Olympiaturm

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Dieser Artikel behandelt den Olympiaturm in München. Für den Olympiaturm am Olympiastadion Helsinki siehe Olympiaturm (Helsinki).
Olympiaturm
Olympiaturm, Múnich, Alemania 2012-04-28, DD 20.JPG
Basisdaten
Ort: München
Land: Bayern
Staat: Deutschland
Höhenlage: 508 m ü. NHN
Verwendung: Fernsehturm, Aussichtsturm, Restaurant
Turmdaten
Bauzeit: 1965–1968
Bauherr: Landeshauptstadt München
Architekt: Baureferat der Landeshauptstadt München nach Plänen von Sebastian Rosenthal
Baustoffe: Beton, Stahlbeton
Betriebszeit: Eröffnung 22. Februar 1968
Letzter Umbau (Turm): 1999
Gesamthöhe: 291,28 m
Höhe der Aussichtsplattform: 185 m, 189 m, 192 m
Höhe des Restaurants: 181 m
Höhe des Betriebsraumes: 178 m
Gesamtmasse: 52.500 t
Daten der Sendeanlage
Baujahr (Antenne): April 2005
Letzter Umbau: August 2005
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, DAB, Amateurfunkdienst
Positionskarte
Olympiaturm (Bayern)
Olympiaturm
Olympiaturm
48.17444411.553611Koordinaten: 48° 10′ 28″ N, 11° 33′ 13″ O
Luftbild von Turm, Stadion und Olympiapark
Olympiaturm aus dem Olympiastadion

Der Olympiaturm ist ein Fernsehturm in München und eines der Wahrzeichen der Stadt und des Olympiaparks. Der Olympiaturm befindet sich im Olympiapark südlich des Georg-Brauchle-Rings zwischen Olympia-Schwimmhalle im Westen und Olympia-Eislaufzentrum im Osten. Nach dem Nürnberger Fernsehturm ist er das zweithöchste Bauwerk in Bayern.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Olympiaturm ist neben dem Olympia-Eissportzentrum das zweite vorolympische Gebäude im Olympiapark. Der fortschreitende Ausbau des Fernmeldenetzes in München sowie die verbesserungswürdige Sendeleistung der Rundfunk- und Fernsehprogramme ließen den Gedanken zum Bau eines Fernmeldeturmes aufkommen. Als Standort wurde das Oberwiesenfeld ausgewählt, da die Nähe zum Zentrum fast ideal war und hier zugleich ein Entwicklungsgebiet vorhanden war. Am 29. Januar 1964 beschloss der Stadtrat von München zusammen mit der Deutschen Bundespost den Fernmeldeturm zu errichten. Zu diesem Zweck wurde die Münchner Sportpark GmbH als Bauträgergesellschaft gegründet.[1]

Die Deutsche Bundespost als Bauträgerin und die Landeshauptstadt München konnten sich nicht auf ein einheitliches Konzept zur Turmgestaltung einigen. Daher wurden zwei Turmkanzeln (Körbe) vorgesehen: Die untere Kanzel trägt Fernmeldeeinrichtungen, die obere beherbergt die Aussichtsplattform und das Drehrestaurant mit 230 Plätzen in 181 Metern Höhe.[2]

Nachdem am 26. April 1966 das Internationale Olympische Komitee die Olympischen Sommerspiele 1972 nach München vergeben hatte, wurde der bereits in Bau befindliche Turm nachträglich in das Konzept der „Olympischen Spiele im Grünen“ integriert und zum Wahrzeichen des Olympiaparks gewählt. (Technik-)Optimismus und Pressefreiheit sollen durch den Turm symbolisiert werden, was das Konzept der an den Idealen der Demokratie orientierten Spiele unterstreichen soll. Mit der Inbetriebnahme wurde der Fernmeldeturm der Oberpostdirektion München als Grundnetzsender abgelöst. Einige seiner Richtfunkeinrichtungen wurden zu den Olympischen Spielen am Olympiaturm installiert, um Fernseh- und Fernsprechverbindungen in Richtung Frankfurt, Nürnberg, Salzburg und für Italien zur Zugspitze herzustellen.[3]

1999 wurde der Turm für umfangreiche Sanierungen drei Monate geschlossen. Unter anderem wurde das Drehrestaurant neu gestaltet, die Aufzüge modernisiert, neue Sprinkleranlagen eingebaut und das Gitter der offenen Plattform erneuert.

Seit 2004 beherbergt der Olympiaturm das Rockmuseum Munich und ein Fotostudio.

Am 5. April 2005 wurde die Spitze ausgetauscht, um mit einer neuen Antenne den Großraum München mit DVB-T zu versorgen. Dabei wuchs der Turm um 1,75 Meter.

2006 wurde das Drehrestaurant von der Arena One GmbH übernommen, umgestaltet und in Restaurant 181 umbenannt. Im Jahr 2009 wurde der Sternekoch Otto Koch von Arena One GmbH als Patron eingesetzt. Er änderte das gastronomische Konzept des Restaurants. Die international-gehobene Küche wurde mit einem Michelin-Stern und 17 von 20 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.

Die beiden Turmkörbe

Bautechnik und Ausstattung[Bearbeiten]

Der Olympiaturm ist in Gleitschalbauweise errichtet. Dabei heben hydraulische Hebevorrichtungen die Schalung stündlich um 10 cm bis 20 cm. Der Schwerpunkt des Turms liegt auf Grund der sich verschlankenden Form und der nach oben hin dünner werdenden Wände bei 50 Metern Höhe.

Der Turm ist mit einem Betriebsaufzug ausgestattet, der mit einer Geschwindigkeit von 4 m/s fährt, sowie mit zwei Besucher-Aufzügen, die mit einer Geschwindigkeit von 7 m/s fahren und pro Kabine etwa 30 Personen fassen. Beide sind mit einer modernen Kommunikationsanlage sowie einer Geschwindigkeitsanzeige für die Gäste ausgestattet. Die Fahrt mit einem Besucherlift zur Aussichtsplattform in 185 Meter Höhe dauert etwa 30 Sekunden.

Der Aussichtskorb hat fünf Stockwerke. Diese sind von unten nach oben:

  • T: (178 m) - Betriebsgeschoss mit Drehkonstruktion
  • A1: (182 m) - Drehrestaurant
  • A2: (185 m) - Aussichtsplattform mit dem Rockmuseum Munich, einer Dauerausstellung mit vielen seltenen Sammlerstücken der Rockgeschichte. Von Herbst bis Frühjahr veranstaltet das Rockmuseum regelmäßig Konzerte im Turm.
  • A3: (189 m) - Offene Aussichtsplattform. Auf dieser Ebene befindet sich auch die Fensterputzgondel, die beim Einsatz hydraulisch über das Gitter gehievt wird.
  • A4: (192 m) - Über zwei Außentreppen gelangt man von A3 auf die oberste (gitterfreie) Plattform.

Brandschutzeinrichtungen[Bearbeiten]

Die Brandschutzvorrichtungen wurden in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich ausgebaut. Auslöser dafür war der Turmbrand in Moskau am 27. August 2000. So wurden im Olympiaturm etwa 180 Türen gegen Brandschutztüren (T90) ausgetauscht, viele Wände abgerissen und feuerfest neu erbaut. Innerhalb des Turm wurden durch feuerhemmende Planen Sektoren gebildet, die eine Ausbreitung des Brandes bremsen. Auf eine Entrauchungsanlage wurde verzichtet, da damit zusätzliche Frischluft an den Brandherd geführt wird. Statt dessen steht die Luft im Turm unter leichtem Überdruck. Alle brennbaren Boden- und Wandbeläge wurden entfernt und eine Hochdrucklöschanlage installiert. Die Löschanlage produziert mit 50 Bar Druck einen feinen Wassernebel, der bei geringem Wasserbedarf schnell und effektiv Brände löscht.

Daten[Bearbeiten]

  • Baubeginn war am 1. Juni 1965, Eröffnung am 22. Februar 1968
  • Postkorb von 147 m bis 167 m Höhe
  • Aussichtskorb von 174 m bis 192 m Höhe, Durchmesser 28,3 m
  • Drehrestaurant vollzieht in 53 Minuten eine 360-Grad-Drehung [4]. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als 80 km/h wird der Drehmechanismus automatisch abgeschaltet.
  • 1.230 Stufen bis zur Plattform auf 185 m Höhe (nur bei Sonderveranstaltungen zugänglich)
  • Gewicht: 52.500 Tonnen inkl. Fundament
  • Fundament: 12 m Tiefe (Tellerförmig)

Seit Eröffnung 1968 zählte der Olympiaturm 39,8 Millionen Besucher, seit dem 12. September 1972 sind es 35 Millionen (Stand 31. Dezember 2012)[5].

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Rundfunk und Fernsehen[Bearbeiten]

Aufgrund der Höhe des Bauwerks ist das Sendegebiet des Olympiaturms sehr groß. Es reicht bis in die südliche Oberpfalz, nach Niederbayern und Bayrisch Schwaben. Im österreichischen Tirol und Salzburger Land ist der Sender mit guten Antennen zu empfangen. Sogar in den Südtiroler Alpen kann man vom Olympiaturm abgestrahlte Programme empfangen. Insgesamt umfasst der Sendebereich des Olympiaturm ein Gebiet mit mehr als zwei Millionen Menschen.

Die Hörfunkprogramme des Olympiaturms haben eine geringe Sendeleistung, sind aber wegen der Antennenhöhe schon bei leicht angehobenen Bedingungen in über 100 Kilometer Entfernung zu hören.

Frequenzen und Programme[Bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten]

Beim Antennendiagramm sind im Falle gerichteter Strahlung die Hauptstrahlrichtungen in Grad angegeben.

Frequenz 
(in MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
89,0 Radio 2Day 2DAY__89 101D 0,32 ND H
92,4 Radio Horeb 
Radio Lora 
CRM 
Radio Feierwerk
_Radio__/_Horeb__/_Leben__/mit_Gott 
_LORA___
__CRM___
FEIERWRK
D01C
D01D
D01D
D01D
0,32 ND H
93,3 Energy München _ENERGY_ 101A 0,32 ND H
95,5 95.5 Charivari _CHARI__ 101B 0,32 ND H
96,3 Radio Gong 96,3 GONG96.3 101E 0,32 ND H
101,3 Antenne Bayern ANTENNE_ D318 0,32 ND H
107,2 Klassik Radio KLASSIK_ D75B Bayern 1 ND H

Digitales Radio (DAB)[Bearbeiten]

DAB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb (auch SFN für die englische Bezeichnung Single Frequency Network) mit anderen Sendern ausgestrahlt.

Block Programme ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 10 ND


11C 
München 
(D__99002)
DAB-Block der Bayern Digital Radio :: 4 ND Ismaning, München (Olympiaturm)
11D 
BR Bayern 
(D__00165)
DAB-Block des Bayerischen Rundfunks: 10 ND
12D 
Bayern 
(D__00008)
DAB-Block der Bayern Digital Radio : 10 ND
  • Unterfranken:
Kreuzberg (Rhön), Pfaffenberg (Aschaffenburg), Würzburg (Frankenwarte)
  • Oberfranken:
Bamberg (Geisberg), Ochsenkopf (Fichtelgebirge)
  • Mittelfranken:
Büttelberg (Burgbernheim/Frankenhöhe), Nürnberg (Fernmeldeturm)
  • Oberpfalz:
Amberg, Dillberg (Neumarkt), Hohe Linie (Regensburg), Hoher Bogen (Furth im Wald)
  • Niederbayern:
Brotjacklriegel (Deggendorf), Dingolfing (BMW), Landshut (Altdorf-Gstaudacher Str.), Passau (Dommelstadl-Hainberg),
  • Schwaben:
Augsburg (Hotelturm), Grünten (Sonthofen), Ulm (Kuhberg) [Baden-Württemberg], Pfänder (Vorarlberg)
  • Oberbayern:
Gelbelsee (Ingolstadt), Herzogstand (Fahrenbergkopf), Hochberg (Traunstein), Ismaning, München (Olympiaturm), Oberammergau (Laber), Wendelstein (Bayrischzell)

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten]

Die DVB-T-Ausstrahlungen auf dem Wendelstein laufen seit 30. Mai 2005 und sind im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendestandorten.

Kanal Frequenz 
(in MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(in kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND)/
gerichtet (D)
Polari-
sation

horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(in MBit/s)
SFN
34 578 Gemischt privat München 2 (Media Broadcast) 100 ND V 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Wendelstein (Bayrischzell), Olympiaturm München
35 586 ZDFmobil 100 ND V 16-QAM 
(8k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Wendelstein (Bayrischzell), Olympiaturm München
48 690 ProSiebenSat.1 Media Bayern 100 ND V 16-QAM 
(8k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Wendelstein (Bayrischzell), Olympiaturm München
52 722 Gemischt privat München 
(Media Broadcast)
100 ND V 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Wendelstein (Bayrischzell), Olympiaturm München

54 738 ARD Digital (BR) 100 ND V 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Wendelstein (Bayrischzell), Olympiaturm München
56 754 ARD regional (BR) Südbayern 100 ND V 16-QAM 2/3 1/4 13,27 Wendelstein (Bayrischzell), Olympiaturm München

Analoges Fernsehen[Bearbeiten]

Bis zur Umstellung auf DVB-T wurden folgende Programme in analogem PAL gesendet:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
24 495,25 RTL (München) 1 ND H
27 519,25 Sport1 1 ND H
35 583,25 ZDF 200 ND H
37 599,25 Tele 5 2,5 ND H
40 623,25 RTL II 1 ND H
45 663,25 ProSieben 1 ND H
51 711,25 tv.münchen 1 ND H
56 751,25 Bayerisches Fernsehen (Schwaben/Altbayern) 200 ND H
59 775,25 Sat.1 (Bayern) 1 ND H

Amateurfunk[Bearbeiten]

Auf dem Olympiaturm befinden sich mehrere Relaisstationen für den Amateurfunkdienst, die auf Grund der hohen Lage der Antennen in rund 200 m über Grund exzellente Verbindungen für die Funkamateure in München und Umgebung sichern. Die Reichweite beträgt bis zu 130 km und erstreckt sich auf ganz Südbayern. Vor allem auf dem UHF-Umsetzer mit dem Rufzeichen DB0EL kann man Gespräche mit der ganzen Welt führen, da dieser über eine VoIP-Anwendung an das internationale EchoLink-Netz angeschlossen ist.

Im Einzelnen befinden sich folgende Installationen im Betrieb:

  • UHF-FM-Relaisfunkstelle mit Echolink-Anbindung (Nodenummer 7385) / Rufzeichen DB0EL / Frequenz 439,275 MHz
  • SHF-FM-Relaisfunkstelle / Rufzeichen DB0EL / Frequenz 1298,200 MHz
  • APRS-Digipeater / Rufzeichen DB0EL / Frequenz 144,800 MHz
  • D-STAR Relaisfunkstelle für Digitalfunk / Rufzeichen DB0TVM / Frequenz 439,575 MHz
  • Relaisfunkstelle für Amateurfunk-Fernsehen / Rufzeichen DB0TVM / Frequenzen 10194.000 + 24120.000 MHz

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olympiaturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verband Deutscher Elektrotechniker (Hrsg.): ETZ: Elektrotechnische Zeitschrift, Band 20, VDE-Verlag, 1968, S. 192
  2. Höhenangabe auf der Restaurant-Homepage (Abgerufen am 21. Februar 2012)
  3. Architektur Wettbewerbe, Ausgaben 65-68, Karl Krämer Verlag, 1971, S. 97
  4. Umdrehungszeit nach Angaben des Turmbetreibers auf Olympiapark.de
  5. Zahlen nach Angaben des Turmbetreibers auf Olympiapark.de