Heuzert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Heuzert
Heuzert
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Heuzert hervorgehoben
Koordinaten: 50° 42′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 2,15 km2
Einwohner: 123 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 57627
Vorwahl: 02688
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 240
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Webpräsenz: www.hachenburg-vg.de
Ortsbürgermeister: Holger Alhäuser
Lage der Ortsgemeinde Heuzert im Westerwaldkreis
Karte

Heuzert ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Die landwirtschaftlich strukturierte Wohngemeinde gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an. Heuzert ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 320 m hoch liegende Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg an der Lahn und Siegen, an der Großen Nister im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Kroppacher Schweiz. Im Norden des Ortes liegt Heimborn und die Mühle Lützelau, im Westen Astert, im Süden Marzhausen und im Westen Kroppach. Das Gebiet der Gemarkung umfasst 213 ha.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es entstand wahrscheinlich als Rodungsdorf im 10. Jahrhundert. 1268 wurde Heuzert erstmals in einer Urkunde als Hutcenrothe erwähnt. Bemerkenswert für Heuzeroth ist die Anzahl der ehemaligen Mühlen.[3] Auch hatte die Abtei Marienstatt in Heuzert einen Hof. 1579 hatte Heuzert fünf und 1793 zehn Häuser.[4]

Das Dorf Heuzert gehörte zum Kirchspiel Kroppach und landesherrlich zur Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn lutherisch und später reformiert.[5] Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert gehörte Heuzert zur Grafschaft Sayn-Hachenburg. 1799 kam die Grafschaft auf dem Erbweg an die Fürsten von Nassau-Weilburg. Im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes kam die Region und damit auch Heuzert 1806 an das neu errichtete Herzogtum Nassau. Unter der nassauischen Verwaltung war Heuzert dem Amt Hachenburg zugeordnet.

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau, kam der Ort 1866 an das Königreich Preußen und gehörte von 1868 an zur Provinz Hessen-Nassau und zum Oberwesterwaldkreis. Seit 1946 ist Heuzert Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Kulturdenkmäler

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Heuzert

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Heuzert, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 85
1835 117
1871 93
1905 104
1939 157
Jahr Einwohner
1950 169
1961 134
1970 152
1987 163
2005 141

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Heuzert besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Durch eine silberne Leiste schräglinks geteilt von Rot und Blau; vorne ein wachsender blaubewehrter und -gezungter goldener Löwe, hinten drei schwebende achtspeichige goldene Mühlräder.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören einige erhaltene Bauernhäuser des 18. Jahrhunderts und der Marienstätter Hof. Er befindet sich in der nördlichen Ortslage und wurde erstmals 1500 urkundlich erwähnt. Der der Abtei Marienstatt gehörende Hof wurde bis 1713 an verschiedene Pächter vergeben. 1713 wurde es an den Pächter der Heuzerter Mühle, den Müller Röder verkauft, der es 1725 neu aufbaute. Im 19. Jahrhundert erwarb es der damalige Müller Leonhardt.

Die Heuzerter Mühle befindet sich am nördlichen Ortsrand an der Großen Nister; diese Mühle wurde erstmals 1346 genannt. Graf Johann von Sayn und seine Frau schenkten die Mühle der Abtei Marienstatt, die die Mühle ständig auf Zeit verpachtete; hier waren die Dörfer im Umkreis Mahlgäste. Nach der Säkularisation der Abtei Marienstatt ging sie in den Besitz des Herzogtums Nassau über; später wurde die Mühle an privat verkauft. Heute erzeugt sie elektrischen Strom.

500 m nordöstlich des Ortes befindet sich eine alte Bruchsteinbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Sie diente auch als „Kirchweg“ der „Oberbächer“ (Limbach, Streithausen, Atzelgift und Luckenbach) und als Wirtschaftsweg nach Heimborn, Lützelau und Mörsbach. 250 m südöstlich des Ortes befand sich die ehemalige Haßlocher Mühle[7], eine Walkmühle, von der heute nur noch ein Wassergraben und auffällige Bodenformen zeugt. Auch der Flurname „In der Walkmühle“ erinnert noch an den Standort.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Ortes verläuft die B 414 die von Hohenroth nach Hachenburg führt. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind in Siegen, Wilnsdorf oder Herborn an der A 45 DortmundGießen. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219–237.
  • Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.
  • Dieter Trautmann: Die Flurnamen der Gemarkung Heuzert, in: Von Land und Leuten an der Nister 30 (2008), S. 1–23.
  • Dieter Trautmann: Die Mühle im Hasloch zu Heuzert, in: Von Land und Leuten an der Nister 1 (1993), S. 15–32.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heuzert – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Regionaldaten
  3. Zur geschichtlichen Entwicklung der Mühlen in der Grafschaft Sayn vgl. Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, S. 219–239.
  4. a b Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg: Westerwälder Beiträge 1 - Naturkundliche und kulturhistorische Denkmäler im Westerwald: Kroppacher Schweiz und Hachenburg. Hachenburg, 1981, S. 52ff.
  5. Vgl. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, S. 74–80.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Vgl. Dieter Trautmann: Die Mühle im Hasloch zu Heuzert, S. 15–32.