Estadio Ramón Sánchez Pizjuán

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Estadio Ramón Sánchez Pizjuán
La Bombonera de Nervión
Spiel der Primera División 2017/18 zwischen dem FC Sevilla und dem CD Leganés (2:1) am 28. Oktober 2017
Spiel der Primera División 2017/18 zwischen dem FC Sevilla und dem CD Leganés (2:1) am 28. Oktober 2017
Daten
Ort Avenida Eduardo Dato
SpanienSpanien 41005 Sevilla, Spanien
Koordinaten 37° 23′ 2,6″ N, 5° 58′ 14,1″ WKoordinaten: 37° 23′ 2,6″ N, 5° 58′ 14,1″ W
Klassifikation 4
Eigentümer FC Sevilla
Betreiber FC Sevilla
Baubeginn 2. Dezember 1956
Eröffnung 7. September 1958
Erstes Spiel 7. September 1958
FC Sevilla – Real Jaén 3:0
Renovierungen 1974, 1981, 1997, 2015–2020
Oberfläche Naturrasen
Architekt Manuel Muñoz Monasterio
Kapazität 43.833 Plätze
Spielfläche 105 × 70 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán ist ein Fußballstadion im Barrio Nervión der südspanischen Stadt Sevilla, Autonome Gemeinschaft Andalusien. Es bietet momentan 43.833 Sitzplätze für die Zuschauer und ist seit 1958 die sportliche Heimat des Fußballvereins FC Sevilla.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in das Stadion (2007)
Das Vereinsmosaik über dem Haupteingang zum Stadion (2007)

Im Dezember 1956 begannen die Bauarbeiten. Am 7. September 1958 erfolgte die Eröffnung mit einem Freundschaftsspiel zwischen dem Besitzer und Hausherr FC Sevilla und Real Jaén. Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán ist nach Ramón Sánchez-Pizjuán benannt, der von 1932 bis 1941 und von 1948 bis 1956 Präsident des FC Sevilla war. Das Endergebnis lautete 3:0 für den Spitzenverein aus der südspanischen Großstadt Sevilla.[2] Seit diesem Tag wird es von dem genannten Verein als Austragungsort für Heimspiele genutzt. Der Fußballclub Sevilla konnte in seiner über hundertjährigen Geschichte einmal (1946) die spanische Meisterschaft erringen, gilt insgesamt als bestes spanisches Team hinter dem FC Barcelona und Real Madrid. Zusätzlich zur Meisterschaft gelang dem Verein bis heute fünfmal der Gewinn der Copa del Rey. Außerdem gewann man in den Jahren 2006 und 2007 zweimal in Folge den UEFA-Pokal und war damit erste die zweite Mannschaft der das gelang.

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán wird auch als La Bombonera de Nervión bezeichnet. Dieser Spitzname bezieht sich einerseits auf ein Stadion in Buenos Aires, das Estadio Alberto J. Armando, genannt La Bombonera, andererseits auf den Namen des Stadions das es ersetzte. 1958 wurde das Estadio Nervion als Heimstadion des FC Sevilla abgerissen, um ein neues größeres Stadion zu errichten.

Ab 2015 liefen eine Reihe Umbaumaßnahmen im Stadion. Innen wie außen wurde die Spielstätte modernisiert.[3] Zu den Aufgaben gehörten u. a. die Ausbesserung und Hydrophobierung der Tribünen, die die Ränge nachhaltig wasserabweisend machen. Die alte rot-weiße Bestuhlung wurde durch neue, größtenteils rote, Kunststoffsitze ersetzt.[4] Die Video-Anzeigetafeln, die Spielerbänke und die Flutlichtanlage wurden ersetzt sowie die Umkleidekabinen und die rollstuhlgerechten Plätze saniert. Ende August 2015 war die erste Phase des Umbaus abgeschlossen.[5] 2016 wurde mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Fassade begonnen. Das Äußere wurde mit einem weißen Gitternetzgeflecht eingehüllt. An den Außenseiten der Hintertortribünen im Norden und Süden wurden die Erfolge und Trophäen des Vereins angebracht. Die Außenhaut der Haupttribüne zieren, neben dem bestehenden Vereinsmosaik, Spieler-Legenden des Clubs. Die Ostseite ist in Andenken an Antonio Puerta reserviert. Der Spieler des FC Sevilla brach am 25. August 2007 im Spiel gegen den FC Getafe in 31. Minute zusammen. Nach einem Kreislaufstillstand kam er in ein Krankenhaus auf die Intensivstation, wo er drei Tage später im Alter von 22 Jahren verstarb. Puerta litt an einer erblichen und unheilbaren Herzkrankheit, die als Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie bekannt ist. Als Highlight kann die Fassade mithilfe von LEDs in verschiedenen Farben beleuchtet werden.[6]

Ende Oktober 2016 wurde erstmals die bisher installierte Beleuchtung getestet. Bis zum Ende des Jahres wurde die Fassade fertiggestellt.[7][8]

Fußball-Weltmeisterschaft 1982[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán mit der überdachten Haupttribüne (links) und der Hintertortribüne im Norden (2007)
Beleuchtete Fassade des Stadions im Oktober 2017

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán war 1982 eines von insgesamt 17 Stadien, in denen die Spiele der zwölften Fußball-Weltmeisterschaft stattfanden. Damals fanden in diesem Stadion noch 68.110 Zuschauer Platz. Während der Weltmeisterschaft wurden in diesem Stadion zwar nur zwei Spiele ausgetragen, eines davon ging jedoch in die Geschichtsbücher der Fußball-Weltmeisterschaft ein. Im Halbfinale trafen sich Deutschland, zweimaliger Weltmeister, und Frankreich, damals eines der besten Teams der Welt. Nachdem es in der regulären Spielzeit 1:1 gestanden hatte, musste die Verlängerung über den Finalteilnehmer bestimmen. Zunächst ging Frankreich mit 3:1 in Führung, doch die Deutschen vermochten es, das Spiel noch umzubiegen und das 3:3 und damit das Elfmeterschießen zu erreichen. Dieses gewann Deutschland dann mit 5:4 und zog ins Endspiel von Madrid ein, wo man im Estadio Santiago Bernabéu jedoch 1:3 gegen Italien verlor. Ein weiterer Aspekt dieser Nacht von Sevilla (auch Thriller von Sevilla genannt), war das böse Foul des deutschen Torhüters Toni Schumacher am Franzosen Patrick Battiston in der 57. Minute, welches dazu führte, dass in Frankreich wieder das Bild des bösen Deutschen hervorgeholt wurde. Es waren Begriffe wie „Panzer“, „Gestapo“, „Schumacher SS“ und „Nazis“ in Bezug auf das Team von Jupp Derwall in der französischen Öffentlichkeit verbreitet.

Außerdem fand noch ein Gruppenspiel im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán statt. Brasilien besiegte dabei die Sowjetunion mit 2:1.

Endspiel um den Europapokal der Landesmeister 1985/86[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Jahre nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien war das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán erneut Austragungsort eines großen Spiels. Am 7. Mai 1986 fand hier das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister 1985/86 statt, in dem sich der rumänische Meister Steaua Bukarest und sein spanisches Pendant FC Barcelona gegenüberstanden. Nachdem es nach neunzig Minuten und nach der Verlängerung torlos 0:0 stand, war ein Elfmeterschießen nötig. Steauas Torhüter Helmuth Duckadam hielt alle vier von Barça auf sein Tor abgegebenen Elfmeter und Steaua gewann mit einem 2:0 seinen ersten und bisher einzigen internationalen Titel. Es war auch der erste europäische Vereinstitel für eine osteuropäische Mannschaft. Bei dieser Partie Spiel war das Stadion leicht überfüllt. Statt der zugelassenen 68.000 Zuschauer verfolgten 70.000 das Europapokalfinale.

Endspiel der UEFA Europa League 2021/22[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimat des FC Sevilla wurde am 24. September 2019 von der UEFA ursprünglich als Endspielort der UEFA Europa League 2020/21 vorgesehen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Austragung ins polnische Danzig verlegt.[9] Sevilla soll am 18. Mai 2022 Gastgeber des Endspiels der UEFA Europa League 2021/22 sein.[10]

Länderspiele von Spanien im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher trug die spanische Fußballnationalmannschaft der Männer 25 Partien im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán aus. Dabei blieb man ungeschlagen. Neben 20 Siegen gab es fünf Unentschieden.

Nr. Datum Ergebnis Gegner Anlass Zuschauer Quelle
1 11. Juni 1961 2:0 (0:0) ArgentinienArgentinien Argentinien Freundschaftsspiel 60.000 Report
2 11. Mär.1964 5:1 (4:1) IrlandIrland Irland Qualifikation zur EM 1964 27.137 Report
3 27. Okt. 1968 3:1 (2:1) IrlandIrland Irland Qualifikation zur WM 1966 29.452 Report
4 28. Feb. 1968 3:1 (2:1) SchwedenSchweden Schweden Freundschaftsspiel 18.000 Report
5 23. Apr. 1969 0:0 MexikoMexiko Mexiko Freundschaftsspiel 40.000 Report
6 11. Feb.1970 2:0 (2:0) Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland Freundschaftsspiel 30.000 Report
7 11. Nov.1970 3:0 (1:0) NordirlandNordirland Nordirland Qualifikation zur EM 1972 26.215 Report
8 27. Okt.1971 0:0 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion Qualifikation zur EM 1972 40.169 Report
9 10. Okt.1976 1:0 (0:0) Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien Qualifikation zur WM 1978 19.217 Report
10 16. Feb.1983 1:0 (1:0) NiederlandeNiederlande Niederlande Qualifikation zur EM 1984 45.000 Report
11 27. Feb.1985 1:0 (0:0) SchottlandSchottland Schottland Qualifikation zur WM 1986 70.410 Report
12 14. Okt.1987 2:0 (0:0) OsterreichÖsterreich Österreich Qualifikation zur EM 1988 62.000 Report
13 12. Okt.1988 1:1 (1:1) ArgentinienArgentinien Argentinien Freundschaftsspiel 60.250 Report
14 21. Dez.1988 4:0 (1:0) NordirlandNordirland Nordirland Qualifikation zur WM 1990 70.000 Report
15 15. Nov.1989 4:0 (3:0) UngarnUngarn Ungarn Qualifikation zur WM 1990 20.000 Report
16 19. Dez.1990 9:0 (4:0) AlbanienAlbanien Albanien Qualifikation zur EM 1992 12.625 Report
17 13. Nov.1991 2:1 (1:0) TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei Freundschaftsspiel 24.500 Report
18 18. Nov. 1992 0:0 IrlandIrland Irland Qualifikation zur WM 1994 52.000 Report
19 16. Dez.1992 5:0 (0:0) LettlandLettland Lettland Qualifikation zur WM 1994 19.000 Report
20 17. Nov. 1993 1:0 (0:0) DanemarkDänemark Dänemark Qualifikation zur WM 1994 38.000 Report
21 16. Nov. 1994 3:0 (2:0) DanemarkDänemark Dänemark Qualifikation zur EM 1996 26.428 Report
22 29. Mär. 1995 1:1 (1:1) BelgienBelgien Belgien Qualifikation zur EM 1996 27.000 Report
23 11. Feb.2009 2:0 (1:0) EnglandEngland England Freundschaftsspiel 42.102 Report
24 30. Mai 2014 2:0 (0:0) BolivienBolivien Bolivien Freundschaftsspiel 35.000 Report
25 27. Mär. 2015 1:0 (1:0) UkraineUkraine Ukraine Qualifikation zur EM 2016 25.000 Report

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Estadio Ramón Sánchez Pizjuán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sevilla F.C. In: sevillafc.es. FC Sevilla, abgerufen am 26. Mai 2021 (spanisch).
  2. Stadiondaten Estadio Ramón Sánchez Pizjuán (Memento vom 20. Dezember 2016 im Internet Archive)
  3. Europa-League-Sieger modernisiert Stadion (Memento vom 18. Februar 2018 im Internet Archive)
  4. Spain: Sevilla revamping their stadium. In: stadiumdb.com. 20. Juni 2016, abgerufen am 26. Mai 2021 (englisch).
  5. Stadionmodernisierung geht voran (Memento vom 18. Februar 2018 im Internet Archive)
  6. Spain: Sevilla shows further stadium plans. In: stadiumdb.com. 27. August 2015, abgerufen am 26. Mai 2021 (englisch).
  7. FC Sevilla: Neue Stadionfassade nimmt Gestalt an (Memento vom 18. Februar 2018 im Internet Archive)
  8. Video: LED-Fassade am Sevilla-Stadion (Memento vom 17. Februar 2018 im Internet Archive)
  9. Finale der UEFA Europa League 2021 steigt in Gdańsk. In: de.uefa.com. UEFA, 1. September 2020, abgerufen am 26. Mai 2021.
  10. Finale der UEFA Europa League 2022: Sevilla. In: de.uefa.com. UEFA, 21. Januar 2021, abgerufen am 26. Mai 2021.