Welkenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Welkenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Welkenbach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 38′ N, 7° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 315 m ü. NHN
Fläche: 2,3 km2
Einwohner: 142 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57644
Vorwahl: 02680
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 306
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Website: www.welkenbach-ww.de
Ortsbürgermeister: Matthias Becker
Lage der Ortsgemeinde Welkenbach im Westerwaldkreis

Welkenbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 308 m hoch gelegene Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg an der Lahn und Siegen. Welkenbach ist im Westen und im Süden vom Wahlroder Wald umgeben.

Zu Welkenbach gehören auch die Wohnplätze „Grube Eiskeller“ und „Jagdhaus auf der Halde“.[2]

Nachbarorte sind Wahlrod und Winkelbach im Norden, Höchstenbach im Westen und Roßbach im Südwesten des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend vom Ortsnamen mit der Endung „-rod“ könnte die Entstehung des Dorfes bereits um 900 als einer der damaligen Rodungsorte im Engersgau erfolgt sein. Gesichert wird Welkenbach erstmals in einer undatierten Urkunde als Welkemerode erwähnt, in der die 1294 stattgefundene Aufteilung der Grafschaft Sayn zwischen den Brüdern Johann II. von Sayn und Engelbert I. dokumentiert wurde. Im Zusammenhang mit der Zuordnung des Banns Maxsain wird ein Theodor von Welkemerode und dessen Kinder erwähnt.[3] Die Urkunde wird üblicherweise auf das Jahr 1315 datiert (woran sich auch die 700-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahr 2015 orientierte[4]), andere Einschätzungen nennen einen möglichen Entstehungszeitraum des Dokuments zwischen 1283 und 1324 mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für das Jahr 1294. Nach der Erstnennung finden sich zunächst verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens, darunter Wilkenrode (1436), Welckeneroide (1486), Welkenbach (erstmals 1530), Welckmerait (1557) und Welkennich (1589), bis sich der heutige Name durchsetzte.[5]

Nach seiner Ersterwähnung fiel Welkenbach, das ein Lehen des Erzbischofs von Köln war, an die Grafschaft Wied. Im 15. Jahrhundert nahm der Einfluss der Grafschaft Sayn zu, schließlich fiel der Ort 1484 als Teil des Kirchspiels Höchstenbach im Rahmen einer Heirat wieder an die Grafschaft Sayn. Nach dem Dreißigjährigen Krieg endete die Lehnsherrschaft der Kölner Erzbischöfe, Sayn wurde eine Reichsgrafschaft. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Welkenbach nun durch Erbteilungen zu verschiedenen Teilgrafschaften Sayns. Nach dem Tod des letzten Burggrafen von Sayn fiel Welkenbach durch Erbschaft an den Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg und gehörte damit ab 1806 zum neu gebildeten Herzogtum Nassau, zugeordnet dem Amt Hachenburg. Nach seinem Sieg im Deutschen Krieg erfolgte die Annexion des Herzogtums durch das Königreich Preußen. Welkenbach wurde 1867 innerhalb des preußischen Regierungsbezirks Wiesbaden dem neu gebildeten Oberwesterwaldkreis zugeordnet.[5]

Neben der Land- und Forstwirtschaft hatte im 19. und 20. Jahrhundert auch der Bergbau in Welkenbach an Bedeutung gewonnen. Die Gewinnung von Eisen- und Manganerz wurde 1875 an die Gutehoffnungshütte in Oberhausen verliehen, die eingerichtete Grube wurde jedoch 1939/40 geschlossen.[6] In der Gemarkung finden sich noch ehemalige Basalt- und Quarzitgruben (im Wahlroder Wald) und im Norden die Eisengrube (Eiskeller), an der Teile der Verladebrücke noch zu erkennen sind.

Der Zweite Weltkrieg endete für Welkenbach am Morgen des 27. März 1945 mit der Besetzung durch amerikanische Truppen.[5] Nach dem Krieg wurde der Ort der französischen Besatzungszone zugeteilt und nachfolgend Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Durch Fusion von Ober- und Unterwesterwaldkreis entstand 1974 der Westerwaldkreis, dem Welkenbach seitdem innerhalb der 1972 gebildeten Verbandsgemeinde Hachenburg zugeordnet ist.

Der Dorfladen von Welkenbach schloss im Jahre 1970.[7] Die 1949 errichtete ehemalige Dreschhalle wurde 1981 zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut und 1995 nochmals erweitert. Auch ein Feuerwehrhaus wurde 1984/85 angebaut.[8][9] Der Dorfplatz, traditionelles Zentrum des Dorflebens und Bornenkammer oder Brunnenplatz genannt, wurde 1996 neu gepflastert und ein neuer Basaltbrunnen gesetzt.[10] Das 1895 an der Stelle eines früheren Backes errichtete neue Gebäude wurde 1996/97 saniert und ist seitdem immer wieder im gemeinschaftlichen Gebrauch.[11] Das einzige Gasthaus von Welkenbach ist geschlossen, seitdem der letzten Wirt Helmut Müller im Jahr 2012 verstarb.[12]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Welkenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[13][1]

Jahr Einwohner
1815 95
1835 118
1871 113
1905 120
1939 110
1950 131
Jahr Einwohner
1961 145
1970 155
1987 147
1997 162
2005 152
2017 141

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Welkenbach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[14]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Becker wurde 2004 Ortsbürgermeister von Welkenbach.[15] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 82,61 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[16]

Beckers Vorgänger Walter Göbler hatte das Amt von 1970 bis 2004 ausgeübt.[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Welkenbach
Blasonierung: „Unter silbernerem Schildhaupt, darin schwarzer Hammer und Schlägel gekreuzt, schräglinks geteilt durch einen silbernen Wellenbalken; vorne in Rot ein silbernes Eichenblatt mit zwei Eicheln, hinten in Grün eine silberne Rodehacke.“[17]
Wappenbegründung: Im seit 1992 geführten Wappen erinnern Hammer und Schlägel an den ehemaligen Bergbau, das Eichenblatt an den hohen Waldanteil der Gemarkung, der Wellenbalken an den Welkenbach, nach dem sich die Gemeinde benannte, und die Hacke an den Ursprung als Rodungsort sowie die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft. Diese war auch für die Wahl der Farbe Grün ausschlaggebend, während die rote Farbe an die lange Zugehörigkeit zur Grafschaft Sayn erinnert, da das Wappen der Grafen einen goldenen Leoparden auf rotem Feld zeigte.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde liegt westlich der Bundesstraße 8, die von Limburg an der Lahn nach Siegburg führt. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind in Dierdorf oder Neuwied an der A 3 (KölnFrankfurt am Main). Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Grathoff: Welkenbach. Ein Westerwälder Dorf im Wandel der Zeit. Hachenburg 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Welkenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021[Version 2022 liegt vor.]. S. 71 (PDF; 2,6 MB).
  3. Ersterwähnungsurkunde der Ortsgemeinde Welkenbach. Ortsgemeinde Welkenbach, abgerufen am 21. August 2021.
  4. Matthias Becker: 700 Jahre: 1315 – Welkemerode, 2015 – Welkenbach. Ortsgemeinde Welkenbach, abgerufen am 21. August 2021.
  5. a b c d Zur Geschichte von Welkenbach. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 21. August 2021.
  6. Die Ortsgemeinde Welkenbach stellt sich vor. Verbandsgemeinde Hachenburg, abgerufen am 22. August 2021.
  7. Der Dorfladen von Welkenbach. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 22. August 2021.
  8. Unser Dorf. Ortsgemeinde Welkenbach, abgerufen am 22. August 2021.
  9. Von der Dreschhalle zum Dorfgemeinschaftshaus. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 22. August 2021.
  10. Dorfplatz und Dorfbrunnen. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 22. August 2021.
  11. Der Backes in Welkenbach. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 22. August 2021.
  12. Das Gasthaus in Welkenbach. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 22. August 2021.
  13. Regionaldaten. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
  14. Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  15. a b Ortsverwaltung in Welkenbach. Bürgermeister. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., abgerufen am 8. Juni 2020.
  16. Direktwahlen 2019. siehe Hachenburg, Verbandsgemeinde, 32. Ergebniszeile. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 8. Juni 2020.
  17. Ortswappen auf regionalgeschichte.de