Bouzonville

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bouzonville (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bouzonville
Wappen von Bouzonville
Bouzonville (Frankreich)
Bouzonville
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Bouzonville
Gemeindeverband Communauté de communes du Bouzonvillois
Koordinaten 49° 18′ N, 6° 32′ OKoordinaten: 49° 18′ N, 6° 32′ O
Höhe 192–310 m
Fläche 13,90 km²
Einwohner 3.970 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 286 Einw./km²
Postleitzahl 57320
INSEE-Code

Abteigebäude Heilig Kreuz am Hochufer der Nied

Bouzonville (deutsch Busendorf, lothringisch Busendroff) ist eine französische Gemeinde mit 3970 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle und ist Hauptort des Kantons Bouzonville. Die Einwohner nennen sich Bouzonvillois.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt Bouzonville liegt am Ufer der Nied im Niedland (Pays de Nied), etwa 18 Kilometer westlich von Saarlouis und 30 Kilometer östlich von Thionville.

Zu Bouzonville gehören die Ortsteile Heckling, Benting und Aidling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1033 stifteten die Grafen von Metz hier eine Benediktinerabtei. Der Ort selbst wird 1106 als Buosonis villa urkundlich erwähnt. Die deutsche Namensform erscheint 1176 als Bosendorph. Im Bestimmungswort steht der Personenname Boso. Gelegentlich wird als Namensgeber des Ortes König Boso von Vienne genannt, der sich hier einen Landsitz habe errichten lassen.[1][2]

1766 kam Bouzonville mit dem Herzogtum Lothringen zum Königreich Frankreich. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 und dem darauf folgenden Frieden von Frankfurt am 10. Mai 1871 gehörte Bouzonville als Ort im Reichsland Elsaß-Lothringen zum neugegründeten Deutschen Reich. Durch den Versailler Vertrag wurde Bouzonville vom Deutschen Reich abgetrennt. In den Jahren 1926–1939 wurde die Umgebung durch den Bau der französischen Maginot-Linie geprägt. Ab dem Jahr 1940 bis zur alliierten Rückeroberung im Jahr 1944 war es wieder deutsch besetzt und gehörte zum Gau Westmark.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 3.306 3.763 4.232 4.285 4.148 4.117 4.178 3.970

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hl. Kreuz, barocke Klostergebäude am Kirchvorplatz
  • Die Klosterkirche der ehemaligen Abtei Sainte-Croix de Bouzonville (Abtei Heilig Kreuz) ist eine querhauslose gotische Pseudobasilika mit offener Vorhalle. Der Turm erhielt in der Barockzeit eine welsche Haube. Das Chorgestühl mit figürlichen Schnitzereien entstammt der Barockzeit. Der Chorabschluss der Kirche verfügt über zwei für Lothringen typische Chorflankentürme. Das Mittelschiff ist 17 m hoch, die Seitenschiffe erreichen eine Höhe von 10 m. In den Blattkapitellen der Säulen des Triumphbogens erscheinen Menschen und Tiere. Die Schlusssteine der Gewölbe zeigen neben dem Osterlamm mehrere Adels- und Abtswappen.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1979 besteht eine Gemeindepartnerschaft zur benachbarten saarländischen Gemeinde Rehlingen-Siersburg.

Rathaus (Mairie) von Bouzonville

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Louis Hackspill (1871–1945), Abgeordneter
  • Max Stiff (1890−1966), Landrat in Hildesheim von 1922 bis 1925, Landrat in Münster von 1929 bis 1933

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Bouzonville

Der Bahnhof Bouzonville liegt an der Bahnstrecke Völklingen–Thionville und der Bahnstrecke Dillingen–Bouzonville.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bouzonville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abgedruckt bei Georges Boulangé: Les sépultures Lorraines à Bouzonville. In: L'Austrasie, Metz 1855, S. 331–354; hier S. 343 ff.
  2. Uwe Anhäuser: Lothringen, Zwischen Vogesen und Champagne, an Maas und Mosel, Köln 1998, S. 79.
  3. Uwe Anhäuser: Lothringen, Zwischen Vogesen und Champagne, an Maas und Mosel, Köln 1998, S. 44.