Varize-Vaudoncourt

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Varize-Vaudoncourt
Varize-Vaudoncourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Boulay-Moselle
Gemeindeverband Houve-Pays Boulageois
Koordinaten 49° 8′ N, 6° 27′ OKoordinaten: 49° 8′ N, 6° 27′ O
Höhe 205–347 m
Fläche 13,87 km²
Einwohner 521 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 38 Einw./km²
Postleitzahl 57220
INSEE-Code
Website https://varize.fr/

Rathaus (Mairie) Varize-Vaudoncourt

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Varize-Vaudoncourt (deutsch Waibelskirchen-Wieblingen) ist eine französische Gemeinde mit 521 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varize liegt an der Deutschen Nied, etwa 20 Kilometer östlich von Metz, sechs Kilometer südlich von Bolchen und acht Kilometer nordöstlich von Pange.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 893 erstmals als Wibilis Kiricha erwähnt.[1] Varize (Waibelskirchen, lothr. Wibelskirch) gehörte früher zum Herzogtum Lothringen[2] und lag 1756 im deutschsprachigen Teil Lothringens.[3] 1766 wurde der Ort Frankreich einverleibt.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland und das Dorf Waibelskirchen wurde dem Kreis Bolchen im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Wein-, Obst und Tabakanbau.[2]

Der Nachbarort Wieblingen, der früher ebenfalls zum Herzogtum Lothringen gehört hatte,[4] wurde dem Landkreis Metz zugeordnet. Hier betrieben die Dorfbewohner Wein-, Tabak-, Obst- und Gemüsebau.

Französisch blieb in beiden Orten Amts- und Umgangssprache.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Am 1. Dezember 1973 wurde der westlich gelegene Nachbarort Vaudoncourt (Wieblingen) eingemeindet, zu dem die südlich gelegenen Weiler Plappecourt (Peplingen) und Léoviller (Lauweiler) gehören. Vaudoncourt wurde 1769 Frankreich einverleibt, vorher war es Teil der österreichischen Exklave Rollingen.

Nach einer Befragung der Gemeindebürger wurde die Gemeinde durch eine Verordnung des Präfekten des Départements Moselle (Arr. 2015-DCTAJ-013 vom 24. Februar 2015) in Varize-Vaudoncourt umbenannt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2018
Einwohner 326 345 281 371 452 440 488 537

Altdeutsche Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waibelskirchen, Kreis Bolchen, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Wieblingen (meyersgaz.org).
  • Wieblingen, Landkreis Metz, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Wieblingen (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 355–356 (google.books.de).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 295–296 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 96 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 96 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 1028 (books.google.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Varize-Vaudoncourt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 1028 (books.google.de).
  2. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 355–356 (google.books.de).
  3. Augustin Calmet, Notice de la Lorraine : qui comprend les duchés de Bar et de Luxembourg, 1840
  4. Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 295–296 (google.books.de).