Corvey

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Karolingisches Westwerk und Klosterstadt Corvey*
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Corvey Anlage vom Torhaus.jpg
Westflügel von Corvey mit Westwerkfassade
Staatsgebiet: DeutschlandDeutschland Deutschland
Typ: Kultur
Kriterien: (ii)(iii)(iv)
Referenz-Nr.: 1447
Region: ª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2014  (Sitzung 38)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Das derzeitige Schloss Corvey (Latein: Corbei(y)a nova)[1] war bis 1792 eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei auf dem heutigen Stadtgebiet der ostwestfälischen Stadt Höxter in Nordrhein-Westfalen.

Corvey gehörte zu den bedeutendsten karolingischen Klöstern und verfügte in dieser Zeit über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes. Zahlreiche Bischöfe gingen aus der Abtei hervor. Die Abtei entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen. Nach einer Phase der Krise wurde Corvey im 11. Jahrhundert zu einem Reformkloster. Später baute es als „keyserliches und hochfürstliches Stift Corvey“ ein geschlossenes Territorium auf, verlor aber im Spätmittelalter an Bedeutung. Corvey gehörte in der Frühen Neuzeit zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Der Abt verfügte über eine Virilstimme im Reichsfürstenrat.

Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges waren existenzbedrohend. Ab dem späten 17. Jahrhundert erfolgte jedoch der Wiederaufbau der Kirche und der Klostergebäude im Stil des Barock. In der Folgezeit verlor die Abtei wieder an Bedeutung und Anziehungskraft. Im Jahr 1792 wurde das Kloster daher auf eigenes Bestreben in ein Fürstbistum umgewandelt. Bereits 1803 wurde die territoriale Selbständigkeit vom Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben, das Bistum blieb aber bis 1825 bestehen. Einige Jahre später kam Corvey in Privatbesitz.

Bauhistorisch ist das karolingische Westwerk mit seinen Fresken aus dem 9. Jahrhundert von herausragender Bedeutung. Die ehemalige Abteikirche ist ein Denkmal barocker Ausstattungskunst. Auf dem Friedhof neben der Kirche befindet sich das Grab des Dichters der Deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben. Im Innern des Schlosses kann man den Kaisersaal, die Fürstlichen Salons und die Fürstliche Bibliothek mit zirka 74.000 Bänden besichtigen.

Die UNESCO verlieh Corvey im Juni 2014 den Status eines Weltkulturerbes.[2] Das heutige Schloss ist nicht nur Baudenkmal und Museum, sondern auch kultureller Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und museumspädagogische Angebote.

Lage[Bearbeiten]

Lage von Corvey im Wesertal östlich von Höxter. Eingezeichnet sind auch die Reste von tom Roden, Nienkerken und der im Weserbogen gelegene Siedlungsschwerpunkt der Wüstung Corvey

Schloss Corvey liegt an der östlichen Grenze von Nordrhein-Westfalen auf dem heutigen Gebiet der Stadt Höxter. Es ist mit Höxter durch eine 1716 angelegte, gerade Baumallee, die Corveyer Allee verbunden. Eingebettet in die Landschaft des Weserberglandes liegt das Schloss direkt an der Weser. Östlich schließt sich der schon zu Niedersachsen gehörende Solling an. Im Westen erstreckt sich das Stadtgebiet von Höxter. Die nächstgelegenen Großstädte sind Paderborn, Bielefeld, Hannover, Göttingen und Kassel.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Nach der Eroberung Sachsens wollte Karl der Große die Christianisierung in dem neu gewonnenen Gebiet durch die Gründung eines Reichsklosters festigen und fördern. Durch den Tod Karls verzögerte sich die Umsetzung der Pläne.[3] Die Halbbrüder Adalhard, Abt von Corbie (Corbeia Aurea) an der Somme, und Wala, ein Vetter Karls des Großen, gründeten mit Zustimmung von Ludwig dem Frommen 815 oder 816 als Nova Corbeia (neues Corbie) das erste Kloster im Land der Sachsen in Hethis, zunächst als Propstei von Corbie. Dorther kamen die ersten Mönche. Der Konvent verlegte seinen Sitz im Jahre 822 an die Stelle des heutigen Schlosses Corvey. Damit lag das Kloster etwas östlich vom Königshof Huxori (später Höxter). Dieses befand sich am Übergang des Hellwegs über die Weser. Im Zusammenhang mit der Übersiedlung wurde der Konvent etwa zur Hälfte durch Mönche aus dem Kloster Fulda erweitert. Gleichzeitig wurde es mit kaiserlicher Unterstützung von Corbie formal unabhängig. Es wurde aber noch bis 826 in Personalunion mit dem Mutterkloster geleitet.

Der Kaiser schenkte Corvey 823 den Königshof sowie Reliquien des Heiligen Stephanus. Gleichzeitig wurde Corvey der Besitz aller bisher Corbie eigenen Güter in Sachsen bestätigt. Dem Kloster wurde die Immunität und die freie Abtswahl gewährt. Welch enge Beziehungen zwischen Kloster und Königtum bereits in dieser Zeit bestanden, zeigt die Tatsache, dass Corvey zum unfreiwilligen Aufenthaltsort des in Ungnade gefallenen Hilduin von Saint-Denis wurde. Vor diesem Hintergrund vollzog sich 836 die Reliquientranslation des Heiligen Vitus aus der Kathedrale von Saint-Denis bei Paris. Dadurch wurde Vitus zum Stammesheiligen der Sachsen. Später ging ebenfalls das Vituspatrozinium der Bischofskirche in Prag auf Corvey zurück. Das den bedeutenden Heiligen Stephanus und Vitus geweihte Corvey wurde zum Ziel zahlreicher Pilger. Von der Übertragung berichtet eines der wichtigsten Werke aus der frühen Geschichte Corveys die Translatio sancti Viti. Neben dem benachbarten Stift Herford wurde Corvey zu einem Zentrum der frühen Mission in Skandinavien. 823 wurde Ansgar (später Bischof von Hamburg-Bremen) als Lehrer und Prediger vom Mutterkloster Corbie nach Corvey entsandt. Über die Person Ansgars hatte Corvey Anteil an den ersten Missionierungsversuchen in Skandinavien.[4]

Corvey wich in einem Punkt von der Regula Benedicti ab, da es keine Mönche aus niederen Gesellschaftsschichten aufnahm. Die Brüder kamen durchweg aus dem hohen Adel Frankens und Sachsens.[3]

Materielle Basis[Bearbeiten]

Villikationen und Grundbesitz Corveys (nach Rösener)
Das Kloster Corvey mit der Siedlung Corvey (um 1250)

Durch königliche Güterübertragungen und Schenkungen des sächsischen Adels war Corvey eines der reichsten Klöster im deutschen Raum.[3] Festgehalten wurden die Erwerbungen in den Corveyer Traditionen. Durch Ludwig dem Frommen (778-840) kamen Höxter, die Eresburg und Meppen in den Besitz Corveys. Ludwig der Deutsche (um 806-876) schenkte Hemeln, Hemmendorf und die Abtei Visbek, Zehntkirchen im Bistum Osnabrück sowie Weinberge bei Litzig an der Mosel. Lothar I. (795-855) schenkte dem Kloster Rügen und dessen Umland. Allerdings konnte Corvey diesen teilweise bis in die Neuzeit auch durch Fälschung von Urkunden erhobenen Anspruch nie durchsetzen.[5] Kaiserin Judith (795-843) soll nach der Überlieferung des Klosters ein kostbares Kreuz gestiftet haben. Bis zur Aufhebung des Klosters wurde zum Gedenken daran alljährlich an die Armen das Judithbrot verteilt.[6]

Ein Schwerpunkt des Grundbesitzes war das Gebiet um Corvey selbst an der oberen Weser. Hinzu kamen das sogenannte Corveyer Nordland im Bereich der unteren Ems über die Hase bis zur Hunte, das Gebiet um Marsberg an der Diemel sowie die Besitzungen an der mittleren Leine und im damaligen Ostsachsen um Gröningen. Gegliedert war der Besitz in Villikationen aus mehreren Höfen. Bis ins 17. Jahrhundert konnte Corvey die formelle Oberlehnshoheit über die Grafschaft Schwalenberg behaupten.

Noch im 14. Jahrhundert verfügte das Kloster über 60 Kirchen. Diese gruppierten sich insbesondere um die Propsteien Gröningen und Obermarsberg, die ehemalige Missionskirche Meppen und Corvey selbst. In der unmittelbaren Nähe zur Abtei Corvey lagen zwei kleinere (später aufgegebene oder verlegte) Propsteien oder Stifte Nienkerken und tom Roden. Hinzu kam das von Corvey gegründete Kloster Schaaken, das unterstellte Kloster Werbe sowie das Kloster Kemnade.

Bereits 833 hat das Kloster das Münzrecht für den Markt der Laiensiedlung Corvey erhalten. Dieses Privileg war das erste seiner Art im ostfränkischen Reich. Anfangs wurden Münzen des Reichstyps geschlagen, die sich daher nicht einzelnen Münzstätten zuweisen lassen. Im Laufe des 11. Jahrhunderts entwickelten sich in Corvey eigene Münztypen. Als erster Abt erscheint Saracho von Rossdorf auf einer Münze. Nicht nur in Corvey selbst, sondern auch an anderen Orten hatte die Abtei Münzrecht. Seit 900 hatte es ein solches in Marsberg. Im Jahr 945 folgte Meppen. Im 13. Jahrhundert gab es auch Münzstätten in Volkmarsen und Höxter. Zumindest zeitweise konnte der Erzbischof von Köln in seiner Eigenschaft als Herzog von Westfalen im 13. Jahrhundert Corvey das Münzrecht in Corvey, Marsberg und Volkmarsen streitig machen. Dort kam im 14. Jahrhundert die Prägung ganz zum Erliegen. In Höxter wurden die Prägungen mit verschiedenen Unterbrechungen bis fast zum Ende der Abtei fortgesetzt. Neben Silbermünzen wurden Kupfer- und Goldmünzen geschlagen. Die letzten Prägungen von Kupfermünzen im Wert von 2 und 4 Pfennig erfolgten 1787.[7]

Die Siedlung Corvey entwickelte sich zur Stadt. Diese war der Konkurrenz mit Höxter allerdings nicht gewachsen. Deren Bürger zerstörten zusammen mit dem Bischof von Paderborn 1265 die Stadt Corvey. Diese wurde wiederaufgebaut, sank aber bereits im 14. Jahrhundert zur Minderstadt („Freiheit“) und danach zu einem Dorf herab, ehe die Siedlung im 15. Jahrhundert wüst fiel.

Aus den Einkünften speisten sich zwei getrennte Haushalte. Einer für den Unterhalt des Konvents und der andere für den Bedarf des Abtes. Hierunter fielen erhebliche Summen für die Repräsentation, den Königsdienst, die Kosten für die Unterbringungen des königlichen Hofes und für den Bau und Unterhalt der Kirche und Gebäude an.[8]

Kulturelle Blütezeit[Bearbeiten]

Faksimile aus der in Corvey um 850 entstandenen Heliandhandschrift (M, Cgm. 25)

Corvey wurde im 9. und 10. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Zentren der christlichen Kultur in Nordwesteuropa. Die Anfänge der Klosterbibliothek, die während der Säkularisation verstreut wurde, legte bereits Ludwig der Fromme. Heute noch erhalten sind die sächsischen Gesetze Karls des Großen, die fünf ersten Bücher der Annalen des römischen Historikers Tacitus sowie Schriften des römischen Schriftstellers und Philosophen Cicero. Das Kloster wurde zu einem der wichtigsten Vermittler der westfränkischen Kultur in Sachsen. Der Höhepunkt dieser Phase lag in der Zeit der Äbte Bovo I. und Bovo II. zwischen 879 und 916. Neben den Äbten selbst ist der in Corvey wirkende Dichter Agius und der Geschichtsschreiber Poeta Saxo zu nennen. Im Kloster entstanden außer dem bereits erwähnten Translationsbericht des heiligen Vitus verschiedene Viten und die Annales Corbeiienses. Bovo II. verfasste einen Kommentar zu Boëthius. Zwei Corveyer Mönche schrieben die sich heute in München befindende Heliandhandschrift nieder.[9] Ausstrahlung hatte ebenfalls die in Corvey praktizierte Liturgieform mit den monastischen Stundengebeten.[6] Für die große Bedeutung des Klosters zu dieser Zeit spricht, dass neben Bischof Ansgar dessen vier Nachfolger in Hamburg und Bremen aus Corvey hervorgingen. Insgesamt kamen 23 Bischöfe in den ersten vier Jahrhunderten des Bestehens aus diesem Kloster. Dass Papst Gregor V. aus Corvey stammte, gehört wohl eher in den Bereich der Legende.

Die dreischiffige Basilika St. Stephanus und St. Vitus wurde 830 begonnen und 844 geweiht. 873–885 wurde das Westwerk nach dem Vorbild der Aachener Pfalzkapelle angeschlossen, heute nicht nur das älteste westfälische Baudenkmal und ehrfurchtsvoll das „Heiligtum“ Westfalens genannt, sondern das älteste erhaltene Westwerk überhaupt. Es war eines der größten Gebäude des norddeutschen Raumes seiner Zeit. Die dort vorhandenen Fresken aus dem 9. Jahrhundert zeigen antike Motive der Odyssee.

König Arnulf besuchte 889 die neue Kirche und Abt Bovo I. präsentierte das Kloster als Memorialstiftung für das karolingische Königshaus. Nach dem Tod von Ludwig dem Kind und dem Ende der ostfränkischen Karolinger 911 blieb Corvey eines der bedeutendsten Klöster im sächsischen Raum. Seit dem ersten Besuch Konrad I. im Jahr 913 diente Corvey vielfach als Klosterpfalz. Bis 1203 sind 23 Besuche von Königen nachgewiesen. Wahrscheinlich war die Zahl der Besuche jedoch noch höher. Die Besuche der Könige zeugen zwar vom Ansehen Corveys, sie haben die Wirtschaft des Klosters aber auch stark belastet.[3]

Im 10. Jahrhundert endeten die Beziehungen zur Kultur des westfränkischen Reiches. Stattdessen verengten sich die geistigen Beziehungen auf den sächsischen Bereich. Als einer der Hauptvertreter der ottonischen Renaissance gilt Bovo III. Außerdem wirkte dort zwischen 942 und 973 der Chronist Widukind von Corvey, der unter anderem hier seine Sachsengeschichte schuf.

Reformkloster[Bearbeiten]

Im Laufe der Zeit ließ die Klosterzucht nach. Mit Kaiser Heinrich II. begann die Zeit als Reformkloster. Er hat 1015 unter dem Einfluss von Meinwerk, dem Bischof von Paderborn, Abt Walo abgesetzt und an dessen Stelle Druthmar eingesetzt. Dieser stammte aus dem Kloster Lorsch und war mit der Gorzer Reformbewegung verbunden. Nur gegen harten Widerstand konnte er diese Veränderungen durchsetzen. Ein Großteil der Mönche verließ das Kloster. Es blieben nur neun Brüder in der Abtei. In der Folge kamen weitere Äbte aus Lorsch oder Echternach. Zur Zeit von Abt Markward orientierte sich Corvey teilweise an der Hirsauer Reform. Allerdings gab es wesentliche Unterschiede. Während in den Klöstern der Hirsauer Reform der jeweilige Ortsbischof den neugewählten Äbten den Bischofsstab überreichte, nahm ihn in Corvey der erwählte Abt selbst vom Altar. Eine Unterstellung unter Hirsau gab es nicht. Stattdessen gab es einen Verbrüderungsvertrag beider Klöster. Neben den von Anno II. ausgehenden Impulsen, wie der Gründung von Kloster Grafschaft, wurde Corvey zu einem Zentrum der Klosterreform im westfälischen Raum. In der folgenden Zeit wurde es selber zu einer Reformkraft und entsandte Mönche und Äbte in sechs weitere Klöster Sachsens. Anderswo stellten Corveyer Mönche den Gründungskonvent. Außerdem hat Corvey in dieser Zeit zur monastischen Erneuerung auch verschiedener Frauenklöster beigetragen. Zur Zeit von Markward traten 86 Mönche neu in das Kloster ein. Dagegen waren es in den 25 Jahren zuvor nur 22 neue Mönche.[10]

Eine bemerkenswerte Neuerung im Zuge der kirchlichen Reformbewegung war die Bildung von Laienbruderschaften. Diese Vitus- und Stephanusbruderschaften entstanden in Corvey zur Zeit Markwards und Erkenberts in verschiedenen Orten, in denen das Kloster Grundbesitz oder andere Rechte besaß. Den Anfang machte die Vituskirche in Goslar. Allein aus der Zeit zwischen 1081 und 1138 sind die Namen von 1350 Mitgliedern bekannt. Die Bruderschaften hatten eigene Satzungen und versammelten sich zum gemeinsamen Mahl, zur Unterstützung der Armen und zum Gedenken für die Verstorbenen. Die Eintrittsgelder wurden zum Nutzen des Klosters verwendet. Die Mönche ihrerseits gedachten der Toten der Bruderschaften in ihren Gottesdiensten. Aber auch diese beteten für die Mönche. In weltlicher Hinsicht, insbesondere in den unsicheren Zeiten des Investiturstreits, waren die Bruderschaften eine wichtige Stütze des Klosters.[11]

Corvey zwischen Kaiser und Papst[Bearbeiten]

Mit der Reformbewegung einher ging eine allmähliche Abkehr vom salischen Königshaus und eine Hinwendung in das Lager Gregor VII. Zur Zeit von Warin II. war das Kloster noch Verhandlungsort zwischen Anhängern Heinrich IV. und seinen sächsischen Gegnern, entwickelte sich aber bald zu einem Zentrum der Gregorianer. Im Jahr 1118 nahm das Kloster Theoger von Sankt Georgen auf. Nachdem dieser von der kirchlichen Reformpartei zum Bischof von Metz gewählt worden war, wurde er in Corvey vom Kardinallegaten Kuno von Praeneste unter Beteiligung zahlreicher weiterer führender Gregorianer demonstrativ zum Bischof geweiht. Der neue Bischof übte sein kirchliches Amt unmittelbar aus, als er die Georgskirche in Corvey, einen Andreasaltar sowie die Krypta der Klosterkirche weihte.[12] In den Zusammenhang des Investiturstreits gehört auch die vom Kaiser 1065 verfügte vorübergehende Übereignung Corveys an Adalbert von Bremen. Die Pfarrzehnten im Bistum Osnabrück gingen zu dieser Zeit verloren. Mit Unterstützung von Corveyer Vasallen und kaiserlichen Truppen wurde Abt Markward 1102 durch den Abt Günther von Hersfeld, der ein Anhänger Heinrichs IV. war, gewaltsam vertrieben und die Mönchsgemeinschaft zerstört. Aber bereits ein Jahr später starb Günther, was als göttliches Zeichen angesehen wurde. Markward konnte sein Amt wieder übernehmen. Entgegen dem Recht auf freie Abtswahl hat Heinrich V. Abt Erkenbert eingesetzt.[3] Dadurch trat Corvey zeitweise näher an das Königshaus heran und Erkenbert folgte dem Kaiser 1108 nach Ungarn und 1110/11 nach Rom.

Bereits in dieser Zeit begann die Sorge um den Erhalt der materiellen Basis des Klosters. Zu diesem Zweck ließ Erkenbert ein Güterverzeichnis anlegen. Gleichzeitig begannen Auseinandersetzungen mit Dienstmannen und den Klostervögten. Die Schwalenberger Grafen werden zeitweise nach dem Sturz Heinrichs des Löwen ab 1180 Klostervögte, zuvor waren sie Vizevögte.[13]

Seit den 1130er Jahren begann die Klosterzucht erneut nachzulassen.[3] Eine letzte Blütephase erlebte Corvey unter Wibald von Stablo (1146–1158). In dessen Zeit wurde das Westwerk zu seiner heutigen zweitürmigen Form in Nachahmung und Überbietung der St.-Kiliani-Kirche im benachbarten Höxter ausgebaut. In seiner Zeit wurden entfremdete Besitzrechte erneut geltend gemacht. Er ging gegen räuberische Grafen und gegen Übergriffe von Ministerialen vor. Auch festigte er erneut die Klosterdisziplin. Das Kloster war so wohlhabend, dass es eine Reihe kostbarer Handschriften bestellte, darunter der Liber vitae.

Der kunstvolle Liber vitae entstand möglicherweise im Kloster Helmarshausen. Hierin enthalten sind die Namen aller Mönche und Äbte Corveys von der Gründung bis zur Entstehung des Werkes. Hinzu kommen die Namenslisten von 76 mit Corvey in einer Gebetsverbrüderung verbundenen geistlichen Gemeinschaften. Dieses Buch zählt heute zu den bedeutendsten Handschriften des Staatsarchivs in Münster. Die Angaben zeigen, dass Corvey mit Gemeinschaften verschiedenster Observanz verbunden war. Neben den eigenen Propsteien stehen das Kloster Stablo und das Mutterkloster Corbie an der Spitze.[12]

Spätmittelalterlicher Niedergang und Fürstung des Territoriums[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stift Corvey

Nach dem Tod Wibalds verlor Corvey rasch an Bedeutung und verlor seine frühere Rolle im Reich und der römischen Kurie. Eine gewisse politische Bedeutung hatte das Kloster zur Zeit von Abt Widukind (1189-1203) inne. Aber die folgenden Äbte und ein Klosterbrand 1242 trugen zur Verschuldung und zum wirtschaftlichen Niedergang bei. Die Beziehungen zu Rom wurden durch die antirömische Politik der Äbte Dietmar II. von Stockhausen (1206-1216) und Hermann I. von Holte (1223-1254) nachhaltig gestört. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts mit dem Ende der Stauferzeit konnte Corvey kaum noch eine eigenständige Rolle gegenüber den Erzbischöfen von Köln, die als Herzöge von Westfalen auch materielle Interessen in der Gegend hatten, sowie den Bischöfen von Paderborn und Münster spielen.

Mit der Verlagerung der Königsmacht nach Süddeutschland unter den Staufern und der folgenden Schwächung des Königtums insgesamt verlor Corvey weitgehend den Schutz des jeweiligen Königs. Die Äbte reagierten darauf mit der Schaffung eines möglichst geschlossenen Territoriums. Dabei gerieten sie zwangsläufig in Konflikt mit umliegenden Konkurrenten. Dazu zählten neben den Bischöfen von Paderborn und verschiedenen Grafen insbesondere die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, die Landgrafen von Hessen und die Erzbischöfe von Köln. Dies führte dazu, dass die Äbte ihre geistlichen Pflichten vernachlässigten und lieber Burgen bauten, wie eine Chronik der Äbte bereits 1189 beklagte. Zu den Befestigungen gehörten die Brunsburg, Landegge, Kugelsburg oder die Burg Lichtenfels.

Seit 1220 war Corvey „gefürstete“ Reichsabtei.

Demgegenüber standen allerdings erhebliche Einbußen. Im Zuge des sogenannten Osnabrücker Zehntstreits und durch Entfremdung verlor die Abtei die Zehnten und auch die meisten Besitzeinkünfte im Bistum Osnabrück. Im Bereich der Grafschaft Waldeck verlor Corvey im 13. Jahrhundert Besitzungen zu Gunsten der Grafen und dem Erzstift Köln. Auch der 1198 erworbene Solling ging verloren.

Von dem ehemals weit gestreuten Besitz blieb letztlich nur das Gebiet um Corvey übrig. Das Klosterterritorium war etwa 275 km² (= ungefähr das Gebiet der heutigen Stadt Höxter und ihrer zwölf Ortschaften) groß. Am Ende des Alten Reiches lebten dort etwa 10.000 Menschen.[14] Es wurde im Osten von der Weser begrenzt, im Westen und Süden grenzte das Gebiet unmittelbar an das Territorium des Fürstbischofs von Paderborn, in dessen Diözese es auch lag. Neben dem Hauptort Höxter umfasste es 16 Dörfer.

Die wirtschaftliche, politische und geistig-kulturelle Schwächephase hielt während des gesamten Spätmittelalters an. Die Äbte des 14. und 15. Jahrhunderts waren meist unbedeutend und teilweise unwürdig. Dem gegenüber gewann der Konvent an Einfluss. Im 15. Jahrhundert war das Kloster auf dem Tiefstand seiner bisherigen Entwicklung angelangt.[3]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Fürstabt Maximilian von Horrich
Karte der Fürstabtei von Johannes Gigas (1620)

Im Zuge der Reichsreform kam Corvey 1500 zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis und wurde somit Territorium im Heiligen Römischen Reich. Der Abt von Corvey hatte persönlich Sitz und Stimme (Virilstimme) im Reichsfürstenrat des Reichstages und war dort nicht bloß korporativ vertreten (Kuriatstimme) wie die meisten anderen reichsunmittelbaren Äbte. Die Reichsmatrikel legte fest, dass Corvey um 1522 zwei Reiter, neun Fußsoldaten und 120 Gulden für die Reichsarmee zur Verfügung stellen musste. Deutsch, Niederdeutsch und Lateinisch waren die Sprachen, die im Territorium Corvey gesprochen wurden. Dessen Fläche betrug um 1800 275 Quadratkilometer mit zirka 10.000 Einwohnern. Corvey ist aufgegangen in Nassau-Oranien (1803), Königreich Westphalen (1807), Preußen (1815) und in das Mediatfürstentum Corvey (1820).

Ebenfalls um 1500 begann unter Abt Franz von Ketteler mit dem Anschluss an die Bursfelder Kongregation auch eine innere Erneuerung. Auch hat dieser mit einer Sicherung der materiellen Grundlagen begonnen. Allerdings überschnitten sich diese Bemühungen mit der seit 1533 in das Corveyer Territorium eindringenden Reformation. Entgegen dem Jus reformandi gelang es den Äbten nicht, die dauerhafte Festsetzung der Reformation in Höxter, Amelunxen und Bruchhausen zu verhindern. Dies hat die Stellung des Abtes stark geschwächt. Zur Zeit von Abt Dietrich von Beringhausen begannen um 1590 erste Versuche einer katholischen Erneuerung, aber dieser gegenreformatorische Ansatz hatte zunächst wenig Erfolg. Im Gegenteil drohte das Kloster selbst, sich zeitweise der Reformation zuzuwenden. Dem machte das Eingreifen der Bursfelder Kongregation ein Ende. Zwischen 1585 und 1616 konnten die Turmhelme und die Dächer des Westwerks[15] erneuert und das Westwerk im Obergeschoss mit drei Altären ausgestattet werden. Die Gegenreformation war im Stiftsgebiet weitgehend bis 1624 mit Ausnahme der Stadt Höxter abgeschlossen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster stark zerstört. Der „große Klosterbrand“ (Blutbad von Höxter 1635) hat große Teile der Klosterbibliothek vernichtet. Zeitweise mussten die Mönche während des Krieges nach Höxter flüchten. Hinzu kamen militärische Besatzung und hohe Kontributionen.[3]

Corvey stand kurz vor dem Untergang, als Bischof Christoph Bernhard von Galen 1665 Administrator wurde, nachdem die Mönche auf die Wahl eines Abtes aus den eigenen Reihen verzichtet hatten. Er stiftete die barocke Abteikirche und belebte das Kloster durch die Wiedereinsetzung eines adligen Konvents. Auch die landesherrliche Autorität gegenüber Höxter wurde erneuert. Nachdem das klösterliche Leben sich einigermaßen gefestigt hatte, erfolgte die Wahl des Abtes wieder aus den Reihen des Konvents. Wilhelm Raabe widmete der Zeit von Galens die Erzählung Höxter und Corvey.[16] Die baufällige Klosterkirche wurde mit Ausnahme ihres Westwerks ab 1667 durch einen neuen gotisierenden Kirchenraum mit barocker Ausstattung ersetzt. Zwischen 1699 und 1756 wurde insbesondere unter Abt Florenz von dem Felde (1696–1714) die Klosteranlage barock großzügig wiederaufgebaut. Diesen Zustand zeigt Schloss Corvey nahezu unverändert noch heute. Inschriften unter anderem auf Denkmälern zu Ehren Karls des Großen und Ludwigs des Frommen unmittelbar an der Haupteinfahrt des Klosters machten deutlich, dass sich Corvey nunmehr als Zentrum der Gegenreformation verstand. Seinen fürstlichen Anspruch brachte der Abt im prunkvollen Kaisersaal zum Ausdruck. Abt Maximilian von Horrich (1714–1721) machte sich um den Neuaufbau der Bibliothek verdient.[17]

Im 17. und 18. Jahrhundert kam es zu einer intensiven Hinwendung zur Geschichte der Abtei. Allerdings haben die damaligen Geschichtsschreiber, später auch als Corveyer Lügenhistoriker bezeichnet, teilweise Quellen erfunden oder gefälscht. Dies führte auch noch im 19. Jahrhundert bei Paul Wigand, Archivar und Historiker, zu verschiedenen Fehlschlüssen.

Fürstbistum Corvey und Säkularisation[Bearbeiten]

Die etwa 12.000 Einwohner starke Reichsabtei, die im Jahr über etwa 100.000 Taler Einnahmen verfügte, versuchte sich stets aus der Abhängigkeit von den Bischöfen von Paderborn zu lösen. Einen starken Motivationsschub gab es durch das drohende Aussterben des Konvents gegen Ende des 18. Jahrhunderts, zählte doch 1786 der Konvent lediglich noch 13 Mitglieder. Da Corvey nur adligen Kandidaten Aufnahme gewährte und es von diesen kaum noch Bewerber gab, wurde versucht, dem Untergang durch Erhebung zum Bistum zu entgehen.

1779 konnte als erster Schritt dahin die Erhebung in den Rang einer Territorialabtei erreicht werden, das heißt die Einwohner des Corveyer Territoriums, deren Landesherr der Abt in weltlichen Dingen ja ohnehin schon war, wurden jetzt auch in kirchenrechtlichen Dingen der Jurisdiktionsgewalt des Paderborner Bischofs enthoben und der des Abtes unterstellt. Die bischöfliche Weihegewalt verblieb allerdings noch beim Bischof von Paderborn. In Gegenwart des Abtes beschloss der Konvent, dass der Gottesdienst, der stets sein benediktinisches Gepräge behalten hatte, auch nach einer möglichen Säkularisation der Abtei nicht verringert werden sollte, was für einen noch immer strengen klösterlichen Tagesablauf sprach. Für die Abhaltung der Gebetszeiten wurden die Alumnen des 1786 eröffneten Priesterseminars herangezogen, da die meisten Mönche zu alt waren. Zugleich wurde die Zahl der künftigen Domherren auf zwölf und deren Gehalt auf 500 Taler festgelegt. Auch wurde die Vita communis weitestgehend reformiert und die Klausur aufgehoben.

1788 richtete die Abtei schließlich ihren Säkularisierungsantrag an den Papst. Dieser hob das Kloster 1792 auf, erhob den Fürstabt Theodor von Brabeck zum Fürstbischof und das Abteigebiet zum Bistum (= Hochstift), obwohl es lediglich zehn Pfarreien umfasste. Der Prior der Abtei wurde Domdechant, die Mönche Domherren (Kapitulare), darunter Ferdinand von Lüninck, der sich für die Umwandlungsprozedur stark engagiert hatte. Ferner kamen noch weitere Domizellare hinzu, auch erhielt die jetzt zur Kathedrale gewordene Abteikirche sechs Domvikare. Die Kleidung und die Rechte wurden den übrigen deutschen Domkapiteln angeglichen. Im Jahr 1794 wurde die Urkunde durch den Kaiser ausgestellt und das neue Bistum, das lediglich das Gebiet der alten Reichsabtei umfasste, der Kirchenprovinz Mainz unterstellt. Auf Theodor von Brabeck folgte 1794 Ferdinand von Lüninck als Fürstbischof und letzter Regionalbischof des Bistums im Königreich Preußen († 1825).

Ende der Souveränität[Bearbeiten]

Schon wenig später, nämlich 1803, wurde das Fürstbistum Corvey durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben. Das Territorium fiel an die Grafen von Nassau-Dillenburg, die auch den Titel der Prinzen von Orange führten. Landesherr wurde Wilhelm V. von Oranien, ab 1806 Wilhelm Friedrich Prinz von Oranien-Nassau. 1807 wurde Corvey Bestandteil des napoleonischen Königreiches Westphalen, anschließend 1815 Königlich preußische Domäne. Das geistliche Bistum Corvey blieb jedoch bis zum Tode Ferdinand von Lünincks 1825 bestehen, wurde dann dem Bistum Paderborn einverleibt.

Der in Spätfolge des Wiener Kongresses entschädigungsberechtigte Landgraf Viktor Amadeus von Hessen-Rotenburg erhielt 1820 vom König von Preußen das Mediatfürstentum Corvey als Ausgleich, zusammen mit dem Mediatfürstentum Ratibor. Mit Testament von 1825 vererbte der Landgraf diese außerhessischen Gebiete an seinen Neffen, den Erbprinzen Viktor zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Der Landgraf starb 1834 und Erbprinz Viktor nahm mit seiner Volljährigkeit 1840 unter Verzicht seiner Schillingsfürster Erbansprüche den Titel Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey an.

Corvey in Privatbesitz[Bearbeiten]

Viktor I. Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey (1818–1893)

Herzog Viktor I. zog im November 1840 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Rauden, das bei Ratibor lag, ein. Dies wurde sein dauerhafter Wohnsitz, während er sich in Corvey nur selten aufhielt. Erst 1844, kurz vor seiner geplanten Hochzeit, erfolgte die Neueinrichtung der Fürstlichen Wohnung im Westflügel des Corveyer Schlosses. Am 19. April 1845 heiratete Herzog Viktor Prinzessin Amelie, Tochter des Fürsten Karl Egon II. zu Fürstenberg.

Viktor I. Herzog von Ratibor hatte im Königreich Preußen eine herausragende politische Rolle. Er wurde 1877 zum Präsidenten des Preußischen Herrenhauses gewählt. Später war er als Mitglied im Preußischen Staatsrat für auswärtige Angelegenheiten zuständig. Sein kulturelles Engagement zeigt sich besonders an seinem Interesse an der Fürstlichen Bibliothek in Corvey und verschiedenen Aktivitäten in Berlin, Schlesien und Westfalen. Seine letzten Jahre verbrachte er in Rauden, wo er am 30. Januar 1893 starb.[18]

Nach dem Tod seines Vaters wird Erbprinz Viktor der zweite Herzog und Fürst von Corvey. Herzog Viktor II. (1847-1923) heiratete 1877 Marie Gräfin Breunner-Enkevoirth. 1894 erbte diese die niederösterreichischen Besitzungen Grafenegg, Neuaigen und Asparn, die sich – zusammen mit Corvey – bis heute im Besitz der Familie befinden. Herzog Viktor II. hatte ebenfalls wie sein Vater politische Ämter im Königreich Preußen inne. Herzog Viktor III. (1879-1945) übernahm von seinem Vater im Jahre 1923 die Verwaltung des Herzoglichen Hauses. Im Jahre 1945 musste die Familie ihre Residenz in Rauden bei Ratibor verlassen und nach Corvey fliehen. Die schlesischen Besitzungen mit 34.000 ha Wald fielen an Polen.[19]

Herzog Viktor III. starb im Jahre 1945 in Corvey. Die Verwaltung übernahm sein Sohn Franz-Albrecht Metternich-Sandor, der seinen Wohnsitz in Neuaigen (Niederösterreich) nahm. Seit 1945 befindet sich die Generalverwaltung der Herzoglichen-Ratibor’schen Besitzungen in Corvey.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden umfangreiche Renovierungen an den Gebäuden und Anlagen durchgeführt. Dächer, Fassaden, Fenster und Türen wurden erneuert und saniert. Die schönsten Räume des Schlossgebäudes sollten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Jahr 1984 hat Franz Albrecht, Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, die Nutzung von großen Teilen der Anlage an die gemeinnützige Institution Kulturkreis-Höxter-Corvey GmbH übertragen. Neben dem Herzoglichen Haus sind die Stadt Höxter und der Kreis Höxter Träger dieser Gesellschaft. Seitdem hat sich Corvey zu einem kulturellen Zentrum im Weserbergland entwickelt.[20] Die Abteikirche übertrug Franz-Albrecht Metternich-Sandor durch eine Schenkung an die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus. Somit ist diese nicht mehr im Besitz der Adelsfamilie.[21] Nach dem Tod von Herzog Franz Albrecht im Jahr 2009 hat sein Sohn, Viktor Metternich-Sandor, Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, die Verwaltung übernommen. Er ist der erste Herzog von Ratibor, der seinen Wohnsitz ganz nach Corvey verlegte.

Weltkulturerbe[Bearbeiten]

Corvey bewarb sich seit 1999 um den Status eines UNESCO-Welterbes, indem es damals in die sogenannte Tentativliste aufgenommen wurde.[22]

Die Antragsunterlagen wurden innerhalb einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet. Beteiligt waren der Kulturkreis Höxter-Corvey, das Herzogliche Haus Ratibor, die St. Stephanus und Vitus Gemeinde, Vertreter der Stadt, des Kreises und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Der Titel des Antrags lautet: Das karolingische Westwerk und die Civitas Corvey. Die Antragsunterlagen umfassen den eigentlichen Antragstext mit Rahmenbedingungen und Maßnahmen zum Erhalt, Management und zur Präsentation der Gesamtanlage. Dazu kommen ein Tagungsband mit den Referaten zweier internationaler Symposien in Corvey und Paderborn sowie eine Bilddokumentation (DVD). Der Antrag wurde im Dezember 2012 von Ute Schäfer für die Landesregierung Nordrhein-Westfalens unterzeichnet.[23]

Die drei wichtigsten Auswahlkriterien, um den Status einer Welterbestätte zu erlangen, sind die Einzigartigkeit, die Authentizität (historische Echtheit) und die Integrität (Unversehrtheit).[24] Auf Corvey bezogen lassen sich folgende Merkmale zusammenfassen: Corvey besitzt das älteste und einzige fast vollständig erhaltene karolingische Westwerk. Der zentrale, dreiseitig von Emporen umgebene Hauptraum im Obergeschoss greift in seiner Form und seiner ursprünglichen künstlerischen Ausstattung auf antike Vorbilder zurück. Die Ausstattung mit lebensgroßen Stuckfiguren, der farbigen Raumfassung mit architektonischen Gliederungen, ornamentalen Friesen und mythologischen Wandmalereien, die das einzig bekannte Beispiel von Wandmalereien in karolingischer Zeit darstellen, ist in wesentlichen Teilen erhalten. Damit ist das Westwerk eines der herausragenden Zeugnisse der „karolingischen Renaissance“.

Das Kloster mit seiner Schule und Bibliothek führte zur Entstehung der früh- und hochmittelalterlichen Stadt Corvey, die ebenso Handelsplatz wie religiöses und kulturelles Zentrum war. Diese im 13. Jahrhundert wüstgefallene Stadt und der ehemals befestigte Klosterbezirk sind als archäologische Denkmäler erhalten.[25] Darüber hinaus hatte Corvey am Rande des fränkischen Reiches ebenfalls politische Funktion und sein missionarischer Auftrag hatte politisch-religiöse Folgen für weite Teile Europas.

Mit der Anerkennung als Welterbe sind folgende Ziele verbunden: die Wahrung und der Erhalt des Bestandes, die Planung künftiger Bau-, Konservierungs- und Entwicklungsmaßnahmen, die Sicherstellung der wissenschaftlichen Begleitung künftiger Maßnahmen, Konfliktprävention und -management bei Interessenkollisionen, die Sicherung der authentischen Nutzung der Kirche, die konsequente Anwendung nachhaltiger Konzepte bei wirtschaftlichem und touristischem Druck sowie die Verankerung des Objektes im nationalen und internationalen Bewusstsein[26]

Im September 2013 kam eine Kommission der UNESCO nach Corvey und informierte sich vor Ort.[27]

Am 21. Juni 2014 ist das Kloster Corvey von der UNESCO unter dem offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ als Weltkulturerbe anerkannt worden und ist somit das 39. Weltkulturerbe in Deutschland.[28] Damit gehören das Westwerk der Kirche und das alte Klostergelände zum Weltkulturerbe, das eigentliche Schloss Corvey hingegen nicht.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Klosterbibliothek im Mittelalter[Bearbeiten]

Die ersten Handschriften für die Klosterbibliothek kamen aus dem Mutterkloster Corbie. Nähere Informationen darüber fehlen zwar, andere Berichte lassen diesen Schluss jedoch zu. Darunter waren Schriften von Paschasius Radbertus, der selbst an der Gründung Corveys beteiligt gewesen war. Er hatte über den Tod des ersten Abtes von Corvey Adalhard eine bemerkenswerte Totenklage verfasst. Zwei weitere Werke hatte er Abt Warin gewidmet; diese gehörten ebenfalls zur Klosterbibliothek. Auch die Schriften des Ratramnus von Corbie, der mit Abt Adalhard eine gelehrte Korrespondenz pflegte, dürften in Corvey vorhanden gewesen sein.

Eine große Erweiterung erfuhr die Bibliothek Anfang des 9. Jahrhunderts durch Gerold, einem Hofkaplan Ludwig des Frommen. Dieser schenkte Ludwig beim Eintritt in das Kloster seine Bücher. Dazu gehört ein Matthäuskommentar des Hieronymus, der sich heute in München befindet. Besonders trägt die bedeutende Corveyer Klosterschule mit ihrem beträchtlichen Buchbestand zur Erweiterung der Klosterbibliothek bei. Bischof Ansgar führte auf seinen Missionsreisen Bücher aus Corvey mit sich oder ließ sie sich von dort kommen. Sogar die Hamburger Dombibliothek soll mit Hilfe Corveys wieder aufgebaut worden sein, nachdem sie von einem Überfall der Dänen 845 zerstört worden war. Auch bedeutende Mönche, die als Schriftsteller arbeiteten, wirkten in der Zeit um 900 in Corvey. Dazu zählt der Mönch Widukind, der eine Sachsengeschichte verfasste. Eine Analyse der benutzten Quellen zeigt, dass in Corvey zahlreiche Werke antiker und christlicher Autoren vorhanden gewesen sein müssen.

In der Folgezeit fielen Neuerwerbungen relativ gering aus. Ein neuer Aufschwung erfolgte in der Reformzeit um 1100 unter Abt Markward. So erhielt das Kloster Marienmünster bei seiner Gründung Bücher aus Corvey. Auch noch unter Erkenbert wurde in Corvey eine Reihe von Werken erworben. Dieser widmete Ekkehard von Aura eine Bearbeitung einer Weltchronik. Trotzdem wurde die Bibliothek weiterhin vernachlässigt, ehe sie ab 1146 unter Wibald von Stablo erneut einen Aufschwung erlebte. Dieser sammelte alle ihm zugänglichen Schriften des Cicero und stellte sie in einem heute in Berlin befindlichen Codex zusammen. Auch der wahrscheinlich in Helmarshausen entstandene liber vitae stammt aus dieser Zeit.

Nach dem Tod Wibalds 1158 verlor die Bibliothek ihre frühere Bedeutung. Es kamen zwar weitere neue Bücher hinzu, zahlreiche andere gingen jedoch verloren. Ein Exemplar des Sachsenspiegels erweiterte unter anderem den Bestand.

Ausschnitt aus Tacitus' Annalen über die Varusschlacht im Teutoburger Wald. Die Handschrift wurde Anfang des 16. Jahrhunderts aus der Klosterbibliothek Corvey entwendet

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde aus der Klosterbibliothek eine berühmte Handschrift entwendet, die an Papst Leo X. gelangte. Diese Handschrift war eine vermutlich aus dem Kloster Fulda stammende Kopie aus dem 9. Jahrhundert und überliefert die ersten sechs Bücher von Tacitus’ Annalen. Papst Leo X. ließ den Text 1515 zum Zwecke der Veröffentlichung drucken, übersandte ein Exemplar der Druckschrift zur „Entschädigung“ nach Corvey und sicherte dem Kloster dabei einen „immerwährenden „Ablass“ zu.[29] Der Diebstahl wird als Glücksfall gesehen, da dieser zu einer stärkeren Verbreitung der bis dato unbekannten Handschrift führte und diese vor einer Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges bewahrte.[30]

Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts kam die Bibliothek des Klosters Bursfelde nach Corvey. Zu Studienzwecken suchte in dieser Zeit ebenfalls eine Reihe von Gelehrten die Bibliothek auf. Hermann Hamelmann zum Beispiel stellte dieser jedoch kein gutes Zeugnis aus, als er von einer einst ausgezeichneten Bibliothek sprach. Große Verluste erlitt die Bibliothek während des Dreißigjährigen Krieges.

Neue Klosterbibliothek nach dem Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten]

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zur Zeit von Christoph Bernhard von Galen erfolgten Anschaffungen einer Reihe neuer großer Werke. Den weiteren Ausbau des Bestandes leitete Fürstabt Maximilian von Horrich, der als Gründer dieser neuen barocken Klosterbibliothek gilt. Über zwei Ebenen erstreckten sich die Bücherschränke dieser Bibliothek. Maximilian von Horrich schuf eine Bibliothek mit Werken für den Bedarf eines Klosters und eines adeligen Konvents. Die Einbände der Bücher wiesen helles Leder oder Pergament auf. Sie hatten am Rücken zwei blaue Streifen, von denen der obere den Titel des Bandes und der untere den Standort des Buches in der Bibliothek enthielt. Das Erscheinungsbild änderte sich, nachdem die Bücher in verzierten Einbänden geliefert wurden.[17]

Auf einer Auktion in Bremen, die im Jahre 1721 stattfand, ersteigerte Abt Maximilian von Horrich zahlreiche Bücher, wie die handschriftlichen Vermerke belegen. Einige dieser Werke stammen aus dem Prämonstratenserkloster Mons Sion und dem Jesuitenkolleg in Prag. Andere Eintragungen zeigen, dass Abt Maximilian häufig Bücher für die Corveyer Klosterbibliothek erstand. Eintragungen wie: „gekauft in Höxter“, „gekauft von irgendjemandem in Holzminden“ bestätigen das.[17]

Auch unter den nachfolgenden Äbten sind Buchanschaffungen für die Corveyer Bibliothek bekannt. Der Bestand umfasste bis 1793 über 6.000 Werke. Eine Abschrift des Corveyer Bibliothekskataloges von 1803 gibt Auskunft über die Werke.[31]

Nach der Säkularisation von 1803 wurde die Bibliothek aufgelöst. Verhandlungen zu ihrem Verbleib dauerten bis 1812. Aber schon zuvor waren Teile davon unter der Hand verschwunden. Der Historiker Paul Wigand fand 1811 nur noch ein Viertel der erwarteten Bücher vor. Ein beträchtlicher Teil kam 1812 nach Marburg, Münster und Bonn. Ein Rest von etwa 2.500 Bänden verblieb als Corveyer Pfarrbibliothek in der Dechaneibibliothek von Höxter. Diese Werke befinden sich heute als Depositum in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek in Paderborn.[32]

Fürstliche Bibliothek[Bearbeiten]

Fürstliche Bibliothek im Nordflügel
Grab von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Die Fürstliche Bibliothek steht als dritte Bibliothek Corveys nicht in Zusammenhang mit den alten Klosterbibliotheken. Sie entstand außerhalb von Corvey als eine rein weltliche Büchersammlung der Landgrafen von Hessen-Rotenburg. Von 1825 bis 1833 wurde die Sammlung mit rund 36.000 Bänden von Rotenburg an der Fulda nach Corvey gebracht. Inhaltlich umfasste die Sammlung Romane, Reisebeschreibungen, Biographien, Memoiren, Dramen und Lyrik des 18. und 19. Jahrhunderts.[33] Die Bibliothek besteht aus 15 Sälen, ausgestattet mit Stuckdecken, 200 Bücherschränken aus verschiedenen Holzarten und französischen Tapeten.

Im Jahr 1840 übernahm Herzog Viktor Amadeus als erster Herzog und Fürst von Corvey das Schloss und seine Bibliothek. Er stellte August Heinrich Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar ein. Dieser kam im Mai 1860 nach Corvey und versuchte den schlechten Ruf der Bibliothek als einer Sammlung von Unterhaltungsliteratur zu verbessern, indem er wissenschaftliche Literatur, wertvolle Einzelwerke und Prachteinbände kaufte. Der Bestand wurde auf rund 74.000 Bände aufgestockt.

Hoffmann von Fallersleben starb am 19. Januar 1874 in Corvey; unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er neben seiner bereits am 27. Oktober 1860 verstorbenen Frau Ida auf dem kleinen Friedhof neben der Abteikirche beigesetzt. Das Grab schmücken zwei schlichte Marmorplatten mit den Namen. Das Denkmal auf der Grabstätte, eine bronzene Portraitbüste des Dichters auf einer hohen Steinstele mit der Gedichtzeile „Wie könnt’ ich Dein vergessen“, wurde am 26. August 1911 anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des „Deutschlandliedes“ – von Hoffmann von Fallersleben 1841 auf der Insel Helgoland gedichtet – enthüllt. Franz Hoffmann-Fallersleben (1855-1927), der Maler und Sohn des Dichters, stiftete dieses Denkmal.[34]

Zwischen 1985 und 1999 digitalisierte eine Arbeitsgruppe der Universität Paderborn wichtige Bücher. Sie wurden durch Speicherung auf Mikrofiche und digitalen Medien dem allgemeinen Gebrauch zugänglich gemacht. Seit 1999 ist der Katalog online verfügbar. Die Betreuung der Bibliothek erfolgt durch das Corvey-Institut für Buch- und Bibliotheksgeschichte GmbH an der Universität Paderborn.[35][36]

Nach einem Restaurierungsprojekt, das 2007 begann, sind seit Juni 2012 auch die letzten wiederhergestellten Räume der Bibliothek für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Zustand der historischen Tapeten war eine besondere Herausforderung bei der Instandsetzung der Räume.

Architektur[Bearbeiten]

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die Grundsteinlegung zur Klosterkirche lässt sich auf das Jahr 822 festlegen. 844 wurde das Langhaus geweiht (Bau I). Die Weihe der Querarme und des Chores (Bau II) folgten im Jahr 867. Der Bau des Westwerkes begann 873 und wurde 885 geweiht.

Grundriss der Klosterkirche (Bau II)

In den Jahren 1145 bis 1159 erfolgte die Umgestaltung des Westwerkes mit dem oberen Querriegel unter Abt Wibald von Stablo. Dazu zählen die Abtragung des zentralen mittleren Turms sowie die Aufstockung der beiden Fassadentürme. Zwischen 1585 und 1616 erfolgte ein zweiter großer Umbau unter Abt Theodor von Beringhausen. Arbeiten und Renovierungen an den Turmgiebeln und Turmhelmen wurden vorgenommen.

Über die frühe Klosteranlage gibt es nur wenige Hinweise. Die Grenzen dürften der späteren barocken Klosteranlage weitgehend entsprochen haben. Nach der Beschreibung der Entstehungsphase in der Translatio sancti Viti ist zu vermuten, dass die Anlage nach einem Plan gebaut wurde. Das Gebäude des Konvents befand sich wie bei der späteren Anlage vermutlich im Norden der Kirche. Dort wurden Überreste des Kreuzganges gefunden. Um den Kreuzgang gruppierten sich die üblichen zu einem Kloster gehörenden Baulichkeiten. Die Ökonomiegebäude könnten sich im Süden der Anlage befunden haben.[37]

Vor dem Neubau im 17. und 18. Jahrhundert existierten außerdem ein Friedhof, Obstgärten und verschiedene verstreute Gebäude wie die Residenz des Abtes, Gast- und Krankengebäude sowie Wirtschaftsgebäude. Ein Zeitgenosse schrieb um 1590: „Die Gebäude aber dieses oft erwähnten Klosters sind zum Teil alt, zum Teil neu. Und es sind ziemlich viele, derart, dass es auch von außen als eine stattliche Stadt anzusehen ist.“[38]

Der Dreißigjährige Krieg führte zum endgültigen Ruin der karolingischen Klosterkirche. Mit Ausnahme des Westwerkes wurde die Kirche 1665 abgebrochen. Der Kirchenneubau erfolgte zwischen 1667 und 1671 durch den Architekten Niklas Dentell; die Ausstattung wurde mit Ausnahme der Orgel (1681) bis 1675 vollendet. Geweiht wurde die Kirche 1681.

Die karolingischen Klostergebäude wurden während des Dreißigjährigen Krieges stark zerstört. Der Neubau der Abtei begann 1699 unter Fürstabt Florenz von dem Felde. Bis 1715 geschah die Vollendung der Ostflügel unter Fürstabt Maximilian von Horrich. Wach-, Wohn- und Remisengebäude wurden unter den nachfolgenden Fürstäbten erbaut (Justus Wehmer, Hildesheim). Hinzu kamen zwei Türme sowie die Flügel des Wirtschaftshofes. Die Benediktuskapelle am Scheitel des Chores der Klosterkirche stammt aus dem Jahr 1727. Das Gartenhaus wurde 1741 erbaut (Franz Christoph Nagel, Paderborn). Die Marienkapelle im Süden der Kirche lässt sich auf das Jahr 1790 zurückführen. In der Zeit des Fürstbistums wurde 1794 außerhalb der eigentlichen Klosteranlage das Dreizehnlindenhaus erbaut.

Zwischen 1945 und 1965 fanden umfassende Renovierungsarbeiten der Kirche und der Neuen Abtei statt. Dabei wurden zwischen 1951 und 1953 Ausgrabungen in der Kirche durchgeführt. In den Jahren 1954 bis 1961 wurden die Wandmalereien im Westwerk aufgedeckt.[39] Im Jahr 1960 wurden Reste der karolingischen Stuckplastik im Gewölbeschutt des Obergeschossquadrums gefunden. 1974/75 erfolgte eine Flächengrabung in der Kirche unter Uwe Lobbedey. 1977/78 ging eine Grabung im Westwerk vonstatten. Einige Jahre später, im Jahr 1992, wurde im Westwerk karolingisches Mauerwerk mit oxidroten Pinselstrichen, sogenannten Sinopien, freigelegt.[40]

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Gesamtanlage[Bearbeiten]

Plan der Anlage: 1 Schloss (ehem. Abteigebäude) 2. Repräsentationsräume mit Kaisersaal 3. Fürstl. Bibliothek 4. Kreuzgang mit Friedgarten und Vituskapelle 5. Vorburg 6. Remise 7. Toranlage 8. Nordturm 9. Uhrenturm 10. Abteikirche St. Stephanus und Vitus 11. Marienkapelle 12. Benediktuskapelle 13. Westwerk 14. Dreizehnlinden-Kreuz 15. Teehaus 16. Domäne 17. Dreizehnlindenhaus
Toranlage von Schloss Corvey

Das heutige Schloss Corvey (ehemals barockes Benediktinerkloster und zwischen 1699 und 1721 errichtet) umfasst ein Areal von 80.000 Quadratmetern. Hierzu gehören die barocken ehemaligen Abteigebäude, das Westwerk, die Abteikirche und die Ökonomiegebäude. Der Außenbau ist durch das Nebeneinander dieser ehemaligen barocken Abteigebäude und der mittelalterlichen Doppelturmfassade des Westwerks gekennzeichnet. Quadratische Türme markieren die Eckpunkte der Anlage.

Über eine steinerne Brücke führt der Weg auf eine Toranlage zu. Auf der Vorderseite der Toranlage befinden sich die Figuren zweier Wächter, die an orientalische Krieger erinnern, auf der Rückseite zwei Landsknechte. Nördlich hinter der Toranlage grenzen die ehemalige Wagenremise und die Stallungen an (heute das Schlossrestaurant). Südlich neben der Toranlage lagen Wohnungen für Bedienstete. Der Durchfahrtsweg wird von Grünflächen begrenzt. An die Grünflächen grenzt im Süden ein Hof, der an drei Seiten von den zweigeschossigen Ökonomiegebäuden umgeben wird. Der Besucher blickt auf die Westfront der ehemaligen Klostergebäude, die im Süden an das mittelalterliche Westwerk angrenzt. Die 112 Meter lange Westfront ist dreigeschossig und hat 32 Fensterachsen. Gegliedert wird sie durch zwei große und drei kleine Portale. Die Durchfahrt zum Innenhof wird von den beiden Stifterfiguren Karl und Ludwig flankiert.

Der Nordflügel war die Schauseite der barocken Anlage. Die 90 Meter lange Front wird von zwei quadratischen Ecktürmen flankiert. Die Mitte betont ein Risalit, an den Seiten durch zwei Kolossalpilaster abgegrenzt, mit einem dreieckigen Giebel. Vor der Nordfront verlief ein Wassergraben, der 1836 zugeschüttet wurde. Zeitgleich wurde eine steinerne Brücke abgerissen, die in den ehemaligen Abtsgarten führte. Heute sind nur noch Teile des Wassergrabens vorhanden.

An den Nordflügel grenzt der Ostflügel, der ebenfalls 112 Meter lang ist. Er ist durch zwei Portale gegliedert. Ost- und Westflügel werden durch einen Verbindungstrakt miteinander verbunden, sodass zwei Innenhöfe entstehen. Der nördliche Innenhof ist offen mit seinen beiden Durchfahrtsportalen, während sich im südlichen Innenhof der Friedgarten befindet. Dieser hat keinen Zugang von außen, sondern ist nur durch den Kreuzgang, der ihn umschließt, begehbar.

Im Süden wird die rechteckige Anordnung der Flügel durch Kirche und Westwerk geschlossen. Nördlich und südlich der Kirche befindet sich der im 19. Jahrhundert errichtete Friedhof.

Der Bach Schelpe verläuft durch das ehemalige Klostergelände, wird unter dem Westflügel der Gebäude des Schlosses durchgeleitet, wo er ein Fischbassin für die Fastentage speiste, und mündet hinter dem Schloss in die Weser.[41]

Westwerk[Bearbeiten]

Außenbau[Bearbeiten]
Corvey, Westwerk

Der älteste heute noch erhaltene Bauteil ist das Westwerk, das als eigenständiger Bauteil der ehemaligen Klosterkirche im Westen vorgelagert wurde. Als Dreiturmanlage wurde dieses karolingische Westwerk im 9. Jahrhundert mit zwei Fassadentürmen und einem mittleren quadratischen Turm erbaut. Im 12. Jahrhundert fand der Umbau zu einer Doppelturmfassade statt. Am unterschiedlichen Mauerwerk lassen sich die verschiedenen Bauphasen erkennen. Die hoch aufragende Westfront besteht aus zwei Flankentürmen und einem Mittelbau mit einem risalitartigen Erker in der Mitte. Dort ist eine Inschriftentafel aus der Gründungszeit angebracht. Die Inschrift lautet: CIVITATEM ISTAM TV CIRCVMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS (Herr, umgib diese Stadt und lass deine Engel Wächter ihrer Mauern sein).

Bauinschrift am Mittelbau der Westfront

Der aus karolingischer Zeit stammende untere Teil des Westwerkes besteht aus einem unregelmäßigen Bruchsteinmauerwerk. Unterbrochen wird dies durch schlichte Rundbogenfenster und Lichtschlitze. Vom Gesamtbau hebt sich das zweigeschossige Glockenhaus über dem Mittelbau deutlich ab. Die vier zweiteiligen Bogenöffnungen der unteren Reihe stammen noch aus der Ursprungszeit des Baus, die sechs zweiteiligen Öffnungen der oberen Reihe erst aus dem 12. Jahrhundert. Auf diese Zeit lassen sich ebenfalls die oberen Geschosse der Türme mit ihren je zwei doppelbogigen Zwillingsfenstern zurückführen.[42] Die Dächer des Mittelbaus und der Türme entstanden Ende des 16. Jahrhunderts.

Ein Atrium als Hauptzugang zum Westwerk im Westen ist nicht mehr vorhanden. Es wurde unter Abt Heinrich von Aschebrock (1617-1624) abgebrochen.[43] Heute wird das Westwerk von dem ehemaligen Klostergebäude und dem Ökonomiegebäude flankiert.

Innenraum[Bearbeiten]
Säulen des Corveyer Westwerks

Nach dem Durchqueren dreier Arkaden wird die aus karolingischer Zeit stammende Eingangshalle erreicht. Dabei handelt es sich um einen fünfschiffigen Raum mit quadratischem Grundriss. Die Form des Quadrats wird in der Anordnung von gequaderten Pfeilern wiederaufgenommen. Innerhalb dieses Quadrums entsteht ein weiteres Quadrum, das durch vier Säulen markiert wird. Die Säulen sind mit korinthisierenden Vollblattkapitellen mit hohen, ornamentierten Kämpferblöcken versehen.

Den Hauptraum umgeben zwei dreijochige, früher flachgedeckte Seitenschiffe. Der östliche Teil der Eingangshalle war die Verbindung zwischen Westwerk und Kirche. Dieser reichte früher durch drei Geschosse des Westwerkes. Um 1600 wurde der Raum eingewölbt.

An den westlichen Ecken der Eingangshalle befinden sich Treppen zum zweigeschossigen Mittelraum des Westwerkes. Dieser sogenannte Johannischor[44] ist ein hoher Raum mit quadratischem Grundriss und einer Balkendecke aus dem 16. Jahrhundert. Umgeben wird er von einigen Nebenräumen und einer Empore. Darüber befindet sich eine Emporenzone mit großer Bogenöffnung auf der Westseite. Über dem quadratischen, mittleren Bereich befand sich in karolingischer Zeit ein dritter Turm.

Ausstattung[Bearbeiten]
Wandmalereien[Bearbeiten]
Fragmente des Odysseusbildes
Zeichnung des Odysseusbildes
Wandmalerei mit Delphin und Akanthusfries im Westwerk
Zeichnung der Wandmalerei

In allen Stockwerken finden sich Wandmalereien aus Ornamentbändern, Akanthusranken und geometrischen Mustern. Die Ausmalungsreste in der Eingangshalle sind insgesamt geringer als in den Obergeschossen. Im Südschiff wurden Reste nach 1961 freigelegt. Dort befanden sich gotische Gewölbe vor den älteren Mauern, sodass die teils getünchten teils bemalten Wandflächen erhalten blieben. Zu erkennen ist noch ein Akanthusfries, der die Wände unmittelbar unter der Flachdecke umzog. Die Akanthusblätter sind schräggestellt auf grünem Grund.[45] Vermutlich rot gefasst waren die Pfeiler, da Farbspuren an mehreren von ihnen gefunden wurden. Die Kapitelle waren ebenfalls farblich gefasst. Keine Farbspuren zeigen die Säulenschäfte.

Am reichsten mit Wandmalereien geschmückt, war das Obergeschossquadrum. Man kann zwischen Malereien, die direkt auf den Stein gesetzt wurden und auf den Putz aufgetragenen Malereien unterscheiden. Der Putz ist jedoch weitgehend verloren. Die Pfeiler waren flächig rot gestrichen, die Basen und Kämpfer ebenfalls farblich gefasst. Dabei wurde sich einer reichen Farbpalette von rosa bis zu gelb, rot, grün und blau bedient. Mit rot-gelben Kantenstreifen waren die Arkadenbögen eingefasst. Die Bogenlaibungen wurden vermutlich mit vegetabilen Ornamenten bemalt.[46]

In der Emporenzone finden sich größere Rest der Bemalung, da die Wände mehrere Jahrhunderte vermauert blieben. Die Laibungsseiten weisen Reste gemalter Säulen vor getünchtem Grund auf. Die Laibungsbögen waren ausschließlich mit geometrischen Mustern verziert. Unterhalb der Emporöffnungen sind Spuren eines gemalten Gesimses vorhanden.[47]

Im Westraum des Obergeschosses ist das karolingische Gewölbe mit Resten von Malereien erhalten. Die Graten des Gewölbes zeigen ein Akanthusdekor. An der Nordseite dieses Westraumes befinden sich die einzigen figürlichen Fragmente. Es handelt sich um eine Szene aus der griechischen Mythologie: Odysseus kämpft gegen das Meerungeheuer Skylla. Skylla ist dargestellt als ein Mischwesen mit einem menschlichen Oberkörper und einem Meerwesenschwanz. Ihr Kopf ist nicht erhalten. Im Bereich der Hüfte sind zwei Hundeköpfe zu sehen. In ihrem linken Arm hält sie ein menschliches Wesen, von dem Kopf und Oberkörper zu erkennen sind. Odysseus steht auf dem Schlangenschwanz in leicht gedrehter Haltung und wendet sich Skylla zu. Sein Oberkörper und Kopf sind nicht erhalten. Er ist mit einem Lendenschurz bekleidet. In seiner rechten Hand hält er eine Lanze, die er einem Hund ins Maul sticht.

Die mythologischen Gestalten müssen in christlichen Zusammenhang gedeutet werden.[48] Die frühchristlichen Kirchenväter haben den mythologischen Stoff der Antike übernommen und auf das christliche Weltbild übertragen. Odysseus verkörpert den tugendhaften Christen, der gestärkt durch seinen Glauben die Gefahren der sündigen Welt übersteht. Skylla und die anderen Seeungeheuer stehen für die Verlockungen der sündigen Welt. Diese Umdeutung antiker Mythologie ins Christliche ist die früheste erhaltene Darstellung. Odysseus ähnelt der Darstellung des heiligen Michael, der dem Teufelsdrachen mit der Lanze einen Todesstoß gibt.

Rechts davon befindet sich fragmentarisch eine langhaarige Vogelsirene mit einem harfenartigen Instrument. Nur sehr schwer zu erkennen sind weitere Meereswesen und Fabeltiere. Unterhalb der oben genannten Malereien verläuft ein rötlicher Fries. Ein Blick auf die westliche Außenwand zeigt, wie skulptierter Pfeilerkämpfer als Fries auf der Wand weitergemalt wird.

Am nördlichen Arkadenpfeiler an der Südflanke befindet sich ein Delphinreiter.[49] Er nimmt den ganzen Bereich der Gewölbefläche zwischen den aufsteigenden Akanthusbordüren ein. Dem nackten Reiter fehlen Kopf und Schultern. Nicht mehr zu erkennen ist, wie seine Schwanzflosse endete. Der Reiter stützt sich mit seiner linken Hand auf den Rücken des Delphins. Seinen rechten Arm hat er etwas angewinkelt und vorgestreckt.

Stuckfiguren[Bearbeiten]
Stelle eines ehemaligen Stuckreliefs im Westwerk

Im Jahr 1960 fanden Corveyer Bauforscher bei ihren Untersuchungen im Schutt figürliche Stuckfragmente unter dem Fußboden des Quadrums. Sie konnten zunächst nicht zugeordnet werden. Erst im Jahr 1992 nach der Freilegung des karolingischen Mauerwerks über dem südöstlichen Zwischenpfeiler kamen oxidrote Pinselstriche zutage. Die vollständige Aufdeckung der roten Pinselzeichnung ließ eine lebensgroße Figur in Tunika und Chlamys erkennen. Diese roten Pinselvorzeichnungen werden Sinopien genannt. Durch weitere Untersuchungen wurden über den anderen Zwischenpfeilern rote Vorzeichnungen entdeckt.

Gleichzeitig fanden sich Eichenholzkeile im Bereich der Sinopien, die in die Fugen des Mauerwerks eingetrieben wurden. Es folgten Entdeckungen von Resten eines gipshaltigen Materials. Sie wiesen darauf hin, dass die Sinopien als Vorzeichnungen für Stuckfiguren dienten. Die Eichenholzkeile in der Wand hielten diese lebensgroßen Stuckfiguren fest. Zur Sichtung dieser Vermutung trug ein Fragment bei, das aufgrund eines Mauerfugenabdrucks und zweier Keillöcher wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückgeführt werden konnte. Die Stuckmasse wurde schichtweise aufgetragen. Es sind sieben Lagen an den Fragmenten erkennbar.[50]

Bei den Figuren handelt es sich vermutlich um zwei Frauen und vier Männer. Die Frauen hatten lange Tuniken und schalartige Kopftücher. Aufgrund fehlender Attribute und Inschriften können keine genaueren Angaben zu den Figuren gemacht werden.

Ehemalige Abteikirche[Bearbeiten]

Barockes Innenleben der Basilika St. Stephanus und St. Vitus der Benediktinerabtei Corvey in Höxter

Die ursprüngliche Abteikirche war ein dreischiffiges Langhaus mit schmalen Seitenschiffen. Offenbar hat es Mittelschiffarkaden gegeben, Näheres ist unklar. Im Osten schloss an das Langhaus ein annähernd quadratischer Chor an. Ein kleiner Anbau mit einer Apsis befand sich im Osten des Chores, darunter eine Krypta. Bereits kurz nach Fertigstellung und vor dem Bau des Westwerkes verlief die Umgestaltung des Baues I zum sogenannten Bau II. Dazu gehörte im Osten ein eingezogenes rechteckiges Chorjoch und eine halbrunde Apsis. Gleichzeitig wurde eine Außenkrypta mit einem Umgang um die Chorapsis erbaut. Hinzu kamen zwei nach Osten verlängerte Längsstollen und eine kreuzförmige Kapelle im Osten. Querarme am Chor erweiterten den Gesamtbau.

Die nach 1667 erbaute St. Stephanus und Vitus-Kirche ist ein Saalbau in einem gotisierenden Stil. Er besteht aus drei Jochen und eingezogenem dreijochigen Chor mit 5/12-Schluss. Im Osten befindet sich als kleiner Anbau die Benediktuskapelle (zweijochig, dreiseitiger Schluss). Die Kirchenfenster sind hohe zwei- und dreiteilige Spitzbogenfenster. Die Kirche hat ein Kreuzrippengewölbe ohne Gurtbogen.

Ausstattung[Bearbeiten]
Vitusmonument, Kirche

Die reiche Innenausstattung aus der Zeit des Barock steht im Gegensatz zur schlichten Architekturhülle im gotisierenden Stil. Es ist eine stufenweise Steigerung der Dekoration zum Hochaltar zu erkennen. Altarraum und Gemeinderaum sind lediglich durch eine Kommunionbank voneinander getrennt. Der Paderborner Hofmaler Johann Georg Rudolphi aus Brakel entwarf die Innenausstattung. Die Zimmer- und Schnitzarbeiten stammen von Johann Sasse aus Attendorn, die Vergoldung und Bemalung von Anton Splithoven aus Beckum. An der Rückwand befindet sich der Hochaltar mit den Statuen der beiden Hauptpatrone Stephanus und Vitus. Die beiden Figuren stehen jeweils zwischen zwei Spiralsäulen, die mit Blütenranken verziert sind. Die freistehenden Säulen tragen ein schweres Gebälk, über dem sich in einem Rundmedaillon die Darstellung der Dreifaltigkeit befindet.

Ganz außen steht die raumgreifenden Stifterfiguren Karl und Ludwig. Es sind vier Altarbilder für den Hochaltar vorhanden, die entsprechend dem Kirchenjahr ausgetauscht werden: „Geburt Christi“, „Kreuzigung“, „Pfingstwunder“ und „Himmelfahrt Mariens“. Als Maler sind Hieronymus Sies und Tobias Querfurt aus Braunschweig bezeugt.[51]

Die beiden Gemälde der Seitenaltäre stammen von Johann Georg Rudolphi. Der nördliche Marienaltar zeigt eine Verkündigung an Maria, der südliche Josephsaltar eine Kreuzigung. Beide Altäre stiftete 1676 der Paderborner Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg (1626–1683). Den Nordaltar umgeben die Holzstatuen des heiligen Augustinus oder Liborius und des heiligen Stephanus. Der Südaltar wird von dem heiligen Mercurius in voller Rüstung flankiert. Auf der anderen Seite steht der heilige Justinius, der sein Haupt in der Hand trägt. Hinter den Seitenaltären befindet sich das doppelreihige Chorgestühl mit drehbaren Pulten. Die Wand hinter dem Chorgestühl zeigt Holzfiguren, die in Zusammenhang mit der Corveyer Geschichte stehen.

Die symmetrische Anordnung des Chores wird in der Gegenüberstellung von Kanzel und Vitus-Monument im Kirchenraum wiederaufgegriffen. Das Monument zeigt die Figur des heiligen Vitus mit seinen typischen Attributen: Löwe, der ihm die Füße leckt, Adler, Palmzweig, Buch.[52] Der Kirchenraum wird als ein großer Festsaal verstanden, den der Besucher als Gesamtraum erlebt ohne Trennung von Klerikalchor und Gemeinderaum.[53]

Von herausragender künstlerischer Qualität sind die vier Alabasterepitaphe der Fürstäbte Christoph von Bellinghausen, Florenz von dem Felde, Maximilian von Horrich und Carl von Blittersdorf im Chorraum. Die ersten drei entstammen der Bildhauerwerkstatt Heinrich Papen aus Giershagen. Das Epitaph von Carl von Blittersdorf wurde von dem Bildhauer Johannes Pollmann angefertigt. Ebenfalls aus der Werkstatt Papen sind die in Blau gefassten Reliquienschreine der Heiligen Stephanus und Vitus, vermutlich ebenfalls die Beichtstühle.[54]

Barock-Orgel[Bearbeiten]
Die Orgel der ehemaligen Klosterkirche Corvey

Die Orgel der Klosterkirche mit Springladen erbaute Andreas Schneider (Höxter) im Jahr 1681. 1718 erweiterte Johann Matthias Naumann (Hildesheim), ein ehemaliger Geselle von Arp Schnitger, die Orgel um ein Rückpositiv. Die Chororgel aus derselben Zeit wurde 1822 in die neue katholische Kirche als Hauptorgel in Amelunxen eingebaut. Im 19. Jahrhundert wurde das Instrument mehrfach umgebaut, unter anderem wurden die Springladen teilweise durch Schleifladen ersetzt, und ein Glockenspiel hinzugefügt. Die Orgel wurde zuletzt im Jahre 1994 durch die Orgelbaufirma Sauer (Ottbergen) instand gesetzt. Eine erneute, umfassende Restaurierung ist geplant.[55] Das Instrument verfügt über 32 Register auf zwei Manualen und Pedal.[56]

I Hauptwerk C–d3
1. Bordun 16′
2. Praestant 8′
3. Viola da Gamba 8′
4. Gembshorn 8′
5. Quintadena 8′
6. Quinta 6′
7. Oktave 4′
8. Quinta 5′
9. Flöte 3′
10. Große Sesquialtera III
11. Mixtur V
12. Zimbel III
13. Dulzian 16′
14. Trompete 8′
Tremulant
II Brustwerk C–d3
15. Gedackt 8′
16. Octave 4′
17. Gedackt 4′
18. Gembshorn 4′
19. Quintflöte 3′
20. Blockflöte 2′
21. Spitzquinte 11/2
22. Sesquialtera III
23. Mixtur III
24. Krummhorn 8′
Glockenspiel
Tremulant
Pedal C–d1
25. Praestant 16′
26. Quintadena 16′
27. Octave 8′
28. Rohrflötenbass 1′
29. Mixtur VI
30. Posaune 16′
31. Trompete 8′
32. Cornett 2′
Glocken[Bearbeiten]

Im Mittelbau des Westwerkes hängen vier Glocken aus vier Jahrhunderten. Die älteste und zugleich größte von ihnen ist die 1584 von Hermann Bock und Hans Vogelmann gegossene Cantabona. Nach den Vernichtungen des Dreißigjährigen Krieges wurde das Geläut unter Erhaltung der Cantabona neu formiert und über die Jahrhunderte hin in bescheidener Form wiederaufgebaut. Den Rat, die Cantabona aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung zu erhalten, gab der in Steinheim ansässig gewesene lothringische Wandergießer Claudius Bricon, der die zweitgrößte Glocke goss.[57]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg, zirka)
Schlagton
(HT-1/16)
1 Cantabona (St. Vitus) 1584 Hermann Bock und Hans Vogelmann 1266 1500 f1 +5
2 Benedictus 1683 Claudius Bricon, Steinheim 995 600 fis1 ±0
3 Maria, Ansgar, Rembertus, Adelhard 1782 Greve, Meschede 867 380 a1 +4,5
4 St. Joseph 1. H. 20. Jh. Humpert (?) 602 130 e2 ±0

Innenräume der ehemaligen Abtei[Bearbeiten]

Äbtegalerie[Bearbeiten]

Die Äbtegalerie befindet sich im ersten Obergeschoss des Osttraktes. Dort war der ehemalige Wohntrakt der Mönche. Heute ist dies noch an den eng nebeneinanderliegenden Türen zu erkennen. Der Name leitet sich von den 65 Porträts der Äbte her, die an der Wand hängen. Nur die letzten Äbte sind wirkliche Porträts, die älteren entstammen der Fantasie des Malers. Sie wurden von Fürstabt Florenz von dem Felde in Auftrag gegeben und von dem Braunschweiger Maler Tobias Querfurt bis 1714 fertiggestellt. Die beiden letzten wurden später hinzugefügt.

Die Reihe der Äbte, die sich um den Wiederaufbau des Klosters nach dem Dreißigjährigen Krieg verdient gemacht haben, beginnt mit Christoph Bernhard von Galen. Unter von Galen und seinem Nachfolger Christoph von Bellinghausen wurde die Klosterkirche wiederaufgebaut. Florenz von dem Felde hat den Grundstein zum Wiederaufbau der Klostergebäude gelegt und sein Nachfolger Maximilian von Horrich konnte die fertiggestellte Anlage beziehen. Die letzten beiden Porträts zeigen die Fürstbischöfe Theodor von Brabeck und Ferdinand von Lüninck.[58]

Die an die Äbtegalerie angrenzenden Räume werden heute teilweise zu Ausstellungszwecken genutzt. Zu sehen sind Ausstattungsstücke und Paramente aus Corvey zur Zeit des Barock. Dazu zählen der Vitusschrein, Reliquienbüsten der Heiligen Stephanus und Vitus, die bei Prozessionen getragen wurden. In weiteren Räumen des Ostflügels befinden sich die Büros von der Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH und der Ratiborschen Verwaltung.

Geweihgang mit Barocksaal und Galerie, Orgelgang[Bearbeiten]
Geweihgang Corvey

Der Geweihgang ist der Verbindungsgang zwischen dem Wohnbereich des Konvents im Osten und dem Äbtetrakt im Westen. Er ist benannt nach den dort hängenden Jagdtrophäen und wurde von der herzoglichen Familie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Die Wände sind im Marmorstil bemalt in Anlehnung an die Biedermeiertapeten in den Fürstlichen Salons und der Bibliothek. Kandelaber im Stil des Historismus hängen an den Wänden.

An den Geweihgang grenzen die Galerie, das Kabinett und der Barocksaal. In der Galerie war die Bibliothek, die nach dem Wiederaufbau neu zusammengestellt wurde, untergebracht. Der Raum hat eine umlaufende Galerie im Obergeschoss. Beide Geschosse waren mit barocken Bücherschränken ausgestattet. Heute werden diese Räume als Ausstellungsräume für Wechselausstellungen genutzt.

Vom Geweihgang wird der Orgelgang erreicht, der ursprünglich farbig gefasst war.[59] Er führt in das Obergeschoss des Westwerks und in die fürstlichen Salons. An den Wänden hängen Fotografien von Peter Knaup, die er 2007/08 in Corvey und Umgebung aufnahm.

Fürstliche Salons[Bearbeiten]
Blauer Salon im Westflügel

Die Fürstlichen Salons befinden sich im Westflügel. Da der letzte Fürstbischof in Corvey, Ferdinand von Lüninck, noch Wohnrecht bis zu seinem Tod hatte, waren die Räume im Nordflügel belegt. Landgraf Viktor Amadeus ließ daher seine Wohnräume im Westflügel, in der ehemaligen Gemäldegalerie der Äbte, einrichten. Die Möbel sind im Stil des Spätklassizismus und des Biedermeier.

Nur im Blauen Salon handelt es sich noch um die Originaltapeten, die in französischen Manufakturen hergestellt wurden. Sie stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Beliebte Motive für die Tapeten waren Imitationen von kostbaren Brokat-, Damast- und Seidenstoffen, die drapiert und gerafft wurden. Die Einteilung der Tapete im Blauen Salon ist dreiteilig. In der unteren Bordüre sind antike Motive zu erkennen: Tempeldienerinnen wechseln sich mit Fruchtkörben ab. Im Hauptteil befinden sich Imitate eines blau weiß gestreifter Seidenstoffes. Dieser wird mit einer Abschlussbordüre eingefasst.[60]

Bis in die frühen 50er Jahre des 20. Jahrhunderts nutzte die Familie die Räume privat. Heute können diese von Besuchern besichtigt werden.

Kaisersaal[Bearbeiten]
Kaisersaal im Westflügel

Ebenfalls im Westflügel befindet sich der Kaisersaal. Er reicht über den gesamten Flügel und hat eine zweite obere Fensterreihe. Dieser große und helle Raum war der Repräsentationsraum der Äbte. Hier hat dieser als Reichsfürst hochgestellte Persönlichkeiten empfangen. Der Kaisersaal war von der Umgestaltung im 19. Jahrhundert ausgenommen und präsentiert uns heute noch seine barocke Ausstattung. Der Name leitet sich von der Ausstattung des Raumes ab. An den Wänden befinden sich 20 Porträts von Kaisern und Königen. An den beiden Stirnseiten sind die Stifter Karl der Große und Ludwig der Fromme in ganzer Figur zu sehen. Sie werden von Kaisern und Königen in Medaillons umgeben, die in besonderer Beziehung zu Corvey standen.

An der Decke befindet sich in einem großen Medaillon die Darstellung der „Hochzeit zu Kana“, eine biblische Szene aus dem Neuen Testament. Das Thema Gastfreundschaft wird auch in den kleineren Medaillons durch biblische Szenen des Alten Testaments gezeigt: „Joseph bewirtet seinen Vater und seine Brüder“, „Abraham bewirtet drei Engel“, „David und Abigail“ und „Rebecca am Brunnen“. Der Maler dieser Bilder ist nicht bekannt.

Die Stuckarbeiten an den Wänden und an der Decke führte vermutlich der italienischen Künstler Giacomo Perinetti aus. Dieser hatte zuvor beim Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel gearbeitet. Herzog Anton Ulrich war mit Abt Florenz von dem Velde befreundet und stellte ihm den Künstler zur Verfügung. Die Stuckarbeiten im Schloss Wolfenbüttel und in Corvey weisen stilistische Ähnlichkeiten auf.[61]

Der Kaisersaal wird heute als Konzertsaal sowie für andere kulturelle Veranstaltungen genutzt. Dazu zählen zum Beispiel Lesungen, Ausstellungseröffnungen und die Hoffmann von Fallersleben Rede.

Sommersaal[Bearbeiten]
Deckengemälde im Sommersaal

Der Sommersaal befindet sich im Nordflügel und erstreckt sich ebenfalls über zwei Geschosse. Er ist jedoch kleiner als der Kaisersaal, wurde aber auch als Empfangsraum des Fürstabtes genutzt. Hinter dem Sommersaal befindet sich das barocke Treppenhaus, durch das die Besucher in das ehemalige Kloster kamen. An den Sommersaal grenzten die ehemaligen Wohnräume des Abtes an. Heute ist dort die Fürstliche Bibliothek, der Sommersaal wird als Ausstellungsraum genutzt. Jährlich wechselnde Ausstellungen zum Bestand der Bibliothek werden dort gezeigt.

Der Sommersaal ist mit einer hochwertigen Stuckdecke ausgestattet. Das Deckengemälde zeigt die Feuerprobe der heiligen Kunigunde, Gemahlin von Kaiser Heinrich II. Die heilige Kaiserin Kunigunde, die der Untreue bezichtigt wurde, läuft mit bloßen Füßen über glühende Kohlen. Sie besteht vor den Augen des Kaisers die Feuerprobe. Kaiser Heinrich II. hatte eine enge Verbindung zu Corvey.[37] Er hielt mehrere Hoftage in Corvey ab.

An den Seiten der Decke bilden Stichkappen den Übergang zur Wandgestaltung. In den Lünetten befinden sich in blau-weiß gehaltene Grisaille-Bilder. Diese Bilder sind Fantasielandschaften, die dem Corveyer Hofmaler Ferdinand Ludwig Bartscher zugeschrieben werden.[62]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marianne Huisking: Beiträge zur Geschichte der Corveyer Wahlkapitulationen. In: Westfälische Zeitschrift. 98/99, 1949, S. 9–66.
  • Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Nordrhein-Westfalen. Stuttgart 1970, S. 146–149.
  • Klemens Honselmann (Hrsg.): Die alten Mönchslisten und die Traditionen von Corvey. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Bd 10. Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung. Bd. 6, T. 1. Paderborn 1982, ISBN 3-87088-326-X.
  • Leopold Schütte (Hrsg.): Die alten Mönchslisten und die Traditionen von Corvey. Indices und andere Hilfsmittel. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Bd. 10. Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung. Bd. 6, T. 2. Paderborn 1992, ISBN 3-87088-326-X.
  • Beate Johlen: Die Auswirkungen der Gegenreformation auf den Sakralbau des 17. Jahrhunderts. Reform und Tradition am Beispiel des Wiederaufbaues der ehemaligen Benediktinerabteikirche Corvey/Westfalen im Jahre 1667. Bonn 2000.
  • Joachim Poeschke (Hrsg.): Sinopien und Stuck im Westwerk der karolingischen Klosterkirche von Corvey. Rhema-Verlag, Münster 2002, ISBN 3-930454-34-3.
  • Hermann Busen: Kloster und Klosterkirche zu Corvey. In: Kunst und Kultur im Weserraum 800–1600 Band 1, Corvey 1966, S. 19–42
  • Wolfgang Leesch: Das Corveyer Pfarrsystem. In: Kunst und Kultur im Weserraum 800–1600 Band 1, Corvey 1966, S. 43–76
  • Günter Tiggesbäumker: Corvey – Zeuge einer großen Vergangenheit. Mit Fotografien von Peter Knaup. München 2008.
  • Elmar Arnold, Sándor Kotyrba: Corvey. Ehemalige Reichsabtei und Residenz. Koch-Druck, Halberstadt 2011.
  • Günter Tiggesbäumker: Das Herzogliche Haus Ratibor und Corvey. 7. Aufl. Deutsche Fürstenhäuser, Heft 5. Börde-Verlag, Werl 2012.
  • Die Klosterkirche Corvey. (= Denkmalpflege und Forschung in Westfalen Bd. 43). Zabern, Mainz/Darmstadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corvey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Corvey – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Schubert: Corvey. In: Werner Paravicini (Hrsg.): Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein Handbuch. Ostfildern 2003, S.  119.
  2. Sites in Latin America and Germany inscribed on World Heritage List. World Heritage Committee, 21. Juni 2014, abgerufen am 24. Juni 2014 (englisch).
  3. a b c d e f g h Elisabeth Sudhoff: Geschichte des Klosters und Schlosses Corvey, in: NOVA CORBEIA – die virtuelle Bibliothek Corvey. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  4. Joachim Wollasch: Benediktinisches Mönchtum in Westfalen von den Anfängen bis ins 12. Jahrhundert. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 19.
  5. Vgl. z. B.: Zur Beurteilung der Quellen, wonach die Insel Rügen Eigentum der Abtei Corvey gewesen ist. In: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 5, Berlin Posen Bromberg 1832, S. 331–347. Abgerufen am 10. Juni 2012
  6. a b Joachim Wollasch: Benediktinisches Mönchtum in Westfalen von den Anfängen bis ins 12. Jahrhundert. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 20.
  7. Peter Berghaus: Die Münzprägung westfälischer Stifte und Klöster. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 455.
  8. Vgl. Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: zur Grundherrschaft des Klosters Corvey. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  9. Bernhard Bischoff: Die Schriftheimat der Münchner Heliand-Handschrift. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, 101 (1979), S. 161–170
  10. Joachim Wollasch: Benediktinisches Mönchtum in Westfalen von den Anfängen bis ins 12. Jahrhundert. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 25–27.
  11. Joachim Wollasch: Benediktinisches Mönchtum in Westfalen von den Anfängen bis ins 12. Jahrhundert. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 27.
  12. a b Joachim Wollasch: Benediktinisches Mönchtum in Westfalen von den Anfängen bis ins 12. Jahrhundert. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 28.
  13. Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: Schwalenberger Übergriffe auf Corvey und Höxter. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  14. Vgl. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1992, S. 112.
  15. Miesen, K.J.: Friedrich Spee. Priester, Dichter, Hexenanwalt. Düsseldorf (Droste) 1987, S. 198.
  16. Wilhelm Raabe: Höxter und Corvey. (Volltext auf Projekt Gutenberg-DE).
  17. a b c Erzbischöfliche akademische Bibliothek Paderborn Günter Tiggesbäumker: Der Neuaufbau der Corveyer Klosterbibliothek nach dem Dreißigjährigen Krieg unter Fürstabt Maximilian von Horrich. Abgerufen am 4. Juni 2012.
  18. Günter Tiggesbäumker: Das Herzogliche Haus Ratibor und Corvey. Deutsche Fürstenhäuser, Heft 5. Börde-Verlag, Werl 2008, S. 13-14.
  19. Günter Tiggesbäumker: Das Herzogliche Haus Ratibor und Corvey. Deutsche Fürstenhäuser, Heft 5. Börde-Verlag, Werl 2008, S. 17-19.
  20. Günter Tiggesbäumker: Corvey, Zeuge einer großen Vergangenheit. Deutscher Kunstverlag, München 2008, S. 7.
  21. Die Welt: Von der Lust und der Last eines Schlosserbes Ausgabe vom 27. April 2013, abgerufen am 23. Juni 2014
  22. Schloß Corvey Welterbeantrag abgerufen am 22. Juni 2014
  23. Pressemitteilung der Bezirksregierung Detmold vom 12. Dezember 2012: Kulturministerin Ute Schäfer unterzeichnet Weltkulturerbeantrag für Corvey, die Entscheidung wird im Juni 2014 getroffen, abgerufen am 21. Dezember 2012
  24. Günter Baumann: Weltkulturerbe. 150 Orte und Denkmale. Philipp Reclam, Stuttgart 2010, S. 27-28.
  25. Elmar Arnold, Sándor Kotyrba: Corvey. Ehemalige Reichsabtei und Residenz. Koch-Druck, Halberstadt 2011, S. 59.
  26. Hintergünde des Welterbeantrags auf der Seite des Schloß Corvey abgerufen am 22. Juni 2014
  27. Schloß Corvey Welterbeantrag abgerufen am 22. Juni 2014
  28. Deutsche UNESCO Kommission: Reichsabtei Corvey ist UNESCO-Weltkulturerbe, abgerufen am 22. Juni 2014
  29. Günter Tiggesbäumker: Vor 500 Jahren aus Corvey „entwendet“. Die Tacitus-Handschrift und ihre Überlieferung. In: Höxter-Corvey. 2009, 3/4, S. 11-12, 21.
  30. Elisabeth Sudhoff: Der Tacitus-Codex, Darstellung des Diebstahls der Annalen von Tacitus bei Nova-Corbeia.
  31. Natalie Neuhaus: Wiederaufbau und letzte Blüte. In: Tausend Jahre Wissen. Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey. Katalog zur Wanderausstellung 2011 bis 2012. Messedruck, Leipzig 2011, S. 22.
  32. Hermann Josef Schmalor: Klosterbibliotheken in Westfalen 800–1800. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 511–512.
  33. Günter Tiggesbäumker: Die Fürstliche Bibliothek zu Corvey. In: Westfälischer Heimatbund (Hrsg.): Westfälische Kulturstätten 71. Münster 2004, S. 3-5.
  34. Hoffmann von Fallersleben auf Corvey (1860–1874) Abgerufen am 4. Juni 2012.
  35. Günter Tiggesbäumker: Die Fürstliche Bibliothek zu Corvey. In: Westfälischer Heimatbund (Hrsg.): Westfälische Kulturstätten 71. Münster 2004, S. 5-11.
  36. Homepage des Corvey-Institut für Buch- und Bibliotheksgeschichte, ein Institut an der Universität Paderborn abgerufen am 25. Juni 2014
  37. a b Elisabeth Sudhoff: Architektur & Baugeschichte, in: NOVA CORBEIA – die virtuelle Bibliothek Corvey. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  38. Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: Informationen zur Gesamtanlage. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  39. Heiko K. L. Schulze: Klöster und Stifte in Westfalen – eine Dokumentation. Geschichte, Baugeschichte und -beschreibung. In: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800–1800. Münster 1982, S. 334.
  40. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 17.
  41. F. K. Sagebiel: Die Ausgrabungen auf dem Grundstück der ehemaligen Corveyer Propstei „tom Roden" am Rohrweg für 1976 abgeschlossen. (Bericht über die Grabungen in der Probstei tom Roden; PDF; 248 kB). Abgerufen am 11. Juni 2012.
  42. Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: Die Fassade des Westwerks von Kloster Corvey, 1996. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  43. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 4, Anmerkung 18.
  44. Internet-Portal „Westfälische Geschichte“: Informationen zur Emporenkirche. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  45. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 108.
  46. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 85-89.
  47. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 90-91.
  48. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 156-183.
  49. Konrat Ziegler, Walther Sontheimer (Hrsg.): Darstellungsformen des Delphins in der Antike und ihre Bedeutung. In:Der kleine Pauly. Lexikon der Antike in fünf Bänden. Bd. 1, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1979, Spalte 1448-1449.
  50. Hilde Claussen, Anna Skriver: Die Klosterkirche Corvey. Bd. 2 Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Philipp von Zabern, Mainz 2007, S. 355-359.
  51. Günter Tiggesbäumker: Corvey, Zeuge einer großen Vergangenheit. Deutscher Kunstverlag, München 2008, S. 38.
  52. Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Philipp Reclam, Stuttgart 1987, S. 569.
  53. Matthias Wemhoff (Hrsg.): Die Kultur der Klöster in Westfalen. Katalog zur Sonderausstellung im LWL-Landesmuseum Bd. 1, Schnell & Steiner 2007, S. 268.
  54. Werner Altmeier, Andreas Komodzinski: Die restauratorische Wiederherstellung des St. Stephanus-Reliquienschranks aus der Abteikirche Corvey. Huxaria Druckerei, Höxter 2002, S. 15
  55. Corveyer Hilfswerk Orgelrettung und -Sicherung Nähere Informationen zur Restaurierung der Orgel. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  56. Corveyer Hilfswerk Orgelrettung und -Sicherung Nähere Informationen zur Barock-Orgel der Klosterkirche. Abgerufen am 11. Juni 2012.
  57. Claus Peter: Westfalen. In: Kurt Kramer (Hrsg.): Die deutschen Glockenlandschaften. Deutscher Kunstverlag, München 1989, S. 19, 51 und 52.
  58. Günter Tiggesbäumker: Corvey, Zeuge einer großen Vergangenheit. Deutscher Kunstverlag, München 2008, S. 41-42.
  59. Günter Tiggesbäumker: Schloss Corvey in alten Ansichten. Postkarten aus der Sammlung Viktor Herzog von Ratibor. Huxaria Druckerei, Höxter 2010, S. 81.
  60. Jutta Ströter-Bender: Corvey: Räume von Kunst und Wissen. Ehemalige Benediktiner-Abtei und barocke Schlossanlage. Wege und Projekte für die Kunst und Denkmalspädagogik sowie die Erwachsenenbildung. Tectum Verlag, Marburg 2010, S. 116.
  61. Wilfried Henze (Hrsg.): Corvey, ein Wegweiser durch seine Geschichte und die heutige Anlage. Verlag Julius Henze, Höxter 1996, S. 18.
  62. Günter Tiggesbäumker: Corvey, Zeuge einer großen Vergangenheit. Deutscher Kunstverlag, München 2008, S. 45.

51.7777777777789.41Koordinaten: 51° 46′ 40″ N, 9° 24′ 36″ O