Crawford Automobile Company

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Crawford Automobile Company war ein US-amerikanischer Automobilhersteller, der von 1904 bis 1923 in Hagerstown (Maryland) ansässig war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma entstand aus dem Zusammenschluss eines Orgelherstellers in Hagerstown unter der Führung des Dänen Mathias Peter Moller mit einem Fahrradfabrikanten in Philadelphia (Pennsylvania), einem Schotten namens Robert S. Crawford, und einem weiteren Geschäftsmann in Hagerstown, Henry Holzapfel.

In den Jahren 1904/1905 entstanden nur zwei Fahrzeuge, kleine Runabouts mit 10-hp-Zweizylindermotoren und Planetengetrieben. 1906 ging man zu viersitzigen Tourenwagen über, die mit Vierzylinder-Reihenmotoren ausgestattet waren. In diesem Jahr wurden schon 41 Wagen gefertigt. Die Motoren kamen zunächst von Rutenber, später ausschließlich von Continental. Die Kettenantriebe wurden durch Kardanantriebe ersetzt und die Planetengetriebe durch Stirnradgetriebe, die an der Hinterachse eingebaut waren (Transaxle-System). Im Jahre 1910 wurden 275 Autos gebaut, 1913 kam der erste Reihen-Sechszylinder und ab 1916 baute man nur noch Sechszylinderwagen. Durch Materialengpässe auf Grund des Ersten Weltkrieges sank die Produktion in diesem Jahr auf 104 Fahrzeuge; im Folgejahr waren es nur noch 38 Stück. Ein Zwölfzylinderwagen war angekündigt, wurde aber nie gebaut.

Im Jahre 1921 wurde Moller Alleineigentümer. Zusätzlich gründete er eine weitere Automobilmarke, die er nach seiner Tochter Dagmar benannte. 1922 entstanden 54 Fahrzeuge, 1923 nur noch ganz wenige Exemplare. Im März 1924 benannte Moller die Firma in M. P. Moller Motor Car Company um, stellte die Marke Crawford ein und lancierte in der Presse, dass der Dagmar die Nachfolge antreten würde.

1916 nahm ein Crawford-Rennwagen mit Duesenberg-Rennmotor (4 Zylinder, 16 Ventile, 4,9 Liter) am kriegsbedingt verkürzten 300-Meilen Rennen von Indianapolis teil, fiel aber nach 177 Meilen (285 km) mit gebrochener Bremsleitung aus. Der Fahrer, Dave Lewis, war später an der Entwicklung des Cord L-29 beteiligt.[1]

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1909 Crawford Modell H Tourenwagen
Modell Bauzeitraum Zylinder Leistung Radstand Aufbau
A 1904–1906 2 Reihe 10 hp (7,4 kW) 1981 mm Runabout 2 Sitze
C 1906 4 Reihe 28 hp (21 kW) 2540 mm Tourenwagen 5 Sitze
E 1907–1908 4 Reihe 35 hp (25,7 kW) 2692 mm Tourenwagen 5 Sitze
F 1907–1909 4 Reihe 35–50 hp (25,7–37 kW) 2896–2997 mm Tourenwagen 7 Sitze, Limousine 4 Türen
D 1908–1909 4 Reihe 35–40 hp (25,7–29 kW) 2692 mm Runabout 3–4 Sitze, Tourenwagen 5 Sitze
G 1908–1909 4 Reihe 40 hp (29 kW) 2896 mm Tourenwagen 5 Sitze
H 1909 4 Reihe 25 hp (18,4 kW) 2692 mm Runabout 4 Sitze, Tourenwagen 5 Sitze
10 1910 4 Reihe 30 hp (22 kW) 2794 mm Roadster 3 Sitze, Tourenwagen 5 Sitze
F-G 1910 4 Reihe 50 hp (37 kW) 3302 mm Tourenwagen
11-30 1911 4 Reihe 30 hp (22 kW) 2845 mm Tourenwagen 5 Sitze
11-35 1911 4 Reihe 35 hp (25,7 kW) 3048 mm Tourenwagen 4 Türen
12-30 1912 4 Reihe 30 hp (22 kW) 2921 mm Roadster 2 Türen, Tourenwagen 4 Türen
12-35 1912 4 Reihe 35 hp (25,7 kW) 3277 mm Tourenwagen 4 Türen
13-30 1913 4 Reihe 30 hp (22 kW) 2921 mm Roadster 2 Türen, Tourenwagen 4 Türen
13-40 1913 4 Reihe 40 hp (29 kW) 3175 mm Roadster 2 Türen, Tourenwagen 4 Türen
13-6-45 1913 6 Reihe 45 hp (33 kW) 3353 mm Tourenwagen 7 Sitze
4-40 1914–1915 4 Reihe 40 hp (29 kW) 3175 mm Roadster 2 Sitze, Tourenwagen 5 Sitze
6-35 1915 6 Reihe 35 hp (25,7 kW) 3048 mm Tourenwaren 5 Sitze
6-40 1916–1922 6 Reihe 40 hp (29 kW) 3048–3112 mm Roadster 3 Sitze, Tonneau 4 Sitze, Tourenwagen 5–7 Sitze, Limousine 4 Türen
6-70 1923 6 Reihe 70 hp (51 kW) 3505 mm Coupé 5 Sitze, Tourenwagen 7 Sitze, Limousine 4 Türen

Produktionszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Produktionszahl
1904 2
1905 25
1906 150
1907 137
1908 218
1909 226
1910 275
1911 163
1912 110
1913 85
1914 60
1915 102
1916 104
1917 38
1918 59
1919 42
1920 312
1921 327
1922 54
1923 36
Summe 2525

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beverly Rae Kimes (Herausgeberin), Henry Austin Clark jr.: Standard Catalogue of American Cars 1805-1942. 2. Auflage. Krause Publications, Iola WI (1985), ISBN 0-87341-111-0. (englisch)
  • Jon M. Bill: Duesenberg Racecars & Passenger Cars Photo Archive. Auburn Cord Duesenberg Museum (Herausgeber), Iconografix, Hudson WI, Photo Archive Series, ISBN 1-58388-145-X. (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bill: Duesenberg Racecars & Passenger Cars Photo Archive; S. 20–21