Estadio Santiago Bernabéu
| Der Innenraum des Estadio Santiago Bernabéu | |
| Daten | |
|---|---|
| Ort | |
| Koordinaten | 40° 27′ 11″ N, 3° 41′ 17″ W40.453055555556-3.6880555555556Koordinaten: 40° 27′ 11″ N, 3° 41′ 17″ W |
| Klassifikation | Elitestadion |
| Eigentümer | Real Madrid |
| Baubeginn | 27. Oktober 1944[1] |
| Eröffnung | 14. Dezember 1947 |
| Erstes Spiel | Real Madrid – Os Belenenses 3:1 |
| Renovierungen | 1953, 1982, 1992, 2004 |
| Oberfläche | Naturrasen |
| Kosten | 37 Mio. Pts |
| Architekt | Luis Alemany Soler Manuel Muñoz Monasterio Antonio Lamela (1992 & 2004) |
| Kapazität | 85.454 Plätze |
| Spielfläche | 105 × 68 m |
| Verein(e) | |
| Veranstaltungen | |
Das Estadio Santiago Bernabéu ist das Fußballstadion des spanischen Vereins Real Madrid. Es liegt im Zentrum von Madrid im Stadtbezirk Chamartín. Seit der letzten Modernisierung im Jahr 2011 fasst es 85.454 Zuschauer[2] und ist seit 14. November 2007 als UEFA-Elite-Stadion ausgezeichnet, der höchsten Klassifikation des Europäischen Fußballverbandes.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte des Stadions [Bearbeiten]
Santiago Bernabéu, der mit 14 Jahren bei Real Madrid das Fußball spielen anfing, später erster Sekretär, Trainer und ab 1943 Präsident, träumte davon, Real Madrid zum besten Verein in Europa und der Welt zu machen. Das neue Stadion sollte dahingehend den ersten Schritt markieren. Zu jener Zeit, in der die einzigen Einnahmen der Vereine die Ticketverkäufe waren, kam er auf die Idee, dass man mit dem größten Stadion die höchsten Einnahmen und somit den größten und besten Verein der Welt haben wird. Nachdem 1944 genügend Spenden der Real-Anhänger eingeholt wurden, begann der Bau im Zentrum von Chamartín, das damals noch weit abseits von der Innenstadt Madrids lag. Bislang ist noch ungeklärt, wie es der Verein schaffte, ein solches Stadion zu jener Zeit zu bauen, da aufgrund der Nachkriegszeit jeglicher Zement knapp war[3]. Die Wettkampfstätte wurde Ende des Zweiten Weltkrieges gebaut und am 14. Dezember 1947 als Nuevo Estadio Chamartín mit 75.000 Plätzen offiziell eröffnet. Seither wurde es mehrmals erweitert oder umgebaut. 1953 wurde das Stadion auf eine Kapazität von 125.000 Plätzen erweitert. Am 14. Januar 1955 stimmte die Mitgliederversammlung des Klubs für die Umbenennung des Stadions zu Ehren des damaligen Vereinspräsidenten Santiago Bernabéu, nach dessen Vision die Spielstätte gebaut wurde.
Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1982 wurden auf der Haupt- und Gegentribüne die Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt, dadurch verringerte sich die Kapazität auf 90.000 Plätze. Außerdem wurden alle Plätze überdacht und das Stadion wurde komplett renoviert. Die Architekten des Umbaus waren Luis und Rafael Alemany sowie Manuel Salinas. Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf 704 Millionen Peseten, von denen der Klub selbst 530 Millionen trug.
1992 fand die wohl größte Renovierung der Spielstätte statt. Das Stadion wurde auf 106.500 Plätze ausgebaut und hierfür das bereits vorhandene Dach von 22 auf 45 Meter angehoben und angepasst. Zudem wurde wegen der geringeren Sonneneinwirkung eine Rasenheizung installiert. Die vom Architekten Antonio Lamela geführte Renovierung kostete den Verein insgesamt über fünf Milliarden Peseten.
Durch die neuen UEFA–Bestimmungen wurden im Jahr 1998 alle noch verbliebenen Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt. Dies führte zu einer Kapazitätsabnahme auf 74.300 Plätze.
Mit der Ankunft des Präsidenten Florentino Pérez im Jahr 2000 begann ein weiteres großes Ausbau- und Renovierungsprojekt. Die Osttribüne wurde ausgebaut und überdacht; diese Renovierung erhöhte die Zuschauerkapazität auf 80.354 Plätze. Außerdem wurden neue Umkleidekabinen, VIP-Logen, Ehrentribünen und Presseräume gebaut sowie das gesamte Audiosystem und die Großbildschirme ausgewechselt. Zur Verbesserung des Zuschauerkomforts wurden Panoramaaufzüge und Fahrtreppen installiert, auf den Tribünen sorgen Heizstrahler für angenehme Temperaturen. 2006 eröffnete der Verein zudem ein an das Stadion angebautes Multifunktionsgebäude mit Presseräumen, Büros, TV-Sets sowie einem 1.500 m² großen Adidas-Fanshop. Neben diversen kleineren Gastronomieeinrichtungen verfügt das Stadion auch über drei Restaurants, das Realcafé Bernabéu, das Puerta 57 und das Asador de la Esquina. Zwischen 2000 und 2006 hat der Verein insgesamt 129 Millionen Euro in die Renovierung und den Ausbau des Stadions investiert.
Am 14. November 2007 wurde das Santiago Bernabéu schließlich von der UEFA in die Liste der UEFA-Elite-Stadien aufgenommen, der höchsten Klassifikation des Europäischen Fußballverbandes, und am 22. Mai 2010 war es Austragungsort des Champions-League-Finales, welches Inter Mailand mit 2:0 gegen den FC Bayern München gewann.
Im September 2011 gab eine Delegiertenversammlung grünes Licht für einen Umbau, wonach das Stadion komplett umgestaltet werden soll. Der Verein stellte Ende Juli 2012 erste konkrete Pläne für den Umbau vor. Demnach sollen die Tribünen der Spielstätte komplett überdacht werden. Zudem erhält das Stadion eine neue Fassade, die zusammen mit dem Dach, wie die Allianz Arena in München, in Blau beleuchtet werden kann. Eine Aufstockung der Kapazität auf 90.000 Plätze, ein Luxushotel und ein kleines Einkaufszentrum sind ebenfalls Bestandteil der Umbauplanungen[4]. Am 15. November 2012 stimmte die Stadt Madrid und die Regionsregierung den Bauarbeiten am Stadion zu. Fertiggestellt werden soll der Umbau in den Sommermonaten zwischen 2013 bis 2015, damit die Besucher des Stadions so wenig wie möglich gestört werden[5].
Spiele [Bearbeiten]
Im Santiago-Bernabéu-Stadion gewann Real Madrid vor 125.000 Zuschauern durch einen 2:0-Sieg 1957 zum zweiten Mal den Europapokal der Landesmeister. Auch Spaniens Nationalmannschaft erzielte in diesem Stadion einen ihrer größten Erfolge, als sie im Jahre 1964 zum ersten Mal Europameister wurde.
Der ehemalige Spieler, Trainer und Sportdirektor Jorge Valdano des Vereins prägte für die Atmosphäre im Stadion den Begriff des "miedo escénico", dem "Lampenfieber". Diese Angst ergreife die Spieler der gegnerischen Mannschaften, wenn sie auf das Spielfeld einliefen und auf die steilen Ränge hinaufblickten. So war für deutsche Mannschaften das Santiago-Bernabéu-Stadion noch nie ein gutes Pflaster: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 verlor die DFB-Elf hier das Weltmeisterschafts-Finale gegen Italien mit 1:3. Zwei Jahre zuvor scheiterte an gleicher Stelle der Hamburger SV im Finale des Europapokales der Landesmeister an Nottingham Forest (0:1). Nach einem 5:1 im Hinspiel musste Borussia Mönchengladbach 1985 im Achtelfinale des UEFA-Cups in Madrid eine 0:4-Niederlage hinnehmen und schied aus dem Wettbewerb aus. Im Jahr 1986 verpasste schließlich der 1. FC Köln hier den UEFA-Cup-Gewinn. Nach einem 5:1 bei Real Madrid im Hinspiel konnte der 1. FC Köln im Rückspiel im Berliner Olympiastadion nur mit 2:0 gewinnen.
Torfall von Madrid [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Torfall von Madrid
Das Halbfinalspiel der UEFA Champions League 1997/98 am 1. April 1998 zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund allerdings ging in die Geschichte ein, weil im Stadion vor Anpfiff des Spiels eines der Tore zusammenbrach. Fans hatten einen Schutzzaun erklommen, welcher beim Zusammenbrechen das daran befestigte Tor mit umriss. Es dauerte insgesamt 76 Minuten, bis ein neues Tor aufgestellt werden konnte. Danach wurde das Spiel mit einer mehr als 70-minütigen Verspätung angepfiffen.
In Deutschland wurde das Spiel von RTL übertragen; die Kommentatoren Marcel Reif und Günther Jauch mussten die Wartezeit auf das neue Tor auf ihre Art überbrücken, da nicht klar war, wie lange es bis zum Anpfiff dauern würde. RTL hatte an diesem Abend Einschaltquoten von bis zu 12 Millionen Zuschauern. Das Spiel selbst sahen nur etwa 6 Millionen Zuschauer. Jauch und Reif erhielten für ihre Leistung den Bayerischen Fernsehpreis.
Das Spiel endete 2:0 für Real Madrid. Borussia Dortmund legte bei der UEFA keine Beschwerde ein.
Lage und öffentliche Verkehrsmittel [Bearbeiten]
Das Santiago-Bernabéu liegt am Paseo de la Castellana, umgrenzt von den Straßen Concha Espina, Padre Damián und Rafael Salgado. Das Stadion kann über die Linie 10 der Madrider U-Bahn (Station Santiago Bernabeu) erreicht werden. Die Autobuslinien 14, 27, 40, 43, 120, 126, 147 und 150 sowie an Feiertagen die 68 halten ebenfalls an der Spielstätte.
Bilder [Bearbeiten]
-
Außenansicht, Castellana, Ecke Concha Espina
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Artikel und Videos auf der offizielle Website von Real Madrid (spanisch und englisch)
- Stadionführer bei stadionwelt.de
- Stadiongeschichte bei realtotal.de
Quellenangaben [Bearbeiten]
- ↑ Stadiondaten auf Stadionwelt.de
- ↑ El Bernabéu estrena 900 localidades más (Spanish). In: Diario AS. Abgerufen am 21. August 2011.
- ↑ Dokumentation: La historia del Real Madrid
- ↑ Real stellt Umbaupläne vor, Artikel vom 23. Juli 2012
- ↑ Real Madrid: Umbau des Bernabéu-Stadions genehmigt, Artikel vom 15. November 2012
1960 Parc des Princes | 1964 Estadio Santiago Bernabéu | 1968 Olympiastadion Rom | 1972 Heysel-Stadion | 1976 Stadion Roter Stern | 1980 Olympiastadion Rom | 1984 Parc des Princes | 1988 Olympiastadion München | 1992 Ullevi-Stadion | 1996 Wembley-Stadion | 2000 Feijenoord-Stadion | 2004 Estádio da Luz | 2008 Ernst-Happel-Stadion | 2012 NSK Olimpijskyj | 2016 Stade de France
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Europapokal der Landesmeister
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UEFA-Pokal (Das Finale wurde bis 1997 im Hin- und Rückspiel ausgetragen.)
1972 Wolverhampton und London | 1973 Liverpool und Mönchengladbach | 1974 London und Rotterdam | 1975 Düsseldorf und Enschede | 1976 Liverpool und Brügge | 1977 Turin und Bilbao | 1978 Bastia und Eindhoven | 1979 Belgrad und Düsseldorf | 1980 Mönchengladbach und Frankfurt am Main | 1981 Ipswich und Amsterdam | 1982 Göteborg und Hamburg | 1983 Brüssel und Lissabon | 1984 Anderlecht und London | 1985 Székesfehérvár und Madrid | 1986 Madrid und Berlin | 1987 Göteborg und Dundee | 1988 Barcelona und Leverkusen | 1989 Neapel und Stuttgart | 1990 Turin und Avellino | 1991 Mailand und Rom | 1992 Turin und Amsterdam | 1993 Dortmund und Turin | 1994 Wien und Mailand | 1995 Parma und Mailand | 1996 München und Bordeaux | 1997 Gelsenkirchen und Mailand | 1998 Paris | 1999 Moskau | 2000 Kopenhagen | 2001 Dortmund | 2002 Rotterdam | 2003 Sevilla | 2004 Göteborg | 2005 Lissabon | 2006 Eindhoven | 2007 Glasgow | 2008 Manchester | 2009 Istanbul
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