Lazarus-Effekt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Begriff in der Festkörperphysik siehe Lazarus-Effekt (Physik)

Unter dem Lazarus-Effekt versteht man die Wiederauffindung von Tierarten, die als ausgestorben galten. Der Begriff ist der biblischen Geschichte von der Wiedererweckung des Lazarus durch Jesus entlehnt.

Der Begriff wird zum ersten Mal in einem Artikel über das Massenaussterben an der Kreide-Tertiär-Grenze verwendet.[1] Hier tauchen einige Taxa zwar nicht direkt nach dem Ereignis, aber einige Millionen Jahre später in der fossilen Überlieferung wieder auf. Gründe können sowohl Lücken in der stratigraphischen Überlieferung wie auch tatsächliche Erholung nach einem Beinahe-Aussterben sein.[2] Durch diesen Effekt ist es schwerer, die tatsächlichen Gründe für das auslösende Aussterbeereignis festzumachen und Massenaussterben von „normalen“ Aussterbeereignissen zu unterscheiden. Erst später wurde der Begriff auch auf lebende (rezente) Arten, die wiederentdeckt wurden, nachdem sie lange als ausgestorben galten, übertragen,[3] obwohl es sich hier dann eigentlich nicht um einen „Effekt“ handelt.

Beispiele für Tiere[Bearbeiten]

Beispiele für Pflanzen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl W. Flessa, David Jablonski (1983): Extinction is Here to Stay. Paleobiology Vol.9 No.4: 315-321.
  2. Emmanuel Fara (2001): What are Lazarus taxa? Geological Journal (Special Issue: History of Biodiversity) Volume 36, Issue 3-4: 291–303. doi:10.1002/gj.879
  3. David A. Keith, Mark A. Burgman (2004): The Lazarus effect: can the dynamics of extinct species lists tell us anything about the status of biodiversity? Biological Conservation Volume 117, Issue 1: 41–48. doi:10.1016/S0006-3207(03)00261-1

Weblinks[Bearbeiten]