Gautier-Wehrlé

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Rossel, Gautier et Wehrlé
Société Centrale
Rechtsform
Gründung 1894
Auflösung 1900
Sitz Paris
Leitung Rossel, Charles Gautier, Wehrlé
Branche Automobilhersteller, Nutzfahrzeughersteller

Gautier-Wehrlé war ein französischer Hersteller von Automobilen[1][2][3] und Nutzfahrzeugen[4].

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren Rossel (möglicherweise Édouard Rossel, der später Rossel gründete)[2], Charles Gautier und Wehrlé gründeten 1894 in Paris das Unternehmen Rossel, Gautier et Wehrlé zur Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete Gautier-Wehrlé. 1897 erfolgte eine Umbenennung in Société Centrale. 1900 endete die Produktion. Charles Gautier gründete später Gautier et Cie.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst wurden Dampfautos produziert, die auch an den Autorennen 1894 Paris–Rouen und 1895 Paris–Bordeaux–Paris teilnahmen. 1897 endete die Dampfwagenproduktion.

1896 folgte das sehr innovative Modell 8 CV mit einem mittig angebrachten Benzinmotor, Dreiganggetriebe, Kardanantrieb und einer angelenkten Hinterachse. Auch die Herstellung eines Lieferwagens wird erstmals in diesem Jahr erwähnt; dabei handelte es sich um eine Ausführung mit Zweizylinder-Boxermotor.[4] 1897 wurde auf Frontmotoren umgestellt.[4]

1898 bestand das Angebot aus mehreren Einzylindermodellen von der 5 CV Mignonette bis zum 12 CV und einem Modell mit Zweizylindermotor, das wahrscheinlich auch Basis eines leichten Omnibusses war.[4]

1898 entstanden auch Elektroautos.

Lizenzvergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linon aus Belgien fertigte einige Modelle in Lizenz.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1960er Jahre legte der kleine Spielzeugauto-Hersteller R.A.M.I. by JMK die Nachbildung einer Mignonette 5/6 CV von 1897 auf. Das Originalfahrzeug hat ein festes Dach mit einem integrierten, innovatives System von zwei Frontscheiben, die nach dem Besteigen des Zweisitzers von oben abgesenkt wurden.[5][6] Dasselbe Vorbild diente auch Vorlage für ein Kunststoff-Fertigmodell, allerdings ohne Scheiben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  • George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 2: G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1. (englisch)
  • George Nick Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours. Courtille, Paris 1975. (französisch)
  • G. N. Georgano (Herausgeber), G. Marshall Naul: Complete Encyclopedia of Commercial Vehicles; MBI Motor Books International, Osceola WI (1979); ISBN 0-87341-024-6; Hardcover (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  2. a b Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile.
  3. Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours.
  4. a b c d Georgiano/Naul (1979), S. 275
  5. Sammlerseite für R.A.M.I.-Modelle; Modellübersicht
  6. Sammlerseite R.A.M.I. by JMK / Gauthier-Wehrlé 1897