Société Gladiator

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Société Gladiator
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Gründung 1891
Auflösung 1920
Auflösungsgrund Fusion mit Clement & Cie
Sitz Le Pré-Saint-Gervais, Puteaux
Leitung Alexandre Darracq, Jean Aucocq, Adolphe Clément, Marius Barbarou
Branche Fahrrad-, Motorrad-, Automobilhersteller, Nutzfahrzeughersteller

Werbeplakat für "Gladiator"-Fahrräder von Georges Massias.
Gladiator-Stand am Salon du Cycle 1896.

Die Société Gladiator[1][2][3] war ein 1891 vom französischen Automobilpionier Alexandre Darracq gegründetes Unternehmen zur Herstellung von Fahrrädern und später Motorrädern, Automobilen sowie leichten Nutzfahrzeugen. Markennamen waren Gladiator, Clément-Gladiator, Clément-De Dion und Clément-Panhard.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1891 vom französischen Automobilpionier Alexandre Darracq und dessen Partner Jean Aucocq[4] als Société des Cycles Gladiator zur Herstellung von Fahrrädern gegründet. Seinen Sitz hatte das Unternehmen zunächst in Le Pré-Saint-Gervais nordöstlich von Paris.[1][2][3][4]

Das Unternehmen entwickelte sich sehr erfolgreich. Darracq experimentierte bald auch mit Automobilen. Ende 1896 verkaufte er seinen Anteil mit gutem Gewinn und gründete mit diesem Kapital die Perfecta-Werke, aus denen später Automobiles Darracq S.A. und Automobiles Talbot entstand, von der auch die jüngere Marke Talbot ihren Namen herleitete.

Käufer war der Mitbewerber Adolphe Clément (1855–1928) resp. dessen Société des Vélocipedes Clément, der darauf beide Unternehmen in ein mit britischem Kapital finanziertes Konsortium um Henry John Lawson (1852–1925) und Charles Chetwynd-Talbot, 20. Earl of Shrewsbury (5. Earl Talbot, 1860–1921) einbrachte. Der Earl beschäftigte sich früh mit Motorfahrzeugen und beteiligte sich an der im März 1901 gegründeten British Automobile Commercial Syndicate Ltd., die verschiedene französische Marken in Großbritannien vertrat, darunter Peugeot, Panhard & Levassor, De Dion-Bouton und Clément.[5]

Henry J. Lawson, allgemein bekannt als Harry Lawson, war ein Fahrradkonstrukteur und Geschäftsmann. Als Promoter organisierte er 1986 sowohl die erste Automobilausstellung im Königreich wie auch den Emancipation Run von London nach Brighton, der seitdem mit Unterbrüchen jährlich als London to Brighton Veteran Car Run stattfindet. Er spielte beim Aufbau der britischen Automobilindustrie eine bedeutende, aber äußerst zwielichtige Rolle. Hinter ihm stand das von ihm 1895 mitgegründete British Motor Syndicate, das für die britische Fahrzeugindustrie bedeutende Patente bündelte, aber Geschäftsmethoden anwendete ähnlich jenen, die während des Gründerskandals auf dem Kontinent praktiziert wurden. Nach dem Zusammenbruch seines aufgebauten Fahrzeugimperiums 1898 wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Dem Syndikat, das aus der Daimler-Niederlassung in Großbritannien vervorgegangen war, gehörten zahlreiche bedeutende Unternehmen an, darunter auch die Humber-Gruppe, die ihre nach 1892 gegründete französische Niederlassung einbrachte. Daraus entstand die Clément, Gladiator & Humber & Co. Limited, die Marktführer im Fahrradbereich war und bald auch Tricycles, Quadricycles und Motorräder anbot. Vorsitzender der Gruppe wurde Adolphe Clément.

Clément reorganisierte in der Folge den französischen Zweig als "Clément-Gladiator" und den englischen als "Clément-Talbot". Mit dem Bau einer zweiten Fabrik in Levallois-Perret,[6] einem westlichen Vorort von Paris, wurde im Jahr 1897 der Ingenieur Leneveu beauftragt. Dort baute Clément unter dem Markennamen Gladiator seine ersten Einzylinder-Automobile. Auch die Voiturettes Clément-De Dion Phaëtonnet und Clément-Panhard Type VCP wurden ab 1898 hier hergestellt.

Der Konzern zerfiel im Jahr 1903. Während Chetwynd-Talbot die neu gegründete Gesellschaft Clement Talbot Ltd übernahm, verkaufte Clément die Lizenzen seiner Kraftfahrzeuge und gründete seinerseits ein neues Unternehmen mit einem Werk in der Picardie.

Vinot & Deguingand kaufte 1909 die Gladiator-Werke. Die nächsten Modelle entsprachen den Modellen von Vinot & Deguingand.[2]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Modell hatte einen Einzylindermotor mit 4 PS Leistung im Heck.[2] 1898 begann zuerst die Produktion des Clément-De Dion Phaëtonnet mit dem "schnelllaufenden" (ca. 600 U/min.) De Dion-Bouton Einzylindermotor mit 269 cm³ und 2¼ PS Leistung wurde das Phaëtonnet angetrieben, der üblicherweise zum Antrieb leichterer Tricycles verwendet wurde, aber auch das erste Benzinauto von De Dion-Bouton, das Vis-à-vis, in seiner ersten Ausführung antrieb. Auch für das erste Serienmodell von Renault, den Type A, griff man auf diese unkomplizierte und leichte Maschine zurück. Zu Ende des Jahres lief die Fertigung des Clément-Panhard als Auftragsarbeit an; 1899 erfolgte die Produktion in Lizenz. Der Motor P1E war eine Variation des in Lizenz bei Panhard & Levassor gebauten Daimler V2.

1899 folgten Modelle mit Frontmotoren, Zweiganggetriebe und Kettenantrieb zur Hinterachse.[2] Genannt sind Einbaumotoren von Aster mit 2,5 PS und 3,5 PS.[2] 1905 gab es ein Zweizylindermodell sowie zwei Modelle mit Vierzylindermotoren mit 3000 cm³ Hubraum bzw. 4000 cm³ Hubraum und 28 PS Leistung.[2]

1914 gab es die Vierzylindermodelle 12/14 CV mit 1692 cm³ Hubraum, 15,9 CV mit 2210 cm³ Hubraum, 15/20 CV mit 2612 cm³ Hubraum und 25/30 CV mit 4804 cm³ Hubraum.[2] Die beiden kleineren Modelle wurden noch nach dem Ersten Weltkrieg bis 1920 angeboten.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  • George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 2: G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1. (englisch)
  • George Nick Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours. Courtille, Paris 1975. (französisch)
  • George Nick Georgano (Hrsg.): Complete Encyclopedia of Motorcars, 1885 to the Present. 2. Auflage. Dutton Press, New York, 1973, ISBN 0-525-08351-0. (englisch)
  • Jacques Rousseau: Guide de l'Automobile française. Éditions Solar, Paris, 1988, ISBN 2-263-01105-6. (französisch)
  • Reinhard Seiffert: Die Ära Gottlieb Daimlers: Neue Perspektiven zur Frühgeschichte des Automobils und seiner Technik. Vieweg + Teubner, 2009, ISBN 978-3-8348-0962-9.
  • Hans Christoph von Seherr-Thoss: Dictionary of famous personalities in the automobile World. 1. Auflage. Ivy House Publishing, Raleigh NC, USA, 2005, ISBN 1-57197-333-8. (englisch)
  • Bernard Vermeylen: Panhard & Levassor. Entre tradition et modernité. E-T-A-I, Boulogne-Billancourt, 2005, ISBN 2-7268-9406-2. (französisch)
  • Pierre Lemoine (Hrsg.), Jean-Claude Delerm: Das Automobilmuseum zu Mülhausen - Sammlung Schlumpf. Fondation BNP Paribas Réunion des Musées Nationaux, 2006, ISBN 2-297333-68-2.
  • Peter Verstappen, Denis Jenkinson: The Schlumpf Obsession. Inside a legendary treasury House. Heron House Book, Feltham 1977, ISBN 0-600-382275. (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gladiator – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Linz, Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie.
  2. a b c d e f g h i Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile.
  3. a b Georgano: Autos. Encyclopédie complète. 1885 à nos jours.
  4. a b Grace's Guide: Gladiator.
  5. Grace's Guide: British Automobile Commercial Syndicate.
  6. 48 bis 58 Quai Michelet, 136 bis 140 rue Anatole-France, 20 rue Greffulhe