Gobron-Brillié

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Société Gobron-Brillié
Rechtsform Société
Gründung 1898
Auflösung 1903
Sitz Boulogne-Billancourt, Frankreich
Leitung
  • Eugène Brillié
  • Gustave Gobron
Branche Automobilindustrie

Gobron-Brillié von 1898
Gobron-Brillié von 1898
Der französische Automobilrennfahrer Louis Rigolly auf einem 100-PS-Gobron-Brillié (1903)

Die Société Gobron-Brillié war ein französischer Hersteller von Automobilen.[1][2][3]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustave Gobron und Eugène Brillié gründeten 1898 das Unternehmen in Paris zur Produktion von Automobilen. 1900 erfolgte der Umzug nach Boulogne-Billancourt. 1903 schied Eugène Brillié aus dem Unternehmen aus, um in Le Havre Autos unter dem Namen Brillié herzustellen. Der Unternehmensname wurde zunächst beibehalten. Der Markenname änderte sich jedoch offiziell bereits 1903 auf Gobron, auch wenn das in der Öffentlichkeit noch lange Zeit missachtet wurde.[2]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motor von Gobron

Die ersten Modelle hatten einen Viertakt-Gegenkolbenmotor: in jedem Zylinder arbeiteten zwei Gegenkolben, die oberen beiden waren über ein Joch verbunden und wirkten über lange Pleuel auf die Kurbelwelle am entgegengesetzten Motorende.[4][5][6] Die Wagonnette von 1899 war auf einem Stahlrohrrahmen aufgebaut. Sie hatte einen Zweizylinder-Gegenkolbenmotor mit 6 PS (bei 900 Um/min), der vor der Hinterachse montiert war und diese über ein Dreiganggetriebe antrieb. Die Einlassventile waren automatisch gesteuert, die Auslassventile über Nockenwelle und Stößel. Eine Besonderheit war auch die Konstruktion der Lenkung, die bei zunehmender Lenkraddrehung progressiv zu einem stärkeren Lenkeinschlag der Vorderräder führte.[4]

Ab 1900 baute Nagant das Modell in Lizenz.

Zunächst waren die Motoren in Fahrzeugmitte oder im Heck montiert. 1901 kamen Modelle mit Frontmotor dazu, allerdings hatten die stärkeren Modelle weiterhin einen Mittelmotor. 1903 gab es nur noch Frontmotoren. Ein Modell mit Vierzylindermotor und 40 PS Leistung erschien.

Ein Fahrzeug dieser Marke ist im Musée National de la Voiture du Tourisme in Compiègne zu besichtigen.

Produktionszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Umzug nach Paris im Jahre 1900 verdoppelte sich die Produktionszahl auf 150 Fahrzeuge jährlich.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gobron-Brillié – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  2. a b c George Nicholas Georgano (Hrsg.): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 2: G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1 (englisch).
  3. George Nicholas Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours. Courtille, Paris 1975 (französisch).
  4. a b Gustave Chauveau: Automobile Gobron et Brillié. In: Louis Locker (Hrsg.): Le Chauffeur. Nr. 70. Paris 25. November 1899, S. 426–432.
  5. G. Chauveau: The Gobron and Brillié Automobiles. In: Fred H. Colvin (Hrsg.): The Automobile Magazine. Band I. The Automobile Press, New York 1899, S. 529–534.
  6. L. Baudry de Saunier: Les voitures Gobron-Brillié. In: L. Baudry de Saunier (Hrsg.): La locomotion. Band III., Nr. 84. Paris 9. Mai 1903, S. 293–297.