Bionville-sur-Nied

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Bionville-sur-Nied
Bionville-sur-Nied (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Boulay-Moselle
Gemeindeverband Houve-Pays Boulageois
Koordinaten 49° 6′ N, 6° 29′ OKoordinaten: 49° 6′ N, 6° 29′ O
Höhe 212–329 m
Fläche 8,43 km²
Einwohner 384 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 46 Einw./km²
Postleitzahl 57220
INSEE-Code

Ortsteil mit Johannes-der-Täufer-Kirche

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Bionville-sur-Nied (deutsch Bingen (Nied)) ist eine französische Gemeinde mit 384 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle und zum Gemeindeverband Houve-Pays Boulageois.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf Bionville-sur-Nied liegt auf einer Höhe von ca. 215 m über dem Meer, 23 Kilometer östlich von Metz und neun Kilometer südlich von Boulay-Moselle (Bolchen) am rechten Ufer der Deutschen Nied (Nied Allemande).

Das ca. 8,5 km² große Gemeindegebiet erstreckt sich vom Niedtal bis auf die bis zu 100 Meter höher liegenden Hügel östlich und westlich des Tales und ist von Ackerflächen geprägt, unterbrochen von Wiesen an der Nied sowie kleineren Forsten, die einen Anteil von etwa 15 % des Gemeindegebietes ausmachen.

Zu Bionville-sur-Nied gehört der Ortsteil Morlange (Morlingen)[1].

Nachbargemeinden von Bionville-sur-Nied sind Bannay (Bizingen) im Norden, Brouck (Bruchen) im Nordosten, Marange-Zondrange (Möhringen-Zondringen) und Fouligny (Füllingen) im Osten, Raville (Rollingen) im Süden und Varize-Vaudoncourt (Waibelskirchen-Wieblingen) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältere Ortsbezeichnungen sind Buinga (1352), Bouinville (1360), Bilonvilla, Binga (1544), Boinville (17. Jh.), Bienville (1643), Byonville (1680) und Bingen.[2] Die Ortschaft gehörte früher zum Bistum Metz,[3] einem Teil des Heiligen Römischen Reichs.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region von Frankreich zurück an Deutschland, und das Dorf wurde dem Kreis Bolchen im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Gemüse- und Weinbau sowie Viehzucht.[3]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1871 hatte der Ort 571 meist römisch-katholische Einwohner, die in 158 Häusern lebten und unter denen sich zwei Evangelische und 88 Juden befanden.[3] 1910 wurden 406 Einwohner gezählt.

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkrieges
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 281 292 284 336 375 363 364 384

Die Zahlen basieren auf den Daten von annuaire-mairie[4] und INSEE[5].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner des Dorfes leben von der Landwirtschaft oder pendeln in die umliegenden Städte. In der Gemeinde sind neun Landwirtschaftsbetriebe ansässig (unter anderem Pferdezucht).[6]

Die Nationalstraße 3 (ParisMetzSaarbrücken) streift die Gemeinde Bionville-sur-Nied. Gekreuzt wird die N 3 von der Départementsstraße 19 von Boulay-Moselle über Bionville-sur-Nied nach Faulquemont. Der Anschluss Boulay an der Autobahn Paris–Straßburg ist nur fünf Kilometer von Bionville-sur-Nied entfernt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bingen, Nied, Kreis Bolchen, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Bingen, Nied (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 349 (google.books.com).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 118 (books.google.com).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 41 (books-google.com).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bionville-sur-Nied – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste aller Namen vom Ort Morlingen zwischen 1900 und 1990 - Ehemalige Ostgebiete. Abgerufen am 15. Juli 2021.
  2. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 41 (books-google.com).
  3. a b c Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 349 (google.books.com).
  4. Bionville-sur-Nied auf annuaire-mairie
  5. Bionville-sur-Nied auf INSEE
  6. Landwirtschaftsbetriebe auf annuaire-mairie.fr (französisch)