Trémonzey

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Trémonzey
Trémonzey (Frankreich)
Trémonzey
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Épinal
Kanton Bains-les-Bains
Gemeindeverband Val de Vôge.
Koordinaten 47° 58′ N, 6° 14′ O47.9733333333336.2366666666667301Koordinaten: 47° 58′ N, 6° 14′ O
Höhe 269–403 m
Fläche 9,07 km²
Einwohner 219 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 24 Einw./km²
Postleitzahl 88240
INSEE-Code
Website tremonzey.free.fr

Lage der Gemeinde Trémonzey
im Département Vosges

Trémonzey ist eine französische Gemeinde mit 219 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Vosges in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Épinal, zum Kanton Bains-les-Bains und zum 2006 gegründeten Kommunalverband (Communauté de communes) Val de Vôge.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Trémonzey liegt im äußersten Süden Lothringens, im Einzugsbereich der Rhône. Das ca. 9 km² große Gemeindegebiet grenzt im Südosten an die Region Franche-Comté. Es umfasst einen Teil des Hochplateaus der Vôge, unterbrochen vom Tal des Côney-Nebenflusses Falvinfoing, der aus zwei Quellbächen gespeist wird, die im Südosten der Gemeinde entspringen. In ihrem Lauf wurden drei Teiche aufgestaut: der Etang de Falvingfoing, der Etang des Harnigaises und der Etang de Tremeurs. Letztgenannter ist mit 700 Metern Länge und bis zu 250 Metern Breite der größte unter den Weihern, die angelegt wurden, um die früher existierenden Mühlen zuverlässig anzutreiben, gehört aber bereits zur Nachbargemeinde Bains-les-Bains. Westlich von Trémonzey verläuft der Canal des Vosges.

Wälder bedecken etwa 60 % des Gemeindegebietes, insbesondere in den höheren Lagen im Osten und Süden. Sie gehören größtenteils zum Forêt Chanot. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen bestehen etwa zu gleichen Teilen aus Acker- und Weideland.

Zu Trémonzey gehören die Ortsteile Le Saunier und Les Trémeurs.

Nachbargemeinden von Trémonzey sind Bains-les-Bains im Norden, Le Clerjus im Osten, Aillevillers-et-Lyaumont im Südosten sowie Fontenoy-le-Château im Süden und Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Trémonzey (1526 Trimansey) bedeutet drei Berge und kommt aus einem alten lothringischen Dialekt. Der Ort lag lange im Gebiet der Terres surséance, das seit Jahrhunderten von der Grafschaft Burgund und dem Herzogtum Lothringen beansprucht wurde. Von 1508 an gab es mehrere Verträge zur Zugehörigkeit des Landstrichs. Erst mit dem Vertrag von Besancon, unterzeichnet am 25. August 1704 zwischen Louis XIV. und Herzog Leopold von Lothringen wurde die Grenze endgültig festgelegt. Trémonzey kam mit einigen weiteren Dörfern nach Lothringen, während Fougerolles französisch wurde.

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Metallverarbeitung im Côneytal verbunden. Zur Drahtproduktion in verschiedenen Schmieden in der Nachbargemeinde Fontenoy-le-Château kam ab 1830 die Nagelherstellung hinzu, auf die man sich in Trémonzey spezialisierte. Zahlreiche Neuerungen und Automatisierungsprozesse führten bereits 1847 zu einer Tagesproduktion von 200 kg Nägeln und Dornen pro Arbeitskraft. 1914 hatte die Drahtzieherei 80 Beschäftigte. Die ehemalige königliche Eisennagel-Manufaktur produzierte 500 Tonnen Nägel. 1872 wurde auch die Moulin aux Bois, eine alte Schmiede, in eine Nagelfabrik umgewandelt. Die Industrie führte zu einem gewissen Wohlstand in der Gemeinde für die Zeit von über einem Jahrhundert. 1980 endete die Tradition mit der Schließung der Moulin aux Bois.

Saint-Valbert in Trémonzey

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
236 285 252 277 259 238 236

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Trémonzey ist seit den 1960er Jahren auf konstantem Niveau. Zur Blütezeit der Metallindustrie in den 186er Jahren hatte die Gemeinde mehr als 900 Bewohner.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche Saint-Valbert aus dem 18. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

das 2002 renovierte Rathaus- und Schulgebäude (Mairie-école) in Trémonzey

In Trémonzey sind kleine Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe sowie ein Forstbetrieb ansässig. In den Weihern um den Ortsteil Les Trémeurs wird Fischzucht betrieben. Einige Erwerbstätige pendeln in den nahegelegenen Kurort Bains-les-Bains. Dank der ländlichen Ruhe ist die Gemeinde heute ein bevorzugter Wohnort für Pensionäre.

Die Départementsstraße 164 (Saint-Loup-sur-Semouse-Vittel) führt südöstlich an Trémonzey vorbei. Durch den Südosten des Gemeindegebietes führt die Bahnlinie NancyBelfort, die vom Unternehmen TER Lorraine betrieben wird. Der Bahnhof von Bains-les-Bains liegt fünf Kilometer von Trémonzey entfernt auf dem Gemeindegebiet von Le Clerjus.

Weblinks, Quellen[Bearbeiten]