Höchstenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Höchstenbach
Höchstenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Höchstenbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 38′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 5,67 km2
Einwohner: 714 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57629
Vorwahl: 02680
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 241
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Webpräsenz: www.höchstenbach.de
Ortsbürgermeisterin: Anke Fuchs
Lage der Ortsgemeinde Höchstenbach im Westerwaldkreis
Karte

Höchstenbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Höchstenbach

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen im Wiedtal. Durch den Ort fließt die Wied.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Mai 1269 wurde Höchstenbach erstmals in einer Urkunde erwähnt.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war Höchstenbach landesherrlich ein Teil der Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn erst lutherisch und später reformiert.[2] Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert gehörte Höchstenbach zur Grafschaft Sayn-Hachenburg.

Während des Ersten Koalitionskrieges wurde im September 1796 der französische General François Séverin Marceau in Höchstenbach schwer verwundet und erlag wenige Tage später in Altenkirchen seiner Verwundung.[3]

1799 ging Sayn-Hachenburg auf dem Erbweg an die Fürsten von Nassau-Weilburg. Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes kam die Region und damit auch Höchstenbach 1806 an das neu errichtete Herzogtum Nassau. Nach der Annexion des Herzogtums Nassau kam der Ort 1866 an das Königreich Preußen und gehörte von 1868 an zur Provinz Hessen-Nassau. Seit 1946 ist Höchstenbach Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Am 1. Juni 1955 ereignete sich in Höchstenbach eines der bis dahin schwersten Busunglücke Deutschlands. Dabei kamen 18 Frauen der evangelischen Gemeinde Rheinhausen ums Leben.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Höchstenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 335
1835 433
1871 405
1905 494
1939 539
1950 627
Jahr Einwohner
1961 599
1970 629
1987 656
1997 717
2005 710
2015 714

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Höchstenbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Gold und Rot; rechts ein rotes Johanneskreuz, links ein doppelschwänziger blaubewehrter und -gezungter goldener Löwe.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sehenswert ist die Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute Dorfkirche im romanischen Übergangsstil. Im Inneren der Kirche befinden sich wertvolle frühgotische Fresken.
  • Oberhalb des Ortes, am Anfang des Höchstenbacher Waldes, steht rechts der Straße das Marceau-Denkmal. Es wurde im jahr 1863 von Kaiser Napoleon III. gestiftet zur Erinnerung an General François Séverin Marceau. Die Denkmalinschrift besagt: „Beweint von seinen Soldaten, geachtet von Freund und Feind“.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Schnittpunkt der Bundesstraßen 8, die von Limburg an der Lahn nach Siegburg führt, und der B 413 von Bendorf (bei Koblenz) nach Hachenburg. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind in Dierdorf oder Mogendorf an der A 3 von KölnFrankfurt am Main, etwa 20 Kilometer entfernt. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Ecker: Höchstenbach 1269–1994. Entwicklung einer Westerwaldgemeinde von 1269-1994, Höchstenbach 1994.
  • Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  • Daniel Schneider: Die Schlacht von Altenkirchen 1796 in ihrem historischen Kontext, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 55 (2012), S. 183–194.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Höchstenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  3. Daniel Schneider: Die Schlacht von Altenkirchen 1796 in ihrem historischen Kontext, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 55 (2012), S. 190–191.
  4. Chronik des Schullandheims Höchstenbach, Schullandheimverein Rheinhausen.
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.