Hundsangen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hundsangen
Hundsangen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hundsangen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 27′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Wallmerod
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 7,63 km2
Einwohner: 2077 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 272 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56414
Vorwahl: 06435
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 037
Adresse der Verbandsverwaltung: Gerichtsstraße 1
56414 Wallmerod
Webpräsenz: www.hundsangen.de
Ortsbürgermeister: Alois Fein
Lage der Ortsgemeinde Hundsangen im Westerwaldkreis
Karte

Hundsangen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wallmerod an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Osterfeuerplatz auf Hundsangen

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Montabaur und Limburg an der Lahn unmittelbar an der Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Hundsangen ist gemessen an der Einwohnerzahl die größte Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Wallmerod.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Hundsangen gehören auch die Wohnplätze Am Buch und Roßborner Hof.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden Hundsangens sind: Hadamar, Dornburg, Molsberg, Wallmerod, Weroth, Dreikirchen, Obererbach und Elz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundsangen wurde im Jahre 1096 als Hundeszagel erstmals urkundlich erwähnt.[3] Seine Kirche hat den Schutzpatron Goar, einen Heiligen vom Mittelrhein. Die barocke Kirche (1722–1726) ist 1971 erweitert worden. Sie war früher großzügig und einheitlich mit Bildwerken der Hadamarer Schule (um 1730) ausgestattet; diese gingen jedoch bei Umbaumaßnahmen im Jahr 1967 verloren.[4]

Auf dem Friedhof Hundsangens wurde ein römisches Medaillon gefunden. Es befindet sich heute in der Sammlung Nassauischer Altertümer in Wiesbaden.

1970 wollte die Gemeinde Hundsangen ins Nachbarland Hessen wechseln und stellte beim rheinland-pfälzischen Innenministerium einen entsprechenden Antrag. Grund dafür waren die starken Beziehungen der Bevölkerung in den Raum Limburg-Hadamar. Im Januar 1972 lehnte man diesen Antrag wegen seiner Sogwirkung für andere Gebiete ab. Drei Monate später wurde Hundsangen dann in die Verbandsgemeinde Wallmerod eingegliedert.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Hundsangen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 660
1835 815
1871 948
1905 1.009
1939 1.203
Jahr Einwohner
1950 1.341
1961 1.327
1970 1.471
1987 1.747
2005 2.117

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hundsangen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein rotes Tatzenkreuz belegt mit einem blauen Schild, darin zwei goldene Löwen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bärenbrunnen, 1991 gebauter Treffpunkt in der Ortsmitte von Hundsangen
Luftbild der katholischen Kirche Sankt Goar

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die barocke Pfarrkirche St. Goar wurde 1726 erbaut. Der romanische Kirchturm stammt aber noch aus dem 12. Jahrhundert.

Wald Boschern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hundsangen gibt es mehrere Wälder, die stark frequentiert werden. So gibt es beispielsweise einen Naturlehrpfad im Wald Am Buch oder einen Grillplatz im Wald „Boschern“. Der Name dieses Waldes leitet sich aus dem örtlichen Dialekt ab und bedeutet „Buchenwald“.[8]

Im Wald Boschern gibt es einige Felsen aus der Zeit, als Hundsangen noch Meeresgrund war. Sie enthalten hochwertigen Marmor.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Friedhof von Hundsangen hinter der St.-Goar-Kirche steht ein Kriegerdenkmal, auf dem einige gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs mit Namen erwähnt werden.

Vereine und Genossenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik

In Hundsangen gibt es einen Kirchenchor, einen Männergesangverein und einen Musikverein.

Fußball

Hundsangens erste Fußballmannschaft wusste viele Jahre in der Fußball-Rheinlandliga zu überzeugen. Benutzt wird das Sportgelände im Wald „Am Buch“ mit zwei Fußballfeldern. Außerdem wird noch in der Haupthalle der Ollmerschhalle trainiert.

Freiwillige Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Hundsangen sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe seit ihrer Gründung im Jahr 1908. Die Feuerwehr fördert viele Kinder und Jugendliche, die eine große Jugendfeuerwehr bilden.

Angelsport

Der Angelsportverein Hundsangen e. V. verfügt über den Tonweiher, in dem jedes Mitglied angeln kann, solange er oder sie die rechtlichen Bestimmungen oder Voraussetzungen erfüllt beziehungsweise einhält.

Schützenverein

Im örtlichen Schützenverein schafften dessen Athleten auch schon den Sprung zu den deutschen Meisterschaften. Das Schützenhaus befindet sich am Wald Boschern.

Fastnacht

1955 wurde der Hundsänger Carnevalverein (HCV)[9] mit dem Ziel der karnevalistischen Brauchtumspflege gegründet. Neben verschiedenen Gruppen für Sketche und Gesang wird auch der Garde- und Schautanz gefördert. Die Nachwuchsarbeit findet Anklang in den Kinder- und Jugendkappensitzungen.

Pfadfinder

In Hundsangen gibt es einen Stamm der DPSG Pfadfinder.

CAP-Markt Hundsangen

Lebensmittelmarkt auf genossenschaftlicher Basis mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsplatzsituation und die Erweiterung der Möglichkeiten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirmes in Hundsangen ist immer im August, am Wochenende nach Mariä Himmelfahrt.
  • Neben den alljährlich zu Karneval stattfindenden Kappensitzungen findet alle vier Jahre ein Umzug statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundsangen verfügt über einen katholischen Kindergarten sowie eine Grundschule. Die weiterführenden Schulen (Gymnasien in Hadamar, Limburg und Montabaur, Realschulen in Hadamar und Montabaur sowie die Hauptschulen in Salz, Montabaur und Hadamar) sind durch den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde Hundsangen:

  • Schwimmbad
  • Rathaus
  • Pfarrbüro der kath. Kirchengemeinde St. Goar
  • Erich-Kästner-Schule
  • Katholischer Kindergarten St. Elisabeth
  • Ollmerschhalle

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Wagenbach (1900–1980), Politiker und Abgeordneter des Hessischen Landtags

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über Hundsangen wurde ein Buch anlässlich der 900-Jahr-Feier geschrieben. Der Titel: Hundsangen – ein Westerwalddorf in neun Jahrhunderten (ISBN 3-00-000520-X)
  • Joseph Wagenbach: Hundsangen Heimat, Gemeinde Hundsangen (Hrsg.), Hundsangen 1964.
  • Klaus Wagenbach: Hundsangen, Hundert Jahre in einem Dorf. In: Freibeuter – Vierteljahreszeitschrift für Kultur und Politik, Berlin 1980.
  • Heinz Ludwig: Aus der Geschichte unserer Heimatgemeinde Hundsangen. In: 75 Jahre Kirchenchor „Cäcilia“ Hundsangen, Hundsangen 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hundsangen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 51 (PDF; 2,3 MB)
  3. http://hundsangen.de/geschichte.html#urkunde
  4. Vgl. H.J. Roth. der Westerwald. Köln, DuMont, 1981, S. 59.
  5. Karl Wiedemann: Nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Gemeinde Hundsangen (Hrsg.): Hundsangen – ein Westerwalddorf in neun Jahrhunderten, Hundsangen 1996, ISBN 3-00-000520-X, S. 152.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. http://www.ich-geh-wandern.de/hundsangen
  9. Internetpräsenz des Hundsänger Carnevalvereins