Harol

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Harol
Wappen von Harol
Harol (Frankreich)
Harol
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Épinal
Kanton Dompaire
Koordinaten 48° 9′ N, 6° 15′ O48.1522222222226.2472222222222387Koordinaten: 48° 9′ N, 6° 15′ O
Höhe 311–428 m
Fläche 27,34 km²
Einwohner 587 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km²
Postleitzahl 88270
INSEE-Code

Lage der Gemeinde Harol im Département Vosges

Harol ist eine französische Gemeinde mit 587 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Vosges in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Épinal, zum Kanton Dompaire und zum Kommunalverband (Communauté de communes) Secteur de Dompaire.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Harol liegt auf dem sanftwelligen Hochplateau der Vôge, etwa 20 Kilometer westlich von Épinal im Süden Lothringens. Eine Besonderheit stellt die Wasserscheide Nordsee-Mittelmeer dar, die mitten durch das 27,34 km² umfassende Gemeindegebiet verläuft. Harol besteht aus mehreren Dörfern und Weilern. Während der Ortsteil La Rue am Illon liegt, der über Madon und Mosel zum Rhein entwässert, fließen Niederschläge in den Ortsteilen Harol, Le Ménil und Puttegney sowie den Weilern Frison, La Fosse, Le Fleuriot und Saucenot über den Ruisseau de Reblangotte, Côney und Saône zur Rhône ab. Der Ortsteil Longeroye zwischen den Quellen von Illon und Reblangotte liegt schließlich genau auf der Wasserscheide. Die ehemals separaten Dörfer Harol, Longeroye und Le Ménil sind inzwischen zu einer fast durchgehenden langen Siedlung zusammengewachsen.

Die Höhenunterschiede im Gemeindegebiet sind gering und treten nur im Norden der Gemeinde deutlicher hervor. Der größte Teil des Gemeindeareals besteht aus landwirtschaftlichen Nutzflächen. Lediglich an den Gemeindegrenzen im Westen und Süden (Forêt du Ban d’Harol) hat die Gemeinde Anteile an Waldgebieten, die zusammen etwa 15 % am gesamten Gebiet ausmachen.

Nachbargemeinden von Harol sind Damas-et-Bettegney im Norden, Dommartin-aux-Bois im Osten, Charmois-l’Orgueilleux im Süden, Escles im Südwesten sowie Ville-sur-Illon im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Harol wurde erstmals 1070 als Haros erwähnt. Es war später Mittelpunkt des ausgedehnten Banns von Harol (Ban d’Harol). Das Gebiet lag zwar im Einflussgebiet der Diözese von Toul, war aber nachweislich seit 1235 vom Kapitel in Remiremont abhängig.

Die Kirche Saint-Èvre wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1765 in der für das 18. Jahrhundert im Süden Lothringens charakteristischen Form mit großem Kirchenschiff neu errichtet.

Nach der Französischen Revolution gehörte die Gemeinde zunächst zum Kanton Escles, danach zum Kanton Darney, schließlich seit 1833 zum Kanton Dompaire.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 460 543 502 509 522 502 567

Harol konnte die Stellung als zweitgrößte der 30 Gemeinden des Kantons Dompaire in den vergangenen 40 Jahren trotz Schwankungen behaupten.

Kirche Saint-Èvre

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Saint-Évre mit einer Sandsteinstatue der Jungfrau Maria mit Kind wurde im Ort Harol an einen Bergrücken angelehnt errichtet und ist von Süden her weithin sichtbar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Einwohner sind in der Landwirtschaft (Ackerbau, Viehhaltung, Bienenzucht) sowie in kleinen Dienstleistungs- Handels- und Handwerksbetrieben beschäftigt. Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist jedoch Fournier SA. Das 1953 gegründete Unternehmen ist im Metallbau tätig und ein Zulieferer für die Automobilindustrie, die Druckindustrie, die Luftfahrt, die Papierindustrie sowie für den Klimaanlagenbau und die Werkzeugmaschinenherstellung.

In Harol befindet sich mit der Berufsschule des ländlichen Raums „La Providence“ (lycée professionnel rural „La Providence“ d’Harol) die einzige ihrer Art im Großraum Elsass und Lothringen. Schwerpunkte sind dabei Dienstleistungsberufe im ländlichen Raum, Seniorenbetreuung, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Kinderbetreuung.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

In der Gemeinde Harol kreuzen sich die Departementsstraßen 4 (Mirecourt-Bains-les-Bains) und 460 (Épinal-Darney). Fünf Kilometer östlich von Harol verläuft der Canal des Vosges.

Quellen[Bearbeiten]

  1. orgues.chez.com