Ransbach-Baumbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ransbach-Baumbach
Ransbach-Baumbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ransbach-Baumbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Ransbach-Baumbach
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 12,14 km²
Einwohner: 7494 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 617 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56235
Vorwahl: 02623
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 062
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheinstraße 50
56235 Ransbach-Baumbach
Webpräsenz: www.ransbach-baumbach.de
Stadtbürgermeister: Michael Merz
Lage der Stadt Ransbach-Baumbach im Westerwaldkreis
Karte

Ransbach-Baumbach ist eine Stadt im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Ransbach-Baumbach ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, der sie angehört. Die Stadt ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Luftaufnahme von Ransbach-Baumbach (Stadtteil Ransbach) 2015
Luftaufnahme von Ransbach-Baumbach (Stadtteil Baumbach) 2015
Rathaus der Stadt Ransbach-Baumbach
Stadthalle der Stadt Ransbach-Baumbach
Schwimmbad der Stadt Ransbach-Baumbach
Erlenhofsee in Ransbach-Baumbach
Sportanlage in Ransbach-Baumbach

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Ransbach-Baumbach liegt teilweise im Westerwälder Teil des Naturparks Nassau. Die Stadt liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich von Koblenz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1330 wird das Kirchspiel Ransbach erstmals urkundlich erwähnt.

Bereits im Jahre 959 jedoch wird in der Montabaurer Zehntbeschreibung von dem ausgegangenen Ort Desper (Dedinsburg) bei Ransbach gesprochen.

1373 taucht der Ortsname Babenbach für Baumbach auf.

Am 7. Juni 1969 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Ransbach (Westerwald) und Baumbach die neue Gemeinde Ransbach-Baumbach gebildet.[3]

Seit 1971 ist Ransbach-Baumbach Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Am 10. Mai 1975 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ransbach-Baumbach bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.373
1835 1.908
1871 1.806
1905 2.625
1939 3.365
1950 3.956
Jahr Einwohner
1961 4.694
1970 5.433
1987 6.316
1997 7.069
2005 7.333
2014 7.494

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat in Ransbach-Baumbach besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU RaBaB FWG Gesamt
2014 4 10 5 3 22 Sitze
2009 3 10 5 4 22 Sitze
2004 5 17 22 Sitze
  • RaBaB = Ransbach-Baumbacher Bürgervertretung e. V.
  • FWG = Freie Wählergruppe der Stadt Ransbach-Baumbach

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Ransbach-Baumbach sind Pleurtuit (Bretagne) (seit 1985) sowie Rukoma (Ruanda) (seit 2005).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber drei rote Schrägbalken, belegt mit einem blauen Salzkeramikhenkelkrug, darauf ein dunkelblauer springender Hirsch über ebensolchem Rankenwerk.“

Wappenbegründung: Die drei roten Schrägbalken auf silbernem Grund beziehen sich auf das Wappen der Herren von Reif(f)enberg, Westerwälder Linie ohne den blauen, dreilätzigen Turnierkragen, die über Jahrhunderte Grundherren von Ransbach waren (1476–1745). Der blaue Henkelkrug steht für das Töpfergewerbe (= Kannenbäckergewerbe) der früheren Gemeinden Ransbach und Baumbach und zeigt den „Ransbacher Hirschen“ als Sinnbild dieses Gewerbes, wie es von alters her auf den Ransbacher Kannen, Krügen und Töpfen zu finden ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtzentrum von Ransbach-Baumbach wird von zwei Kirchen geprägt: Der evangelischen Stadtkirche mit dem denkmalgeschützten Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert und der katholischen Pfarrkirche St. Markus aus dem Jahr 1950. Im Stadtteil Baumbach befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Antonius. Sehenswert ist hier der Kreuzweg mit Plastiken der Künstlerin Gudrun Müsse-Florin, die in den Jahren 1969–1971 aus Aluminiumguss entstanden sind.

Das Naherholungsgebiet Erlenhofsee liegt ca. 800 Meter vom Stadtzentrum entfernt und wurde in den 1970er Jahren angelegt. Der See ist 14 Meter tief. Um den See führt ein Rundweg, der auch einen Rosenpark passiert. Die kleine Erlenhofkapelle gehört zu der früheren Hofanlage und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Am Südrand des Stadtgebietes kommt man ins Quellgebiet des Brexbachs, der sich hier aus dem Vordersten und Hintersten Bach bildet. Diese Gewässer speisen seit 1666 die im Auftrag des Kurfürsten zu Trier angelegten Landshuber Weiher. Die Teiche sollten den Fischbedarf der Katholiken am Freitag decken. Die vier Weiher sind sehr unterschiedlich. Speziell der zweite (von Norden kommend) ist durch den Seerosen-Bewuchs ein beliebtes Ausflugsziel.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keramikindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ransbach-Baumbach nennt sich selbst „Zentrum der Keramik“ aufgrund der zahlreichen Betriebe, die Gebrauchs- und Zierkeramik, Industrie- und Baukeramik herstellen. Unter anderem werden hier auch seit den 1960er Jahren die bekannten Römertöpfe hergestellt.

Schon seit dem 17. Jahrhundert ist Ransbach-Baumbach Sitz von Unternehmen, die den Westerwälder Ton weiterverarbeiten. Im 18. und 19. Jahrhundert waren fast zwei Drittel der Einwohner als Landgänger unterwegs, um die Keramikprodukte in Süddeutschland, den Niederlanden und anderen Ländern zu verkaufen. Noch heute findet in Ransbach-Baumbach ein Töpfermarkt statt, der jährlich am ersten Oktoberwochenende bis zu 30.000 Besucher anzieht. Über 130 Händler aus dem In- und Ausland stellen ihre Produkte an Verkaufsständen aus.

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrid Lindgren-Schule (Grundschule/Ganztagsschule)
  • Erich Kästner-Schule (Realschule plus)
  • Katholischer Kindergarten St. Markus
  • Katholischer Kindergarten St. Antonius
  • Städtischer Kindergarten St. Martin

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Zeit hatte der regionale Fernsehsender wwtv seinen Sitz in Ransbach-Baumbach. 2010 wurde der Sitz der Gesellschaft von Ransbach-Baumbach in das rechtsrheinisch gelegene und somit geographisch noch zum Westerwald gehörende Urbar verlegt, da seit 2009 aus einem gemeinsamen Medienhaus mit TV Mittelrhein gesendet wird.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat in Ransbach einen Bahnhof an der teilweise im Touristikverkehr betriebenen Bahnstrecke Engers–Au (Brexbachtalbahn). Der nächstgelegenen Anschlüsse an den SPNV sind die Bahnhöfe Siershahn und Dernbach, Anschluss an den Eisenbahnfernverkehr besteht am Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main sowie am Hauptbahnhof Koblenz.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Ransbach-Baumbach sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tenor Johannes Kalpers wuchs in Ransbach-Baumbach auf. Außerdem wuchs in Ransbach-Baumbach der Generalvikar des Erzbischofs von Köln Prälat Dominik Schwaderlapp auf, der am 25. März 2012 im Hohen Dom zu Köln von Joachim Kardinal Meisner zum Bischof geweiht wurde. Schwaderlapp ist nunmehr als Weihbischof im Erzbistum Köln tätig. Ehrenbürger der Stadt Ransbach-Baumbach ist Yves Bimbard, der die Städtepartnerschaft von Ransbach-Baumbach mit der französischen Gemeinde Pleurtuit in der Bretagne mitbegründete. Die Sozialpolitikerin und Landtagsabgeordnete Loni Böhm wurde im Ortsteil Ransbach geboren.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1676 gibt es in Ransbach-Baumbach die Fohr-Brauerei. Die Ransbach-Baumbacher Schützengesellschaft ist der älteste Verein der Stadt und wurde 1849 gegründet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ransbach-Baumbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 193 und 204 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Bericht über eine Reise nach Ruanda
  6. Ransbach-Baumbach im Wanderatlas Deutschland