Zehnhausen bei Rennerod

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Zehnhausen bei Rennerod
Zehnhausen bei Rennerod
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Zehnhausen bei Rennerod hervorgehoben
Koordinaten: 50° 39′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 2,96 km2
Einwohner: 376 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56477
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 315
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Webpräsenz: www.rennerod.de
Ortsbürgermeister: Heinz-Joachim Benner
Lage der Ortsgemeinde Zehnhausen bei Rennerod im Westerwaldkreis
Karte

Zehnhausen bei Rennerod ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Zehnhausen liegt auf der Basaltkuppe des hohen Westerwaldes auf einer durchschnittlichen Höhe von über 530 m ü. NHN. Der Ort liegt direkt an der Bundesstraße 54, der Mainzer Straße, einer mittelalterlichen Handelsstraße. Sie kommt von Mainz und führt nach Siegen. Die Straße hatte aber kaum Einfluss auf die Entwicklung des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname mit der Endung „-hausen“ lässt vermuten, dass der Ort zur Zeit der stärksten fränkischen Besiedelungswelle des Westerwaldes im 6. bis 11. Jahrhundert entstanden ist.

Eine andere Quelle besagt, dass der Name Zehnhausen sich aus Canossa ableitet. In der örtlichen Mundart sagt man zu Zehnhausen: Cenesse = Canossa; (Canhossa = Canhosa = Cenhusen = Zehnhausen).

Zehnhausen gehört seit alters her zum Kirchspiel Emmerichenhain und ist seit der Reformation evangelisch geprägt.

Jahrhundertelang gehörte der Ort zum Hause Nassau.

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1335 zurück, als der Ort Zhenhusen genannt wird. Man vermutet, dass in der Flur Altzehnhausen, die etwa 1,2 Kilometer südwestlich vom heutigen Ort liegt, der Kern des ursprünglichen Ortes zu finden ist. Dort gefundene Mauerreste könnten jedoch auch Reste von Flurmauern sein. Der heute nicht mehr vorhandene Ort Königshub – um 1440 Konigshuse, etwa einen Kilometer nördlich gelegen, bildete mit Zehnhausen bis 1738 eine Gemeinde. Der Flurname Kindschue zeigt noch heute die Lage der Wüstung an.

Während das Dorf im Jahr noch 1565 5 Haushalte zählte, gab es 1635 in Zehnhausen nur noch zwei völlig verarmte Haushalte. 1643 gab es 16 Einwohner. Am 17. April 1658 brannten innerhalb einer Stunde 16 Häuser völlig nieder. 1660 wurden im Ort 36 Menschen in sechs Familien gezählt; 1782 waren es 169 und 1807 lebten 33 Familien mit insgesamt 168 Menschen im Ort.

1736 wird erstmals eine Filialschule erwähnt und 1784 baute man das erste eigene Schulhaus. Die Dorfschule wurde bis Ende der 1960er-Jahre genutzt. In einem Klassenraum wurden alle acht Jahrgänge unterrichtet.

1795 wurde die Gemarkung konsolidiert. Zu dieser Zeit existierte wohl auch noch eine Dorfmauer. Der Flurname "Schmitterborn" weist noch um 1800 auf eine frühe Eisenverhüttung hin.

Im Juni 1796 flüchteten die Einwohner von Zehnhausen nach Nenderoth in den Wald Kreuzberg über der Johannisburg vor anrückenden französischen Soldaten, die von Hachenburg her auf den Westerwald nach Emmerichenhain vorrückten. Dort wurden auch einige Kinder geboren.

Schon seit 1912 verfügt die Gemeinde über eine eigene zentrale Wasserversorgung und einen Wasserhochbehälter. Heute befindet sich darin eine kleine Heimatstube.

Kulturdenkmäler

→ siehe Liste der Kulturdenkmäler in Zehnhausen bei Rennerod

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Zehnhausen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Schild durch Wellenschnitt schräg links geteilt von Blau und Gold, vorne eine goldene Krone, hinten ein blauer Brunnentrog mit Brunnensäule, darauf silberne Ornamente“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handel und Tourismus bieten nur eine Handvoll Arbeitsplätze. Landwirtschaft wird nur noch im Nebenerwerb betrieben. Nach wie vor pendeln die meisten Arbeitnehmer ins Umland.

Dorfleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 gewann der Ort eine Silbermedaille in der Sonderklasse beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Der Ort hat einen Gesang- (Gesangverein Liederkranz) sowie einen Sportverein (SV Adler) mit eigenem Sportplatz und Sporthalle. Für Kinder wurde schon in den 1960er Jahren ein Spielplatz eingerichtet. Im Dorfgemeinschaftshaus, dem ehemaligen Backes, befindet sich auch das Feuerwehrhaus. Jährlich findet ein Dorf- und Brunnenfest statt. Neu angelegte Wanderwege erhöhen die Attraktivität des Ortes.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zehnhausen bei Rennerod – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen