Waldmühlen

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Wappen Deutschlandkarte
Waldmühlen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldmühlen hervorgehoben

Koordinaten: 50° 35′ N, 8° 4′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Rennerod
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 3,1 km2
Einwohner: 323 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56479
Vorwahl: 02664
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 303
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 55
56477 Rennerod
Website: www.rennerod.de
Ortsbürgermeister: Michael Reitz
Lage der Ortsgemeinde Waldmühlen im Westerwaldkreis
Denkmalgeschützter Brunnen

Waldmühlen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg an der Lahn. Der Holzbach kreuzt die B 54 am Ortsrand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1480 als Walkmohle erstmals urkundlich erwähnt. Will man den Ortsnamen „Waldmühlen“ erklären, so lässt die heutige Schreibweise auf eine „Waldmühle“ schließen. Die ersten namentlichen Erwähnungen des Ortes und die dabei verwendeten Schreibweisen geben eine bessere Erklärung. In alten Urkunden heißt es „von der Walckmohle“ (1480), „Walckmühlen“ (1524) und „Walckmüln“ (1543). Erst 1752 wird die heutige Schreibweise verwendet. Die früheren Nennungen weisen also auf eine Walkmühle und damit zum Gewerbe der Wollweber hin, deren Tuche in der Mühle gewalkt wurden. Auch in späteren Jahren war der kleine Ort südlich von Rennerod für die regionale Tuchverarbeitung von Bedeutung. 1787 zählt man 72 Baumwollspinner und 1792 gründete Jakob Buchner hier eine Baumwollfaktorei. Obwohl die genannte Walkmühle wohl schon 1592 verfallen war, setzte der Ort seine Mühlentradition fort. 1653 baute Christ Sauer eine Schneidmühle, die später als Öl- und Mahlmühle betrieben wurde. Oberhalb des Ortes baute Johann Hans 1719 eine weitere Mühle, die später Schlossermühle genannt wurde. In dem bereits 1330 genannten Eichelerhof (im Nordostteil des Dorfes gelegen) vermutet der Historiker Hellmuth Gensicke eine Vorläufersiedlung des Ortes. Dem Kloster Seligenstadt standen hier von 1330 bis um 1520 Geld- und Käsezinsen zu. Die Wüstung Himmenhain (Ersterwähnung 1213/15) als Gründungszelle zu Waldmühlen anzusehen, muss in Frage gestellt werden.

Der Ort hat seit seiner Entstehung viele Landesherren erlebt. Zunächst waren die Grafen von Nassau-Diez Herrn im Raum Rennerod. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen, waren die einzelnen nassauischen Herrschaftshäuser über Jahrhunderte hinweg Landesherren von Waldmühlen. 1806 erfolgte der Übergang von Nassau-Oranien zum Großherzogtum Berg. 1816 endete die französische Herrschaft und Waldmühlen war im Herzogtum Nassau dem Amt Rennerod zugehörig.

Die Schulgeschichte reicht zurück bis in das Jahr 1720. Damals wurde eine Winterschule abgehalten und zwar bis 1811 noch immer von Haus zu Haus reihum. 1831 wurde die erste Schule erbaut. 1927 erfolgte der Bau der neuen Schule, die heute als Wohnhaus genutzt wird. Der Schulbetrieb wurde 1969 eingestellt.

1931 gab es im Dorf zwei Mühlen, eine Schmiede, ein Sägewerk, einen Kolonialwarenhändler und zwei Gaststätten. Hiervon blieb dem Ort über die Jahre nur die Gaststätte „Kastanienhof“ erhalten. Alle übrigen Gewerbe wurden eingestellt.

1490 werden sechs Hausgesässe genannt, 1564 18 Mann, 1630 30 Untertanen, 1665 neun Haushalte mit Kühen, 1738 26 Feuerstätten, 1777 45 Häuser und 1810 252 Einwohner.

Im Westen der heutigen Gemarkung Waldmühlen befand sich das wüst gefallene Küchenhofen, das möglicherweise nur ein Gehöft war. Kurz nach der Ersterwähnung war es nicht mehr bewohnt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filialkirche St. Johannes der Täufer

Kirchlich gehörte der Ort bis 1614 zum Nachbarort Seck, danach zu Rennerod. Im Juni 1957 begannen die Arbeiten zum Bau der Kapelle. Die Filialkirche St. Johannes der Täufer in Waldmühlen gehört zur katholischen Pfarrgemeinde St. Hubertus in Rennerod, Bistum Limburg. Die etwa 70 evangelischen Christen in Waldmühlen gehören der evangelischen Kirchengemeinde Rennerod, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, an.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Waldmühlen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Waldmühlen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Reitz wurde am 20. Oktober 2021 Ortsbürgermeister von Waldmühlen,[3] nachdem er das Amt als bisheriger Erster Beigeordneter bereits seit Juni geschäftsführend ausgeübt hatte. Bei der Direktwahl am 26. September 2021 war er mit einem Stimmenanteil von 93,8 % gewählt worden.[4]

Der Vorgänger von Reitz, Guntram Janz, war bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 84,67 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt als Ortsbürgermeister bestätigt worden.[5] Mit Wirkung zum 6. Juni 2021 legte er jedoch sein Amt vorzeitig nieder.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Waldmühlen
Blasonierung: „Spätgotischer Rundschild, wellförmig geteilt, oben in Gold ein roter Kleeblattkreuzstab, begleitet von je einem schrägrechts bzw. schräglinks gestellten grünen Eichenblatt, unten in Blau ein goldenes Mühlenrad.“

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Georg Rau (* 1809 in Waldmühlen; † 1872 in Limburg an der Lahn), römisch-katholischer Geistlicher und nassauischer Politiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellmuth Gensicke: Zur nassauischen Ortsgeschichte: Gericht und Kirchspiel Rennerod. In: Nassauische Annalen 1984, S. 239–254.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Waldmühlen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Bericht zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates vom 20. Oktober 2021. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 43/2021. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 26. September 2021. 28. September 2021, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Rennerod, Verbandsgemeinde, 20. Ergebniszeile. Abgerufen am 19. Juli 2020.
  6. Michael Reitz: Ortsbürgermeister Guntram Janz hat sein Amt zum 06.06.2021 niedergelegt. In: Hoher Westerwald – Wochenkurier für die Verbandsgemeinde Rennerod, Ausgabe 29/2021. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 10. Oktober 2021.