Claudio Pizarro

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Claudio Pizarro

in der Vereinskleidung
von Werder Bremen (2010)

Spielerinformationen
Voller Name Claudio Miguel Pizarro Bossio
Geburtstag 3. Oktober 1978
Geburtsort CallaoPeru
Größe 186 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1991–1995 Academia Deportiva Cantolao
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1996–1997
1998–1999
1999–2001
2001–2007
2007–2008
2008–2009
2009
2009–2012
2012–2015
Deportivo Pesquero
Alianza Lima
Werder Bremen
FC Bayern München
FC Chelsea
→ Werder Bremen (Leihe)
FC Chelsea
Werder Bremen
FC Bayern München
42 (11)
44 (25)
56 (29)
174 (71)
21 0(2)
26 (17)
0 0(0)
77 (43)
50 (16)
Nationalmannschaft2
1999– Peru 81 (20)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2014/15
2 Stand: 29. Juni 2015

Claudio Miguel Pizarro Bossio (* 3. Oktober 1978 in Callao) ist ein peruanischer Fußballspieler, der auch die italienische Staatsangehörigkeit besitzt.[1] Pizarro ist peruanischer Nationalspieler. Derzeit ist er vereinslos.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Seine Kindheit verbrachte Pizarro gemeinsam mit zwei Geschwistern in Santiago de Surco, einem Bezirk der Provinz Lima. Pizarro begann 1991 im Alter von zwölf Jahren an der Academica Deportiva Cantolao, einer in seinem Geburtsort ansässigen Jugendakademie und gleichzeitigem Fußballverein, mit dem Fußballspielen.[2] Pizarro galt als ein typischer Straßenfußballer, der sich auch für andere Sportarten wie Basketball, Golf und Tennis interessierte.

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Pizarro im Trikot des
FC Bayern München (2006)

Deportivo Pesquero[Bearbeiten]

Pizarro begann seine Profikarriere beim peruanischen Erstligisten Deportivo Pesquero im Alter von 17 Jahren. In der Spielzeit 1996 debütierte er gegen Alianza Lima; seine ersten beiden Ligatore erzielte er zwei Wochen später beim 2:1-Sieg gegen Atlético Torino.

Alianza Lima[Bearbeiten]

1998 wechselte er zum Ligakonkurrenten und amtierenden Meister Alianza Lima und erzielte in den ersten beiden Spielzeiten 25 Tore. Am Ende der Spielzeit 1999 der peruanischen Torneo Apertura belegte er mit der Mannschaft den zweiten Platz hinter Universitario de Deportes.

Werder Bremen[Bearbeiten]

1999 wurde er vom Bundesligisten Werder Bremen für eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro verpflichtet. In seiner Premierensaison erzielte er zehn Tore in 25 Bundesligaspielen. In der Folgesaison avancierte er zum Stammspieler und erzielte 19 Tore in 31 Bundesligaspielen.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Aufgrund dieser Erfolge wurde der FC Bayern München auf Pizarro aufmerksam und verpflichtete ihn im Sommer 2001 für 8,2 Millionen Euro. Mit dem FC Bayern München gewann er 2001 den Weltpokal, 2003, 2005, 2006 das Double und 2004 den DFB-Ligapokal. Der zum 30. Juni 2007 auslaufende Vertrag wurde nicht verlängert, da Pizarro ein Angebot des FC Bayern München abgelehnt hatte.

FC Chelsea / Werder Bremen[Bearbeiten]

Zur Saison 2007/08 wechselte Pizarro ablösefrei zum englischen Erstligisten FC Chelsea, bei dem er einen Vierjahresvertrag unterzeichnete. Er vermochte sich dort jedoch nicht durchzusetzen, wurde meist nur eingewechselt und konnte so lediglich zwei Ligatore erzielen.[3]

Daraufhin wechselte er zur Saison 2008/09 für ein Jahr auf Leihbasis zu Werder Bremen,[4] deren erfolgreichster Torschütze er mit 17 Toren wurde und 2009 den DFB-Pokal gewann.

Danach kehrte er zunächst zum FC Chelsea zurück und absolvierte in London die Saisonvorbereitung. Am 18. August 2009 unterzeichnete er einen Dreijahresvertrag mit Werder Bremen mit Option auf ein weiteres Jahr.[5] Er erwies sich weiterhin als wichtiger Leistungsträger und erzielte bis 2012 in drei Jahren 43 Treffer, womit er Giovane Élber als besten ausländischen Schützen der Bundesliga ablöste.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Zur Saison 2012/13 kehrte Pizarro ablösefrei zum FC Bayern München zurück, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2013 gültigen Vertrag unterzeichnete.[6] Am 20. August 2012 wurde er in der 1. Hauptrunde um den DFB-Pokal im Auswärtsspiel gegen den SSV Jahn Regensburg in der 80. Spielminute eingewechselt und erzielte acht Minuten später das Tor zum 4:0-Endstand.[7] Nach einigen Bundesliga-Kurzeinsätzen erzielte Pizarro am 7. November 2012 beim 6:1-Sieg im vierten Gruppenspiel gegen den OSC Lille drei Tore.[8] Am 30. März 2013 (27. Spieltag) erzielte er beim 9:2-Sieg im Heimspiel gegen den Hamburger SV erstmals vier Tore und bereitete zusätzlich zwei Tore vor.[9] Am Saisonende gewann er mit dem FC Bayern München das Triple. Am 4. Juli 2013 gab der Verein bekannt, dass man Pizarros Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2014 verlängert habe.[10] Am 15. Februar 2014 (21. Spieltag) gelang ihm gegen den SC Freiburg seinen 200. Bundesligasieg, bei dem er zudem zum 4:0-Endstand traf.[11] Mit dem Tor zum 4:1-Endstand am 3. Mai 2014 (33. Spieltag) im Heimspiel gegen den Hamburger SV, das zum Tor des Monats von den Zuschauern der Sportschau gewählt wurde, ist er neben Raúl und Arjen Robben der erfolgreichste ausländische “Titelsammler” in dieser Kategorie.

Am 10. Mai 2014 (34. Spieltag) war Pizarro in der 64. Minute der 1:0-Siegtorschütze im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Mit seinem 87. Bundesligator für den FC Bayern München zog er an Uli Hoeneß (86) vorbei, schloss zu Mehmet Scholl (87) auf und nimmt mit ihm den sechsten Platz in der vereinsinternen Wertung ein. Damit ist er hinter Giovane Elber (92) der zweitbeste ausländische Torschütze der Bayern in der Bundesliga. Bei Berücksichtigung aller Bundesligavereine ist er mit 176 Toren der erfolgreichste ausländische Torschütze in der Bundesliga. Am Saisonende gewann Pizarro seine fünfte Meisterschaft und seinen fünften DFB-Pokal mit den Bayern; Pizarros Vertrag wurde um ein weiteres Jahr – bis 30. Juni 2015 – verlängert. Ein am 3. November 2014 im Training erlittener Muskelbündelriss im Oberschenkel zwang ihn mehrere Wochen zu pausieren.[12] In der Rückrunde der Saison 2014/15 bestritt er lediglich acht seiner insgesamt 13 Bundesligaspiele, in denen er erstmals ohne Torerfolg blieb. Seine letzte Saison beendete er mit seiner sechsten Meisterschaft mit dem FC Bayern München.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Pizarro im Trikot der Nationalmannschaft (2007)

Pizarro war Kapitän der A-Nationalmannschaft, die die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verpasste. In elf Qualifikationsspielen, in denen er eingesetzt wurde, erzielte er lediglich ein Tor.

Zuvor hatte Pizarro mit Peru schon an der Copa America 2004 teilgenommen, bei der das Team im Viertelfinale an der Auswahl Argentiniens gescheitert war. In einem Spiel erlitt er einen Schädeldeckenanriss und fiel mehrere Monate lang aus.

Im Oktober 2006 handelte er sich Ärger mit dem Nationaltrainer Franco Navarro ein, da er nur eines von zwei Länderspielen gegen den Erzrivalen Chile bestritt, um wieder rechtzeitig zum FC Bayern München zurückkehren zu können. Für den Fall einer Bestrafung seitens der FIFA oder des F.P.F. drohte er mit seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft. In einem Brief bat Pizarro schließlich den peruanischen Fußballverband, nicht mehr für Länderspiele nominiert zu werden, so lange Franco Navarro Nationaltrainer ist.[13]

Im Juli 2008 wurde die verbandsinterne Sperre für am Boykott beteiligte Spieler aufgehoben.[14] Trotzdem wurde Pizarro zunächst nicht mehr berücksichtigt. Am 29. März 2011 kam er im Test-Länderspiel gegen die Auswahl Ecuadors in Den Haag wieder zum Einsatz.[15] Am 17. Juni 2011 erlitt er in einem Trainingsspiel der Nationalmannschaft einen Innenbandriss, so dass er für die Copa América 2011 ausfiel.[16] 2015 nahm er erneut an der Copa América teil, kam in den Gruppenspielen gegen die Auswahl Venezuelas, gegen die er den 1:0-Siegtreffer erzielte, und gegen die Auswahl Kolumbiens zum Einsatz, sowie im Viertelfinale gegen die Auswahl Boliviens und dem mit 1:2 verlorenem Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Chile.

Erfolge[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Pizarro – Vater von drei Kindern – heiratete 1999 seine Schulfreundin und Jugendliebe Karla Salcedo, die im selben Jahr, am 17. Oktober, das erste Kind, einen Sohn, zur Welt brachte.

Sein jüngerer Bruder Diego Enrique Pizarro Bossio ist ebenfalls Fußballer, der seit 2015 beim peruanischen Erstligisten Juan Aurich unter Vertrag steht. Zwischen 2005 und 2009 war er im Nachwuchsbereich des FC Bayern München aktiv gewesen.

Zusammen mit seinem ehemaligen Bremer Mitspieler Tim Borowski gehört Pizarro unter anderem der dreijährige Hengst “Black Arrow”. Trainiert wird das Rennpferd von Andreas Wöhler, Chef des Gestüts Ravensberg in Gütersloh. Am 21. August 2011 war “Black Arrow” beim Ascot-Renntag in Hannover zu seinem ersten Sieg gesprintet, geritten von Jockey Eduardo Pedroza.[21]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Claudio Pizarro – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Claudio Pizarro: Der Lässige taz.de vom 1. Dezember 2008.
  2. Claudio Pizarro: Der beste ausländische Stürmer der Bundesligageschichte. In: ftbpro.com, 13. August 2012.
  3. Pizarro, Claudio - Spieler-Statistik 2007/08. In: kicker.de, abgerufen am 29. Mai 2012.
  4. Pizarro ist wieder da! Kicker.de vom 15. August 2008.
  5. Kreiszeitung: Die Gallionsfigur ist zurück: Mit Pizarro ist Werder hoffähig, 19. August 2009
  6. Pizarro kehrt zum FC Bayern zurück. In: fcbayern.de. 26. Mai 2012, abgerufen am 4. Juli 2013.
  7. Sebastian Winter: Bayern-Sieg im Pokal: Neu trifft gut. In: Spiegel Online. 21. August 2012, abgerufen am 21. August 2012.
  8. Denis Canalp: Bayern-Angreifer trifft gegen Lille dreimal: Pizarro schickt Kampfansage an die Konkurrenz. In: RP Online. 8. November 2012, abgerufen am 24. November 2012.
  9. Patrick Strasser: Viererpack gegen den HSV: Darf Pizarro nun gegen Juve ran? Abendzeitung, 30. März 2013, abgerufen am 4. Juli 2013.
  10. Pizarro unterschreibt neuen Vertrag. In: fcbayern.de. 4. Juli 2013, abgerufen am 4. Juli 2013.
  11. Pizza 200. In: fcbayern.de.
  12. PIZARRO UND ALABA VERLETZT fcbayern.de, abgerufen am 7. November 2014
  13. Pizarro boykottiert Nationalelf. In: n-tv.de, 17. Oktober 2006, abgerufen am 29. Mai 2012.
  14. FPF begnadigt Nationspieler. In: transfermarkt.de, 5. Juli 2008, abgerufen am 29. Mai 2012.
  15. Spielbericht Peru gegen Ecuador (29. März 2011) in weltfussball.de.
  16. Pizarro erleidet Innenbandriss im rechten Knie. In: werder.de, abgerufen am 18. Juni 2011.
  17. Tor des Monats Februar 2001
  18. Tor des Monats September 2008. In: sportschau.de.
  19. Tor des Monats Mai 2010. In: sportschau.de.
  20. Tor des Monats Mai 2014. In: sportschau.de.
  21. Pizarros Erfolgspferd aus Gütersloh. auf nw-news.de.