 4 Sitze, Sport 5 Sitze, Tourenwagen 7 Sitze, Limousine 7 Sitze

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dies war die Vorgängerformel für SAE-PS und berücksichtigte die Zylinderbohrung, nicht aber den Zylinderhub. Sie liefert keine verwertbaren Leistungsangaben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 1055
  2. Kimes/Cark: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942 (1996), S. 558
  3. a b Dluhy: American Automobiles of the Brass Era (2013), S. 103
  4. National Automobile Chamber of Commerce N.A.C.C.: Handbook of Automobiles 1915-1916 (Reprint 1970), S. 12
  5. a b carfolio.com: 1921 Ogren 6-60
  6. National Automobile Chamber of Commerce N.A.C.C.: Handbook of Automobiles 1915-1916 (Reprint 1970), S. 212