Claudio Pizarro

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Claudio Pizarro

Pizarro beim Training des FC Bayern (2013)

Spielerinformationen
Voller Name Claudio Miguel Pizarro Bossio
Geburtstag 3. Oktober 1978
Geburtsort CallaoPeru
Größe 186 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1991–1995 Academia Deportiva Cantolao
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–1997
1998–1999
1999–2001
2001–2007
2007–2008
2008–2009
2009
2009–2012
2012–2015
2015–
Deportivo Pesquero
Alianza Lima
Werder Bremen
FC Bayern München
FC Chelsea
→ Werder Bremen (Leihe)
FC Chelsea
Werder Bremen
FC Bayern München
Werder Bremen
42 (11)
44 (25)
56 (29)
174 (71)
21 0(2)
26 (17)
0 0(0)
77 (43)
50 (16)
17 0(6)
Nationalmannschaft2
1999– Peru 83 (20)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 5. Februar 2016
2 Stand: 13. November 2015

Claudio Miguel Pizarro Bossio (* 3. Oktober 1978 in Callao) ist ein peruanischer Fußballspieler. Er ist peruanischer Nationalspieler und steht seit dem 7. September 2015 bei Werder Bremen unter Vertrag. Pizarro hält in der Bundesliga zwei persönliche Rekorde: er ist der erfolgreichste ausländische Torschütze und der am häufigsten eingesetzte ausländische Spieler.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Seine Kindheit verbrachte Pizarro gemeinsam mit zwei Geschwistern in Santiago de Surco, einem Bezirk der Provinz Lima. Pizarro begann 1991 im Alter von zwölf Jahren an der Academica Deportiva Cantolao, einer in seinem Geburtsort ansässigen Jugendakademie und gleichzeitigem Fußballverein, mit dem Fußballspielen.[1] Pizarro galt als ein typischer Straßenfußballer, der sich auch für andere Sportarten wie Basketball, Golf und Tennis interessierte.

Sein Großvater ist Italiener. Er selbst besitzt ebenfalls die italienische Staatsangehörigkeit.[2][3]

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Pizarro im Trikot des
FC Bayern München (2006)

Deportivo Pesquero[Bearbeiten]

Pizarro begann seine Profikarriere beim peruanischen Erstligisten Deportivo Pesquero im Alter von 17 Jahren. In der Spielzeit 1996 debütierte er im Spiel gegen Alianza Lima; seine ersten beiden Ligatore erzielte er zwei Wochen später beim 2:1-Sieg gegen Atlético Torino.

Alianza Lima[Bearbeiten]

1998 wechselte er zum Ligakonkurrenten und damaligen Meister Alianza Lima und erzielte in den ersten beiden Spielzeiten 25 Tore. Am Ende der Spielzeit 1999 der peruanischen Torneo Apertura belegte er mit der Mannschaft den zweiten Platz hinter Universitario de Deportes.

Werder Bremen[Bearbeiten]

1999 wurde er vom Bundesligisten Werder Bremen für eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro verpflichtet. In seiner Premierensaison erzielte er zehn Tore in 25 Bundesligaspielen. In der Folgesaison avancierte er zum Stammspieler und erzielte 19 Tore in 31 Bundesligaspielen.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Aufgrund dieser Erfolge wurde der FC Bayern München auf Pizarro aufmerksam und verpflichtete ihn im Sommer 2001 für 8,2 Millionen Euro (15 Millionen D-Mark). Mit dem FC Bayern München gewann er 2001 den Weltpokal, 2003, 2005, 2006 das Double und 2004 den DFB-Ligapokal. Der zum 30. Juni 2007 auslaufende Vertrag wurde nicht verlängert, nachdem Pizarro ein Angebot des FC Bayern München abgelehnt hatte.

FC Chelsea / Werder Bremen[Bearbeiten]

in der Vereinskleidung
von Werder Bremen (2010)

Zur Saison 2007/08 wechselte Pizarro ablösefrei zum englischen Erstligisten FC Chelsea, bei dem er einen Vierjahresvertrag unterzeichnete. Er konnte sich dort jedoch nicht durchsetzen, wurde meist nur eingewechselt und erzielte zwei Ligatore.[4]

Daraufhin wechselte er zur Saison 2008/09 für ein Jahr auf Leihbasis zu Werder Bremen,[5] deren erfolgreichster Torschütze er mit 17 Toren wurde und 2009 den DFB-Pokal gewann.

Danach kehrte er zunächst zum FC Chelsea zurück, an den er vertraglich noch zwei weitere Jahre gebunden war.[6] Er absolvierte die Saisonvorbereitung und kam unter anderem im Rahmen der World Football Challenge zum Einsatz, die er mit dem Klub gewann.[7] Ein weiterer Premier-League-Einsatz folgte jedoch nicht. Nach sich über mehrere Wochen hinziehenden Versuchen Werder Bremens, Pizarro erneut zu verpflichten und nachdem Trainer Carlo Ancelotti ihn zum Saisonauftakt gegen Hull City nicht in den 18er-Kader berufen hatte,[8] stimmte Chelsea schließlich einer Rückkehr zu. Nach eigenen Angaben schlug Pizarro dabei Angebote von türkischen, griechischen sowie anderen englischen Klubs aus.[9] Am 18. August 2009, drei Tage nach Saisonstart in der Premier League und nachdem bereits zwei Spieltage in der Bundesliga absolviert worden waren, unterzeichnete er einen Dreijahresvertrag mit Werder Bremen mit Option auf ein weiteres Jahr.[10] Er erwies sich weiterhin als wichtiger Leistungsträger und erzielte bis 2012 in drei Jahren 43 Treffer, womit er Giovane Élber als besten ausländischen Schützen der Bundesliga ablöste.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Zur Saison 2012/13 kehrte Pizarro ablösefrei zum FC Bayern München zurück, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2013 gültigen Vertrag unterzeichnete.[11] Am 20. August 2012 wurde er in der 1. Hauptrunde um den DFB-Pokal im Auswärtsspiel gegen den SSV Jahn Regensburg in der 80. Spielminute eingewechselt und erzielte acht Minuten später das Tor zum 4:0-Endstand.[12] Nach einigen Bundesliga-Kurzeinsätzen erzielte er am 7. November 2012 beim 6:1-Sieg im vierten Gruppenspiel gegen den OSC Lille drei Tore.[13] Am 30. März 2013 (27. Spieltag) erzielte er beim 9:2-Sieg im Heimspiel gegen den Hamburger SV vier Tore und bereitete zusätzlich zwei Tore vor.[14] Am Saisonende gewann er mit dem FC Bayern München das Triple. Im Juli 2013 wurde Pizarros Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2014 verlängert.[15]

Mit dem Tor zum 4:1-Endstand am 3. Mai 2014 (33. Spieltag) im Heimspiel gegen den Hamburger SV, das zum Tor des Monats von den Zuschauern der Sportschau gewählt wurde, ist er neben Raúl und Arjen Robben der erfolgreichste ausländische „Titelsammler“ in dieser Kategorie.

Am 10. Mai 2014 (34. Spieltag) war Pizarro in der 92. Minute der 1:0-Siegtorschütze im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Mit seinem 87. Bundesligator für den FC Bayern München zog er an Uli Hoeneß (86) vorbei, schloss zu Mehmet Scholl (87) auf und nimmt mit ihm den sechsten Platz in der vereinsinternen Wertung ein. Damit ist er hinter Giovane Elber (92) der zweitbeste ausländische Torschütze der Bayern in der Bundesliga. Bei Berücksichtigung aller Bundesligavereine ist er mit 179 Toren (Stand: 24. Januar 2016) der erfolgreichste ausländische Torschütze in der Bundesliga. Am Saisonende gewann Pizarro seine fünfte Meisterschaft und seinen fünften DFB-Pokal mit den Bayern; Pizarros Vertrag wurde um ein weiteres Jahr – bis 30. Juni 2015 – verlängert. Ein am 3. November 2014 im Training erlittener Muskelbündelriss im Oberschenkel zwang ihn mehrere Wochen zu pausieren.[16] In der Rückrunde der Saison 2014/15 bestritt er lediglich acht seiner insgesamt 13 Bundesligaspiele, in denen er erstmals ohne erzieltes Tor blieb. Seine letzte Saison beendete er mit seiner sechsten Meisterschaft mit dem FC Bayern München.

Werder Bremen[Bearbeiten]

Nachdem Pizarro zwei Monate vereinslos gewesen war, kehrte er am 7. September 2015 erneut zu Werder Bremen zurück. Er erhielt einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2015/16 und die Rückennummer 14.[17] Pizarro gab sein Comeback am 13. September 2015, als er beim 3:1-Auswärtssieg bei der TSG 1899 Hoffenheim am 4. Spieltag in der 82. Spielminute von Trainer Viktor Skripnik, mit dem er noch während seiner ersten Bremer Zeit zusammen gespielt hatte, für Ulisses Garcia eingewechselt wurde und in der 92. Spielminute das zwischenzeitliche 2:1 von Anthony Ujah vorbereitete.[18] Am 5. Februar 2016 bestritt er als erster Ausländer sein 400. Bundesligaspiel.[19] Er ist damit der einige derzeit aktive Spieler mit mindestens 400 Bundesligaspielen.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Pizarro im Trikot der Nationalmannschaft (2007)

Pizarro war Kapitän der peruanischen A-Nationalmannschaft, die die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verpasste. In elf Qualifikationsspielen, in denen er eingesetzt wurde, erzielte er ein Tor. Zuvor hatte Pizarro mit Peru schon an der Copa America 2004 teilgenommen, bei der das Team im Viertelfinale an der Auswahl Argentiniens gescheitert war. In einem Spiel erlitt er einen Schädeldeckenanriss und fiel mehrere Monate lang aus.

Im Oktober 2006 handelte er sich Ärger mit dem Nationaltrainer Franco Navarro ein, da er nur eines von zwei Länderspielen gegen den Erzrivalen Chile bestritt, um wieder rechtzeitig zum FC Bayern München zurückkehren zu können. Für den Fall einer Bestrafung seitens der FIFA oder des F.P.F. drohte er mit seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft. In einem Brief bat Pizarro schließlich den peruanischen Fußballverband, nicht mehr für Länderspiele nominiert zu werden, solange Navarro Nationaltrainer ist.[20] Im Juli 2008 wurde die verbandsinterne Sperre für am Boykott beteiligte Spieler aufgehoben.[21] Trotzdem wurde Pizarro zunächst nicht mehr berücksichtigt. Am 29. März 2011 kam er im Test-Länderspiel gegen die Auswahl Ecuadors in Den Haag wieder zum Einsatz.[22] Am 17. Juni 2011 erlitt er in einem Trainingsspiel der Nationalmannschaft einen Innenbandriss, sodass er für die Copa América 2011 ausfiel.[23] 2015 nahm er erneut an der Copa América teil, kam in den Gruppenspielen gegen die Auswahl Venezuelas, gegen die er den 1:0-Siegtreffer erzielte, und gegen die Auswahl Kolumbiens zum Einsatz. Er spielte auch im Viertelfinale gegen die Auswahl Boliviens und im mit 1:2 verlorenen Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Chile.

Erfolge[Bearbeiten]

Vereine
Nationalmannschaft
Bundesliga
  • Seit dem 23. Oktober 2010 (9. Spieltag; Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen 1:4) und seinem 134. Tor (im 287. Spiel) ist er der erfolgreichste ausländische Torschütze in der Bundesliga (bis dahin: Giovane Elber, 133 Tore/260 Spiele); gegenwärtig (Stand: 5. Februar 2016) 182 Tore in 400 Spielen.
  • Seit dem 25. September 2012 (5. Spieltag; FC Bayern München – VfL Wolfsburg 3:0) und seinem 337. Bundesligaeinsatz ist er der am häufigsten eingesetzte ausländische Spieler. Am 5. Februar 2016 (20. Spieltag; Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen 5:1) bestritt er zudem als 65. – und erster ausländischer – Spieler 400 Bundesligaspiele; von jenen ist er gegenwärtig auch der einzige aktive Spieler.
DFB-Pokal
  • Pizarro ist er der ausländische Spieler, der den Pokal am häufigsten gewann (insgesamt sechsmal) und am häufigsten im Finale stand (achtmal).[24]
  • Pizarro ist erfolgreichster ausländischer Torschütze und ausländischer Rekordspieler im DFB-Pokal, der in bislang 52 Spielen für Bayern München und Werder Bremen 30 Tore erzielte (Stand: 09.02.16).[24]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Pizarro heiratete 1999 seine Schulfreundin und Jugendliebe Karla Salcedo, die am 17. Oktober 1999 das erste gemeinsame Kind, einen Sohn, zur Welt brachte. Insgesamt hat das Paar drei Kinder.

Sein jüngerer Bruder Diego Enrique Pizarro Bossio ist ebenfalls Fußballer, der seit 2015 beim peruanischen Erstligisten Juan Aurich unter Vertrag steht. Zwischen 2005 und 2009 war er im Nachwuchsbereich des FC Bayern München aktiv.

Zusammen mit seinem ehemaligen Bremer Mitspieler Tim Borowski gehört Pizarro unter anderem der Hengst „Black Arrow“. Trainiert wird das Rennpferd von Andreas Wöhler, Chef des Gestüts Ravensberg in Gütersloh. Am 21. August 2011 war Black Arrow beim Ascot-Renntag in Hannover zu seinem ersten Sieg gesprintet, geritten von Jockey Eduardo Pedroza.[29]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Claudio Pizarro – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Claudio Pizarro: Der beste ausländische Stürmer der Bundesligageschichte. In: ftbpro.com, 13. August 2012.
  2. Claudio Pizarro: Der Lässige, taz.de vom 1. Dezember 2008.
  3. Passfälschungen im Profifußball: Torgefährliche Enkel, tagesspiegel.de, abgerufen am 7. September 20125
  4. Pizarro, Claudio – Spieler-Statistik 2007/08. In: kicker.de, abgerufen am 29. Mai 2012.
  5. Pizarro ist wieder da! Kicker.de vom 15. August 2008.
  6. Pizarro im Tausch mit Pirlo nach Mailand? auf bild.de vom 28. Juli 2009, abgerufen am 8. September 2015
  7. AC Milan 1 – 2 Chelsea (Memento vom 27. Juli 2009 im Internet Archive) vom 24. Juli 2009, abgerufen am 8. September 2015
  8. Chelsea 2 – 1 Hull (englisch) auf premierleague.com, abgerufen am 8. September 2015
  9. Pizarro ist zurück auf focus.de vom 18. August 2015,abgerufen am 8. September 2015
  10. Kreiszeitung: Die Gallionsfigur ist zurück: Mit Pizarro ist Werder hoffähig, 19. August 2009
  11. Pizarro kehrt zum FC Bayern zurück. In: fcbayern.de. 26. Mai 2012, abgerufen am 4. Juli 2013.
  12. Sebastian Winter: Bayern-Sieg im Pokal: Neu trifft gut. In: Spiegel Online. 21. August 2012, abgerufen am 21. August 2012.
  13. Denis Canalp: Bayern-Angreifer trifft gegen Lille dreimal: Pizarro schickt Kampfansage an die Konkurrenz. In: RP Online. 8. November 2012, abgerufen am 24. November 2012.
  14. Patrick Strasser: Viererpack gegen den HSV: Darf Pizarro nun gegen Juve ran? Abendzeitung, 30. März 2013, abgerufen am 4. Juli 2013.
  15. Pizarro unterschreibt neuen Vertrag. In: fcbayern.de. 4. Juli 2013, abgerufen am 4. Juli 2013.
  16. Pizarro und Alaba verletzt, fcbayern.de, abgerufen am 7. November 2014
  17. Rückkehr perfekt werder.de, abgerufen am 7. September 2015
  18. Rückkehrer Pizarro verleiht Werder den späten Schub, kicker online, abgerufen am 14. September 2015
  19. fifa.com: „Transfer- und Torrekorde in Hülle und Fülle“
  20. Pizarro boykottiert Nationalelf. In: n-tv.de, 17. Oktober 2006, abgerufen am 29. Mai 2012.
  21. FPF begnadigt Nationspieler. In: transfermarkt.de, 5. Juli 2008, abgerufen am 29. Mai 2012.
  22. Spielbericht Peru gegen Ecuador (29. März 2011) in weltfussball.de.
  23. Pizarro erleidet Innenbandriss im rechten Knie. In: werder.de, abgerufen am 18. Juni 2011.
  24. a b Spielerstatistik des DFB-Pokals. In: fussballdaten.de. Fussballdaten Verlags GmbH, abgerufen am 10. Februar 2016.
  25. Tor des Monats Februar 2001
  26. Tor des Monats September 2008. In: sportschau.de.
  27. Tor des Monats Mai 2010. In: sportschau.de.
  28. Tor des Monats Mai 2014. In: sportschau.de.
  29. Pizarros Erfolgspferd aus Gütersloh. auf nw-news.de.