Winnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Winnen in Rheinland-Pfalz. Für weitere Bedeutungen siehe Winnen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Winnen
Winnen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Winnen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 34′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Westerburg
Höhe: 428 m ü. NHN
Fläche: 3,26 km2
Einwohner: 499 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56459
Vorwahl: 02663
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 314
Adresse der Verbandsverwaltung: Neumarkt 1
56457 Westerburg
Webpräsenz: www.winnenww.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Simon
Lage der Ortsgemeinde Winnen im Westerwaldkreis
Karte

Winnen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit 1972 der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winnen liegt vier Kilometer östlich von Westerburg im Westerwald. Der nördliche Gemarkungsbereich der Gemeinde umschließt den südlichen Teil des 80 ha großen Wiesensees.

Unmittelbar vor der südlichen Ortslage, wo seit Herbst 2007 der Westerwaldsteig entlangführt, fällt das Gelände zum Elbbachtal hin ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahr 879, als Graf Gebhard im Lahngau dem Severusstift in Gemünden Ländereien schenkte.[2]

Winnen gehörte bis Anfang des 19. Jahrhunderts zur Herrschaft Westerburg und kam 1806 im Zuge der Bildung des Rheinbunds unter Napoleon zum Großherzogtum Berg. 1813 kam Winnen vorübergehend an das Haus Oranien-Nassau und infolge des Wiener Kongresses 1815 an das Herzogtum Nassau.[3] Unter der nassauischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Winnen zur Standesherrschaft Leiningen-Westerburg im Amt Rennerod.[4] Im Jahr 1858 lebten in Winnen 76 Familien und 319 Einwohner. 1866 kam das Herzogtum Nassau und damit auch Winnen zum Königreich Preußen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Winnen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 225
1835 284
1871 338
1905 289
1939 292
1950 312
Jahr Einwohner
1961 296
1970 306
1987 395
1997 442
2005 465
2015 499

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Winnen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Rundschild durch Göpelschnitt geteilt, vorne in Blau ein rotbewehrter und -gezungter Löwe, hinten in Gold ein grüner Lindenzweig mit neun Blättern, unten in Rot eine silberne Waagschale.“

Der Lindenzweig steht symbolisch für das „Stuhllindengericht“ Winnen, welches bis in das 17. Jahrhundert für neun Zehnten zuständig war. Dafür stehen auch die neun Lindenblätter. Weiter wird die Gerichtsbarkeit durch die Waagschale dokumentiert. Der gezungte Löwe, zeigt die frühere Zugehörigkeit zum Herrschaftsgebiet zum Haus Nassau, daher auch die goldene und blaue Feldfarbe, den Hausfarben Nassaus. Die rote Feldfarbe erinnert an die Westerburger Grafen, zu deren Herrschaft die Gemeinde Winnen lange Zeit gehörte, ebenso aber auch die blaue Feldfarbe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Winnen

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Männergesangverein Konkordia Winnen tritt bei vielen dörflichen und auch kirchlichen Veranstaltungen auf. Im Jahr 2008 feierte der Chor sein 100-jähriges Jubiläum.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Ferien- und Freizeitgebiet „Wiesensee“ bietet Möglichkeiten der sportlichen Betätigung (Baden, Segeln, Surfen, Angeln, 18-Loch-Golfplatz mit Hotelanlage).
  • Der TTC Winnen 70 e. V. setzt sich zusammen aus sieben aktiven Tischtennismannschaften, drei Damen- und zwei Kindergymnastikgruppen, einer Herrengymnastikgruppe, sowie einer Freizeitfußballmannschaft. Er hat ca. 300 Mitglieder.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfgemeinschaftshaus, Grillhütte, Backes

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winnen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Josef Hörle: Die alten Westerwälder Termineien in „Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Jahrgang 1953“ S. 359 (www.dilibri.de)
  3. Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 10, 1870, S. 321 (Google Books)
  4. Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Nassau für das Jahr 1859, S. 118 (www.dilibri.de)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen