Estadio Ramón Sánchez Pizjuán

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Estadio Ramón Sánchez Pizjuán
La Bombonera de Nervión
Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán (2005)
Das Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán (2005)
Daten
Ort Avenida Eduardo Dato
SpanienSpanien 41005 Sevilla, Spanien
Koordinaten 37° 23′ 2″ N, 5° 58′ 13,7″ WKoordinaten: 37° 23′ 2″ N, 5° 58′ 13,7″ W
Baubeginn 2. Dezember 1956
Eröffnung 7. September 1958
Erstes Spiel 7. September 1958
FC Sevilla – Real Jaén[1]
Renovierungen 1974, 1981, 1997, 2015–2016 (geplant)
Oberfläche Naturrasen
Architekt Manuel Muñoz Monasterio
Kapazität 42.982 Plätze
Spielfläche 105 × 70 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán ist ein Fußballstadion in der südspanischen Stadt Sevilla, Autonome Gemeinschaft Andalusien. Es bietet momentan 42 982 Plätze für die Zuschauer und ist die sportliche Heimat des Fußballvereins FC Sevilla.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick ins Stadion (2007)
Das Vereinsmosaik über dem Haupteingang zum Stadion (2007)

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán, das benannt ist nach Ramón Sánchez-Pizjuán, von 1932 bis 1941 und von 1948 bis 1956 Präsident des FC Sevilla, wurde in den Jahren 1956 bis 1957 erbaut. Am 7. September des Jahres 1958 erfolgte dann die Eröffnung des neuen Stadions mit einem Freundschaftsspiel zwischen dem zukünftigen Nutzer der Arena, dem FC Sevilla, und Real Jaén. Das Endergebnis dieses ersten Spiels im neuen Stadion lautete 3:0 für den Spitzenverein aus der südspanischen Großstadt Sevilla. Seit diesem Tag wird es von dem genannten Verein als Austragungsort für Heimspiele genutzt. Der Fußballclub Sevilla konnte in seiner über hundertjährigen Geschichte einmal (1946) die spanische Meisterschaft erringen, gilt insgesamt als bestes spanisches Team hinter dem FC Barcelona und Real Madrid. Zusätzlich zur Meisterschaft gelang dem Verein bis heute fünfmal der Gewinn der Copa del Rey. Außerdem gewann man in den Jahren 2006 und 2007 zweimal in Folge den UEFA-Pokal und war damit erste die zweite Mannschaft der das gelang.

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán wird auch als La Bombonera de Nervión bezeichnet. Dieser Spitzname bezieht sich einerseits auf ein Stadion in Buenos Aires, das Estadio Alberto J. Armando, genannt La Bombonera, andererseits auf den Namen des Stadions das es ersetzte. 1958 wurde das Estadio Nervion als Heimstadion des FC Sevilla abgerissen, um ein neues größeres Stadion zu errichten.

Seit 2015 laufen eine Reihe Umbaumaßnahmen im Stadion. Innen wie außen wird die Spielstätte modernisiert.[2] Zu den Aufgaben gehörten u.  a. die Ausbesserung und Hydrophobierung der Tribünen, die die Ränge nachhaltig wasserabweisend machen sollen. Die alte rot-weiße Bestuhlung wurde durch neue, größtenteils rote, Kunststoffsitze ersetzt.[3] Die Video-Anzeigetafeln, die Spielerbänke und die Flutlichtanlage wurden ersetzt sowie die Umkleidekabinen und die rollstuhlgerechten Plätze saniert. Ende August 2015 war die erste Phase des Umbaus abgeschlossen.[4] 2016 wurde mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Fassade begonnen. Das Äußere wird mit einem weißen Gitternetzgeflecht eingehüllt. An den Außenseiten der Hintertortribünen im Norden und Süden werden die Erfolge und Trophäen des Vereins angebracht. Die Außenhaut der Haupttribüne werden, neben dem bestehenden Vereinsmosaik, Spieler-Legenden des Clubs zieren. Die Ostseite ist in Andenken an Antonio Puerta reserviert. Der Spieler des FC Sevilla brach am 25. August 2007 im Spiel gegen den FC Getafe in 31. Minute zusammen. Nach einem Kreislaufstillstand kam er in ein Krankenhaus auf die Intensivstation, wo er drei Tage später im Alter von 22 Jahren verstarb. Puerta litt an einer erblichen und unheilbaren Herzkrankheit, die als Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie bekannt ist. Als Highlight kann die Fassade mithilfe von LEDs in verschiedenen Farben beleuchtet werden.[5]

Ende Oktober 2016 wurde erstmals die bisher installierte Beleuchtung getestet. Bis Ende des Jahres soll die Fassade fertiggestellt sein.[6]

Fußball-Weltmeisterschaft 1982[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán mit der überdachten Haupttribüne (links) und der Hintertortribüne im Norden (2007)

Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán war 1982 eines von insgesamt 17 Stadien, in denen die Spiele der zwölften Fußball-Weltmeisterschaft stattfanden. Damals fanden in diesem Stadion noch 68.110 Zuschauer Platz. Während der Weltmeisterschaft wurden in diesem Stadion zwar nur zwei Spiele ausgetragen, eines davon ging jedoch in die Geschichtsbücher der Fußball-Weltmeisterschaft ein. Im Halbfinale trafen sich Deutschland, zweimaliger Weltmeister, und Frankreich, damals eines der besten Teams der Welt. Nachdem es in der regulären Spielzeit 1:1 gestanden hatte, musste die Verlängerung über den Finalteilnehmer bestimmen. Zunächst ging Frankreich mit 3:1 in Führung, doch die Deutschen vermochten es, das Spiel noch umzubiegen und das 3:3 und damit das Elfmeterschießen zu erreichen. Dieses gewann Deutschland dann mit 5:4 und zog ins Endspiel von Madrid ein, wo man im Estadio Santiago Bernabéu jedoch 1:3 gegen Italien verlor. Ein weiterer Aspekt dieser Nacht von Sevilla (auch Thriller von Sevilla genannt), war das böse Foul des deutschen Torhüters Toni Schumacher am Franzosen Patrick Battiston in der 57. Minute, welches dazu führte, dass in Frankreich wieder das Bild des bösen Deutschen hervorgeholt wurde. Es waren Begriffe wie „Panzer“, „Gestapo“, „Schumacher SS“ und „Nazis“ in Bezug auf das Team von Jupp Derwall in der französischen Öffentlichkeit verbreitet.

Außerdem fand noch ein Gruppenspiel im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán statt. Brasilien besiegte dabei die Sowjetunion mit 2:1.

Finale Europapokal der Landesmeister 1985/86[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Jahre nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien war das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán erneut Austragungsort eines großen Spiels. Am 7. Mai 1986 fand hier das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister statt, in dem sich der rumänische Meister Steaua Bukarest und sein spanisches Pendant FC Barcelona gegenüberstanden. Nachdem es nach neunzig Minuten und nach der Verlängerung torlos 0:0 stand, war ein Elfmeterschießen nötig, in dem sich Steaua mit einem 2:0 seinen ersten und bisher einzigen internationalen Titel sicherte. Bei diesem Spiel war das Stadion auch leicht überfüllt. Statt den zugelassenen 68.000 Zuschauern verfolgten deren 70.000 das Europapokalfinale.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Estadio Ramón Sánchez Pizjuán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. stadionwelt.de: Daten zum Stadion
  2. stadionwelt.de: Europa-League-Sieger modernisiert Stadion Artikel vom 23. Juni 2015
  3. stadiumdb.com: Spain: Sevilla revamping their stadium Artikel vom 20. Juni 2016 (englisch)
  4. stadionwelt.de: Stadionmodernisierung geht voranArtikel vom 28. August 2015
  5. stadiumdb.com: Spain: Sevilla shows further stadium plans Artikel vom 27. August 2015 (englisch)
  6. stadionwelt.de: FC Sevilla: Neue Stadionfassade nimmt Gestalt an Artikel vom 26. Oktober 2016