Weltersburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weltersburg
Weltersburg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weltersburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 31′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Westerburg
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 2,66 km2
Einwohner: 298 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56459
Vorwahl: 06435
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 307
Adresse der Verbandsverwaltung: Neumarkt 1
56457 Westerburg
Webpräsenz: www.weltersburg.de
Ortsbürgermeisterin: Gisela Benten
Lage der Ortsgemeinde Weltersburg im Westerwaldkreis
Karte
Weltersburg (Wellersbergh) in einem Auszug aus der Nassovia Comitatus, Kupferstich, gestochen von Salomon Rogiers, verlegt bei Blaeu, vermutlich 1641
Reifenberger Schlösschen in Weltersburg

Weltersburg ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit 1972 der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltersburg liegt vier Kilometer südöstlich von Westerburg am Hang des Küppel (436 m), der heute auch Burgberg genannt wird. Die ehemalige Schutzburg ist mittlerweile bis auf wenige Ruinen verfallen.

Weltersburg mit dem Küppel und Umgebung, Juni 2011

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert wurde zur Sicherung der westlich verlaufenden Köln-Frankfurter-Straße auf einer 435 m hohen Basaltkuppe eine Burg gegründet.

1220 wurde ein Wigand von Weltersburg (Weltirsberch) als Zeuge in einer Urkunde Heinrichs von Isenburg erwähnt. Die Burg in Weltersburg gehörte wohl zur Hälfte den Grafen von Sayn, die andere Hälfte war im Besitz der Herren von Isenburg. Burgmannen waren unter anderem die von Ottenstein, die von Reifenberg, die von Brambach, die von Grauesel und die von Neuroth.[2]

Durch eine Urkunde vom 16. Dezember 1314 verlieh Ludwig der Bayer Weltersburg das Stadtrecht.[3] Weltersburg hatte ein Stadtgericht, aber ein städtischer Markt ist nicht nachgewiesen.

1331 trug Gerlach von Isenburg seinen allodialen Teil der Burg und ihres Zubehörs Erzbischof Balduin von Trier als Lehen auf und machte ihn zum Offenhaus gegen jeden außer die Grafen von Sayn. 1354 hatte ein saynischer Amtmann seinen Sitz in Weltersburg. 1356 gelangte Weltersburg als Mitgift an die Herrschaft Westerburg. In einer Fehde mit den Grafen von Katzenelnbogen wurde den Bürgern von Weltersburg 1413 Schaden zugefügt und Weltersburg eingenommen. 1423 wurde Weltersburg erneut erobert und 1425 ein Burgfrieden eingerichtet. Durch die Einlösung verschiedener Pfandschaften konnte die Herrschaft Westerburg 1489 ganz Weltersburg in ihren Besitz bringen.[4]

Die Burg Weltersburg war 1581 anscheinend bereits in schlechtem Zustand und ist bis 1670 völlig verfallen.[5] Um 1552 ließ Philipp von Reifenberg das sogenannte Reiffenberger Schlösschen errichten.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weltersburg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Küppel ist bei der alten Burganlage ein Aussichtspunkt eingerichtet, von dem man einen guten Blick in das Elbbachtal bis hin zum Taunus hat.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich vom Ortskern liegt das Reifenberger Schlösschen, ein stattliches Wohnhaus, in dem unter anderem schon Generalfeldmarschall Blücher gastierte. Die malerische Baugruppe des 17. Jahrhunderts mit spätgotischem Kern war von 1384 bis 1671 Burgmannensitz einer Linie derer von Reifenberg.[7]

In der Ortsmitte steht das Wahrzeichen von Weltersburg, ein Windrad, das 1912 zur Wasserförderung in Betrieb genommen worden ist, um den Ort unabhängig von den Nachbargemeinden zu machen. Am Rande von Weltersburg liegt die St. Leonhardskapelle, die zu Erntedank Ziel einer Reiterprozession ist.

siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Weltersburg

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Weltersburg und Willmenrod liegt das Naturdenkmal Kranstein am Rande eines Basaltsteinbruchs.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellmuth Gensicke: Molsberg und Weltersburg. In: Nassauische Annalen. Jahrbuch des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 69, 1958, S. 202–221.
  • Jürgen Gläser: Beiträge zur Ortsgeschichte von Weltersburg, 4 Bände. Weltersburg 1994–2008.
  • Marcel Oeben, Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung an Altenkirchen, Hachenburg und Weltersburg. Mit Edition der Urkunde von 1314. In: Nassauische Annalen. Jahrbuch des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Band 125, 2014, S. 53–65.
  • Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung an Altenkirchen, Hachenburg und Weltersburg 1314 im Rahmen der Reichspolitik. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald), Band 57, 2014, S. 103–110.
  • Daniel Schneider: Die Städtepolitik der Grafen von Sayn im Spätmittelalter. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, Band 41, 2015, S. 33–49.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weltersburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Siehe Angaben zu den Burgmannen bei Hellmuth Gensicke: Molsberg und Weltersburg, S. 214–218.
  3. Abbildung und quellenkritische Edition der Stadtrechtsurkunde bei Marcel Oeben, Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung an Altenkirchen, Hachenburg und Weltersburg. Mit Edition der Urkunde von 1314, S. 53–65. Zum geschichtlichen Hintergrund der Stadtrechtsverleihung siehe Daniel Schneider: Die Stadtrechtsverleihung 1314 im Rahmen der Reichspolitik, S. 103–110. Siehe auch Daniel Schneider: Die Städtepolitik der Grafen von Sayn im Spätmittelalter, S. 33–49.
  4. Hellmuth Gensicke: Molsberg und Weltersburg, S. 211–213.
  5. Hellmuth Gensicke: Molsberg und Weltersburg, S. 213–214.
  6. Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  7. Informationen nach: Magnus Backes u. a.: Belser Kunstwanderungen Rheinland-Pfalz und Saarland. Belser, Stuttgart, 1971.